Dienstag, 1. September 2026
Album der Woche#696: Napalm Death - Scum (1987)
Freitag, 29. August 2025
Happenings des Monats: August'25
Stricher guckt sich "The Fantastic Four: First Steps" an am 04.08.2025 in Filmwelt Herne
Hurra. Das ist der erste Film des "Marvel Cinematic Universe" seit Jahren, den ich mir tatsächlich im Kino angesehen habe.
Der Film spielt auf einer anderen Erde als die übrigen MCU-Filme. Und zwar Erde-828 (benannt nach dem Geburtstdatum der Marvel-Legende Jack Kirby) irgendwann in den 1960er Jahren. Das Superhelden-Quartett "The Fantastic Four" besteht aus vier Astronauten die vor vier Jahren in den Weltraum gereist sind und dort einer kosmischen Strahlung ausgesetzt wurden. Das Ehepaar Susan Storm (Vanessa Kirby) und Reed Richards (Pedro Pascal) hat die Kraft unsichtbar zu werden/Kraftfelder zu erzeugen bzw. sich scheinbar endlos zu dehnen/strecken. Susans Bruder Johnny
Storm (Joseph Quinn) wird zu einer wortwörtlichen menschlichen Fackel während der Freund der Familie Pilot Ben Grimm (Ebon Moss-Bachrach) zu einem steinernen Menschen wurde. Die vier sind Gründer einer wissenschaftlichen/philantropischen Organisation namens "Future Foundation" und schon mehrfach Retter der Erde. So haben sie gegen "Red Ghost und seine Super-Affen" als auch gegen das Monster Giganto gekämpft. Mit Mole Man (Paul Walter Hauser) und seiner unterirdischen Spezies hat man inzwischen Frieden geschlossen. Dazu kommt noch das Sue nun schwanger ist und man sich Sorgen macht ob das Kind auch mutiert sein wird. Doch es gibt nun eine weitere Sorge über die man sich den Kopf zerbrechen muss. Eine silberne Frau auf einem Surfbrett (Julia Garner) taucht auf und kündigt an, Heroldin eines sehr sehr hungrigen intergalaktischen Wesens zu sein. Galactus (Ralph Ineson), der Verschlinger der Welten ist unterwegs zur Erde um....sie zu verschlingen. Wie das genau passieren soll, warum und weshalb und überhaupt das muss noch herausgefunden werden. Also reisen die vier wieder in den Weltraum um äh naja das tun was Superhelden halt so tun.
Nun, diese Verfilmung ist um einiges besser als alle bisherigen F4-Filme zusammen. Und ich meine sowohl den 1994er Trash-Klassiker (der nie veröffentlicht wurde), die beiden 2000er Filme zusammen als auch den Reboot von vor über zehn Jahren. Eine wirklich gute Comic orientierte Verfilmung, die mehrere Bezüge aufweist. So haben wir den Fantasticar, den Roboter Herbie, Mole Man, Giganto ganz zu Schweigen von der übermäßigen Präsenz der Helden auf ihrer Erde. Sie werden nicht nur als Helden sondern quasi als Berühmtheiten gefeiert. Es gibt eine Zeichentrickserie über sie, Cornflakes und ganz viel anderes Merchandise. Kein Wunder, schließlich scheinen sie die einzigen Helden auf ihrer Welt zu sein. Die Special Effects sind (ohne es groß zu übertreiben) wirklich super als auch das Kostümdesign. Was mir ebenfalls gefallen hat ist die durchaus realistische Darstellung des Öffentlichkeitsbildes der F4. Und zwar werden sie wie Götter angehimmelt - doch kaum begehen sie einen "Fehler" bzw. tun irgendwas was der Öffentlichkeit nicht in den Kram passt geraten sie super schnell in Kritik. Ich mag auch den "Wechsel in der Stimmung" sehr. Die bisherigen Bösewichte auf dieser Erde waren eher Kleinkaliber im Vergleich zu Galaxus. Plötzlich wird alles sehr ernst und man merkt, dass das Schicksal aller Menschen auf dem Spiel steht. Doch auch diese Moves sind für Marvel und generell Superheldenfilme nicht wirklich neu. Im Großen und Ganzen funktioniert der Film schon sehr gut, allerdings fehlt es an einem tatsächlich superwichtigen knallenden Boom. Irgendwas was den Film wirklich super besonders macht. Trotzdem ist er, neben "Thunderbolts*" einer der besseren MCU-Filme in letzter Zeit. Vielleicht habe ich einfach zu viel erwartet. Egal, ich hatte Spaß.
