Samstag, 9. Oktober 2021
So isses, Musik!#131
Samstag, 27. Februar 2021
So isses, Musik!#118
Dead United - Fiend Nö. 1 (2021)
Die Band, die der Headliner von meinem allerallerallerersten Konzert überhaupt (30.10.2006 im Jugendzentrum B-Hof in Würzburg) war hat ein neues Album rausgebracht!
Ich war mir zuerst nicht sicher, ob mir "Fiend Nö. 1" genauso viel Spaß machen würde, wie meinem 15-Jährigen Ich. Doch all die Unsicherheiten waren beim ersten Durchlauf des Albums wie weggeblasen. Zuerst fand ich den Beginn etwas holprig, doch wenn man dem Ganzen etwas Zeit gibt, dann "spielt" sich das Album "ein". Natürlich, es sind die selben Zutaten die jede sich selbst respektierende Horrorpunk-Band nimmt und zu Musik verwurstet. Ein gruselig anmutendes Intro, Songtitel wie "The Old Spook Sanatorium On Kill Hill", hier und da ein paar Samples (oder wie ich hier mitgezählt habe, wohl nur eins) und natürlich die "Woah Oh Oh"s als auch catchy Refrains. Man mag das vielleicht als ideenlos bemängeln, aber das ist nun mal Punk und nicht die 9. von Beethoven. Ich habe allerdings auch (außer vllt. The Other) keine weiteren Bands mit denen ich DU vergleichen könnte, weil ich mich schon seit längerem nicht mehr im Horrorpunk-Spektrum bewege.Was für Dead United spricht: Sie nehmen sich selbst ernst genug um weiter Musik zu machen und sich stetig zu verbessern. Gleichzeitig ist der Humor-Anteil nicht gerade klein. Ich spreche von Songzeilen wie "Mr. Reptile, Mr. Reptile, you ate my family!" oder dem Tom-Jones-Cover "It's Not Unusual", dass sie endlich mal aufgenommen haben. Ich musste bei dem Songtitel "Aaaaaah! Some Bees!" bisschen mehr lachen als ich sollte. Besonders ins Ohr gefallen ist mir "Fuck The Fiends!", das meiner Meinung nach sich tatsächlich gleichzeitig vor den alten (Danzig-)Misfits als auch vor den späteren Graves-Sachen verneigt. Das ist wie "Earth A.D." trifft auf "American Psycho" oder so. "Fiend Nö. 1" ist Horror, dreckig, Punk und definitiv nicht langweilig. Aber allerallerspätestens beim letzten Song "Waltz of the Damned" merkt man, dass da noch viel viel vieeeel mehr in der Band steckt. Ich bin gespannt, ob sie in Zukunft mehr in Richtung Death Rock gehen bzw. sich noch mehr ausprobieren werden. Habe auf keinen Fall eine Orgel erwartet!
Ich bin tatsächlich sehr zufrieden!
Die Single "Fuck The Fiends!!!" erscheint Ende Februar, das Album am 09.04. dieses Jahres! Reinhören lohnt sich
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Fuck The Fiends!, Mr. Reptile, Waltz Of The Damned
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Poison Ruin - S/T (2021)
Habe durch den heiligen YouTube-Algorithmus Poison Ruin entdeckt. Eine funktionierende Mischung aus 80s Anarcho Punk und Dungeon Synth Interludes. Hört sich zuerst mal seltsam an, ist aber geil!
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50 Best Rock Albums of the 90s, Teil 11
28. Slayer - Seasons Of The Abyss (1990)
Slayer haben sich nie besonders darum geschert in irgendwelche Konventionen/Vorgaben reinzupassen und haben Anfang der 90er Jahre im Prinzip so weiter gemacht wie bisher. Während Metallica und Anthrax ihren Stil verändert haben. Das heißt aber nicht dass dieses Album 1:1 genauso ist wie "Reign In Blood" oder "South Of Heaven" ist. Trotzdem zähle ich es in eine Reihe mit den beiden Alben. Es ist für mich der Abschluß der "klassischen" Slayer-Ära.
"Seasons In The Abyss" hat einen großartigen Titeltrack, der für Slayer-Verhältnisse ungewohnt langsam ist. Und ein großartiges, mystisches Musikvideo hat. Und der Songtext erst. Der Rest ist, und das möchte hier kein Tadel sein, Slayer-Standardwerk. Großartige Riffs und Soli von Hannemann und King. Wuchtiges Drumwerk von Dave Lombardo. Tom Araya macht seinen Job auch verdammt gut. Texte über Mörder wie Ed Gein (Dead Skin Mask) oder den Krieg (War Ensemble). Es ist definitiv kein schlechtes Album, jedoch möchte ich an der Stelle anmerken, dass alles was danach kam für mich nicht wirklich von Bedeutung ist. Okay, außer "God Hates Us All", aber das war 11 Jahre später.
