Freitag, 20. Dezember 2019

Album der Woche#423: Venom Prison - Samsara (2019)

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Review im "Best of 2019"-Monat Dezember. Die Wahl für ein weiteres Review zu einem neuen Album dieses Jahr fiel mir diesmal tatsächlich schwer. Letzendlich habe ich mich aber für altbewährtes entschieden: Ich habe nämlich ziemlich lange Venom Prison Debütalbum "Animus" gepumpt.

Erinnere mich sehr gut an das Albumcover zu "Animus": Mehrere Frauen halten einen Typen fest. Was auf diesem Cover los ist verstehe ich nicht ganz. Hat die Frau dadrauf sechs Beine und Eier gelegt? Ich weiß leider nicht was Eliran Kantor damit beabsichtigt hat und dummerweise bin ich zu unfähig nähere Infos darüber zu finden. Der Titel "Samsara" bezieht sich allerdings auf die Wiedergeburt im buddhistischen Glauben.

Aber um auf das Wesentliche zu kommen: "Samsara" ist ein ziemlich hartes und abwechslungsreiches Brett. Ich lese immer wieder irgendwelche Kritiken die meinen dass wäre eine gute Mischung aus Death Metal und Hardcore, die nicht in Deathcore übergeht - gott sei dank. Das stimmt meiner Meinung nach schon, allerdings höre ich wirklich, zum Glück, kaum Hardcore-Einflüsse. Eigentlich gar keine. Für mich ist das einfach verdammt guter, moderner Death Metal der es sowohl versteht alte Vorbilder zu zitieren, dabei nicht altbacken zu klingen und gleichzeitig genug Melodie und Abwechslung reinzupacken oder verkrampft und technisch zu klingen. Die Stimmweite von Larissa Stupar ist unfassbar. Ich habe sie schon mal live erleben und kann nur bestätigen dass sie sich seitdem ungefähr 1000 mal gesteigert hat. Wenn man Laie ist, glaubt man kaum dass dieses Growlen, dieses Gekrächze, dieses Shouten alles vom selben Menschen stammt.

Sehr lobenswert find ich auch den Inhalt der Texte. Von Death Metal bin ich entweder irgendeinen herbeigesehnten Untergang der Menschheit gewohnt oder brutale, blutige gory gore Texte. Hier gehts um Misogynie, Zwang, Gewalt - also um andere Ausprägungen des Horrors. Props übrigens auch wegen dem Ambient-Interlude. Da geht mein Herz auf.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Uterine Industrialization, Sadistic Rituals, Matriphagy

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