Montag, 23. Februar 2026

Album der Woche#673: Anouk - Urban Solitude (1999)

Ich weiß nicht mehr genau, wann es war. Wahrscheinlich Anfang der 2000er Jahre. Ich saß bei meinen Großeltern im Wohnzimmer und es lief entweder MTV oder irgendein russischer Sender, der zur Überbrückung der Zeit zwischen zwei Sendungen Musikvideos gesendet hat. Auf einmal lief "The Dark" von Anouk. Ich war fasziniert von der Machart und von den merkwürdigen Figuren. Die Musik fand ich auch irgendwie cool. Seitdem lebt dieses Video irgendwo in meinem Hinterstübchen.


"Urban Solitude" ist das zweite Album von Anouk Schemmekes, die sich in der Musikwelt lediglich Anouk nennt. Sie ist eine niederländische Pop/Rock-Sängerin, die ganz viel Einflüsse aus Soul, Blues und R&B gesammelt hat, als auch zeitgenössischer Musik wie Alternative Rock oder Hip-Hop. Am Ehesten würde ich den Sound den ich hier zu hören kriege beschreiben als eine Mischung zwischen Guano Apes und Alanis Morisette. 

Anouk schafft es nämlich sowohl verträumt und (ha witziges Wort) melancholisch zu klingen als auch tough. Zumindest so tough, wie das ihr die poppige Schablone irgendwo möglich macht. Denn sie ist zwar eine Singer/Songwriterin, allerdings trotzdem eine Sängerin die im Pop-Mainstream bis zu den Hüften steht. Sprich jemand der poppige Musik macht, aber sie gleichzeitig selbst schreibt. So kann es nicht sein, dass diese Songs irgendwie eine besonders harte Kante haben. Aber stattdessen sind sie ehrlich, ohne besonders viel Schmalz. Es gibt schmissige Gitarren-Riffs zu hören, wirklich sehr schönen unaufgesetzten Gesang und tatsächlich sowas wie einen Rap-Part. Ich finds witzig, wie sie aus dem nichts "Do you think I'm blind, sucka!?" sagt. Man könnte es Alternative Pop oder Pop Alternative nennen. Wie auch immer. Jedenfalls habe ich es nicht bereut, mir das ganze Album reinzuziehen. Auch wenn sie wahrscheinlich live nicht angucken würde. Trotzdem: Großartiges Album. Achja: Es gibt ein Tribute an Tom Waits. Der Song heißt einfach "Tom Waits"

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Dark, Don't, R U Kidding Me


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