So geht es in "Foo Goo" um einen mysteriösen Fall einer Vergiftung. Mehrere Kriminalpolizeibeamte untersuchen einen kollektiven Selbstmord. Sie finden vier Leichen in einem Haus. Die Betroffenen haben allesamt vom mysteriösen Giftpilz "Foo Goo" genascht. Ein Biss verursacht einen sofortigen, himmlischen Rausch als auch gleichzeitig den Tod. Alle vier Teilnehmer der Sitzung kamen aus unterschiedlichen Backgrounds. Der Gastgeber war ein stinkreicher Typ namens Beltrane, der aus wasweißich für Gründen diese Leute um sich versammelt hat. Nun sind sie alle tot, weil sie unbedingt ein Stück vom Himmel haben wollten. In vier kleinen Rückblicken erfahren wir, wie es denn genau passiert ist. In der Gegenwart kann ein Polizist es nicht sein lassen und isst selbst ein Stück vom Pilz.
"R.a.b." spielt in der weiter entfernten Zukunft. Sally lebt in einer übervölkerten Stadt. Alle Menschen leben in riesigen Hochhäuser, die mehr als 300 Stockwerke haben. Sie ist angewidert von den "Corridor People" (Obdachlose) und fühlt sich allein. Also sucht sie mithilfe eines Video-Dating-Service nach einem geeigneten Ehemann. Diesen findet sich in einem Typen namens Hal. Dieser verschafft ihr mehrere CEO-Positionen und innerhalb von drei Jahren kriegen sie ein Kind. Allerdings muss Sal dieses nicht austragen, sondern es wird in einer "Egg and Sperm"-Bank für sie erzeugt. Schnell erweist sich die Idee des Elternseins als schwierig und es kommt zu einem Streit, bei welchem Sal ankündigt, die Scheidung zu wollen. Keiner von den beiden will sich allerdings um das Kind kümmern. Bei der zuständigen Behörde wird ihnen eine "RAB" vorgeschlagen. Eine "retroactive abortion" bei welcher die Dokumente des Kindes annuliert werden und während sie nicht hingucken, das Kind aus dem Fenster geschmissen wird. Kurzerhand sind die beiden wieder glücklich darüber, den Ballast nicht mehr zu haben und beschließen, es noch mal miteinander zu versuchen. Und vielleicht auch bald wieder ein Kind zu haben.
Die letzte Geschichte heißt "Sewer Rat" und spielt in Chicago des Jahres 1964. Laut den Angaben ist sie irgendwie Autobiographisch. Gezeichnet wurde sie von Del Close. Der Hauptcharakter heißt genauso. Es handelt sich um einen merkwürdigen, halbnackten Typen mit einer brennenden Gasflasche auf dem Kopf, der sich in der städtischen Kanalisation bewegt und auf Ratten schießt. Er stellt ziemlich schnell fest, dass alles was er erlebt Halluzinationen sind. Seien es die Ratten, mehrere Klone von sich selbst, eine Gruppe an Barbershop-Sängern als auch seine Mutter. Irgendwann schafft er es raus an die Oberfläche und man hält das was er grade tut für einen Publicity Stunt.
Fangen wir mal von hinten an. Tatsächlich soll "Sewer Rat" genauso oder ähnlich stattgefunden haben. Del Close hat in seiner Vergangenheit mehrere halluzinogene Drogen ausprobiert. Die Geschichte führt meiner Meinung nach ins nichts und auch der "Twist" überrascht mich nicht noch finde ich das irgendwie spannend. Eher merkwürdig. "R.a.b." ist eine finstere Satire auf eine überproduktive Wegwerfgesellschaft, in welcher Menschenleben kein Stück zählt. Manch einer würde auf die Idee kommen, es handele sich um Abtreibungsgegnerlogik. Man könnte es so interpretieren. Aber auch so, dass die Eltern keinen Bezug zum Kind haben (wollen) und keine Vorstellung davon haben, Eltern zu sein. Also können sie das Kind genauso wegwerfen. "Foo Goo" hingegen stellt einen Wunsch, für eine Minute aus dem bisherigen fürchterlichen Leben rauszukommen dar, auch wenn diese Minute den sicheren Tod bedeutet. Die Menschen sind bereit, den Himmel zu erleben - und das obwohl sie dafür sterben müssen. Insgesamt eine "Mixed Bag" an merkwürdigen Stories, die im Gegensatz zu vielen Horror Comics nicht mit irgendwelchen Gory Endings aufwarten sondern den Leser einfach verstören sollen. Ich fand das stellenweise amüsant, stellenweise einfach anstrengend zu lesen. Erinnert mich an klassische EC Horror Comics als auch das Magazin "Heavy Metal". Weird shit.
6/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von The80sVault:

