ST stammten aus Washington - dem Bundesstaat, nicht der Hauptstadt. Also könnte man sie ganz gut in Verbindung bringen mit all diesen Bands in Holzfällerhemden die über fürchterliche Teenage Angst, Suizid-Gedanken und das Gewicht der Welt auf den eigenen Schultern singen. Doch die 1986 gegründeten Screaming Trees haben zwar auch Grunge gemacht, der Fokus lag aber auch auf anderen Subgenres. Garage Rock, Psychedelic Rock und irgendwas was man irgendwie in den 1990ern als Alternative verbuchen könnte. "Dust" hat nichts von yarlenden Gesang, keine schreddernden Gitarren, kein Garage/Punk Rock Feeling. Wir bewegen uns irgendwo zwischen Lagerfeuer-Romantik, Winterdepression und der Hoffnung auf einen neuen Morgen. So klingt es für mich zumindest.
Man versucht äußerst vielfältig zu klingen und es funktioniert. Psychedelische Gitarren, eindringlicher cleaner Gesang der einen glauben lässt, er würde in eigenen Kopf entstehen. Die Auswahl an Schlagzeug bzw. Trommelinstrumenten ist äußerst vielfältig: Conga und Djembe. Es gibt eine Sitar zu hören als auch einen Cello. Ich mag Streicher tatsächlich sehr gerne und begrüße hiermit ihren Einsatz. Screaming Trees klingen als hätten sie all den 1970er Hard Rock und 1960er Psychedelia konsumiert und beschlossen alles in einem moderneren Gewand aufzunehmen. Hätte ich ein Auto und würde auf einer menschen/autoleeren Autobahn fahren, dann würde ich das wahrscheinlich hören.
Anspieltipps: Gospel Plow, Traveler, Halo Of Ashes
8,5/10 Pfandflaschen

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen