Sonntag, 5. März 2023

Album der Woche#576: Orgy - Candyass (1998)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Album der Woche" im Monat März. Wie im Februar gibt es auch hier kein bestimmtes Thema oder so, sondern einfach nur Alben auf die ich Lust hatte bzw. die auf meiner Liste standen.

Ich habe das erste Mal Orgy gehört als ich irgendwann im Jahre 2003 die "Family Values'98"-CD gekauft habe. Darauf sind Bands die zur besagten Tour gehört haben bzw. Live-Mitschnitte von ihren Songs. Headliner waren KoRn und Ice Cube, dabei waren auch Limp Bizkit, Incubus, Rammstein und eben Orgy. Auf dem Live-Album waren ihre Songs "Dissention", "Gender" und das New Order Cover "Blue Monday" zu hören. Eben diese Songs habe ich auch immer im Kopf wenn ich an diese Band denke. Letzgenannter ist tatsächlich mit einer ihrer bekanntesten Songs, auch wenn es "nur" ein Cover ist.


"Candyass" (Zuckerarsch) von "Orgy" (Orgie). Was für ein bescheuerter Albumtitel für einen bescheuerten Bandnamen. Zumindest sieht es auf dem ersten Mal nach irgendeiner edgy Provokation aus. Tatsächlich wird es auch nicht besser, wenn man sich die Band anguckt. Typen, die aussehen als wären sie mit Plastik überzogen und die ihre Musik "Deathpop" nennen. Wenn man sich die Musik anhört, muss man ihnen allerdings zustimmen. Es ist Deathpop. Etwas poppige, tanzbare, jedoch zum Teil passiv-aggressive Musik, die an Industrial Marke Nine Inch Nails und frühe Marilyn Manson angelehnt ist als auch Bands wie Skinny Puppy. Einer der oben erwähnten Songs, "Gender" ist das beste Beispiel dafür. Dave Ogilvie von besagten dünnen Welpen hat das Album auch gemischt. Doch Industrial ist nicht der einzige Einfluss hier. Hier und da, wie zum Beispiel bei "All the Same" oder "Revival" hören sich Orgy wie eine mehr industrial-eske Version von KoRn. Bei "Revival" hat Jonathan Davis auch einen Gastpart, was den Eindruck noch verstärkt. 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Orgy klingen wie eine edgy End-90er/Anfang-00er Nu Metal Band, mit Hang zum Industrial und 80er New Wave/Darkwave. Sie sind tatsächlich nicht die einzige Band, die in die Richtung gestoßen ist. Hier und da klangen Static-X etwas ähnlich. Es gab aber auch die Band Deadsy mit Chers Sohnemann Elijah Blue Allman am Gesang, die man zweifelsohne ebenfalls in die Sparte "launischer, zynisch klingende Industrial/Nu Metal" stopfen kann. Allman singt ebenfalls neben Davis bei "Revival" im Hintergrund. Sänger Jay Gordon ist übrigens neben Chester Bennington, David Draiman und Jonathan Davis auf dem Soundtrack zu "Queen of the Damned" zu hören, falls ihr noch weitere Geschmacksproben braucht. Jedenfalls: Ich bin der Meinung, dass "Candyass" auch heutzutage rauskommen könnte, wenn man die Tatsache betrachtet dass E-Girl/E-Boy-Ästhetik im Trend liegt und Musik wie Trap Metal beliebt ist. Es ist ein Produkt seiner Zeit und es gefällt mir, auch wenn viele es als Guilty Pleasure betrachten würden. 

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dizzy, Revival, Gender, Dissention, Blue Monday




Samstag, 4. März 2023

Film der Woche#573: The Frighteners (1996)

Frank Bannister (Michael J. Fox) kann Geister sehen. Seitdem seine Frau Debra bei einem schweren Autounfall verstorben ist, ist das Leben des ehemaligen Architekts nicht mehr dasselbe. Er lebt in einer Art Bauruine bzw. einem unfertigen Haus, dass er sich usprünglich mit ihr aufbauen wollte. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als eine Art Geisteraustreiber. Das Ding ist, dass er seine Kunden wissentlich betrügt. Es läuft nämlich so ab: Frank arbeitet eng mit drei Geistern zusammen, den Richter (John "Gomez Addams" Astin) einen Revolverhelden aus dem Wilden Westen, den Akademiker Stuart (Jim Fyfe) und den in den 70ern verstorbenen Cyrus (Chi McBride). Sie agieren als Poltergeister in den Häusern von potentiellen Kunden, sodass diese bald Frank anrufen um "Geister" austreiben zu lassen.  In letzter Zeit häufen sich die Todesfälle in der Kleinstadt in welcher der Film stattfindet. Den Opfern wird wortwörtlich die Luft aus den Lungen gezogen, ihre Herzen zusammengedrückt. Schon bald stirbt auch einer der Kunden von Frank, ein Typ namens Ray Lynskey (Peter Dobson), der mit der Ärztin Lucy Lynskey (Trini Alvarado) verheiratet ist. Daraufhin begegnet er Frank als Geist und bittet um Hilfe. Lucy selbst betreut, oder versucht es zumindest, Patricia Ann Bradley (Dee Wallace Stone) zu

betreuen. Sie ist die ehemalige Partnerin des Amokläufers Johnny Bartley (Jake Busey), der in den 60er Jahren für ein Massaker in einem Krankenhaus verantwortlich war. Sie war dem Gericht zu Folge an den Taten beteiligt, damals aber noch minderjährig. Dem Zuschauer ergeht eine Sensenmann-ähnliche Figur nicht, die scheinbar willkürlich Menschen tötet. Und jetzt zählt mal 1 und 1 zusammen und ihr könnt euch ungefähr den ganzen Film erklären.

