Montag, 9. März 2026

Album der Woche#675: MC 900 Ft. Jesus - One Step Ahead of the Spider (1994)

Wie bin ich nun auf dieses Album gekommen? Nun, es gab mal eine Folge von Beavis & Butt-Head in welcher die zuständigen Wirrköpfe sich ein Musikvideo angeguckt haben. Es war "If I Only Had A Brain" von MC 900 Ft. Jesus. Dabei hat Beavis immer wieder den Beat nachgeahmt, sodass Butt-Head fürchterlich genervt war, bis er zum Ende des Sketches selbst mit angestimmt hat. So bin ich auf dieses Album gekommen.


"One Step Ahead of the Spider" ist das dritte und letzte Album von MC 900 Ft. Jesus. Bei dem "Ft." handelt es sich um die Maßeinheit "Foot" und nicht um das Wort "Featuring". Inspiriert wurde Mark Griffin, wie der MC mit dem richtigen Namen heißt, von einem Televangelisten der einst in einer Predigt erzählt hat, er hätte eine Vision von einem "900 Fuß großen Jesus" gehabt. Was zum fick. Während die ersten beiden Alben "Hell with the lid off" (1990) und "Welcome to my Dream" (1991) noch gänzlich dem Hip-Hop zugewandt (erstes Album) und mit Acid Jazz experimentiert haben (zweites Album) ist das dritte nun beinahe komplett vom Hip-Hop abgewandt. 

Stattdessen hört man hier super interessante Mischung aus Spoken Word und Jazz. Der einzige Hip-Hop-Song hierauf, ist der oben erwähnte, zu dem es auch ein Musikvideo gab. Darin geht es um die eigene Unfähigkeit den "eigenen Scheiß" zu regeln. Der Song hat einen super catchy "babowpowpowpow" type beat. Davon ist auf dem Rest des Albums nichts zu hören. Stattdessen haben wir etwas, was ich freundliches Lamentieren nenne - auf "Stare and Stare", einen Cover von Curtis Mayfield, worauf Vernon Reid von Living Colour Gitarre spielt. Worin sich Griffin besonders spezialisiert ist allerdings Spoken Word. So hört sich der Opener des Albums, "New Moon" an wie eine spezifisiche Narration eines 1940er Jahre schwarz/weiß Krimifilms. Dabei wird er von den Jazz-Musikern Earl Harvin, Chris McGuire, Dave Palmer, Drew Phelps, Mike Dillon, Nikhil Pandya, Rajiv Chakravarti als auch der Sängerin Analisa Ripke unterstützt. Griffin hört sich an wie typischer Beatnik aus den 1960er Jahren. In dem Songtext geht es allerdings um tristes Leben in der Vorstadt, wobei den einzigen Kick illegale Autorennen bieten. Diese enden allerdings desöfteren mit dem Tod, was er auch schildert. Genau darin liegt die Stärke des Künstlers: Geschichten erzählen mit zischenden Drums und trötenden Saxophonen als auch piependen Keyboards im Hintergrund. Und das gelingt hier wirklich sehr gut. Die Mischung aus Gedichten und Free Jazz ist einfach fantastisch. Das nenne ich sehr sehr große Experimentierfreude.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: New Moon, Tiptoe Through The Inferno, Stare and Stare, If I Only Had A Brain


Mittwoch, 4. März 2026

Film der Woche#672: Doctor Detroit (1983)

Ich erinnere mich relativ ungenau. Es war irgendwann in den 1990ern. Mein Vater und ein paar seiner Freunde haben diesen Film hier geguckt. Ich habe nur eine oder zwei Szenen von Doctor Detroit gesehen, als der Hauptcharakter eine metallene Klauenhand allen gezeigt hat - oder so. Seitdem ist dieser Film irgendwo ganz hinten in meinem Hinterkopf gespeichert und er wollte raus, raus auf den Blog.


Wir befinden uns in Chicago in den 1980er Jahren. Clifford Skridlow (Dan Aykroyd) ist Literaturprofessor auf dem Monroe College. Sein Vater ist Präsident des besagten College und tatsächlich wohnt Clifford noch bei seinen Eltern. Seine Spezialität ist das Thema "Ritterlichkeit in der Literatur". Gleichzeitig gibt es organisierte Kriminelle in der Stadt, die sich unter anderem auf Prostitution spezialisieren. Einer der bekanntesten Zuhälter ist Smooth Walker (Howard Hessemann). Bei einer Limousinenfahrt - das Auto wird von seinen Fahrer Diavolo (T.K. Washington) gefahren - wird er plötzlich von mehreren Autos bedrängt. Es stellt sich heraus, dass er enorme Schulden hat bei "Mom" (Kate Murtagh). Die Frau ist die Oberbossin des organisierten Verbrechens und alle kleineren Zuhälter haben Angst vor ihr. Bei einer Unterredung bzw. Angstmache erfindet Smooth eine Geschichte. In einem Versuch, sich von seinen Schulden zu befreien, erfindet er eine fiktive Persönlichkeit. Ein Chiropraktiker namens Doctor Detroit (der auch noch aus Detroit kommt) versucht nun Moms Gebiet zu übernehmen. Er ist wirklich skrupellos, gewalttätig und keiner sollte ihm in die Quere kommen. Als nächstes schaffen Diavolo und Smooth es, bei einem Abendessen, sich mit Clifford anzufreunden und abzufüllen. Der Plan ist: Smooth verpisst sich für einige Wochen aus der Stadt während Clifford das Geschäft übernimmt. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Literaturprofessor sieht sich, nach Smooths Weggang, gezwungen die Rolle eines exzentrischen Chiropraktikers der zum Zuhälter wurde und der das Pseudonym Doctor Detroit trägt, zu spielen. Doch anstatt bloß den Zuhälter zu mimen, fängt er an aktiv gegen Moms Verbrecherorganisation zu werden. Diavolo und die vier Prostituierten Karen (Fran Drescher), Monica (Donna Dixon), Jasmine (Lydia Lei) und Thelma (Lynn Whitfield) arbeiten mit ihm zusammen.

Aus heutiger Sicht betrachte ich einige Aspekte im Film kritisch. So weiß ich, dass Prostituion kein Glamour Leben sondern schlicht Ausbeutung bedeutet. Da das hier allerdings eine fiktive Geschichte ist, die alles überzeichnet und ganz einfach nach Fake schreit, sehe ich das etwas locker. Es ist ganz klar, dass es im echten Leben nicht so ist. Außerdem: Es gibt ein Happy End und ein Ende des Prostitutions"geschäfts" - nur um mal ganz dreist zu spoilern. Im Prinzip ist "Doctor Detroit" eine unglaublich grelle und übertriebene Sitcom. Eine komische Situation jagt die nächste - die komischste bleibt dabei Cliffords Traum in welchem sein Vater seine Mutter verkauft. Da dieser ihm sehr unangenehm ist, kann man nur drauf kommen dass das ganze Prostitutionsding ihm absolut zuwider ist. Er möchte den Frauen helfen, da raus zu kommen. Dass es in der Realität gar nicht so einfach ist, das sollte man inzwischen wissen. Anyway: Greller Film, absurde Handlung, bunte Kostüme und ein großartiger Dan Aykroyd der gekonnt zwischen zwei Charakteren hin und her wechselt. Nämlich dem des schüchternen, trotteligen Clifford und dem des exzentrischen, beinahe superheldenhaften Doctor Detroit. Letzterer erinnert mich tatsächlich an Nihil Baxter, den Charakter von Helge Schneider aus "00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter". Großartiger, lustiger, wenn auch stellenweise sehr grenzdebiler und simpler Film aus den 1980ern. Mit Auftritt von James Brown und Titelsong von Devo.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 3. März 2026

Comic Book Review#670: Wasteland#1 (1987)

Wieder mal ein Comic, den ich in irgendeinem Instagram-Post entdeckt habe. Bei "Wasteland" handelt es sich um eine Horror-Anthology-Reihe die von 1987 bis 1989 bei DC rausgebracht wurde. Die verantwortlichen Autoren waren John Ostrander und Del Close. In der ersten Ausgabe haben David Lloyd, William Messner-Loebs und Don Simpson gezeichnet. Lovern Kindzierski hat koloriert. Wir haben es hier mit drei Horror-Stories zu tun, die unterschiedlichen nicht sein könnten. 


So geht es in "Foo Goo" um einen mysteriösen Fall einer Vergiftung. Mehrere Kriminalpolizeibeamte untersuchen einen kollektiven Selbstmord. Sie finden vier Leichen in einem Haus. Die Betroffenen haben allesamt vom mysteriösen Giftpilz "Foo Goo" genascht. Ein Biss verursacht einen sofortigen, himmlischen Rausch als auch gleichzeitig den Tod. Alle vier Teilnehmer der Sitzung kamen aus unterschiedlichen Backgrounds. Der Gastgeber war ein stinkreicher Typ namens Beltrane, der aus wasweißich für Gründen diese Leute um sich versammelt hat. Nun sind sie alle tot, weil sie unbedingt ein Stück vom Himmel haben wollten. In vier kleinen Rückblicken erfahren wir, wie es denn genau passiert ist. In der Gegenwart kann ein Polizist es nicht sein lassen und isst selbst ein Stück vom Pilz.

"R.a.b." spielt in der weiter entfernten Zukunft. Sally lebt in einer übervölkerten Stadt. Alle Menschen leben in riesigen Hochhäuser, die mehr als 300 Stockwerke haben. Sie ist angewidert von den "Corridor People" (Obdachlose) und fühlt sich allein. Also sucht sie mithilfe eines Video-Dating-Service nach einem geeigneten Ehemann. Diesen findet sich in einem Typen namens Hal. Dieser verschafft ihr mehrere CEO-Positionen und innerhalb von drei Jahren kriegen sie ein Kind. Allerdings muss Sal dieses nicht austragen, sondern es wird in einer "Egg and Sperm"-Bank für sie erzeugt. Schnell erweist sich die Idee des Elternseins als schwierig und es kommt zu einem Streit, bei welchem Sal ankündigt, die Scheidung zu wollen. Keiner von den beiden will sich allerdings um das Kind kümmern. Bei der zuständigen Behörde wird ihnen eine "RAB" vorgeschlagen. Eine "retroactive abortion" bei welcher die Dokumente des Kindes annuliert werden und während sie nicht hingucken, das Kind aus dem Fenster geschmissen wird. Kurzerhand sind die beiden wieder glücklich darüber, den Ballast nicht mehr zu haben und beschließen, es noch mal miteinander zu versuchen. Und vielleicht auch bald wieder ein Kind zu haben.

