Mittwoch, 26. März 2025

Film der Woche#623: Alien: Romulus (2024)

Kaum zu glauben aber wahr: Sieben Jahre nach "Alien: Covenant" kommt tatsächlich wieder ein neuer Film der Reihe ins Kino. Und natürlich war ich nicht im Kino weil, äh, keine Zeit. Jedenfalls ist "Alien: Romulus" kein typischer Sequel und im Gegensatz zu "Prometheus" und "Alien: Covenant" auch kein Prequel. Stattdessen spielt der Film zwischen den beiden Klassikern "Alien" (1979 und "Aliens" (1986), sodass ich verzweifle wie ich das in meinem DVD-Regal einsortieren soll, da ich die Alien-Quadrology-Box habe. Eieiei. Jedenfalls, es ergibt sich nun die folgende Reihenfolge: Prometheus, Alien: Covenant, Alien, dann dieser Film hier, Aliens, Alien³ und Alien: Resurrection. Got it? Got it.

In der Vorgeschichte befinden wir uns im Jahre 2142. Teile des Wracks der USS Nostromo werden von einem Weyland-Yutani-Raumschiff geborgen. Daraufhin spielt sich die Handlung in einer Minenkolonie der Weyland-Yutani-Corp. auf dem Planeten Jackson's Star. Rain Carradine (Cailee Spaeny) arbeitet als Lohnsklavin dort, zusammen mit ihrem Androiden-Bruder Andy (David Jonsson), der einst von ihrem Vater zu ihrem Schutz programmiert wurde. Sie ist eine Vollwaise und wartet darauf, endlich die
nötigen Stunden abgearbeitet zu haben um eine Ausreisegenehmigung zu erlangen, um endlich mit ihrem Bruder da weg zu kommen. Tatsächlich werden die nötigen Stunden aber kurzerhand erhöht, sodass die Aussicht auf Ausreise in weite Ferne rückt. Zum Glück wendet sich ihr Ex-Freund Tyler (Archie Renaux) an sie. Er möchte nämlich zusammen mit seiner Schwester Kay (Isabella Merced), seinem Cousin Bjorn (Spike Fearn) und dessen Adoptivschwester Navarro (Aileen Wu) zu einem im Orbit schwebenden verlassenen Raumschiff reisen. Andy wäre als Cyborg eine große Hilfe, da er mit dem Bordcomputer kommunizieren kann. Auf dem Schiff befinden sich auch Cryo-Pods, die für eine neunjährige Reise zum Planeten Yvaga III nötig wären. Nachdem sie das Schiff, dass sich als Raumstation entpuppt, betreten und die Pods finden stellen sie fest, dass Kühlmittel fehlen, sodass die entsprechende Kammer geplündert werden muss. Leider befreien die Freunde damit eine Ficktonne an Facehuggern, sodass das übliche, typische Alien-Szenario beginnen kann.

Okay. Also insgesamt ist das hier schon mal ganz gut. Ein Film, der im Gegensatz zu den beiden Prequels nicht versucht irgendwie philosophisch die Frage über den Ursprung der Menschheit zu stellen bzw. zu beantworten. Stattdessen gibt es ein weiteres Deep Space Horror Szenario mit Menschen die auf dem engsten Raum gegen Xenomorphs kämpfen müssen und es womöglich nicht komplett überleben werden. Cailee Spaeny tritt dabei in Fußstapfen von Sigourney Weaver, wobei die Schuhe doch ein Bisschen zu groß sind, oder was weiß ich, nehmt euch eine andere Metapher. Jedenfalls ist es ein typisches Alien-Szenario, ähnlich wie es schon oft in den Comics vorgekommen ist. Menschen, die plötzlich auf Facehugger/Xenomorphs treffen und dabei ums Überleben kämpfen. Ohne philosophische Fragen und das ganze Drumherum. Einfach nur ein guter Sci-Fi-Horror/Action-Schinken. Vorhersehber? Durchaus? Macht es trotzdem Spaß? Auf jeden Fall.

7,75/10 Pfandflaschen
Trailer:



Dienstag, 25. März 2025

Comic Book Review#622: The Punisher Meets Archie (1994)

Allrighty, hier kommt ein Comic den ich schon lange reviewen wollte. Als Ersatz dafür habe ich irgendwann vor Ewigkeiten "Archie vs. Predator" reviewt, aber das kam glaube ich nicht so ganz an das hier ran. Was einst als ein Witz angefangen hat wurde 1994 Realität. Archie Comics und Marvel Comics haben sich zusammen getan um ein wahnwitziges Crossover rauszubringen.