7/10 Pfandflaschen
Trailer:
NAPALM DEATH + CALL OF CHARON + VORACIOUS am 05.08.2025 im Kulttempel, Oberhausen
Ich habe schon sehr lange keine Tickets mehr bei Positive Records bestellt. Tatsächlich so lange, dass ich in meinem Account immer noch meine alte Adresse drin stehen hatte. So kam es, dass der Umtauschsein für die Karte scheinbar verloren gegangen ist. Zum Glück hat der Veranstalter, ein gewisser Backs, das anders lösen können. Ich wette, dass andere größere Veranstalter da keine Lösung hätten. Oder auch nicht. Wie auch immer. Mal wieder ein Nachweis dafür, dass man kleinere Veranstaltungen besuchen sollte.
Als ich endlich ankam, waren Voracious bereits auf der Bühne. Das Bandlogo ließ mich vermuten, es handle sich hierbei um irgendeine Death Metal Band. Was ich dann tatsächlich vorfand war "moderner Death Metal" sprich irgendwas was micht leicht entfernt an Deathcore erinnert hat und womit ich absolut gar nichts anfangen konnte. Zum Glück gab es einen nicht zu vollgestopften Raucherbereich in dem ich mich draußen aufhalten konnte. Danach waren Call of Charon dran, die ich vor rund zehn Jahren im Café Nova zusammen mit Shai Hulud gesehen habe. Ebenfalls nicht mein Fall. Die Stimmlage vom Sänger erinnerte mich an die deutsche Synchronstimme von Peter Griffin. Also, die Sprechstimme nicht die Singstimme. So werde ich bis jetzt mit Klischees überhäuft. Ein durchaus sympathisch wirkender Typ der sich darauf freut zu spielen und seine Band die einfach fürchterlichen modernen Death spielt. Oder so. Oder keine Ahnung. Ich kann damit nichts anfangen. Möchte damit niemanden zu Nahe treten, aber das ist einfach absolut nicht mein Ding.
Als das endlich Napalm Death die Bühne betreten, bin ich innerlich aus dem Häuschen. Ich hatte in der Vergangenheit mehrere Möglichkeiten sie zu sehen. In Dortmund oder Köln. Nun sind wir also tatsächlich in Oberhausen als Spielort angekommen. In diesem kleinen Kulttempel, in dem ich das letzte Mal bei Midnight war - und die Band knapp verpasst habe weil ich dummerweise zuerst zum Resonanzwerk gefahren bin. Wie auch immer: Es ist längst niemand mehr aus der Original-Besetzung dabei. Bassist Shane Embury ist vor kurzem ausgestiegen. Sänger Barney hat ordentlich abgenommen, sodass er ehrlich gesagt ziemlich ungesund auf mich wirkt. Auf dem ersten Blick. Ich dachte da zuerst an Corona. Doch als er fröhlich durch die Bühne läuft und rumspringt, merke ich: Diese Mann hat mit Mitte 50 immer noch so viel Bock das durchzuziehen was er gerade so durchzieht. Er hat einfach tierisch Bock darauf. Genauso wie die anderen drei. Drummer Danny Herrera rastet gar nicht aus an seinem Schlagzeugkit sondern bleibt absolut locker und entspannt. Als würde er das schon sehr sehr lange machen. Äh, ja. Jedenfalls: Fantastischer Auftritt mit Klassikern wie "Multinational Corporations", "You Suffer", "Suffer the Children", "When All Is Said And Done" und "The Silence is Deafening". War eine absolut großartige Idee hinzugehen. Danke dafür.