Die letzte Geschichte heißt "Sewer Rat" und spielt in Chicago des Jahres 1964. Laut den Angaben ist sie irgendwie Autobiographisch. Gezeichnet wurde sie von Del Close. Der Hauptcharakter heißt genauso. Es handelt sich um einen merkwürdigen, halbnackten Typen mit einer brennenden Gasflasche auf dem Kopf, der sich in der städtischen Kanalisation bewegt und auf Ratten schießt. Er stellt ziemlich schnell fest, dass alles was er erlebt Halluzinationen sind. Seien es die Ratten, mehrere Klone von sich selbst, eine Gruppe an Barbershop-Sängern als auch seine Mutter. Irgendwann schafft er es raus an die Oberfläche und man hält das was er grade tut für einen Publicity Stunt.

Fangen wir mal von hinten an. Tatsächlich soll "Sewer Rat" genauso oder ähnlich stattgefunden haben. Del Close hat in seiner Vergangenheit mehrere halluzinogene Drogen ausprobiert. Die Geschichte führt meiner Meinung nach ins nichts und auch der "Twist" überrascht mich nicht noch finde ich das irgendwie spannend. Eher merkwürdig. "R.a.b." ist eine finstere Satire auf eine überproduktive Wegwerfgesellschaft, in welcher Menschenleben kein Stück zählt. Manch einer würde auf die Idee kommen, es handele sich um Abtreibungsgegnerlogik. Man könnte es so interpretieren. Aber auch so, dass die Eltern keinen Bezug zum Kind haben (wollen) und keine Vorstellung davon haben, Eltern zu sein. Also können sie das Kind genauso wegwerfen. "Foo Goo" hingegen stellt einen Wunsch, für eine Minute aus dem bisherigen fürchterlichen Leben rauszukommen dar, auch wenn diese Minute den sicheren Tod bedeutet. Die Menschen sind bereit, den Himmel zu erleben - und das obwohl sie dafür sterben müssen. Insgesamt eine "Mixed Bag" an merkwürdigen Stories, die im Gegensatz zu vielen Horror Comics nicht mit irgendwelchen Gory Endings aufwarten sondern den Leser einfach verstören sollen. Ich fand das stellenweise amüsant, stellenweise einfach anstrengend zu lesen. Erinnert mich an klassische EC Horror Comics als auch das Magazin "Heavy Metal". Weird shit.

6/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von The80sVault:


Montag, 2. März 2026

Album der Woche#674: The Aquabats! - Charge!! (2005)

The Aquabats! leben in meinem Kopf schon ziemlich lange. Zumindest so lange, seitdem ich erfahren habe dass Drummere Travis Barker (of Blink-182 fame) dort eine Zeit lang Mitglied war - und seitdem ich dieses Meme gemacht habe, in welchem man sein eigenes Slipknot-Line-Up erstellen konnte. Die Aquabats waren selbstverständlich auch dabei.


Was zur Hölle ist denn das hier überhaupt? Nun ursprünglich bestand die Band The Aquabats! aus weiß ich nicht wie vielen Mitgliedern, inzwischen gibt es aber ungefähr drölf ehemalige Mitglieder und live wird/wurde man von verschiedenen Zusatzmusikern unterstützt. Die aus dem US-Amerikanischen Orange County stammenden Christian "MC Bat Commander" Jacobs und Chad "Crash McLarson" Larson haben damals die Band gegründet mit der Vorstellung sich über die damalige Szene lustig zu machen, die aus ihrer Sicht aus "zu viel Bier und Testosteron" bestand. Was daraus geworden ist: Eine, laut eigenen Angaben, Mischung aus der Musik von Devo, Ska, Punk und Surf. So greift man ein bei Devo ebenfalls vorhandenes Konzept von mehreren Leuten in gleich aussehenden Uniformen auf, die gemeinsam Musik machen. Dabei hat man auch eine fiktive Hintergrundgeschichte. So sind die Aquabats! nicht nur eine Band sondern gleichzeitig auch eine Gruppe von Superhelden, die in ihren Texten eben dieses Superheldendasein aufgreifen. Es existierte auch eine zwei Staffeln andauernde "The Aquabats! Supershow!", die von 2012-2014 ausgestrahlt wurde. 

"Charge!!" ist das inzwischen vierte Studioalbum, der auf fünf Mitglieder geschrumpften, ehemaligen Ska-Punk-Band. Ganz richtig, zu dem Zeitpunkt hat man Offbeat und Trompeten (beinahe) komplett aufgegeben und auch das Line-Up von acht auf fünf Leute reduziert. Lyrisch bewegt man sich in ähnlichen Gefilden wie schon vorher: Nämlich Satire auf Nerd- und Popkultur, vollgesaugt mit verschiedenen (selbstbezogenen) Anspielungen. Ich fühle mich bereits beim ersten Song "Fashion Zombies" positiv auf "Teenagers from Mars" von Misfits erinnern. Und zwar sowohl rhythmus- als auch lyricstechnisch. So gibt es hier mehrere Worte die auf "tion" enden, die sich ähnlich anhören - ob das Absicht war oder nicht, lass ich mal so dahin gestellt. Weitere Songs, die mir so unglaublich gut gefallen sind "Nerd Alert" und "Look At Me, I'm A Winner". Das Album funktioniert sehr gut, schafft es nämlich gleichzeitig die besagten popkulturellen Referenzen einzubauen, eine gewisse Goofyness beizubehalten und trotzdem nicht wie ein komplett (schlechter) Witz zu klingen. Durch das Weglassen von Bläsern bzw. das Reduzieren des Line-Ups zu einem Quintett schaffen es die Aquabats! eine gewisse Ernsthaftigkeit zu erlangen. Eine fantastische Mischung aus New Wave, Punk und Synth-Pop. Gerüchten zufolge ihr bestes Album überhaupt. Ich wusste nämlich nicht so recht was auf mich zukommt und war mehr als positiv überrascht. 

8,25/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Fashion Zombies, Nerd Alert, Look At Me I'm A Winner



Freitag, 27. Februar 2026

Happenings des Monats: Februar'26

DEFTONES + DENZEL CURRY + DRUG CHURCH am 07.02.2026 in Westfalenarena, Dortmund

Ich habe irgendwann letztes Jahr die Karte auf Raten gekauft und ich war sehr froh nicht die Sitzplatzoption ausgewählt zu haben. Eigentlich kaufe ich gar nichts auf Raten und es bleibt auch so. Aber dafür hat es sich echt gelohnt. 


Zunächst mal: die Woche war durchaus anstrengend und am Samstag habe ich bei einem großflächigen Umzug von Genossin V und Genosse M mitgeholfen. Trotz dessen wollte ich Abends noch unbedingt auf das Konzert, auch wenn ich relativ fertig war. Irgendwie haben mir diese ganzen Anstrengungen aber gut getan. Insgesamt war ich ziemlich im Eimer, aber zufrieden.

 Als ich aus der U-Bahn gestiegen bin, habe ich ziemlich schnell gemerkt wo die Schlange ist. Dann habe ich aber gemerkt, wo das andere Ende ist. Es war mindestens ein Kilometer, also ging es weiter

rein in diesen Westfalenpark und irgendwo ein Gebüsch finden, damit diese ganzen Leute mir nicht beim Pissen zusehen können. Kaum in der Schlange angestellt, bewegten wir uns ziemlich schnell fort. Irgendwann kamen die typischen Rufe: "Wodka, Whisky, Jägermeister!", "Leergut!", "Tickets?!" usw. usf. Ich bin durchaus schnell drin gewesen und hatte kein Bock mich extra in der Garderobenschlange anzustellen. Also ging mein Jutebeutel mit und ich habe gehofft, einen Platz rechts neben der Bühne zu ergattern. Tatsächlich war das dann so. Ich war, trotz der Gigaschlange vorhin, ganz vorne und konnte mir (auf Zehenspitzen wohlgemerkt) alles angucken. 

Den Anfang machten Drug Church. Habe noch nie von dieser Band gehört. Na gut, vielleicht habe ich den Bandnamen irgendwo gelesen, aber ich bin nicht in den Genuss des Musikhörens gekommen. Was mich dann erwartet hat war eine Art Mischung aus Hardcore Punk und Seattle Sound. Sprich Hardcore Shouts und Grunge Gitarren. Oder um es super professionell auszudrücken: Post Hardcore mit Grunge Kante. Durchaus genießbar, zu Beginn schien mir alles erstmal zu verkrampft doch es dauerte nicht lange, bis die Band sich warm gespielt hat und das Publikum begeistern konnte. Immer wieder nett, wenn Bands dazu aufrufen aufeinander im Pit aufzupassen usw. usf. Ziemlich kurzer Auftritt (20-25 Minuten?) leider.

Ich habe beinahe vergessen, wer als nächstes auftreten wird. Nämlich gottverdammtnochmal Denzel Curry. 2019 habe ich sein Album "ZUU" reviewt und seitdem keinen Song mehr gehört. Umso überrascht war ich dann als er sein Set mit "RICKY" angefangen hat. Mir war es dann auch völlig egal ob es komisch wirkt, dass irgendso n bärtiger, langhaariger Typ mit Mayhem-Patch auf der Jacke zu Florida-Rap fast ausrastet. Leider konnte ich mich an keinen anderen Song erinnern - vielleicht weil sie jünger als 2019 waren - dafür aber an "Ultimate" und an das Cover von "Bulls On Parade", das zum Schluß kam. Mit Denzel Curry kamen auch die absolut weirden Video-Einblendungen. Während bei Drug Church noch das Bandlogo immer wieder auf und abtauchte zeigte man hier unter anderem einen sehr dicken halbnackten Mann der in einer Art Deep Fried Meme auftaucht und seine Haut purpur gefärbt war, sodass er wie Barney der Dinosaurier ausgesehen hat. Spannend. Ich find's nur noch spannend zu dem Zeitpunkt und habe enormen Spaß. 