Zunächst befinden wir uns in New York. Frank Castle aka Punisher jagt einen in einen Trenchcoat gekleideten Kriminellen. Dieser kann jedoch fliehen und bucht am nächsten Bahnhof ein One-Way-Ticket nach Riverdale, der Heimat von Archie Andrews. Dieser ist natürlich der Titelheld seiner seit
Jahrzehnten erscheinenden Comicreihe - anderen ist er eher bekannt aus der Serie "Riverdale". Aber ich schweife ab. Der Kriminelle, bekannt als Melvin Jay oder "Red Fever" sieht Archie nämlich zum verwechseln ähnlich. Kaum in Riverdale angekommen erschleicht sich der windige Melvin das Vertrauen des Vaters von Veronica, eines der Mädchen an denen Archie Interesse hat. Der rothaarige Bandit ist nämlich in der Lage dazu ein Drogenimperium nach dem anderen aufzubauen und jedes Mal wie ein Phönix aus der Asche aufzusteigen. Veronica, die sich vor kurzem mit Archie gestritten hat, beschließt mit Melvin zu einem Schulball zu gehen, dass die 50er Jahre als Thema hat. Selbstverständlich lommen auch Punisher und sein Kollege Micro Chip in Riverdale an um Melvin zu schnappen. Doch sie sind nicht alleine. Es gibt auch  noch Rivalen-Banditen die Melvin aus dem Weg räumen wollen... doch nun verwechseln sie Archie mit ihm, genauso wie es der Punisher zunächst tut. 

Was für ein großartiger Unsinn. Normalerweise wirken solche Crossover notdürftig zusammengeschustert. Hier sehe ich das definitiv nicht. Manche Autoren erlauben sich den Spaß die jeweiligen Crossover-Figuren in entgegensetzten Styles zu zeichnen in untypischen Stilen. Hier hat man einfach zwei verschiedene Zeichner (John Buscema und Stan Goldberg) in einem Comic vereint. Buscema hat Punisher und die dazugehörigen Charaktere gezeichnet, während Goldberg Archie und seine Freunde und Gefährten gezeichnet hat. So entsteht der Eindruck als würde ein Realfilm/Zeichentrick-Crossover entstehen. Punisher und die anderen Marvel-Charaktere sehen nämlich echten Menschen ziemlich ähnlich, während Archie und der Rest von Riverdale eindeutige Cartoon-Charaktere sind. So fühle ich mich an eine Krimi-Version von Space Jam erinnert. Irgendwie. Interessanter Ansatz. Die Story an sich ist auch gar nicht mal so ganz kinderfreundlich. Ich spreche von den Momenten als der wesentlich ältere Melvin versucht alleine mit Veronica zu sein um ihr "Good Time" zu zeigen. Meine Fresse ist das creepy. Zum Glück ist Frank Castle mit Archie bald in der Nähe um Schlimmeres zu verhindern. Anyways: Das war eine sehr gute Lektüre.

8/10 Pfandflaschen


Montag, 24. März 2025

Алъбом недели#626: Job For A Cowboy - Genesis (2007)

Привет ещё раз! И в последний раз по-русски в этом месяце и, скорее всего, в этом году. Это будет последняя рецензия из серии "Славянские Металл-Месяцы". Или что-то вроде того.

"Генезис" — это первый альбом американской дэт-метал команды "Job For A Cowboy" — что означает "Работа для ковбоя". Какого ковбоя и какая работа — я всё ещё не понял, но не суть важно. Я всегда ассоциировал эту группу с такими командами как "Suicide Silence" или "As Blood Runs Black". То есть с чистым дэткором. Наверное, потому что они появились примерно в то же
время и стали чуть менее популярны. А ещё имя группы довольно длинное, что ещё один повод для такой ассоциации. Ведь именно такие имена носили дэткор или слэм-группы. Но с этим жанром этот альбом не имеет ничего общего.

Дебют Ковбоев — это чистый дэт-метал новой школы. Здесь есть всё, о чём мечтает фанат такой музыки нового поколения, который носит шорты и пирсинги. Хотя всё-таки кое-какие элементы из жанров "кора" есть. Например, некоторые брейкдауны и тот факт, что вокал является более важным элементом. А ещё тексты песен более понятны, и фокус не лежит на гуттуральном или другом неразборчивом вокале.

