Mich hat es schon seit Jahren nicht mehr aufs Bochum Total verschlagen. Das letzte Mal war vor einigen Jahren, als tatsächlich eine Horror Punk aufgetreten ist: Bloodsucking Zombies From Outer Space. Diesmal war es wieder so weit - wieder eine Horror Punk Band. The Other habe ich bis dahin zwei mal live gesehen - eines davon war ebenfalls auf einem kostenlosen Festival. Ich glaube, das war das NORD Open Air in Essen, vor einigen Jahren.
Das Szenario lief folgendermaßen ab: Ich gehe hin, ich gucke an, ich gehe wieder. Einfach mit niemanden reden und so. Einfach The Other. Selbstverständlich bin ich nicht nur wegen der Musik hin sondern irgendwo auch wegen nostalgischer Gefühle hin. The Other waren Teil der deutschsprachigen Horror Punk Online Community, deren Teil ich vor rund zwanzig Jahren war. Das waren meine ersten richtigen Schritte im deutschsprachigen Internet. Das Horrorpunk Forum war damals meine zweite Heimat. Ich empfehle dazu dieses eine Video von KrachmuckerTV, ehrlich jetzt.
Und zum Auftritt selbst: Es war wirklich absolut großartig. The Other spielten eine Bandbreite von Songs die von "ganz früher" reichen bis zu ihren neuesten Charterfolg mit dem Album "Alienated". Ich fands cool, dass sie ihre alten Songs gespielt haben, sodass die "neuen" Leute im Publikum auch einen Überblick bekommen und sich "anstecken" können. Denn die alten Songs sind tatsächlich anstecken. Sie sind relativ simpel gestrickt und mitsingbar. Man weiß nach kurzer Zeit sofort, was man mitzusingen hat. Zum Beispiel "Beware of Ghouls". Man weiß es nach dem ersten Durchang des Refrains sofort. Dadurch, dass neue Songs zu hören sind merkt man auch einen Unterschied und sieht wie sich die Band weiterentwickelt hat. Von einer Misfits-Coverband zu einer eigenständigen, die nicht bloß stumpf die Horrorpunk Klischees nachspielt (die woah oh ohs zum Beispiel) sondern sich auch durchaus an anderen Elementen aus anderen düsteren Genres.
Wie die letzten beiden Male super sympathisch, gar nicht abgehoben oder so. Sehr gerne bald wieder.
Achja, hier ein Video von dem Auftritt.
Stricher guckt sich "Supergirl" an am 05.07.2026 im UCI Duisburg
Vielen Dank an Genosse A. fürs Mitkommen. Es war angenommen jemanden eine komplett neue Welt zu zeigen.
"Supergirl" ist keine Fortsetzung von "Superman" (2025) in dem Sinne, allerdings schon der zweite Film des "DC Universe" und gleichzeitig auch das zweite filmische Kapitel in der Saga "Gods And Monsters". Ursprünglich sollte der Film Teil des vorher abgeschlossenen "DC Extended Universe" sein. In der Hauptrolle war eigentlich Sasha Calle vorgesehen. Doch es kam alles anders, alles wurde rebooooooted und so weiter und sofort. Gleichzeiti ist es auch die Verfilmung der Comic-Reihe: "Supergirl: Woman of Tomorrow" von Tom King und Bilqis Evely. Regie führte Craig Gillespie, das Drehbuch schrieb Ana Nogueira.
Zunächst befinden wir uns in der Gegenwart. Erst später wird die Origin Story von Supergirl erzählt, die ich im Laufe des Reviews anreißen werde. Supergirl aka Kara Zor-El (Milly Alcock) feiert ihren 23ten Geburtstag. Da die Kryptonierin, wie ihr Cousin Superman aka Kal-El (David Corenswet) auf der Erde dank der gelben Sonne übermenschliche Fähigkeiten hat (wie zum Beispiel keine Reaktion auf Alkohol) feiert sie auf anderen Planeten - mit einer roten Sonne. So ist sie mit ihrem Hund Krypto unterwegs und gibt sich ordentlich die Kante. Eines Abends trifft sie auf Ruthye Marye Knoll (Eve Ridley). Sie ist die einzige Überlebende eins Massakers. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Bruder wurden umgebracht. Die Eltern waren begabte und nicht unbekannte Waffenschmiede. Die Täter sind die Briganden, eine Gruppe von Menschenhändlern und Piraten, die bekannt dafür sind ihre Gegner zu vergiften und zu verschleppen. Supergirl fällt ihr ins Auge, nachdem ein anderer Versuch jemanden für ihren Rachefeldzug zu rekrutieren fehl schlägt. Die Kryptonierin lehnt zuerst ab, doch als die Briganden die Siedlung aufsuchen in welcher sie sich aufhält und bei ihrer Abreise ihr Raumschiff mitnehmen als auch Krypto vergiften, wird die Sache persönlich. Supergirl und Ruthye werden nun unfreiwillig zu Partnerinnen die ein Ziel haben: Briganden auffinden, Rache üben und das Gegengift an sich reißen, das Krypto retten kann.
Manche würden sagen, der Film versucht nur James Gunns Machart in "Superman" zu kopieren. Andere würden sagen, er wäre "woke". Andere können mit Superheldenkram nichts anfangen und bleiben dem Kino fern. Ich frage mich an der Stelle, was den Film den bitte schön "woke" macht. Werden hier irgendwelche menschenfeindlichen Religionen zu etwas progressiven Verklärt? Werden Gender-Normen auf eine "linke" Art und Weise reproduziert und als progressiv verkauft? Nein. Stattdessen haben wir eine Schauspielerin, die vielleicht nicht ganz normschön aussieht und die ein Supergirl darstellt dass nicht einfach nur eine Kopie von Superman ist. Wenn das den Film so böhse und woke macht, dann leck mich am Arsch. Zudem wird auch noch gezeigt, wieso Supergirl so ist wie sie ist. Im Gegensatz zu Superman ist sie nicht als Baby auf die Erde gekommen sondern wurde nach der Zerstörung Kryptons geboren - auf der vom Planeten herausgelösten sich unter einer Energiekuppel befindenen Stadt Argo. Alle Bewohner sind nach und nach gestorben, weil Kryptonit, das Gestein dasss bei der Zerstörung des Planeten zur Tage kam, sie vergiftet hat. Sie hat also ein sehr schweres Trauma und ist definitiv kein Boyscout wie Superman der einfach nur ein Mensch sein will wie jeder andere. Es fällt ihr zunächst schwer auf der Erde zu leben und plötzlich all diese Fähigkeiten wie Supergehör zu haben. Sie kann es sich nicht vorstellen, unseren Planeten als ihre Heimat zu bezeichnen. Der Film zeigt genau das, was viele Menschen in ihrer Situation machen: Realitätsflucht. Das macht sie auf eine andere Art zutiefst menschlich. Meines Erachtens ein durchaus schnell erzählter Film, der es zur Aufgabe hat, mehrere Charaktere vorzustellen. So auch Lobo (Jason Momoa) der hier nur kurz vorkommt. Ja, tut mir Leid dass der Film nicht euren Comic-Vorstellungen entspricht. Aber...naja, lest vielleicht mehr Comics die außerhalb der Continuity stattfinden oder nicht im Fokus einer Hauptstoryline sind. Meine Fresse. Es ist ein guter Film. So.
8/10 Pfandflaschen
Trailer:

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