Und dann irgendwann eine halbe Stunde später nach Denzel Curry betreten diese Shoegaze/Nu Metal Veteranen die Bühne und alles ist noch tausend mal besser. Deftones spielen mehrere Klassiker wie "Be Quiet And Drive (Far Away)", "Change (In The House Of Flies)" als auch "7 Words". Allerdings auch "neuere" Sachen wie "Hole In The Earth". Auf "Back To School" hat man komplett verzichtet, ich habe auch "Minerva" leider nicht gehört. Das hat mir tatsächlich sehr gefehlt. Ansonsten kann ich absolut nicht meckern. Ich mein, man hat als Band ja auch durchaus die Schnauze voll davon, gewisse Songs zu spielen. Jedenfalls ist sehr viel positive Energie da. Chino Moreno ist der Alternative Michael Jackson, wie er sich auf der Bühne bewegt und super viel Spaß hat. Dazu kommen noch die interessanten Visuals die auf der Leinwand hinter der Band mit den Aufnahmen der Band in Echtzeiten kombiniert werden. So sehen wir (mal wieder) Deftones in einer Art Crispy Deep Fried Meme Filter als auch irgendwelche Ausschnitte aus einem sowjetischen Cartoon, Wellen eines Ozeans die auf einen Strand einschlagen usw. usf. Das Publikum ist durchaus in Ordnung. Eine Mischung aus älteren Semestern (bärtiger Typ mit Brille und Cap aka Mark Forster in alt aka Sido) und jüngeren Semestern, die ich erstmal pauschal als TikTok Goths bezeichne. Allerdings ist es vollkommen egal, aus welchen Zusammenhängen diese jungen Leute Deftones kennen - denn sie sind gekommen um sie zu sehen und können ALLES mitsingen. Sie sind enthusiastisch und froh darüber, hier zu sein. Das freut mich wirklich enorm. Für mich hat sich ein kleines Träumchen erfüllt. Fühle mich irgendwie wie bei dieser "Anger Management"-Tour mit Limp Bizkit, Eminem, XZibit und Papa Roach. Nur dass ich damals natürlich nicht dabei war - das hier ist der Ersatz dafür für mich. 





Trauerkundgebung für Alexej Navalny am 15.02.2026 in Düsseldorf

Ich war schon ziemlich lange bei keiner Kundgebung von "Freies Russland NRW" und dies schien mir die optimale Gelegenheit zu sein irgendwie mich auszudrücken. Dies ist ganz wichtig im heutigen politisch wahnsinnigen Zeitalter. Der 16.02.2024 ist der Tag gewesen an dem Navalny in Haft gestorben ist. Der Putin/Kremlkritiker wurde einst nach einem Giftanschlag und seiner Rückkehr von Berlin nach Moskau verhaftet und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Vor zwei Jahren hat man ihm im Gefängnis umgebracht, behauptete aber er starb aufgrund einer "Komplikation". Mittlerweile sind mehrere europäische Laboratorien einig, dass er mit Gift eines Pfeilgiftfrosches vergiftet wurde. Ich

muss sagen, dass ich kein großer Navalny-Fan war. Ich sah einige seiner Aussagen durchaus kritisch - mehr als kritisch. Ich würde behaupten, dass Navalny in seiner Vergangenheit nationalistisch agitiert hat und einige Dinge gesagt hat, die gar nicht klar gingen. Zum Beispiel über die Halbinsel Krim die nicht einfach so zurück gegeben werden darf, man müsse ein richtiges Referendum abhalten. Oder die Behauptung Georgier wären Nagetiere. Das sind alles Sachen, die gesagt wurden und gar nicht in Ordnung waren. Ich muss allerdings sagen, dass ich festgestellt habe dass er sich während seines Knastaufenthalts verändert hat. Er sagte, dass die Grenzen von 1991 wieder hergestellt werden müssen, also im Grunde dass die Ukraine die Krim wieder zurück bekommen soll (und andere besetzte Gebiete auch). Er verurteilte den Krieg auch eindeutig - sogar vor Gericht, auch wenn ihm das wahrscheinlich weitere Strafen eingebracht hat. Trotz meiner Kritik an ihm bin ich allerdings immer noch der Meinung dass kein "politischer Gegner" in ein Gefängnis gehört - bloß weil er einer anderen politischen Meinung ist. Wir haben uns also versammelt, nicht nur um ihn zu trauern sondern auch um uns als auch andere zu ermutigen, irgendwie weiter zu kämpfen. Auf die Straße zu gehen, Spenden zu sammeln - egal ob für (Rettungs)Drohnen, Hitzegeneratoren, medizinische Hilfe oder viele andere Sachen. Es ist, so klischeehaft das auch klingt, immer noch verdammt wichtig ein politisches Zeichen zu setzen, zu zeigen dass es Gleichgesinnte gibt. Übrigens: Falls ihr Lust habt die Spendenaktion "Energy For Life" zu unterstützen (wir sammeln Elektrogeneratoren für verschiedene Institutionen in der Ukraine) so klickt auf den PayPal-Link. Jede Spende, egal wie klein oder groß, ist willkommen.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Film der Woche#671: Hardcore Henry (2015)

In Deutschland bekannt als "Hardcore". Ich habe vor Ewigkeiten mal einen Ausschnitt des Films gesehen. Darin war ein sichtlich verwahrloster Mann in einer russischen Straßenbahn zu sehen, der aus dem Fenster einen anderen Mann anschreit. Der andere hatte einen silbernen Ganzkörperanzug an. Der erste schrie "GEILE JACKE! WO HASTE DIE HER?" - der andere eröffnete daraufhin das Feuer mit einem Flammenwerfer. Diese Szene fand ich so großartig und so lustig, dass ich irgendwann rausgefunden habe, wie der Film nun heißt. Es dauerte aber erstaunlich lange, bis ich ihn tatsächlich gesehen habe. Und nun sind wir hier.


Zu Beginn lernen wir Henry (verschiedene Darsteller, u.a. Regisseur Ilya Nayshuller) kennen. Er erwacht in einem Labor in einem Luftschiff. Die Frau die ihn erweckt stellt sich als Estelle (Haley Bennett) vor. Henry hat Amnesie und weiß nicht wirklich wer er ist. Bei einem Unfall wurde sein Arm und sein Bein abgerissen. Er ist nun ein Cyborg mit künstlichen Gliedmaßen. Estelle erklärt ihn, dass sie tatsächlich seine Frau ist und ihn liebt. Da Henry nicht sprechen kann, kommuniziert er mit Kopfnicken und Kopfschütteln. Kurze Zeit später, während eines weiteren "Anpassungsprozesses" wird das Labor von bewaffneten Männern angegriffen. Der Anführer der Männer, eine Art Raiden auf Temu bestellt, ein Typ namens Akan (Danila Koslowski) hat übersinnliche, fast schon Darth-Vader'sche Fähigkeiten. Er kann Menschen levitieren lassen. Estelle und Henry können fliehen, landen allerdings unsanft mit ihren Rettungskapsel in Moskau. Ganz genau, das Ganze spielt in Russland. Es beginnt eine weitere Flucht von Akans Männern, bei welcher Estelle entführt wird. Im weiteren Verlauf des Films lernt Henry einen Typen namens Jimmy (Sharlto Copley aus "District 9") kennen. Dieser hat eine Rechnung offen mit Akan und will Henry unbedingt helfen.

Was ich bis jetzt nicht erwähnt habe: "Hardcore Henry" spielt die ganze Zeit über in der Ego-Shooter-Perspektive. Der Film ist vollgeballert bis zum geht nicht mehr mit Action. Das heißt: Parcour, Explosionen, Nacktheit, abgetrennte Gliedmaßen, Explosionen, Geballer, schnelle Autofahrten. Im Grunde genommen ist es eine Videospielverfilmung ohne eine zu sein. Also, ein Videospiel-Film. Im Prinzip. Es ist sicher, dass der Film niemals einen Oscar gewonnen hat. Niemals. Aber er macht so unfassbar viel Spaß. Vor allem weil er so vorhersehbar und so hohl ist. Es ist wirklich unfassbar lustig. Und ja, es könnte einen durchaus schwindelig werden wenn man alles in der 1st-Person-Perspective sieht. Aber ich finde, es war gut auszuhalten. Ich hatte wirklich großen Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 24. Februar 2026

Comic Book Review#669: Suicide Squad#1 (1987)

Wieder mal die obligatorische Frage: Wie zur Hölle bin ich auf diesen Comic gekommen? Nun, eigentlich wollte ich die Ausgabe#2 reviewen, weil das Cover dazu mir auf Instagram ins Auge gestoßen ist. Doch dann dachte ich mir, dass es doch viel besser wäre ganz am Anfang zu starten. Im Jahre 1987. Die erste Suicide Squad Comicreihe startet - und ist anders aber doch nicht so viel anders wie ihre späteren Inkarnationen.


