Batman: Death in the Family (2020)
Comic-Kenner wissen was ich meine. Irgendwann in den späten 80ern durften die Leser von DC per Telefon abstimmen ob der zweite Robin Jason Todd leben oder sterben darf, nachdem er vom Joker gekidnappt und schwerst verletzt wurde. Die Leserschaft hat damals für den Tod gestimmt, doch es gab auch ein alternatives Ende. Die Version von "Batman: Death in the Family", die auf BluRay erschienen ist, gibt dem Zuschauer die Möglichkeit mehrere alternative Erzählstränge auszuwählen. Im Grunde genommen ist dieser Film allerdings einfach nur eine Fortsetzung/Nacherzählung von "Batman: Under the Red Hood". Hierin erzählt Batman/Bruce Wayne Superman/Clark Kent was es mit Jason Todd auf sich hat und wie er wieder von den Toten auferstanden ist. Die Möglichkeit den Film selbst zu steuern gibt es in der digitalen Version bei Amazon Prime nicht. Heißt also, wenn man 9,99€ (bei mir waren es zum Glück 3,99€ im Angebot) dafür ausgibt, kriegt man eine 20-minütige Nacherzählung von "Batman: Under the Red Hood". So weit, so enttäuschend. Doch zum Glück gab es noch vier weitere Segmente, die nichts mit Batman zu tun haben, die man für den Preis auch kriegt. Das fand ich dann wesentlich interessanter und sehe sie als Entschädigung:
"Sgt. Rock": Im Rahmen der Kurzfilmreihe "DC Showcase" sehen wir den WWII-Seargant Rock (Karl Urban) der in einer enormen Schlacht mehrere seiner Soldaten an die Deutschen verliert. Also, sie sterben und er ist der einzige Überlebende. Nachdem er sich von seinen Wunden erholt hat, holt ihm sein direkter Vorgesetzter zu sich und erteilt ihm eine Mission: Die Nazis haben eine Doomsday Machine erfunden und es gilt, sie in einer uralten Festung aufzuhalten. Als Unterstützung kriegt Sgt. Rock....eine Art Nosferatu, einen Werwolf und äh Frankensteins Monster. Es stellt sich heraus, dass die Deutschen tote US-Soldaten zurück ins Leben bringen und sie als Nazi-Zombies gegen die US-Soldaten hetzen wollen. Grandioses, wunderbar kurzweiliges und schnelles Kino. Herrlich. Ich gebe auf jeden Fall 8/10 Pfandflaschen.
Im nächsten Short kriegt "Adam Strange" die Gelegenheit seine Origin Story in Flashbacks zu erzählen. Der Krieger und Beschützer lebte auf dem Planeten Riann, bis dieser vom kriegerischen Volk der Thanagarianer angegriffen wurde. Seine Frau wurde dabei umgebracht. Er selbst wurde von einem Traktorstrahl zu einem anderem Planeten transportiert um dort seine Mission als "Beschützer" weiter zu führen. Das ist seine Aufgabe und es geht nicht anders. Doch hier wartete auf ihn Arbeit in irgendwelchen Minen, Depression und Alkoholismus. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst...doch als die Kolonie in welcher er lebt, von blutrünstigen Monstern (die einen an Destoroyah erinnern) angegriffen wird, schreitet er ein. Ebenfalls kein Griff ins Klo sondern tatsächlich ganz solide und blutige Geschichte. Wenn auch schon ziemlich wortkarg. 7/10 Pfandflaschen.