Ich mag das Ding, aber auch nicht alles darauf. Einige Songs sind mir dann doch zu sehr "Standard Slayer". Trotzdem okay.
6,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Seasons Of The Abyss, War Ensemble, Dead Skin Mask
27. Alanis Morissette - Jagged Little Pill (1995)
Ich fand sie tatsächlich richtig gut in der Rolle von Gott (weiblich) in "Dogma". Nicht weil sie dort kaum ein Wort gesagt hat, sondern weil sie trotz keiner gesprochenen Passage die Rolle verdammt gut gemeistert hat. Das kann ich leider so nicht über dieses Album sagen. Ich bin allerdings zwiegespalten, darum wird es wie bei Bon Jovi keine Bewertung geben.
"Jagged Little Pill" ist zweifelsohne ein sehr einflussreiches Album, welches sogar Künstlerinnen wie Britney Spears inspirierte. Sie coverte sogar "You Oughta Know" auf einer ihrer Touren. Kann mir gut vorstellen dass Britney ähnliches mitgemacht hat wie Alanis Morissette in dem Song beschreibt. Eine schief gelaufene Beziehung und ein Ex-Partner der sich schnell eine andere sucht und einen emotionalen Trümmerhaufen hinterlässt. Der Song gefällt mir absolut, das liegt aber zum einen daran dass er sehr radiotauglich und nun, eine Single ist. "Ironic" hingegen, die andere Singleauskopplung empfinde ich als furchtbar nervig, höchstwahrscheinlich weil er irgendwann bis zum gehtnichtmehr in irgendwelchen Werbungen, YouTube-Videos oder Serien verwendet wurden. Ansonsten haben wir hier eine Art Post-Grunge-Verschnitt, Alternative Rock, der im Alternativen Radio läuft und in den Charts präsent ist. Nicht falsch verstehen: Ich finde es tatsächlich sehr cool dass AM sich durchgesetzt hat. Aber das Album ist vollgeballert mit Klischees und größtenteils geht mir ihr Gesang fürchterlich auf den Sack. Trotzdem steckt hier jede Menge Energie und Herzblut usw. und ich höre dass man sich wirklich sehr viel Mühe gegeben hat. Aber es ist absolut nicht meins.
Keine Bewertung
Anspieltipp: You Oughta Know
Dienstag, 26. November 2019
So isses, Musik!#90
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| Ja, das bin ich! :D |
Ich weiß ich weiß. Oktober ist ja eigentlich zu Ende. Aber mir ist eingefallen, dass ein Konzert letzens sein 13jähriges gefeiert hat. Ich hatte es nur nicht vor Augen weil ich hier kene Konzertkarte oder Flyer oder so hängen habe. Das war das erste Konzert von Dead United, einer Würzburger Horrorpunk-Band. Um noch genauer zu sein: Es war MEIN erstes Konzert überhaupt. Mein allerallerallererstes. Ich war damals ein begeisterter Horrorpunk und (noch nicht ganz) Psychobilly-Fan. Also rein in die Stiefel, das Misfits-Shirt (mit dem Skelett-Motiv, was ich nicht mehr habe :/ ) anziehen und losgehts in die Würzburger Fußgängerzone wo ich merkwürdigen älteren Leuten angegafft werde. Danach dann etwas merkwürdig vor dem Jugendzentrum rumstehen weil ich niemanden kenne. Anschließend rein und diese supermerkwürdige Band namens "Hochrisikokapelle" reinziehen, die komplett rot geschminkt waren und einen Song namens "Dieses Lied ohne Text" (das war auch der ganze Songtext!) hatten. Was für eine Band danach gespielt hat, weiß ich leider nicht. Falls überhaupt eine kam. Rude Society waren sowas wie Aushilfs-Emocore oder so. Weiß ich ehrlich gesagt leider nicht mehr genau. Geschweige denn ob sie so hießen. Dead United fand ich phänomenal. Und nach all den Jahren habe ich mal wieder "Call of the Dead" angehört und finde es alles andere als schlecht. Ich durfte mich irgendwann auch mit der Band unterhalten weil sie alles andere als abgehoben waren und mich von MySpace her erkannt haben. Das war sehr cool. Grüße gehen raus an Buzz Vendetta, Mr. Stiff (den Schlagzeuger der mich erkannt hat) und diesen Dude von PCAction der bei Dead United Gitarre spielt(immer noch?) und mich Jahre später im Immerhin an der Theke bedient hat. Ihr wart für mich die coolsten damals! Achja, es gibt auch ein Video vom Auftritt:
ОСТБЛОК: Sandinista!