Es fängt an an einem Flughafen in den USA. Mehrere Terroristen mit Superkräften (unter anderem, eine Art Ginn) greifen an. Sie bewegen sich durch Portale und greifen am Ende die Air Force One an - das Flugzeug des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Ganze eine Machtdemonstration war. Es war echt. Menschen im Flughafen sind gestorben und wurden verletzt, nur damit der Präsident von dem (fiktiven) Land Qurac dargeboten bekommt was die von ihm beauftragte Truppe so alles kann. Der Flughafen war eine Attrappe, die einem US-Flughafen ähneln sollte. Als nächtes befinden wir uns im Belle Reve Gefängnis in den USA. Dort wird grade die Suicide Squad wegen der grade eben beschriebenen Situation gebrieft. Amanda Waller, Chefin der Regierungsorganisation ARGUS leitet das Ganze. Bei der "Suicide Squad" handelt es sich um eine Ansammlung von Bösewichten, die im Gefängnis einsitzen. Sie sollen bei geheimen Missionen eingesetzt werden - im Gegenzug bekommen eine Strafminderung. Dabei werden ihnen Armbänder mit Bomben umgeschnallt, die explodieren falls sie sich zu weit von ihrem Team entfernen. Ihre nächste Aufgabe ist es, nach Qurac zu reisen um dort die operative Basis von "Jihad" (des oben erwähnen Terroristenteams) zu infiltrieren und alles zu zerstören. Schließlich hat man nun anhand von Videobeweisen mitbekommen zu was "Jihad" in der Lage ist. Und bevor sie tatsächlich einen US-Flughafen angreifen und es zu spät ist, muss man nun intervenieren. Doch alles muss geheim bleiben - denn falls was schief gehen sollte, kann man die Suicide Squad immer noch liquidieren. Die Mitglieder die in der ersten Ausgabe dabei sind: Captain Boomerang, Enchantress, Colonel Rick Flag, Deadshot, Bronze Tiger und Nightshade.

Es ist eine typische Story für Suicide Squad. Ein Bedrohungsszenario wird vorgestellt, mitsamt neuer Schurken. Daraufhin wird ein Team gebrieft, welches alles andere als nett und freundlich ist weil es eben aus Bösewichten besteht. Dann wird das besagte Team auf eine Mission geschickt. Was auch typisch ist: Neckereien untereinander. Beziehungsweise eigentlich ist Captain Boomerang der einzige ekelhafte Typ der ständig am stänkern und nerven ist - und später mehr als angenervt als man ihn damit konfrontiert. Die Zeichnungen sind typisch für diese Zeit. Realistisch, aber nicht zu sehr. Natürlich passiert alles entweder mit Einbezug eines fiktiven islamischen Landes oder in einem fiktiven islamischen Land, dass eine Bedrohung für die USA darstellt. Mir hat gefallen, wie auf den ersten Seiten die Namen der Zeichner und Autoren "eingeblendet" werden, wie in einem Film. Alles in allem ist es eine durchschnittliche Durchschnittsgeschichte, die ich nicht weiter verfolgen werde. Mag sein, dass es damals ziemlich neu war. Wobei selbst das nicht ganz stimmt, schließlich wurde "Suicide Squad" von "The Dirty Dozen" und der Serie "Mission: Impossible" inspiriert. Anyways: Ist okay. Aber mehr auch nicht.

6/10 Pfandflaschen
Made by: John Ostrander, Luke McDonnell
Hier ein Video von The Comic Archivist dazu:


Montag, 23. Februar 2026

Album der Woche#673: Anouk - Urban Solitude (1999)

Ich weiß nicht mehr genau, wann es war. Wahrscheinlich Anfang der 2000er Jahre. Ich saß bei meinen Großeltern im Wohnzimmer und es lief entweder MTV oder irgendein russischer Sender, der zur Überbrückung der Zeit zwischen zwei Sendungen Musikvideos gesendet hat. Auf einmal lief "The Dark" von Anouk. Ich war fasziniert von der Machart und von den merkwürdigen Figuren. Die Musik fand ich auch irgendwie cool. Seitdem lebt dieses Video irgendwo in meinem Hinterstübchen.


"Urban Solitude" ist das zweite Album von Anouk Schemmekes, die sich in der Musikwelt lediglich Anouk nennt. Sie ist eine niederländische Pop/Rock-Sängerin, die ganz viel Einflüsse aus Soul, Blues und R&B gesammelt hat, als auch zeitgenössischer Musik wie Alternative Rock oder Hip-Hop. Am Ehesten würde ich den Sound den ich hier zu hören kriege beschreiben als eine Mischung zwischen Guano Apes und Alanis Morisette. 

Anouk schafft es nämlich sowohl verträumt und (ha witziges Wort) melancholisch zu klingen als auch tough. Zumindest so tough, wie das ihr die poppige Schablone irgendwo möglich macht. Denn sie ist zwar eine Singer/Songwriterin, allerdings trotzdem eine Sängerin die im Pop-Mainstream bis zu den Hüften steht. Sprich jemand der poppige Musik macht, aber sie gleichzeitig selbst schreibt. So kann es nicht sein, dass diese Songs irgendwie eine besonders harte Kante haben. Aber stattdessen sind sie ehrlich, ohne besonders viel Schmalz. Es gibt schmissige Gitarren-Riffs zu hören, wirklich sehr schönen unaufgesetzten Gesang und tatsächlich sowas wie einen Rap-Part. Ich finds witzig, wie sie aus dem nichts "Do you think I'm blind, sucka!?" sagt. Man könnte es Alternative Pop oder Pop Alternative nennen. Wie auch immer. Jedenfalls habe ich es nicht bereut, mir das ganze Album reinzuziehen. Auch wenn sie wahrscheinlich live nicht angucken würde. Trotzdem: Großartiges Album. Achja: Es gibt ein Tribute an Tom Waits. Der Song heißt einfach "Tom Waits"

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Dark, Don't, R U Kidding Me


Donnerstag, 19. Februar 2026

So isses, Musik!#208



Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Chris Rea: Water Sign (1983)

Interessant. Irgendwer hat mir damals Chris Rea madig gemacht. Ich glaube, das war der deutsche Comedian Thomas Herrmanns, der den Künstler als "diesen kleinen miesen Hobbit" bezeichnet hat. Oder so. Jedenfalls war das ganz schön ungerecht.

"Water Sign" ist das fünfte Album von Chris Rea. Ursprünglich wollte die Plattenfirma die Songs nicht finanzieren und so sah sich Rea gezwungen beinahe alle Instrumente selbst zu spielen. Bis auf die Drum Machine. Herausgekommen ist ein Werk irgendwo zwischen Mitte-80er-Soft-Rock, keyboardgetankten Wave und äh erdiger/kerniger Divorced Dad Music. 


Doch es funktioniert erstaunlich gut. Sehr simpler, unkomplizierter Sound. Mit durchaus unkomplizierten Lyrics. Dazu kommen aber auch noch Einsätze von Saxophon und Mundharmonika. "Deep Water" ist meines Erachtens der beste Songs hierauf. Dicht gefolgt von "Candles". 

Wahrlich schön und unkompliziert. Nicht aufgeblasen. Einfach n Typ, der mit etwas Unterstützung versucht gute Musik zu machen. Mehr nicht.

Anspieltipps: Deep Water, Candles, Let It Loose
7/10 Pfandflaschen





Santana: Abraxas (1970)

Carlos Santana und seine Mitmusiker kenne ich unter anderem durch meinen Vater (der mir einmal irgendwas von "Supernatural" gezeigt hat, ich glaube das war "Smooth" mit Rob Thomas) als auch durch meinen (Stief)Großvater mütterlicherseits der sich eins über eine Santana-Compilation (von Tchibo) sehr gefreut hat. 


"Abraxas" ist das zweite Album von CS, erschienen im Jahre 1970. Als Cover ist ein Gemälde namens "Annonciation" von Mati Klarwein zu sehen. Der Titel bezieht sich auf den Roman "Demian" von Herman Hesse. Ich habe tatsächlich vor dieses Jahr "Supernatural" als Review rauszubringen, ich weiß leider nicht wann. Allerdings hat mich dieses Album so sehr auf "Abraxas" scharf gemacht, sodass ich mich besonders gefreut habe als ich es in Marlyns Plattensammlung entdeckt habe. Heiliger Fick. Es hat alels. Blues, Jazz, Salsa - in anderen Worten genau das wofür Santana berühmt wurde. Latin Rock. "Black Magic Woman", eines der bekannteren Songs auf dem Album hat meiner Meinung nach durchaus Anleihen an die späteren bombastischeren Werke von The Who. 

Ein musikalisches Meistererzeugnis dass schafft verschiedene Stile zu verbinden, ohne das alles erzwungen klingen sondern wie aus einem Guss. Ich habe nun nichts mehr zu sagen und verlinke hier weiter unten "Oye Como Va".

Anspieltipps: Oye Como Va, Black Magic Woman, Samba Pa Ti
9/10 Pfandflaschen



--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

Alles klar, ich beende das Ganze jetzt. Wobei, so ganz richtig ist das nicht. Es kommen jetzt zwei Sampler, die am Ende des Alphabets stehen weil kyrillisches Alphabet. 

58. КИНОпробы

Dabei handelt es sich um einen zweiteiligen Sampler. Ein Tribute an das Schaffen von Viktor Tzoi bzw. der Band KINO, die jedem Liebhaber von traurig klingender, russischsprachiger Musik bekannt sein dürften. Der Sampler kam Anfang der 2000er Jahre raus und beinhaltet Beiträge von damals populären russischsprachigen Alternative Rock Künstlern. Da wären Vopli Vidoplyasova (Ukraine), Zdob Si Zdub (Moldawien), Mumij Troll, Tanzy Minus, Zemfira oder Naiv. Die Songs variieren zwischen Punkrock, Alternative Rock und Indie. Das traurige ist, dass einige der Künstler - allerdings zumindest der Großteil der hier aufgezählten zum Glück nicht - mittlerweile absolute Z-Idioten geworden sind.

59. Гражданская оборона. Трибьют

Ein weiteres Tribute-Album. Diesmal an Grazhdanskaya Oborona, das berühmte und durchaus umstrittene Projekt von Egor Letov. Wieder ein Album von Anfang der 2000er. Wieder mal namhafte Alternative Rock Künstler: Leningrad, Lyapis Trubetskoy, Tschish i Ko als auch einige Namen die mir relativ wenig sagen. Durchaus vielfältiger Sampler, der wie "KinoProby" die Bandbreite der russischsprachigen Alternative Szene abdeckt. Und wieder mal sind einige Künstler dabei die inzwischen Z-Idioten geworden sind.