Im 15-minütigen "Phantom Stranger" sehen wir wie die junge Frau Marcie mit einer Gruppe Hippies unterwegs Richtung Kalifornien ist. Dort lebt ein mysteriöser Freund der Hippies, namens Seth. Dieser hat ein Haus geerbt und ist generell ein sehr cooler Typ. Es stellt sich heraus, das Seth eine mystische Entität ist, die die Lebenskraft von seinen vermeintlichen "Freunden" aussaugt. Als Marcie nun das nächste Opfer sein soll, eilt ihr der Meister der Mystik, ein Typ mit Mantel/Hut/Maske namens Phantom Stranger zu Hilfe. Ich habe mich positiv an "Scooby Doo" erinnert gefühlt. Nur halt für Erwachsene. Mit mehr psychedelischer Musik im Hintergrund. Außerdem fällt hier insbesondere die Machart von Paul Dini ins Auge. Wirklich sehr sehenswert, auch wenn kurz. 8/10 Pfandflaschen.
Am Ende kommt der Tod. Also kriegen wir einen Character aus Neil Gaimanns "Sandman" zu sehen. Nämlich die menschliche Verkörperung vom Tod. In "Death" lernen wir einen erfolglosen Künstler namens Vincent kennen, der von inneren Dämonen geplagt ist, die ihm einreden er wäre wertlos. Doch alles ändert sich als er eines Tages auf eine gotisch anmutende junge Frau trifft, die er auch prompt porträtieren will. Sie stimmt dem zu. Er weiß allerdings nicht, dass sie der Tod in Persona ist und ihm zu seinem Lebensende begleiten wird, was bald eintrifft. Ein wirklich super trauriger Kurzfilm. Kaum zu glauben, aber es leuchtete mir jetzt erst ein was für Stimmen Vincent Van Gogh tatsächlich gehört haben könnte. Das erinnert mich daran, dass ich unbedingt noch mal "Sandman" von vorne anfangen muss. 8/10 Pfandflaschen
Trailer:
Batman: Soul of the Dragon (2021)
Hierbei handelt es sich um Originalmaterial, das nie zuvor als Comic veröffentlicht wurde. Sprich: Die Story wurde für den Film geschrieben und hat bisher nicht als Comic existiert.
Wir befinden uns in den 1970ern. Ein junger Bruce Wayne (David Giuntoli) trainierte in der Vergangenheit im weit entlegenen, beinahe mystischen Ort Nanda Parbat mehrere Arten von Kampfkunst. Sein Sensei war dabei ein Typ der sich O-Sensei nennt. Bruce hatte dort mehrere Gefährten wie Richard Dragon (Marc Dacascos), Shiva (Kelly Hu) und Ben Turner (Michael Jai White). Ein anderer Lehrling hat die Gemeinschaft damals verraten und ein mysteriöses Tor zur anderen Welt geöffnet, dass vom O-Sensei stets geschlossen gehalten wurde. In der Gegenwart: Bruce ist nun Batman, Richard ein Geheimagent und Shiva Herrscherin über die Unterwelt von Gotham. Ben nennt sich selbst Bronze Tiger und ist ein Meister des Kung-Fu. Eine weltweit ansässige Sekte namens "Kobra", bestehend aus Menschen und Schlangenmenschen (!) hat das besagte Tor an sich gerissen und nun auch das Schwert von O-Sensei, dass Shiva bewachen sollte. Die vier Freunde tun sich nun
zusammen um auf eine geheimnisvolle Insel zu reisen um schlimmeres zu verhindern. Denn der Anführer der Kobras möchte mithilfe des Schwertes das Tor öffnen um Dämonen auf unsere Welt loszulassen.
zusammen um auf eine geheimnisvolle Insel zu reisen um schlimmeres zu verhindern. Denn der Anführer der Kobras möchte mithilfe des Schwertes das Tor öffnen um Dämonen auf unsere Welt loszulassen.