Ich habe den Film vor ca. 20 Jahren das erste Mal gesehen, habe ihn mir letztes Jahr auf DVD geholt und nun ist er endlich dran. "The Frighteners" ist der erste Hollywood-Film von Peter Jackson und gleichzeitig die letzte große Produktion für Michael J. Fox der damals an Parkinson erkrankt ist und sich daraufhin aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat. Jacksons Produktionsfirma hat für die Effekte 35 Computer gebraucht. Er hat sich danach gefragt, was zum Fick er mit 35 Computern anstellen soll bzw. was für einen Film er drehen soll wofür man so viel Computer für Special Effects brauchen könnte. So wurden diese bei der Verfilmung von "Herr der Ringe" eingesetzt. Aber das nur so am Rande. Jedenfalls ist "The Frighteners" eine großartige Umsetzung einer eigentlich für "Tales from the Crypt" gedachten Idee. Eine wunderbar groteske und lustige Horrorkomödie, die in den richtigen momenten absolut lustig als auch abstoßend ist. Das Pärchen Bradley und Bartley basiert auf Charles Starkweather und Caril Ann Fugate, einen Serien-Killer-Paar aus den 50er Jahren. Noch ein weiterer Fun Fact: Als Cyrus und Stuart kurz davor sind für Frank eine weitere Kundin zu erschrecken kommt es zur folgenden Aussage von Cyrus': "Gotta be hard. We're going in like professionals, like Charles Bronson. We don't stop till the screaming starts, you dig?". Das ist tatsächlich das Intro zum Song "Marriage Can Suck It" der Powerviolence Band Charles Bronson. Wie auch immer: Großartiger, witziger, herrlich gut gemachter Film. Test der Zeit bestanden.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 1. März 2023

Comic Book Review#572: Walter: Campaign Of Terror#1-4 (1996)

Keine Sorge, es kommt nur noch so..... zehn Reviews im Bezug zur Maske. Ja. Dieses Review ist auch eines davon. Wir verabschieden uns für eine Zeit aus dem Universum von "Adventures of the Mask". Das hier hat nichts mit der Zeichentrickserie zu tun und ist ein Spin-Off zur Hauptserie, die aus mehreren Mini-Serien bestand.

Walter ist sein Name. Er ist riesiger, muskulöser Schläger im Dienste der Mafia. Seine Stimmbänder wurden vor einiger Zeit durchgeschossen, sodass er nicht sprechen kann. Er wird polizeilich gesucht wegen mehrfachen Mordes. Ein gieriger Vermieter verrät dem SWAT-Team wo er sich befindet und so kommt Walter tatsächlich vors Gericht. Die Mafia engagiert eine gewiefte Anwältin namens Anna Hamel um ihn zu verteidigen. Kurioserweise taucht während der Hauptverhandlung ein Amokläufer
auf, der den ganzen Saal abschlachten will. Walter, den keine Kugel so richtig was anhaben kann "beschützt" das Publikum. Dies wird von Hamel und ihren Arbeitgebern dazu genutzt um ein positives Narrativ über Walter zu erschaffen. Der Bürgermeister Sims ist der Mafia mehr als nur ein Dorn im Auge... also möchten sie nun ihren eigenen Kandidaten pushen. Walter kandidiert nun tatsächlich als der nächste mögliche Bürgermeister. Das treibt Sims zur Weißglut, der Mann hat sowieso Probleme mit seiner Aggression. Also engagiert er einen Profikiller, der mit ziemlich absurden Methoden versucht Walter umzubringen.

Erschaffen von den Mask-OGs Doug Mahnke und John Arcudi. Man könnte meinen, die cartooneske Art fehlt hier komplett und man konzentriere sich vollkommen auf die Brutalität. Das ist allerdings nicht ganz richtig. Zwar sehen wir nichts (bis auf einen Zeitungsartikel) von der Maske, allerdings sind die Methoden mti welchen man versucht Walter umzubringen eine Art Hommage an Wile Coyotes Versuche den Road Runner zu fangen/zu töten. Außerdem gibt es dieses eklige, Tiere quälende, aggressive Mädchen was in jeder Ausgabe auftaucht. Ich sehe als eine Art Platzhalter für die Maske, eine Art Stellvertreter. Es kann natürlich sein, dass ich mich irre. So sicher bin ich mir jetzt nämlich doch wieder nicht. Verdammt. Jedenfalls ist dieser Comic eine vollkommen brutale Tour de Force und Mafia/Action Comic in einem. Und die Character Designs sind wunderbar abstoßend. Großartig!

8,5/10 Pfandflaschen