Montag, 2. Februar 2026

Album der Woche#670: King Dude - Love (2011)

Ich habe in meinem Leben es geschafft, bisher zwei mal King Dude zu sehen. Einmal im Essener Turock und einmal in der Bochumer Trompete. Beide Berichte könnt ihr unter den Hyperlinks aufrufen. 

Es ist fast schon unfassbar, dass bis jetzt kein einziges Albumreview es bis hierhin geschafft hat. Dabei ist die Discography von TJ Cowgill schon äußerst vielfältig und bedarf eigentlich eines ausführlichen Reviews bzw. Reviewreihe. Nun ja, jedenfalls ist "Love" das zweite Album des Seattler Musikers. Seitdem gab es noch neun weitere Veröffentlichungen, die unter anderem beim deutschen Record-Label "Van" rausgekommen sind - das unter anderem Urfaust und The Ruins of Beverast veröffentlicht. Und das von einem Mitglied der letzgenannten Band gegründet wurde, aber ich schweife aus.


"Love" bietet den Zuhörern eine Art Spagat zwischen US-Amerikanischen Folk wie er von Johnny Cash oder Woody Guthrie dargeboten wurde als auch gewissen Bands aus der Neofolk-Nische. Im Grunde kann man das zusammenfassen als "Typ mit tiefer Stimme und Akkustik-Gitarre" sitzt in einem dunklen Raum und singt über schöne als auch nicht so schöne Sachen, hat dabei aber stets die Betonung im Sinn." Ergo geht es zwar auch um den Inhalt, aber die Stimme macht wirklich besonders viel aus. Noch besser wird es, wenn ganz viel Hall unterlegt wird, sodass Mr. Cowgill sich anhört als würde er aus dem Jenseits sprechen - oder wahlweise in einen Tunnel hineinrufen, je nach Interpretation. 

Was die Texte betrifft: Es geht um Liebe und den Tod und religiöse Themen. So spricht er in "Don't Want Me Still" über eine verstorbene Liebe, die er nur erreichen kann wenn er selbst eine Todespille einnimmt. "In the Eyes of the Lord" handelt scheinbar von einem Krieg im Namen der Religion. "Spiders in her Hair" ist glaube ich, seit längerer Zeit, das wunderschönste Liebeslied an eine verstorbene Person - oder eine Frau gekleidet im Goth-Stil. Eines der meiner Ansicht nach, populärsten Songs auf diesem Album ist "Lucifer's the Light of the World". Es kehrt das Narrativ aus der Bibel um, nach welchem Gott das absolut Gute und der Teufel das absolut Böse auf der Welt ist. So ist Luzifer derjenige gewesen, der der Menschheit Feuer gebracht hat. Im Song selbst sprechen Adam und Eva über die Rolle Gottes.

Meiner Meinung nach ein fast schon zu kurzes Album. Dafür aber sehr meditativ, mitsingbar, eindringlich und tatsächlich abwechslungsreich dafür dass es relativ minimalistisch klingt. Nur Liebe hierfür.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Spiders in her Hair, Lucifer's the Light of the World, In the Eyes of the Lord



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