--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ab in den .mp3-Himmel:

Ich habe hier einige Sachen geschafft, die ich für unmöglich gehalten habe. Meine Plattensammlung (7inches und LPs) ist reviewt, genauso wie meine Tapesammlung. Ich habe auf dem Blog meine digitale Sammlung reviewt und nun komme ich zu einer Art Resteverwertungsprozess. Neben den Alben auf meiner externen Festplatte befinden sich zwei Ordner. Sie heißen "Einzelne Songs" und "Einzelne Songs 2". Darin finden wir überreste von alten MP3-Playern usw. usf. Im ersten Ordner sind tatsächlich "Überreste", also Sachen die irgendwann runter geschmissen wurden weil zu wenig Speicherplatz.

- Einzelne Songs:

Meine Fresse ist das wild. Ich finde hier zwei Unterordner: "Dolphin" und "Saalschutz". Im ersten natürlich ein paar Songs des russischen Rap/Trip-Hop-Künstlers "Delfin", im zweiten einige wenige Songs der Electro Punk Band "Saalschutz". Unter anderem "Während du feierst stirbt dein Volk". Dazu kommen aber noch so Sachen wie "Hybrid Stigmata" von Dimmu Borgir (wie kommt es hierhin???), "No Emotions" von Combichrist und das Cover von KoRns "Make Me Bad" von Rapper Danny Brown. Wenn wir schon bei KoRn-Covern sind. "Need To" wird hier von Staind gecovert. Keine Ahnung wie ich dran gekommen bin. Nicht weniger interessant ist aber "What Have I Done" - ein Synthpop Song von einem jungen Jonathan Davis. Was "Warum" von GZUZ hier zu suchen hat kann ich auch beantworten. Ich fand's damals halt ziemlich geil und hab's mir von YouTube gezogen. Ebenso wie "Ich und mein Pony" von The Toten Crackhuren im Kofferraum.

Das wars mit dem ersten Ordner. In zwei Wochen fang ich an, den zweiten hier auseinderzupflücken.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Linkin Park Discography: One More Light (2017)

Letztes Album von Linkin Park mit Chester Bennington am Gesang vor seinem Suizid im Jahre 2017. "One More Light" bewegt sich ein großes Stück weg von "The Hunting Party". War das Album davor noch ein Schritt zurück zu den Nu Metal Wurzeln der Band und eine Art Verneigung vor "Hybrid Theory" ist von eben dieser Verneigung oder geschweige denn Gitarren eigentlich gar nichts mehr hier zu hören.


Es ist ein durchweg emotionales Album, welches sehr viele persönliche Dinge anspricht, die im Chesters Privatleben passiert sind. Mit den Texten wollte er auch ein Publikum erreichen, dass ähnliches durchgemacht hat um zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Eines der Songs hierauf, die für viel Aufruhr gesorgt haben war "Heavy". Ein sehr poppiger, emotionaler Song der viel im Radio gespielt wurde. Ich verstehe den Text heutzutage viel mehr als damals. Ich verstehe Chester generell viel mehr als damals. 

Dazu kommen noch selbstverständlich Rap Parts von Mike Shinoda, Gastparts von den Rappern Stormzy (yeah) und Pusha T (meh) als auch Sängerin Kiiara (auf "Heavy"). Wie schon gesagt: Ich verstehe das alles, warum die Texte so sind wie sie sind. Im Grunde nicht viel anders als auf anderen LP-Veröffentlichungen. Das hat alles seine Daseinsberechtigung. Mir gefällt allerdings dieser Schritt Richtung Electro Pop/Wasauchimmerdasseinsoll absolut nicht. Es fehlt die Schärfe des ursprünglichen LP-Sound, die den Texten die nötige Schwere und eine gewisse Echtheit verliehen hat. So klingt alles auf einmal plötzlich sehr weinerlich und in meinen Ohren einfach unnötig poppig. Ich find's wirklich sehr schlimm. Wie gesagt: Das liegt nicht an den Texten sondern am Sound. Das ist nicht mein cup of tea.

Keine Bewertung

Anspieltipps: Good Goodbye



Opeth Discography: Heritage (2011)

Erstes Album von Opeth nach "Watershed" (2008). Damals zeichnete sich schon seit ein paar Alben eine langsame Abkehr von Death Metal. Hier hat man den Schritt zu Ende durchgeführt. Opeth sind nun, zumindest auf diesem Album, keine Progressive Death Metal Band mehr. Stattdessen fokussiert man sich komplett auf dem "Progressive" Teil in der Genre-Bezeichnung. Das heißt: Keine shreddernden Riffs, keine gutturalen Vocals mehr, kein immer mal wieder vorkommendes Blast Beat Inferno. Opeth


sind nun eine Progressive Rock Band, die aufgrund der Komplexität bei den Instrumentals auch etwas ins leicht Jazzige abdriftet. 

Im Grunde genommen bleibt man beim alten - nur wechselt man das Genre. Und ich meint das ernst mit "jazzig". Es gibt hier einige Momente, die auch auf alten Jazz Rock Alben der 1970er auftauchen könnten. Wie schon auf vorherigen Alben wechselt man zwischen ruhigen und aufwühlenden, energischen Passagen. Nur sind die letztgenannten keine komplexen Death Metal Riffs sondern, wie jetzt zum dritten Mal erwähnt, jazziges, progressives Gefrickel. Es ist merkwürdig, wie plötzlich das kommt - dabei empfinde ich das nur so, weil ich die Alben nacheinander höre. In Wirklichkeit liegen ja drei Jahre dazwischen. Eine Band die einst düsteren DM gemacht hat, macht jetzt groovy progressive Jazz Rock. Abgefahren. Das Artwork ist gleichzeitig eine Verneigung vor den eigenen Wurzeln als auch eine Art Hinwendung zu der Zukunft. Der Baum stellt eine Verwurzelung in der Hölle (Death Metal) und eine Zukunft mit sonnigen Aussichten. Selbst ehemalige Bandmitglieder sind hier als Totenschädel verewigt. Steven Wilson von Porcupine Tree hat das Ganze produziert und betrachtet es als Teil einer Trilogie - die anderen Teile sind sein Soloalbum "Grace for Drowning" und dem selbstbetiteln Album von Storm Corrosion (dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen und Mikael Akerfeldt). Ein bestimmtes Konzept kann ich bei dem Album nicht erkennen - allerdings geht es, wie der Titel schon anmutet um das Erforschen eigener musikalischer Wurzeln. Überraschend gutes, eingängiges Werk.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Famine, Haxprocess, The Devil's Orchard



Mittwoch, 18. Februar 2026

Film der Woche#670: The Decline of Western Civilization Part III (1998)

Nun sind wir am Ende der "Decline"-Trilogie von Penelope Spheeris angekommen. Tatsächlich erinnerte ich mich an den ersten und den letzten Film am meisten. Liegt vielleicht daran, dass ich den zweiten gar nicht gekannt habe. Wie auch immer. Scheinbar ist das Motiv "jemand brät sich ein Spiegelei" in jeden der drei Filme zu sehen. So war es zuerst Darby Crash von The Germs, dann Ozzy Osbourne und nun ist es nun ein gewisser Eyeball Skinner von der Band "The Resistance".

Aufgenommen zwischen Juli 1996 und August 1997 erzält der dritte Part nicht vorrangig vom Leben irgendwelcher OG-Hardcore Punk Bands und auch nicht von irgendwelchen Rockstars die dabei sind

sich selbst zu zerstören. Stattdessen fokussiert sich der Film auf die damals gegenwärtige Hardcore Punk Szene. Vier Bands wurden bei ihren Auftritten gefilmt: Naked Aggression, Final Conflict, Litmus Green und The Resistance. Dabei werden die erst- und letztgenannten ausführlichst interviewt. So handelt es sich bei NA um politisch motivierte Leute, die eine musikalische Ausbildung genossen haben, zumindest teilweise, und sehr motiviert sind ihre ablehnende Haltung gegenüber Polizeigewalt und Rasissmus unter die Leute zu bringen. Währenddessen besteht The Resistance, soweit ich das verstanden habe, aus Squat Punx - zumindest zum Teil die in ihren Songs von ihrem Alltag berichten als auch von sexuellen Vorlieben. Achja und Eyeball brät sich ein Ei. Es wird auch Keith Morris (ex-Black Flag, zu dem Zeitpunkt Circle Jerks) interviewt und für einen Moment sogar Flea (ex-Fear, die im ersten Film aufgetreten sind als auch RHCP). Rick Wilder (ein sichtlich von Drogen gezeichneter OG von der Band "The Mau-Mau's") spricht im Interview über die frühere Punkszene. Doch viel interessanter sind die zahlreichen Interviews mit als auch Einblicke in die Leben verschiedener Gutterpunx (so nennt man diejenigen, die auf der Straße leben): Squid, Hamburger, Why-Me?, Troll oder Spoon. Die Jugendlichen kommen aus gewalttätigen und vernachlässigenden Elternhäusern und wurde teilweise in sehr jungen Alter auf die Straße gesetzt oder kamen sehr früh mit harten Drogen oder Alkohol in Berührung.

Diesmal fokussiert sich der Film weniger auf die Musik als auf den "Followern", den "Fans". Es geht aber weniger darum, was die Musik ihnen bedeutet sondern wie ihr Leben aussieht und wie sie zu diesem Leben gekommen sind. Manch einer scheint schlechter auszusehen als der andere, manch einer besser als der andere. Es kann sein, dass 1-2 von ihnen aus einem eigentlich wohlhabenden Hause kommen - aber andere Umstände sie dazu gezwungen haben, von dort abzuhauen. Der Film ist nicht dazu da, wie ein Voyeur diese ganze Tristesse anzuglotzen. Tatsächlich ist er, meiner Meinung nach, dafür da, um zu realisieren wie wertvoll menschliches Leben ist und dass es nicht auf den Müll geworfen gehört. Außerdem realisiert man dabei noch mehr, wie froh man ist dass man unter geregelten Umständen leben kann, einen Schlafplatz hat, was zu Essen hat. Manche von hier abgebildeten Punx haben sich freiwillig für dieses Leben entschieden, weil ihr Zuhause voll mit Gewalt und Missbrauch war. Ihre Freunde von der Straße wurden ihre Ersatzfamilie. Dabei sind sie so ehrlich und sagen in die Kamera, dass sie die nächsten fünf Jahren wahrscheinlich nicht erleben werden. "Decline" 3 ist der wahrscheinlich verstörendste und herzzerreißendste Teil der Reihe. Ja, es mag sein, dass einiges gefilmt wurde um etwas mehr Aufmerksamkeit zu erregen - aber ich finde dass die Aufmerksamkeit ruhig auf diese Leute gelenkt werden sollte.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 17. Februar 2026

Comic Book Review#668: Batman#423 (1988)

Ich vermute mal, dass ich auf diesen Comic gekommen weil Instagram mir gerne Werke von Comic-Autor/Zeichner Todd McFarlane vorschlägt. Tatsächlich hat dieser das Cover hier gezeichnet. Sein Name ist auf dem Cover auch vermerkt, jedoch im Heft nicht. Was ich schade finde.

Geschrieben von Jim Starlin, gezeichnet von Dave Cockrum. Die Geschichte in der Ausgabe#423 von September des Jahres 1988 zeigt drei klitzekleine Batman-Stories aus der Sicht von drei Gothamer Polizeibeamten die alle in der gleichen Nacht auf den Dunklen Ritter getroffen sind. Jeder von ihnen erzählt seine Story. Den Anfang macht ein Polizist namens Bart. Dessen Aufgabe war um 2:45 nachts den Selbstmord eines jungen Mannes namens Kenny zu verhindern. Kenny selbst ist heroinsüchtig und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Als Batman auftaucht und es auch nicht schafft, dass er nicht springt kommt es zu Folgenden: Batman springt hinterher und wird von einer eigenen Enterhaken-Vorrichtung
aufgefangen. Er fängt den Jungen und redet so lange auf ihn ein, bis dieser seinen Fehler einsieht. Der andere Polizeibeamte namens Greg erzählt hingegen eine etwas andere Story. Darin ist Batman nicht schockierend sondern gewalttätig. So verhindert dieser nach einem Überfall durch eine Bande Punks auf ein Kiosk schlimmeres. Er verprügelt alle Bandenmitglieder und bedroht einen. Dabei sagt er, dass er in der Lage ist die allerschlimmsten Schmerzen auf der Welt zu verursachen. Die Sache endet damit, dass der Punk durch ein Fenster fliegt. Der dritte Cop im Bunde setzt sich am Ende der Ausgabe mit an den Tisch in einem Diner, in welchem die beiden anderen dinieren und erzählt wiederum was anderes. Er war heute nacht auf Patrouille als er zwei Kinder gesehen hat, die bei seinem Anblick weggerannt sind. Er wollte ihnen nichts tun, sondern wahrscheinlich sie zu ihren Eltern bringen. Es war immerhin sehr spät. Leider konnte er sich nicht einholen - bis Batman aufgetaucht ist. Das ältere von den beiden Geschwistern erzählte wie ihre Mutter gestorben ist, ihr Vater mit ihnen nach Gotham kam wegen eines Jobs und schlußendlich abgestochen wurde. Als man sie versucht hat in zwei unterschiedliche Kinderheime zu stecken, flüchteten sie und leben seitdem auf der Straße. In einer Box unter einer Brücke. Batman hört sich die Geschichte an und ist sichtlich gerührt. Die beiden anderen Cops können Jackson jedoch kaum glauben. Am Ende der Story sieht man wie die beiden Kids in einem Gästezimmer im Wayne Manor übernachten während Bruce Wayne seinen Butler Alfred damit beauftragt die nächsten Verwandten der beiden ausfindig zu machen.

Wenn man das Cover sieht, denkt man dass es sich wahrscheinlich um eine Entführungsgeschichte handelt. Batman hält hier eine Frau in seinen Armen, die sich nun sicher zu fühlen scheint. Fast so als hätte er sie aus den Fängen von Kidnappern gerettet. Doch damit hat die Story absolut nichts am Hut, wie ihr gerade gelesen habt. Stattdessen macht man den gleichen Move, wie später in der 1992er Batman-Zeichentrickserie oder noch später in "Batman: Gotham Knight". Man lässt drei Personen ihre drei Sichtweisen auf Batman schildern. Eine durchaus gelungene Maßnahme, um die verschiedenen Facetten des Dunklen Ritters zu zeigen. So verstehe ich zwar, dass er den H-Abhängigen beinahe anschreit, er solle sein Leben in Griff kriegen - dabei werden aber die Ursachen komplett unterschlagen. Er ist gewalttätigen Bandenmitgliedern, die drohen eine Frau zu töten, gegenüber selbst gewalttätig. Und zu guter letzt zeigt er sein großes Herz, wenn es um obdachlose Kinder geht. Eine meiner Meinung nach recht treffende Darstellung. Mit einem Bein steht die Story irgendwo kurz vor den brutalen 1990ern, mit dem anderen allerdings in den fröhlichen 1960ern. Schön bunt und durchaus realistisch gezeichnet ohne jedoch einen cartoonesken Touch zu verlieren - fast wie in "The New Adventures of Batman". Interessanter Ausflug.

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Comics with José:


Montag, 16. Februar 2026

Album der Woche#672: Sledgehammer Facelift - He Is Rizen EP (2024)

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Album gekommen bin. Entweder wurde es mir, wegen des absolut großartigen Covers zugeschickt oder ich weiß nicht. Nur um es mal, runterzubrechen: Ein Jesus in JNCO-Jeans (das sind doch welche, oder?), der von mehreren Leuten umringt ist. Darüber der grade mal so lesbare Bandschriftzug und dadrunter der Titel "He Is Rizen". Ganz genau, mit einem Z. Auch die Aufgaben der Bandmitglieder werden mit Zs versehen. So haben wir Drumz, Vocalz, Stringz. Nur bei "Bass" hat man kein Z hinzugefügt. Achja, mit drei Tracks ist es nicht wirklich ein Album sondern eher eine EP. Aber das ist meine Interpretation. Was zur Hölle ist das hier überhaupt?


Fünf Bandmitglieder, darunter zwei Vocalists (480Troy und Rolo) präsentieren eine kurzweilige jedoch äußerst brutale Death Metal EP. Und zwar aus der Sparte "Brutal Death Metal". Direkt aus Phoenix, Arizona präsentieren die beiden oben genannten Sänger plus Dillon an der Gitarre, Seth and den Drumz und Taylor am Bass ganze drei Songs: "Pain Is Free", "He Is Rizen" und "Savage State Of Mind". Dabei funktioniert alles nach der Formel "Wir machen Death Metal aber haben kein Problem mit Deathcore und überhaupt ich mach jetzt ÜÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜÜÜÜH". Überhaupt ist das hier mein Lieblingszitat. In "Pain Is Free" heißt es tatsächlich "ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH OOOOOOOOOOOH!". Es ist fantastisch. Brachiale Drums, Breakdowns, ein Bassist den man kaum hören kann und zwei Sänger die sich anhören wie drei weil einer die Stimmlage wechseln kann. Zumindest höre ich das irgendwie heraus. Es geht höchstwahrscheinlich um verschiedene Aspekte von zwischenmenschlichen Abgründen. Und natürlich samplet man irgendeinen Horrorfilm, den ich jetzt nicht kenne. 

Holy fuck, ist das hohl. So hohl. So hohl. Und zwar so hohl, dass es wiederum sehr viel Spaß macht, anzuhören. Heiliger Fick, ist das großartig.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Lol, es sind doch nur drei Songs die ich oben schon erwähnt habe.

Bandcamp

Donnerstag, 12. Februar 2026

My Favorite TV-Show: 24 Double Feature!

Und weiter geht die fröhliche Reise ins Land von "24". Diesmal behandeln wir zwei...Fortsetzungen oder so in der Art.

24: Live Another Day

Kaum ging es letztens erst mit der Hauptserie zu Ende, schon geht es an der gleichen Stelle weiter. "24: Live Another Day" ist im Grunde genommen eine Fortsetzung, kein Ableger, kein Spin-Off. Anstelle von 24 Folgen haben wir hier ganze 12. Doch eins nach dem anderen.


Wir befinden uns in London. Jack Bauer (immer noch Kiefer Sutherland) ist hier untergetaucht weil er sowohl von der US- als auch von der russischen Regierung gesucht wird. Schließlich hat er in der letzten Staffel aus Rache für den Tod von Renee Walker Mitglieder der russischen Regierung verletzt oder getötet. Chloe (Mary Lynn Rajskub), eine ebenfalls ehemalige CTU-Agentin und Bauers Vertraute hat sich einer Gruppe von Hackern angeschlossen. Sie selbst ist mittlerweile Whistleblowerin und wurde vom Londoner Zweig der CIA verhaftet. Man vermutet dort, dass Bauer einen Anschlag auf US-Präsident James Heller (William Devane), der in Staffeln 4-5 Außenminister war, plant. So findet man und verhafet ihn. Dies war allerdings nur eine Finte Bauers um irgendwie in die Nähe von Chloe zu kommen und sie da rauszuholen. Warum ist Heller in Großbritannien? Nun, es geht ihm um ein Treffen mit der britischen Regierung. Die USA sollen eine Drohnenbasis auf der britischen Insel Diego Garcia weiter betreiben dürfen. Zu blöd nur, dass eine amerikanische Drohne von jemand unbekanntes aus der Ferne manipuliert wird und mehrere britische Soldaten tötet. Es kommt zu einen Skandal. Der zuständige Drohnenpilot wird verhaftet und ihm werden mörderische Absichten unterstellt. Tatsächlich scheint jemand wirklich vorzuhaben, ein Attentat auf Heller durchzuführen. Jack tut sich mal wieder mit Chloe zusammen um näheres rauszufinden und das aller aller schlimmste zu verhindern.