О чём идёт речь? "Генезис" — это концептуальный альбом, который рассказывает историю про микрочип от фирмы "ВериЧип". Именно этот микрочип люди будущего носят под кожей. Против него борются религиозные группы. В общем, борьба за и против этот чип и против коррумпированного правительства ведёт к концу цивилизации. То есть тематически ничего нового, но всё равно круто: апокалипсис, технология, религиозный фанатизм.

Звучит круто? Я считаю: да.

8/10 возвратных бутылок

Песни, которые надо послушать: Bearing the Serpent's Lamb, The Divine Falsehood, Coalescing Prophecy



Sonntag, 23. März 2025

So isses, Musik!#186

Bloodhound Gang Discography: Hard-Off (2015)

Bis jetzt das letzte Album von BHG, aber wahrscheinlich nicht das letzte überhaupt, weil die Band scheinbar immer noch existiert. Das Line-Up für dieses Album ist wieder mal ein anderes. Lüpüs Thünder hat die Band verlassen. An seiner Stelle tritt Daniel P. Carter, von der britischen Band A (ja, die heißen wirklich so). Willie the New Guy ist nun auch weg vom Fenster. Sein Ersatz ist ein Typ namens The Yin (aka Adam Perry) - ebenfalls von A. "Evil" Jared Hasselhoff bleibt am Bass, ebenso wie DJ Q-Ball der für die ganzen Beats und Keyboard-Einlagen verantwortlich ist. Sänger Jimmy Pop ist somit das einzige verbliebene Originalmitglied.
Ich sah mich gezwungen, das Cover zu zensieren    


Es beginnt mit einem durchaus vielversprechenden Titel: "My Dad Says That's For Pussies". Darin macht man sich über alteingesessene Boomer lustig, die die heutige Generation als verweichlicht ansehen. Alles ist für Muschis. Selbst Reserve-Fallschirme und nicht geladene Waffen. Leider behält man das Niveau nicht bei. Zu Schade, weil das war wirklich sehr witzig. Der Techno-Song "Dimes" ist weder witzig noch irgendwie unterhaltsam. "American Bitches", eine Ode an äh "Amerikanische frivole Frauen" ist es auch nicht. "Chew Toy", der Song über "die eine Frau, die das Tier in einem weckt" ist sowohl textlich als musikalisch wirklich unterste Schublade. Unlustig und irgendwie auch...müde. "Uncool As Me", das Feature mit Joey Fatone (N*SYNC) ist ein kleiner Höhepunkt. Darin "beleidigen" sich Fatone und Pop gegenseitig auf eine kreative Weise. Meines erachtens ein durchaus guter Pop Punk Song. "Clean Up In Aisle Sexy" ist eine grauenhafte sexuelle Phantasie mit Synthesizer-Beats, die einen an LMFAO erinnert. Die Dynamik des Songs ist eine ähnliche wie bei "I'm Sexy And I Know It". Fürchterlich. Die NDW-Hommage und der einzige Song hierauf über Durchfall "Diary of A Stranger" ist tatsächlich irgendwie ganz witzig. Speziell die Zeilen über die Konsistenz von Durchfall. "Socially Awkward Penguin" ist tatsächlich mein Favorit hierauf. Ich glaube, dass es der erste und einzige ernste Song von BHG ist. Eine Abhandlung über ein falsches Selbstbild, Unsicherheiten und Angst davor mit Frauen zu sprechen. "Think Outside The Box" handelt von Groupies und dass Leute wie Jimmy Pop sie ausnutzen - gleichzeitig wird das aber hinterfragt. Wieder mal ein textlicher und musikalischer Reinfall. Trotz seines klischeehaften Titels ist "We're Gonna Bring The Party To You" ein durchaus cooler Song. Wirkt auf mich wie eine Selbstreferenz nach über 20 Jahren.

Insgesamt muss ich sagen, dass "Hard-Off" ein mehr schlechtes als rechtes Album. Es wirkt wie eine sehr müde Version eine Band, die einst unfassbar kreativ und wild war. Die Tatsache, dass es 10 Jahre für ein neues Album gebraucht hat ist für mich die Bestätigung dafür dass man sich mit den Aufnahmen sehr gequält hat und nichts mehr locker aus dem Ärmel schütteln kann. Das ist manchmal so, ich weiß es. Da fragt man sich allerdings, wieso man weiter macht und ob es nicht besser wäre, einfach aufzuhören. Trotzdem bin ich gespannt ob noch was kommt oder eher nicht. Who knows.