Ein wahrhaftig großartiger Film. Der Zeichenstil und die Animation ist ähnlich wie der in der 1992er Batman-Zeichentrickserie, mit kleinen Änderungen. Man könnte "Soul of the Dragon" als eine Art Hommage an 70er Jahre Kung-Fu-Exploitation-Filme und Low Budget Agenten Filme betrachten. Die Musik im Hintergrund als auch die (gezeichneten) Klamotten passen jedenfalls sehr gut zu den 1970ern. Dazu kommt aber noch Batman, wobei der Dunkle Ritter eigentlich auch hätte weggelassen werden können. Bruce Wayne hätte eigentlich auch Bruce Wayne bleiben können, also den Anzug nicht anziehen müssen. Insofern: Batman + Kung-Fu + Funky Music = 99% Superbe Exploitation-Action, die nicht für Kinder geeignet ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert.
8/10 Pfandflaschen
Trailer:
Batman: The Long Halloween I & II (2021)
"The Long Halloween" ist die Verfilmung der gleichnamigen Limited Series, die von 1996-97 rauskam und als quasi-Fortsetzung des Frank Miller-Klassikers "Batman: Year One" gilt. Der Film ist Teil des sogenannten "Tomorrowverse", welches seinen Namen vom Zeichentrickfilm "Superman: Man of Tomorrow" hat. Der Zeichenstil ist derselbe.
Der Film spielt irgendwann zu Beginn von Batmans Karriere als Verbrechensbekämpfer. Sein Alter Ego Bruce Wayne (Jensen Ackles) hat momentan mit "Überzeugungsarbeit" des hiesigen Mafia-Paten Carmine Falcone (Titus Welliver) zu kämpfen. Dieser möchte nämlich Wayne Industries als Teil seiner Geldwaschanlage einnehmen. Die Waynes und die Falcones haben tatsächlich eine gemeinsame Vergangenheit. So hat Thomas Wayne, Bruces Vater, einst mit Carmines Vater gemeinsam Kinderkliniken gebaut. Doch es gibt ein weiteres Problem. Nämlich einen Serienkiller, der zuerst an Halloween zuschlägt. Ein wichtiger Zeuge, der eigentlich die Falcone-Familie samt Oberhaupt hätte belasten können wird kurz vorm Prozess umgebracht. Der Mörder hinterlässt eine Waffe, die mit einem Babyflaschensauger als Schalldämpfer ausgestattet ist. Und einen Kürbis. Batman tut sich zusammen mit Comissioner James Gordon (Billy Burke) und Staatsanwalt Harvey Dent (Josh Duhamel). Gemeinsam beschließen sie, den Killer zu schnappen. Dabei wollen sie das Gesetz jedoch nicht brechen, sondern lediglich beugen. Doch der Täter schlägt ein weiteres Mal zu. Es ergibt sich nach und nach ein Muster. Die Presse nennt den Mörder "Holiday", da er nur an Feiertagen zuschlägt.
Mehr möchte ich über diese absolut großartigen zwei Filme nicht spoilern. Denn es ist wirklich sehenswert. Eine absolut nicht kindgerechte Atmosphäre. Der Film ist definitiv nur für Erwachsene gedacht. Mir gefällt insbesondere die Erzählstruktur des Films. Es wird nicht nur Mord für Mord jeweils der Fall erzählt. Nein, man kriegt auch einen Einblick in das Innenleben der Protagonisten und kann schrittweise auch nachvollziehen wieso sie so handeln wie sie handeln. Der erste Film hat viel mehr, bis auf den Joker, "gewöhnliche" Gangster als Gegenspieler während der zweite deutlich mehr "Superbösewichte" zu bieten hat. Er zeigt quasi eine Art Wandel in Gothams Unterwelt. Die verkleideten "Freaks" nehmen immer mehr öffentlichen Raum ein. Es ist auch faszinierend, zu erfahren wie sich Harvey Dents Persönlichkeit verändert. Und nein, es ist nicht leicht nachvollziehbar, wer der denn in Wirklichkeit der "Holiday Killer" ist. Es ist meines Erachtens, unter all diesen Batman-Zeichentrickfilmen BISHER der allerbeste. Ohne Scheiß.
10/10 Pfandflaschen
Trailer: