Mittwoch, 11. Februar 2026

Film der Woche#669: The Decline of Western Civilization, Part II: The Metal Years (1988)

Und schon sind wir beim zweiten Teil der Reihe angekommen, den ich tatsächlich bis jetzt nicht gesehen habe. 

Der Titel ist leicht irreführend. Schließlich geht es hier zwar auch um Heavy Metal, aber größtenteils stehen Hair Metal Bands im Fokus die jetzt nicht wirklich "Heavy" im ursprünglichen Sinne sind. Aber egal. Ähnlich wie im ersten Teil werden bei einem Auftritt die Warnungen vorgelesen, dass die Konzerte zu Dokumentationszwecken aufgenommen werden. Danach geht es ähnlich zu wie im ersten Teil. Regisseurin Penelope Spheeris dokumentiert eine bestimmte Szene. Und zwar die von Los Angeles in den Jahren 1987-1988. In den Interviews glänzen zu dem Zeitpunkt bereits Veteranen des Hard Rocks wie Paul Stanley und Gene Simmons (beide KISS), Ozzy Osbourne (ex-Black Sabbath), Steven Tyler und Joe Perry (beide Aerosmith) und Alice Cooper. Darüber hinaus kommen noch sehr junge
Bands zu Wort wie Faster Pussycat, Seduce, Odin, London, Tuff, W.A.S.P. als auch die einzige All-Female-Band Vixen. Während die Alteingesessenen darüber sprechen, dass es keine gute Idee war irgendwann so viele Drogen und Alkohol zu konsumieren und dass sie jetzt froh darüber sind, viel Geld und ein sicheres Zuhause zu haben, sind die jüngeren unter den Interviewten fest davon überzeugt dass sie es "schon irgendwann schaffen werden ein Rockstar zu sein". Ohne jeglichen Backup-Plan. Und wenn alles nicht klappt, dann scheiß drauf. Während Ozzy Osbourne in seiner "verrückte Hausfrau Ära", KISS und Aerosmith grade mal so irgendwie in das Glam Metal Schema passen, ist das bei Megadeth bzw. Dave Mustaine nicht der Fall. Er will einfach nicht ins Schema passen, weil die Texte seiner Band sich nicht um Sex und Drogen drehen. Ähnlich sieht es aus bei Lemmy von Motörhead.

"The Metal Years" wurde kontrovers diskutiert. Es ist nämlich bekannt dass Elemente von zwei Szenen, nämlich das Interview mit Chris Holmes von W.A.S.P., als auch ein Teil des Ozzy-Interviews gefaket sind. So übertreibt Holmes ganz offensichtlich indem er sich Vodka ins Gesicht schüttet. In einer in der Post-Produktion manipulierten Szene sieht man wie eine Hand (die scheinbar Ozzy Osbourne gehört) Orangensaft verschüttet (bitte keine Money Boy Anspielungen). Ansonsten hat man über diesen Film behauptet, dass er teilweise daran Schuld ist, dass die Glam/Sleaze Metal Szene schlußendlich untergegangen ist und Thrash Metal als auch Grunge am Ende die Oberhand hatten. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Sicher, einige haben das gesehen und dachten sich "meine Fresse, was sind das nur für Vollidioten die nur Titten, Drogen und Sex mit Minderjährigen" im Kopf haben, sodass sie erst recht nichts damit zu tun haben wollten. Andererseits war diese Szene bereits eh schon dabei sich zugrunde zu richten. Alleine durch den ewig währenden Drogen- und Alkoholkonsum. Kein Wunder dass härtere und etwas klügere Bands wesentlich erfolgreicher waren. Nicht jeder im Film interviewte Musiker ist hier ein Vollidiot. Ozzy, Lemmy und Alice Cooper wirken tatsächlich am vernünftigsten. Die ganzen weiblichen Protagonistinnen scheinen auch einen wesentlich vernünftigeren Plan von der Zukunft zu haben - im Gegensatz zu den Männern. Zumindest die meisten. Es gibt hier allerdings genauso Frauen die nur Sex und Rock'N'Roll im Kopf haben. Interessant ist auch, wie androgyn die Männer ausgesehen haben und wie attraktiv das auf Frauen gewirkt hat. Der Film ist keine "Fortsetzung" vom ersten Teil in dem Sinne, dass er an die Handlung ansetzt. Er zeigt L.A. aus einer anderen Sicht. Diesmal steht nicht die Gewalt in der Szene im Vordergrund sondern Sex und Drogen. Es ist ein Fest des Kringelns. Vieles hier gesagte, geht einfach gar nicht klar - ähnlich wie im ersten Film. Allerdings ist es nun mal ein Zeugnis der damaligen Zeit. Und das ist nun mal so.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


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