3,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Uncool As Me, My Dad Says That's For Pussies




Primus Discography: Antipop (1999)

Auf dieses Album habe ich mich schon Ewigkeiten gefreut. Habe es doch damals, als ich desöfterem im MediaMarkt oder Müller meines Vertrauens anzutreffen ware doch ein paar mal gehört, zusammen mit anderen Primus-Alben. Sicher, es hat mich nicht unbedingt umgehauen, weil die Aufmerksamkeitsdichte doch nicht so groß war. Allerdings wollte ich es damals unbedingt hören, weil ich großer Limp Bizkit-Fan war und Fred Durst hierauf den Track "Lacquer Head" produziert hat. Doch er war damit nicht alleiniger Gastproduzent. Dabei sind auch noch Matt Stone (of South Park Fame), Tom Waits, Tom Morello (Rage Against The Machine) und der Schlagzeuger von The Police: Stewart Copeland. Tatsächlich gibt es hier nicht nur Gastproduzenten sondern auch musikalische Gastauftritte. So hat Tom Waits im Intro als auch im letzten Song kurz was zu sagen. Darüber hinaus hören wir die Gitarrenkünste von Tom Morello, James Hetfield (Metallica) und Jim Martin (Faith No More). Die letzten beiden sogar auf dem gleichen Song: "Eclectic Eletric".

Im Gegensatz zu dem eher flachen und weniger Hits enthaltenden Vorgänger "Brown Album" ist "Antipop" wirklich überladen mit Hits, verführerischen und mitsingbaren Songs, großartigen Gitarrenriffs und Soli. Generell ein sehr zugängliches, jedoch nicht zu poppiges Album. Lyrisch geht es um die US-Regierung die einen auslöschen kann, wenn man an ihre Geheimnisse rankommt ("Electric Uncle Sam"). Um hochgradige Abhängigkeit von bestimmten Substanzen als auch Fernsehen ("Lacquer Head") als auch um die Vergänglichkeit moderner Popmusik ("Antipop"). Die Songs sind entweder aus der Ich-Perspektive geschrieben oder aus einer Erzählersicht. Les Claypool schafft es treffende, jedoch kryptische Metaphern in seinen Kurzgeschichten unterzubringen. Seine Stimme klingt dabei schriller denn je und wird passend mit seinem weirden, funkigen Bass untermalt. Hier passt alles wie Arsch auf Eimer. Ironischerweise ist "Antipop" zwar nicht zu poppig, aber doch das poppigste Primus-Album bis jetzt. Es ist einfach fantastisch wie gut alles miteinander harmoniert. Endlich wieder Weirdo Funky Psychedelic Polka Nu Metal.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Antipop, Lacquer Head, Electric Uncle Sam


Und weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt...

Philipp:

"Album Nummer 7. Weil meine 2 Kollegen das sicherlich schon erwähnen und vermutlich niemand wirklich Lust hat, die gleiche Aufzählung von Namen das dritte Mal zu lesen, verzichte ich an dieser Stelle auf die Erwähnung sämtlicher Gastmusiker und -Produzenten. Primus haben ungeachtet dessen den Geniestreich vollbracht, sich von der Anzahl an Köchen den Brei nicht verderben zu lassen, im Gegenteil, Antipop ist ein großartiges und stringentes Album geworden, lediglich ein recht Primus-untypisches. 
Die Vertracktheit und Verschrobenheit der ersten 6 Alben weicht einer fetten Produktion, nachvollziehbaren Songstrukturen und einer nahezu poppigen Eingängigkeit, was den Albumtitel ein wenig absurd wirken lässt, aber darüber könnte man sowieso herrlich diskutieren, was ist schon populäre Musik und was nicht?
Naja mit solchen Klugscheißereien und wissenschaftlichen Fragen müssen wir uns nicht beschäftigen.
Fakt ist, dass sich Primus mit Antipop ziemlich stark an den Spät-90er-Alternative-Metal und frühen Nu Metal anschmiegen und man teilweise frappierende Ähnlichkeiten zu frühen Incubus, Red Hot Chili Peppers, Faith No More, Rage Against The Machine oder Korn feststellt und es trotzdem nach einem kohärenten, nachvollziehbaren und runden Album klingt. Für mich gibt es hier nichts zu meckern deshalb verbleibe ich mit 

9,5/10 Pfandflaschen 

und die halbe habe ich nur abgezogen, weil hier James Hetfield beteiligt ist und ich möchte niemals ein Album mit Beteiligung von James Hetfield mit einer 10/10 bewerten. 