Diesmal hat man die Handlung immer noch in 24 Stunden untergebracht, allerdings in 12 Folgen. So findet vor der letzten Folgen ein Zeitverschiebung von 12 Stunden statt. Eine ziemlich einfache Lösung. Alles findet immer noch in Echtzeit statt. Und zwar alles genauso unrealistisch viel für "nur" 24 Stunden. Man hat einfach die Handlung von L.A./Washington/N.Y. nach London versetzt und die britische Schauspiellegende Stephen Fry als Premierminister engagiert. Chloe sieht aus wie eine äh Goth-Hackerin. Nachdem ihrer Familie wirklich super schlimmes widerfahren ist, ist sie voller Trauer. Darum muss sie jetzt wie Noomi Rapace in diesen Stieg-Larsson-Verfilmungen aussehen. Es ist eine durchaus würdige Fortsetzung, die zeigt was passiert nachdem man Jack gesagt hat "nun äh sie sind frei, laufen sie weg, weil äh wir müssen sie leider jagen, so rechtlich gesehen dies das" und er geantwortet hat "ja boah keine ahnung macht das halt, mir egal. ihr kriegt mich nie". Wieder mal Intrigen über Intrigen. Ein Verräter in eigenen Reihen. Ein "Rogue Agent" wie Bauer, der offiziell mit den Behörden zusammenarbeitet obwohl er eigentlich hätte verhaftet werden müssen. Russland. Chinesen. Araber. Anschläge. Alles wie gehabt. Ich hatte Spaß daran, jedoch trotzdem sieht man hier schon einige Ermüdungserscheinungen. Irgendwo kopiert sich die Serie selbst und schafft so einen gewissen Nostalgie-Effekt. Es ist in Ordnung.



24: Legacy

"24: Legacy" darf definitiv gleichzeitig als Fortsetzung der ursprünglichen Serie (weil hier Charaktere daraus vorkommen) als auch als Spin-Off betrachtet werden - denn insgesamt hat sie nichts mit Jack Bauer und seiner direkten Umgebung zu tun.


Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Eric Carter (Corey Hawkins). Er ist ehemaliger Army Ranger, der einst für die CTU gearbeitet hat. Eines Tages wird das Haus überfallen, in welchem er als auch seine Frau Nicole (Anna Diop) wohnen. Die Angreifer sind islamistische Terroristen, die irgendein bestimmtes Paket haben wollen. Eric ist ratlos, ergreift aber die Initiative - und auch Nicole kann sich mit Einsatz von Schußwaffen wehren. Es stellt sich heraus, dass Eric einst an der Liquidierung des dschihadistischen Terroristen Ibrahim Ben-Khalid beteiligt war, zusammen mit anderen Soldaten die inzwischen ein bürgerliches Leben führen. Ben-Khalids Sohn Jadalla (Raphael Acloque) ist in der Hierarchie aufgestiegen und hat die ursprüngliche Terrorgruppe fortgeführt - um unter anderem seinen Vater zu rächen. Sein Vorhaben: eine Liste von verschiedenen Schläferzellen finden um sie zu aktivieren, damit sie Terroranschläge in den USA verüben. Eric arbeitet nun mit der CTU zusammen, um die Terroristen zu finden und auszuschalten. Die CTU hingegen wird u.a. vertreten durch die ehemalige Direktorin Rebecca Ingram (Miranda Otto, bekannt u.a. aus Herr der Ringe) - sie hingegen war einst für die Liquidierung Ibrahim Ben-Khalids verantwortlich und ist somit eines der Ziele der Terrorgruppe.

Ich habe versucht, nicht zu spoilern, aber ich hätte es genauso tun können. "24: Legacy" bietet den Zuschauern ehrlich gesagt nicht viel neues. Das gleiche Schema mit den 24 Stunden in Echtzeit, allerdings gepresst auf 12 Folgen, die irgendwann 11 Stunden überspringen. Ein Hauptcharakter der besessen von seinem Job ist. Seine Partnerin, die mitfühlend ist und von seiner Besessenheit beunruhigt ist. Agenten der CTU die voll aufs Ganze gehen, Intrigen innerhalb der Strukturen, Menschen die ausgeknockt werden müssen, gefoltert und verprügelt werden müssen. Es macht Spaß, sich das ganze anzugucken. Aber nur wenn man den Aspekt ausblendet dass es eigentlich ziemlich hohl ist. Was heißt "ziemlich"? Es ist absolut hohl.





Mittwoch, 11. Februar 2026

Film der Woche#669: The Decline of Western Civilization, Part II: The Metal Years (1988)

Und schon sind wir beim zweiten Teil der Reihe angekommen, den ich tatsächlich bis jetzt nicht gesehen habe. 

Der Titel ist leicht irreführend. Schließlich geht es hier zwar auch um Heavy Metal, aber größtenteils stehen Hair Metal Bands im Fokus die jetzt nicht wirklich "Heavy" im ursprünglichen Sinne sind. Aber egal. Ähnlich wie im ersten Teil werden bei einem Auftritt die Warnungen vorgelesen, dass die Konzerte zu Dokumentationszwecken aufgenommen werden. Danach geht es ähnlich zu wie im ersten Teil. Regisseurin Penelope Spheeris dokumentiert eine bestimmte Szene. Und zwar die von Los Angeles in den Jahren 1987-1988. In den Interviews glänzen zu dem Zeitpunkt bereits Veteranen des Hard Rocks wie Paul Stanley und Gene Simmons (beide KISS), Ozzy Osbourne (ex-Black Sabbath), Steven Tyler und Joe Perry (beide Aerosmith) und Alice Cooper. Darüber hinaus kommen noch sehr junge
Bands zu Wort wie Faster Pussycat, Seduce, Odin, London, Tuff, W.A.S.P. als auch die einzige All-Female-Band Vixen. Während die Alteingesessenen darüber sprechen, dass es keine gute Idee war irgendwann so viele Drogen und Alkohol zu konsumieren und dass sie jetzt froh darüber sind, viel Geld und ein sicheres Zuhause zu haben, sind die jüngeren unter den Interviewten fest davon überzeugt dass sie es "schon irgendwann schaffen werden ein Rockstar zu sein". Ohne jeglichen Backup-Plan. Und wenn alles nicht klappt, dann scheiß drauf. Während Ozzy Osbourne in seiner "verrückte Hausfrau Ära", KISS und Aerosmith grade mal so irgendwie in das Glam Metal Schema passen, ist das bei Megadeth bzw. Dave Mustaine nicht der Fall. Er will einfach nicht ins Schema passen, weil die Texte seiner Band sich nicht um Sex und Drogen drehen. Ähnlich sieht es aus bei Lemmy von Motörhead.

"The Metal Years" wurde kontrovers diskutiert. Es ist nämlich bekannt dass Elemente von zwei Szenen, nämlich das Interview mit Chris Holmes von W.A.S.P., als auch ein Teil des Ozzy-Interviews gefaket sind. So übertreibt Holmes ganz offensichtlich indem er sich Vodka ins Gesicht schüttet. In einer in der Post-Produktion manipulierten Szene sieht man wie eine Hand (die scheinbar Ozzy Osbourne gehört) Orangensaft verschüttet (bitte keine Money Boy Anspielungen). Ansonsten hat man über diesen Film behauptet, dass er teilweise daran Schuld ist, dass die Glam/Sleaze Metal Szene schlußendlich untergegangen ist und Thrash Metal als auch Grunge am Ende die Oberhand hatten. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Sicher, einige haben das gesehen und dachten sich "meine Fresse, was sind das nur für Vollidioten die nur Titten, Drogen und Sex mit Minderjährigen" im Kopf haben, sodass sie erst recht nichts damit zu tun haben wollten. Andererseits war diese Szene bereits eh schon dabei sich zugrunde zu richten. Alleine durch den ewig währenden Drogen- und Alkoholkonsum. Kein Wunder dass härtere und etwas klügere Bands wesentlich erfolgreicher waren. Nicht jeder im Film interviewte Musiker ist hier ein Vollidiot. Ozzy, Lemmy und Alice Cooper wirken tatsächlich am vernünftigsten. Die ganzen weiblichen Protagonistinnen scheinen auch einen wesentlich vernünftigeren Plan von der Zukunft zu haben - im Gegensatz zu den Männern. Zumindest die meisten. Es gibt hier allerdings genauso Frauen die nur Sex und Rock'N'Roll im Kopf haben. Interessant ist auch, wie androgyn die Männer ausgesehen haben und wie attraktiv das auf Frauen gewirkt hat. Der Film ist keine "Fortsetzung" vom ersten Teil in dem Sinne, dass er an die Handlung ansetzt. Er zeigt L.A. aus einer anderen Sicht. Diesmal steht nicht die Gewalt in der Szene im Vordergrund sondern Sex und Drogen. Es ist ein Fest des Kringelns. Vieles hier gesagte, geht einfach gar nicht klar - ähnlich wie im ersten Film. Allerdings ist es nun mal ein Zeugnis der damaligen Zeit. Und das ist nun mal so.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 10. Februar 2026

Comic Book Review#667: Skybound X#1 (2021)

Im Pandemie-Jahr 2020 wurde "Skybound Entertainment", die Firma die bei Image Comics solche Titel wie "The Walking Dead" und "Invincible" veröffentlicht hat, ganze zehn Jahre alt. Da aber, wie wir wissen, das passiert ist was passiert ist, verzögerte sich die Jubiläumsfeier um ein Jahr. Folglich hat man im Jahr 2021 eine fünfteilige Reihe namens "Skybound X" rausgebracht. Eine wöchentliche Anthologie-Reihe, ähnlich wie "Dark Horse Presents" in den 1980ern/1990ern die die besten Reihen noch mal präsentiert bzw. um Bonus-Stories erweitert. In der ersten Ausgabe hat man es mit The Walking Dead, Ultra Mega und Manifest Destiny zu tun. Es handelt sich dabei um komplett neue Geschichten. Und hier bin ich, fünf Jahre zu spät, der das ganze in einem Review verwurstet.