Ich dachte mir mal, ich bringe hier etwas Abwechslung rein. Anstelle von weiteren Punk/Metal/Hip-Hop-Gruppen aus Russland/Polen gibts eine Band bzw. einen Menschen die mich tatsächlich inspiriert machen. Timur Kacharava war der Sänger von Sandinista!, einer St. Petersburger Post-Hardcore Band, die rückblickend betrachtet verdammt gut Mucke gemacht hat. Kein Hardcore Punk in dem Sinne, sondern etwas schleppendes mit wechselhaften Gesang und so. Jedenfalls wurde er im Jahre 2005 von Neo-Nazis ermordet. Und zwar am 12.11.2005. Das ist jetzt vierzehn Jahre her. Sein Tod als auch mehrere andere Tode war eine dieser Momente, die die russischsprachige Antifa-Gruppen auf den Plan riefen und man angefangen sich gegen Nazi-Gewalt zu wehren. Ich weiß noch, dass auf sein Grabstein ein Spruch eingraviert wurde, welchen er zu seinen Motto gemacht hat, nämlich: "Verni zhysn' v svoi ruki". Was direkt übersetzt "Bringe Leben in deine Hände zurück". Oder frei übersetzt: Nimm dein Leben in deine eigenen Hände. Lasse es nicht von jemand anderen führen. Leider finde ich keinen anderen Song auf YouTube außer "Nein, No, Njet!".
Sepultura Discography: Roorback (2003)

Ich erinnere mich dass ich mich gegen dieses Album gewehrt habe. Damals geriet es in mein Visier als "Sepultura ohne Max" und ich wollte nichts davon wissen. Auch habe ich nicht so geile Kritiken gelesen und dachte mir, dass es nicht wert sich das anzuhören.
Was für ein Narr ich war. Es ist natürlich nicht dieselbe Band wie früher. Natürlich nicht. Allerdings schaffen sie hierauf mehr als nur ein Abklatsch von sich selbst zu sein. Der Vorgänger "Nation" ging schon in die richtige Richtung und war eigenständiger als der Quasi-Klon von "Roots" namens "Against".
"Roorback" ist kein Konzeptalbum, beschäftigt sich aber mit ähnlichen, politischen Themen. Der Terminus "Roorback" bezieht sich auf die Art von Propaganda die darauf abzielt den politischen Gegner zu diskreditieren. Inhaltlich gesehen geht es um zivilen Ungehorsam, Aufstand, Revolution. Die Aufmachung des Albums als auch der dazugehörigen EP "Revolusongs" spricht Bände. Ich mein, Sepultura waren schon vorher politisch aber nicht auf diese Art. Das wirkt so als würden sie wie Rage Against The Machine werden wollen. Oder so. Jedenfalls taugt der groovige Sound immer noch. Derrick Greens Stimme ist wesentlich aggressiver, strukturierter und gefasster als vorher. Ein ziemliches Biest.
Anspieltipps: More Of The Same, Urge, As It Is
7,25/10 Pfandflaschen
Ulver Discography: Messe I.X-VI.X (2013)

Ich denke mir jedes Mal, dass es bei Ulver nicht größer, besser und ausgefallener werden kann. Aber doch. Klassische Musik ist jetzt nicht wirklich mein Metier aber das hier gefällt mir trotzdem sehr. "Messe I.X-VI.X" wurde nämlich zusammen mit dem Kammerorcheser von Trömsö aufgenommen. Meiner Meinung nach muss ich nicht allzu viel Worte darüber verlieren, eins allerdings: Es ist phänomenal. Das absolute Gegenteil von Minimalismus und dennoch ziemlich "klein". Im Sinne von
"nicht pompös". Allerdings merkt man natürlich trotzdem deutlich die Anwesenheit eines Orchesters. Es wirkt wie eine Art Mini-Ambient-Opera mit sehr wenig Gesang. Soweit ich das beurteilen kann tritt dieser nur auf "Mother of Mercy" auf. Insgesamt nur sechs Songs, die allerdings durchschnittlich mindestens 7 Minuten dauern. Sehr düster. Erinnert mich an ein Soundtrack zu einem fiktiven Avantgarde Horrorfilm. Nuff said.
Anspieltipps: Mother Mercy, Noche Oscura Del Alma
9/10 Pfandflaschen