Anspieltipps: Lacquer Head, The Ballad Of Bodacious, Mama didn't raise no fool"

Raphael:


"Kurz vor dem Millenium war wohl irgendwie der Wurm drin im Hause Primus, denn retrospektiv blickt die Band nicht allzu gerne auf die Entstehungsphase ihres sechsten Albums „Antipop“ zurück. Neben dem üblichen Studio Rancho Relaxo wurden die Aufnahmen dieses Mal auch in Los Angeles und Berkeley unternommen, und überall war die Stimmung wohl angespannt. Nichtsdestotrotz ist das Album mit den vielen Gastauftritten das eine oder andere Ohr wert, das darauf geworfen werden darf.

1999 also nahmen Primus „Antipop“ auf, um es am 19. Oktober desselben Jahres bei Interscope zu veröffentlichen. Die Vereinten Nationen widmeten dieses Jahr den Senioren, in Pakistan kam es zum Militärputsch, in der Columbine High School in Colorado ereignet sich einer der wohl berühmtesten Amokläufe an einer amerikanischen Schule, und John F. Kennedy Jr. Kommt zusammen mit Ehefrau Carolyn Bessette-Kennedy bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Außerdem veröffentlichten Mr Bungle in diesem Jahr ihr Album „California“, mit dem sich Philipp und Gregor schon befasst haben. Zur Review hier entlang.

Les, Ler und Brain befanden sich wohl in einer Art kreativer Sackgasse, wie sie später berichteten. Dennoch schusterten sie ein Dutzend neue Tracks zusammen, die von einem Intro und einer Studioversion des Songs „The Heckler“ umrahmt wurden. Außerdem hören wir auf „Antipop“ zahlreiche Gäste: Tom Morello, Tom Waits, Jim Martin, James Hetfield, und Martina Topley-Bird steuerten Instrumental- und Gesangsparts bei, Stewart Copeland, Fred Durst, und Matt Stone leisteten Unterstützung bei der Produktion. Und so einfallslos wie es in den Aussagen der Band klingt, hört sich „Antipop“ gar nicht an. Allerdings wird hier schon ein deutlich anderer Sound geboten. Im Vergleich zu „Brown Album“ ist das sechste Album sehr viel sauberer und weniger ausladend. Man kann hier zurecht von einem Stilwechsel sprechen, denn „Antipop“ ist viel metallener als alle vorigen Releases. Zurecht werden oft die Begriffe Alternative Metal und Nu Metal mit dem Langspieler assoziiert. Dass sie den Funk nicht beiseite gelegt haben, beweisen Primus mit Bravour im indisch angehauchten Knaller „Greet the Holy Cow“, dem Schwergewicht „Mama didn’t raise no Fool“ oder „Dirty Drowning Man“, und mit „Eclectic Electric“ sorgen sie für ordentliche Gruselatmosphäre. Gerade zum Ende des Album hin macht sich aber doch das Gefühl breit, dass Primus viel Schema F anwenden und irgendwie nicht so richtig zum nächsten Schritt kommen. Hier ist alles solide und kraftvoll, aber die zündende Idee scheint unterwegs verloren gegangen zu sein. Die beiden Lieder „The Ballad of Bodacious” und “Power Mad” sind geladen mit mächtigen Riffs, schwerem Funkbass und schicken Abwechslungen, aber irgendwie dreht sich die Band im Kreis. Der Todeswalzer „Coattails of a Dead Man“ mit Tom Waits reißt dann noch mit cinematischer Stimmung den Karren aus dem Dreck, und die neue Aufnahme von „The Heckler“ erwärmt die Herzen der Fans der ersten Stunde.

Alles in allem lässt sich festhalten, dass „Antipop“ ein Seitensprung in Richtung Nu Metal ist, und dass das Album an und für sich schon solide ist. Dennoch ist das Album im Großen und Ganzen unausgereift, und lässt sich nicht so einfach durchhören wie seine Vorgänger.
6/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Greet The Holy Cow, The Antipop, Coattails of a Dead Man"