Freitag, 8. August 2025
So isses, Musik!#195
Ich bringe den Vergleich nur, weil die letztgenannte sowohl über funkigen Sprechgesang als auch über Cleangesang verfügten. Brandon Boyd hat hier aufgehört zu rappen und angefangen, wirklich wunderschön zu singen. Es gibt einen Instrumental-Track namens "Battlestar Scralatchtica" auf welchem DJ Kilmore zusammen mit Cut Chemist und DJ Nu-Mark (beide von Jurassic 5) rum scratchen. Dave Holdredge (Gastmusiker bei Bands wie Falling in Reverse und Sugar Ray) auf "Drive" und "I Miss You".
Weitere Mitglieder sind Gitarrist Andrew Nerha, Bassist Bobby East, Drummer Bob Ebeling, Bassgitarrist Marlon Young, Pianist Jimmie Bones, Keyboardist Eddie Harsch und Backgroundsängerin Thornetta Davis. Letztere singt auf dem Song "Paid" den Refrain und hat darum gebeten keine Credits zu bekommen. Kein Wunder, schließlich singt sie "Fuck me baby, Kid Rock come fuck me baby, fuck me baby, fuck me baby, all night long". Diese Bitte wurde ignoriert.
Montag, 18. Juli 2022
So isses, Musik!#147
GATECREEPER am 29.06.2022 im Junkyard, Dortmund
N:
Und natürlich der MF-DOOM-Remix:
Der Rest des Albums ist übrigens wesentlich weniger düster als das Cover vermuten ließe, eher sehr guter 70s-Rock, aber dafür wirklich fantastisch, wie bereits angedeutet, das Trio Iommi Butler Ward hat sich erneut selbst übertroffen, Ozzy zieht da auf jeden Fall (noch) bereitwillig mit, stößt aber hier und da schon an seine stimmlichen Grenzen.
Raphael:
„Sabbath Bloody Sabbath“ entstand angeblich aus einem ähnlichen kokainbedingten Burnout wie das vorangehende „Vol. 4“. Obgleich alle Bandmitglieder im Nachhinein von Ideenarmut und Erschöpfung sprechen, wenn es um das fünfte Black Sabbath Album geht, klingt diese Scheibe für mich deutlich selbstbewusster als ihre Vorgängerin.
Der Einstieg mit dem Titeltrack ist eine breitschultrige Ansage, die in meinem Kosmos bis heute zu den unantastbaren Heavy Metal Hymnen gehört. Der Song alleine lässt mich vergessen, wie durchwachsen ich „Vol. 4“ finde. Das Main Riff ist eine Bestie, die Bridge animiert mich jedes Mal, Extremitäten in die Luft zu strecken, und der schiefe Gesang zum Schluss passt wie die Faust aufs Auge. Das Niveau bleibt hoch, denn an zweiter Position kommt mit ‚A National Acrobat‘ ein eigensinniger, aber großartiger Song, in dem Black Sabbath darüber sinnieren, wer eigentlich entscheidet, welches Spermium mit der Eizelle verschmilzt, und welches nicht. Interessanter ist aber die Musik, die nicht nur zum großen Teil aus der Feder von Bassist Geezer Butler stammt, sondern für mein Gehör auch eine sehr frühe Protoform des Stoner oder Desert Rock darstellt. Legt mal Paisley Underground Acts wie Thin White Rope oder schwerere Desert Rock Bands wie Dozer daneben – Parallelen sind auf jeden Fall zu finden. Es folgt ein Instrumental, das in erster Linie eine dankbare Verbeugung ist: Alan „Fluff“ Freeman war wohl einer der wenigen Radio DJs bei BBC, der regelmäßig Black Sabbath auflegte; Tony Iommi bedankte sich mit dieser kleinen Hymne. Nach diesem schönen Instrumental kommt das Ende der A-Seite, das dynamische Heavy Metal Liebeslied ‚Sabbra Cadabra‘. Der Song ist ein absoluter Kracher, der die berauschende Luft auf Wolke 7 perfekt in Musik umsetzt – und dann ist da auch noch der Synthie von Gastmusiker Rick Wakeman! Das Yes-Mitglied bringt ein bisschen Prog mit und mischt den liebestrunkenen Heavy Metal ordentlich auf. Die A-Seite endet und bis jetzt sind mir noch keine Makel aufgefallen.
