Dienstag, 28. Juli 2026

Comic Book Review#687: Judge Dredd: The Day The Law Died (2012)

Ursprünglich rausgebracht in den Ausgaben 86-108 vom britischen Sci-Fi-Comic-Magazin "2000AD" in den Jahren 1978-1979. Ich halte vor mir die freundliche Leihgabe von Kollegen M. Vielen vielen dank für die Leihgabe, es war ein aufregende Lektüre.

Geschrieben von Judge Dredd Urgestein John Wagner. Gezeichnet von Mick McMahon, Brian Bolland (u.a. "Killing Joke"), Dave Gibbons (u.a. "Watchmen") und Ron Smith. Es handelt sich um eine kontinuierliche Geschichte die in mehreren Einzelkapiteln forgesetzt wird. In der Story geht es zunächst um einen Komplott gegen Judge Dredd, einen der Polizisten (und Richter und Henker in einem) in

Mega City One, einer der letzten Großstädte auf der Erde - und teil der USA. Angeblich soll Judge Dredd mehrere Mitglieder einer Zeitungsredaktion umgebracht haben, aus Rache dafür weil sie ihn in einer Reportage falsch dargestellt haben. Tatsächlich wird Dredd von einem obersten Tribunal für schuldig gesprochen, doch es stellt sich heraus dass alles eine Täuschung ist - inklusive Doppelgänger. Irgendwer will Judge Dredd ausschalten, weil er "unbequem" ist. Kurze Zeit später wird der oberste Judge, Clarence Goodman von einer unbekannten Bande umgebracht. Als Ersatz springt Judge Cal ein, der ganz schnell ein strenges Regime in der Stadt installiert. Cal gleicht einem Cäsar, einen narzisstischen Diktator der am liebsten möchte dass alle 24/7 ihn huldigen und lieben. Menschen wie Judge Dredd, als auch andere gesetzestreue Polizisten sind komischerweise nicht von seiner (scheinbaren) Gehirnwäsche beeinflusst. Sie sind die einzige Hoffnung für die freien Bürger.

Ein Paradebeispiel dafür wie eine Diktatur funktioniert: Wie Stück für Stück das Gesetz ausgehebelt wird und zugunsten eines Narzissten durch absolute Willkür ersetzt wird. Es wird immer absurder, je weiter man liest. Einer seiner Untergebenen darf nun in Helm und Unterhose bekleidet sein Dienst verrichten. Ein andernmal wird ein Goldfisch zum Judge ernannt. Auch wenn das "Gesetz" in Mega-City One im Jahre 2100 eh schon...fragwürdig war, so zeigt man hiermit dass es immer noch schlimmer geht. Meiner Meinung nach eine absolut fantastische Darstellung des Aufstiegs einer willkürlichen Diktatur in welcher wegen jeglicher "Vergehen" drakonische Strafen verhängt werden. Ähnlich wie bei Caligula oder so. Wirklich fantastisches Werk. Mir gefällt es vor allem wie alle paar Kapitel (oder in jedem Kapitel) die Zeichner wechseln sodass es wirklich sehr spannend bleibt. 

9/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von 2000AD:


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