Wir befinden uns in einer weit entfernten Zukunft auf einem anderen Planeten. Die Menschheit hat nicht nur in den Weltraum expandiert sondern auch das größte Übel, was sie je erschaffen hat, mitgebracht. Kriege, Hass, Vernichtung. Der Planet, der im Volksmund "Nu-Earth" heißt ist das Paradebeispiel dafür. Er befindet sich in der Nähe eines schwarzen Lochs, welches als Portal benutzt werden kann um in alle möglichen Ecken des Universums zu gelangen. Ein sehr nützliches Tool also, um welches gekämpft wird. Auf Nu-Earth tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg zwischen dem faschistisch anmutenden Norden (genannt "Norts") und dem demokratischen Süden (genannt "Southers"). Die Kräfte im Süden entwickelten vor einiger Zeit die "Genetic Infantrymen" (abgekürzt G.I.s). Genetisch hochentwickelte, nahezu untersterbliche künstliche Lebewesen, deren Aufgabe es war für den Süden zu kämpfen. Die G.I.s können in jeglicher giftigen Atmosphäre kämpfen und sind quasi unzerstörbar. Passiert es doch, dass einer von ihnen stirbt, wird sein Bewusstsein auf ein Chip transplantiert, bis ein neuer Körper erschaffen wird. Da der Planet wegen des Kriegs durch chemische Gase verseucht ist, ist das Leben dort nur in bestimmten hermetisch abgeriegelten Siedlungen möglich. Der letzte G.I., Codename Rogue ist unterwegs mit drei Biochips von seinen verstorbenen Kameraden. Diese sind in seinen Helm ("Helm"), sein Gewehr ("Gunnar") und seinen technisch hochentwickelten Rücksack ("Bagman") implantiert. Gemeinsam sind sie auf der Suche nach einem Verräter, der einst die südliche Armee hintergangen hat. Es kam zu einem Überraschungsangriff der nördlichen Armee, bei welcher bis auf ihn alle G.I.s vernichtet wurden. Keiner konnte den Standpunkt der Southers wissen, daher muss es einen Verräter gegeben haben. Auf ihrer Reise durch den Planeten begegnen der letzte G.I. und seine implantierten Kameraden allerlei illustre Gestalten und müssen immer wieder gegen die "Norts" kämpfen. Sie treffen auf verschiedene Arten von Menschen: Siedlungen von friedlichen Menschen, die jegliche Kämpfe aufgegeben haben, Karavanen von Geflüchteten als auch Scavenger die sich durch den Krieg bereichern.
Ein sehr interessantes Format, vor allem wenn man die Möglichkeit hat alles in einem Band zu lesen. Die ursprünglichen Comic-Strips sind vielleicht mal 3-4 Seiten lang. Man musste damals immer eine Woche auf die Fortsetzung warten. Hier hat man alles auf einem Schlag. Das ist vor allem von Vorteil wenn man nicht immer die Konzentration dafür hat, sich eine längere Story zu geben. So ist ein Kapitel nach 3-4 Seiten vorbei und man kann eine Pause machen. Es ist ein optimales Format für diejenigen unter uns, die kaum Zeit zum Lesen finden und das Hobby auf Bahnfahrten oder Wartezeiten beim Arzt reduzieren müssen. Mir gefallen außerdem die historischen Anspielungen: Amerikanischer Bürgerkrieg, Vietnamkrieg, der damals sehr aktuelle Kalte Krieg und die atomare Bedrohung. Mir gefallen die drei unterschiedlichen jedoch relativ ähnlichen Stile von Dave Gibbons, Cam Kennedy und Colin Wilson. Alles wirkt halbwegs realistisch, trist und wirklich sehr gritty. Dabei ist die Hintergrundgestaltung allerdings manchmal nicht sehr detailliert sodass man den Eindruck bekommt, man würde in einem Theaterstück sitzen. Ein wirklich sehr lesens- und sehenswertes Spektakel, das Ganze.
8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Gerry Finley-Day, Dave Gibbons, Cam Kennedy
Hier ein Preview zu einem Audiobook:

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