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| Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Bill Ward, Geezer Butler |
daraus erwachsen: ‚Spiral Architect‘ knüpft inhaltlich an ‚A National Acrobat‘ an. Der Song ist an sich schön abwechslungsreich aufgebaut und hat hymnischen Charakter, und auch das Orchester macht gut was her. Im Gegensatz zu ‚Sabbra Cadabra‘ und ‚Looking for today‘ passt der Prog-Einschlag hier aber nicht so gut zum üblichen Sabbath Sound, finde ich. Es wirkt ein wenig, als hätte man auf einem Ohr Black Sabbath und auf dem anderen Symphony X.
Das Ende stellt aber meines Erachtens den einzigen partiellen Aussetzer des Albums dar. „Sabbath Bloody Sabbath“ zeigt nicht nur, wie stark sich die Band in den ersten Jahren ihrer Arbeit entwickelt hat, sondern beweist auch, dass sich Black Sabbath nach einem Ausfall wie „Vol. 4“ schnell wieder aufrappeln konnten. Die fünfte Platte ist ein weiterer Meilenstein des frühen Heavy Metal und verdient ihre
9,5/10 Pfandflaschen.
Samstag, 18. Juli 2020
Album der Woche#448: Napalm Death - Harmony Corruption (1990)
Hallo, und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Album der Woche" im Rahmen des Death-Metal-Themenmonats. Ich habe Phil Th. Pig gefragt was ich denn sonst so reviewen könnte, weil ich mich doch nicht bloß auf die Länder Schweden (Entombed) und USA (Nile) beschränken konnte. Er meinte sowas wie "Junge, deine Reise geht nach Großbritannien etzadla!". Das ist natürlich gelogen, aber ihr wisst was ich ungefähr meine."Harmony Corruption" ist das dritte Album von Napalm Death. Hierauf ist nicht mehr der alte Sänger Lee Dorrian zu hören, der sich dann mit "Cathedral" dem Doom Metal widmete. Mit Jesse Pinado (Ex-Terrorizer) auch ein neuer Gitarrist dabei, ebenso Mitch Harris (ex-Righteous Pigs). Neuer Sänger wurde der bis heute bei der Band tätige Mark "Barney" Greenway.
Es ist definitiv kein super wegweisendes Album in der Geschichte des Death Metal. Auf jeden Fall aber ein sehr bedeutendes für die Band. "Scum" und "From Enslavement to Obliteration" waren reine, chaotische Grindcore-Alben. Mit dem kürzesten Song der Welt, "You Suffer" gingen sie in die Geschichte ein. Hier ist es einfach vollkommen anders. Man nahm das Album zusammen mit dem berühmt-berüchtigen Producer Scott Burns auf - man erinnere sich an Mayhem, die ihn absolut gehasst haben wegen des zu cleanen Sound.
Dieser ist hierauf tatsächlich unfassbar clean und sehr gut produziert. Jedoch kein typisches Death Metal Album, wie sie zur damaligen Zeit übrig waren. Napalm Death änderten nicht plötzlich ihre Texte oder ihre Attitüde. Es geht immer noch um soziale Ungerechtigkeit und die zerstörerische Natur des Menschen, man wechselt nicht plötzlich zu Texten über Gore und Tod. Was auch zur Ungewöhnlichkeit dieses Albums führt. Es ist kein Grindcore-Album, sondern ein Death-Meal-Album mit Punk-Attitüde. Dementsprechend sind die ursprünglichen Fans der Band etwas verstört weil es viel zu sauber produziert klingt, herkömmliche Death-Metal-Fans können mit den Texten wenig anfangen.
Ich hingegen halte es für verdammt noch mal sehr gut. Wollte hier auch nicht unbedingt mit irgendwelchem Fachwissen flexen, es ist einfach nur ein echt gutes Death-Metal-Album. Und ein Meilenstein für die Band.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Unfit Earth, Inner Incineration, The Chains That Bind Us







