Montag, 29. Juni 2026

Album der Woche#686: Santana - Supernatural (1999)

Erinnere mich relativ gut daran, wie "Smooth" im Fernsehen lief und meine Oma das gut fand bzw. mein Vater ihr erklärt hat, wie man den Titel ausspricht. 

"Supernatural" ist das 18. Studioalbum von Santana, benannt nach Bandgründer Carlos Santana, einer Legende unter den Gitarristen, bekannt für das Schaffen des Latin Rock. Mehr als bekannt, natürlich. Ich war leider niemals ein großer Fan - auch wenn mir die Musik schon mal dann und wann gezeigt wurde. Weiß noch genau, dass mein Opa sich einst über ein Geschenk meiner Mutter - eine Tchibo-CD namens "Best of Santana" oder so - sehr gefreut hat. "Black Magic Woman" war sein Jam, wie man das heute sagen würde.


Egal. Jedenfall ist "Supernatural" ein völlig neues Konzept - für damalige Zeit. Es ist kein Sampler, schon ein ganzes Album. Allerdings gibt es auf jeden Song einen Gastpart bzw. wurde der jeweilige von dem Gast (mit)geschrieben, wenn ich das richtig verstanden habe. Dadurch entsteht das Gefühl, man würde sich einen Sampler anhören, weil die meisten Songs in unterschiedliche Stile einzuordnen sind. So bewegt man sich zwischen Latin Rock, Blues Rock, Alternative und Hip-Hop. Die dadrauf zu hörenden Gäste sind u.a. die Band Maná, Dave Matthews (von dieser Band die so heißt wie er), der ehemals rappende Everlast (ex-House of Pain), Rob Thomas von Matchbox Twenty, Lauryn Hill und Cee-Lo Green als auch das R&B Duo The Product G&B. Letztere sind auf dem Song "Maria, Maria" zu hören, der irgendwann später vom Produzenten DJ Khaled verwurstet wurde. Achja, Eric Clapton ist auch zu hören.

"Supernatural" ist ein fantastisches, super eingängiges und abwechslungsreiches Album. Es hat Pop Appeal und hat gleichzeitig was kerniges, natürliches an sich. Es ist die Idee eines Veteranen der mehrere "junge" Talente um sich versammelt als auch alte Bekannte und zusammen etwas fantastisches aufnimmt. Böse Zungen würden behaupten, das Album wäre inkonsistent und nicht aus einem Guss. Als wäre es, wie schon oben erwähnt, ein Sampler oder derartiges. Doch ich finde, dass es eben diese Konsistenz aufweist. Der einzige Song der wirklich sehr heraussticht ist "Do You Like The Way" (mit Cee-Lo Green und Lauryn Hill), weil er halt ein Hip-Hop Track ist. Den Rest verbinden die fantastischen Gitarrensoli von Santana, eine Ficktonne an Instrumenten (die ich hier gar nicht aufzählen werde) die typisch sind für Latin Rock bzw. südamerikanische Musik generell. Es ist wie eine gut sortierte Eisdiele mit verschiedenen Geschmäckern, die allerdings eins gemeinsam haben: Sie wurden von einer legendären italienischen Eismanufaktur hergestellt - oder wie hier der Fall ist von einer lateinamerikanischen. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Maria Maria, Put Your Lights On, Smooth, (Da Le) Yaleo, Corazón Espinado


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