Den Anfang macht "Rick Grimes 2000", eine Story die auf einer Back-Up-Story aus der 75ten Ausgabe von "The Walking Dead" basiert und logischerweise nicht kanonisch ist. So haben Autor und Schöpfer Rob Kirkman als auch Zeichner Ryan Ottley folgendes Szenario erschaffen: Rick war ein Kleinstadtpolizist, bis die Zombie-Epidemie kam und er ein Anführer einer Gruppe von Überlebenden wurde. Eines Tages verschwand er allerdings und nun wacht er in einem außerirdischen Raumschiff auf. Ab da wird die Geschichte richtig Bonkers. Nachdem er festgestellt hat, dass er eine mechanische Hand hat, zieht er sich das nächstbeste Kostüm an, was er findet und wird aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert. Dort trifft er auf seine totgeglaubten Freunde Martinez, Axel und Tyreese. Es stellt sich heraus, dass Aliens hinter der Zombie-Epidemie stecken. Ihr Plan war, die ganze Erde auszurotten, sodass sie an das wertvolle Wasser rankommen. Nun, da es einen enormen Widerstand der Menschen gibt stecken die Aliens diese in Kostüme, statten sie mit Fähigkeiten aus, zur Not holen sie sie zum Leben zurück und lassen sie als Armee für sich kämpfen. Gegen die Zombies. Und dass das Wasser bitteschön geerntet wird. Viele haben angefangen sich dagegen zu wehren - andere, wie der eigentlich bereits verstorbene Governor nahmen das Angebot dankend an und fungieren nun als Einpeitscher. 

Holy fucking macaroni. Der Governor ist wieder da. Michonne ist grade mal ein Panel lang zu sehen. Lori lebt und darf als des Governors Beinanhängsel auf seiner fliegenden Plattform dabei sein. Außerdem: Rick Grimes bedient einen Lichtschwert. Ryan Ottley hat alles in seinem unverkennbaren Invincible-Stil gezeichnet, sodass die umgesetzte Idee von finster/traurig zu bonkers/nochmehrbonkers mutiert und alles wie das explodierte Arschloch eines Currywurst-Essers mit 123456789000 Scoville aussieht. Gedärme, Blut, alles. Alles ist da. Es ist höllisch witzig und einfach nur großartig.

8/10 Pfandflaschen

Coming Up next: "The True Story of Ultra-Mega" von Autor und Zeichner James Harren als auch Kolorist Dave Stewart. Falls ihr mehr über den Comic wissen wollt, so guckt mal in mein Review rein, dass ich vor einigen Jahren geschrieben habe. Diesmal handelt es sich um einen Rückblick. Seth erzählt dem Jungen Noah wie es damals war als die plötzlich eine Seuche Menschen in Kaijus verwandelt hat und er gesehen wie ein riesiger Ultra Mega Helden gegen einen solchen Kaiju gekämpft hat. Seth war damals noch ein pickliger Junge, ein Pizzalieferant. Bei einem Kampf sahr er wie ein Ultra Mega auf die Straße gefallen ist und jedes seiner Atemzüge sich wie ein vorbeifahrender LKW angefühlt hat. Er war damals froh darüber, nicht an seiner Stelle zu sein - heutzutage schämt sich für er seinen damaligen Gedanken. 

Leider eine sehr kurze Story, die allerdings in der zweiten Ausgabe von Skybound X fortgesetzt wird. Da ich aber höchstwahrscheinlich nicht dazu kommen werde, sie zu lesen, bleibt es für mich bei dieser kurzen Story. Zumindest was den Rückblick betrifft. Denn ich habe tatsächlich schon die ersten vier Ausgaben gelesen, allerdings auch nicht mehr - wieder aus Zeitmangel. Jedenfalls, ganz egal wie relativ simpel die Geschichte ist - die Zeichnungen sind außerordentlich gut und wirklich eindrucksvoll. Nicht nur wegen der Thematik sondern wegen der Farben sieht es aus wie ein Kaiju-Film aus den 1970ern. Dark, gritty und irgendwie erinnert mich das ganze an John Carpenter's "The Thing", dass auf "Ultraman" trifft. Einfach fantastisch. Immer noch.

8/10 Pfandflaschen

Nächster Halt: "Fezron Fezroff" aus dem Hause "Manifest Destiny" von Chris Dingess und Matthew Roberts. Ich habe in meinem Leben vielleicht eine Ausgabe der Reihe gelesen - und wenn, dann war das vor ziemlich langer Zeit. Vor über zehn Jahren. Jedenfalls erinnere ich mich nur grob, worum es ging. Die Handlung spielte sich ab im 18. oder 19. Jahrhundert, jedenfalls zur Zeit als die ersten Siedler in das neue Amerika gezogen sind. Und irgendwie ging es ums Übernatürliche (?). Naja, jedenfalls hat diese Geschichte nicht wirklich was damit zu tun. Sie spielt nämlich aus der Sicht einer kleinen Kolonie von Vögeln. Eines Tages ruft der Obermacker der Kolonie mehrere Vögel zu sich und kündigt eine Todesstrafe für sie an, aus Gründen. Dawhoggs (ja, so heißt ein Vogel) Verbrechen ist, dass er scheinbar mehrere Weibchen geschwängert hat. Als jedoch festgestellt wird, dass ein unheimliches Wesen mit Klauen mehrere Eier geklaut hat, bietet sich ausgerechnet Dawhogg an, den Dieb zu finden und die Eier wieder nach Hause zu bringen. So wandert er in der Weltgeschichte herum, bis er einen Verkaufsstand eines Chupacabras vorfindet, der "magische Eier" verkauft. 

Was für ein absoluter bonkers shit. Erinnert mich, zeichnerisch an die Looney Tunes bzw. Merry Melodies Cartoons aus dem Hause Warner Bros. Vom Inhalt her, vor allem wegen der Gewalt und fließenden Blut, aber irgendwie an die "Happy Tree Friends"-Cartoons. Was für eine merkwürdige, abgefahrene aber auf gewisse Art süße Geschichte. Mit kaputten Eiern. Und ausgeweideten Tieren. Nicht ganz so fantastisch wie die Stories davor, aber immerhin.

7/10 Pfandflaschen

Die letzte Story findet wieder im "The Walking Dead"-Universum statt. Allerdings nicht im Comic-Universum und auch nicht im Serien-Universum. Es geht um den Character Clementine, bekannt aus der Videospielreihe "The Walking Dead" (von Telltale Games). Die Story wurde gezeichnet und geschrieben von Tillie Walden.

Diesmal handelt es sich um einen Schwarz/Weiß-Comic. Ich weiß nicht, was im Spiel passiert ist aber allem anschein nach sammelt die Teenagerin Clementine ihr Hab und Gut, um abzuhauen. Sie hat nur noch ein Bein, am zweiten klebt eine provisorische Prothese aus Holz. Sie bewegt sich mithilfe von Krücken und kann Messer und Pistole gegen Zombies einsetzen. Doch nachdem sie eine Karte studiert hat und mehrere Dinge eingepackt hat, wird sie überrascht. Nicht von einem Zombie, sondern von AJ. Dabei handelt es sich um einen Freund, den sie seit seiner Geburt kennt. Der Junge hat viel von ihr gelernt, liebt sie wie eine Schwester und ist sichtlich darüber enttäuscht, dass sie nun vorhat abzuhauen. Der Grund dafür: Der Ort an dem die beiden (sehr wahrscheinlich mit anderen Überlebenden) sich angesiedelt haben (eine alte Schule) ist keiner, der sie glücklich macht. Nun macht sie sich auf, irgendwo anders hin.

Wieder eine ziemlich kurze und etwas wortkarge Geschichte. Allerdings braucht man nicht immer Worte um irgendwas treffend darzustellen bzw. Gefühle auszudrücken oder einfach die Story geschehen zu lassen. Trotz des ernsthaften Settings erinnern mich die Zeichnungen an die Kinderserie "Caillou". Es ist irgendwie unschuldig, liebenswert und gleichzeitig traurig. Meiner Meinung nach eine gute Manifestation von Verlustängsten. Ich würde da tatsächlich gerne mehr von lesen.

8/10 Pfandflaschen


Montag, 9. Februar 2026

Album der Woche#671: Gallhammer - Gloomy Lights (2004)

Ich bin mir sehr sicher, dass ich irgendwann schon mal in dieses Album reingehört habe. Alleine weil ich schon mehrere Bands mit "Hammer" im Namen kenne. Zum Beispiel Hellhammer, die ja bekanntlich die Vorgänger von Celtic Frost waren, oder Dishammer die irgendwie Hellhammers Sound mit dem von Discharge verbinden (?) oder so sachen wie Ten Ton Hammer oder Nine Pound Hammer. Ja, sowas gibt's. Anyways, worum geht es hier? 


"Gloomy Lights" ist das erste vollständige Album von Gallhammer, einer Metal-Band aus Japan - bestehend aus Vivian Slaughter (voc, b), Risa Reaper (voc, dr) und damals noch Mika Penetrator (voc, g). Ich möchte Gallhammer nicht auf ihr Geschlecht reduzieren, trotzdem muss man anmerken, dass es eine relative Seltenheit ist das eine Band von drei Frauen gegründet wird. Zumindest war es damals in der äh Metalszene so. Aber da die drei niemals darauf reduziert werden wollten, steht es jetzt auch nicht zum Thema. 

Thematisch betrachtet geht es, laut den Aussaugen der Band selbst um solch finstere Themen wie Wut, Schmerz und Hass. Zumindest wenn man die Songtitel betrachtet, bestätigt sich das. "Endless Nauseous Days", "State of Gloom", "Beyond The Hate Red" und "Color of Coma". Depressive Stille, Finsternis. Was man dann so mitbekommt, wenn man sich das Album mehrfach anhört sind drei japanische Frauen die mit absolut verstörenden Gesang (guttural und absolut geisteskranke Screams) glänzen. Stilistisch bewegt man sich irgendwo zwischen Black Metal, Doom Metal als auch Crust Punk. Tatsächlich hört man die Primitivät von alten Hellhammer-Aufnahmen als auch eine andere Primitivität und Catchyness von britischen Bands wie Antisect. "Gloomy Lights" bewegt sich gekonnt zwischen "uffta-uffta" Crust als auch absolut langsamen, nasty Riffs und völlig verstörenden Gesang der nach krasser Mental Illness schreit. Wie soll man das einkategorisieren? Crusty Depressive Doom Metal. CPDM? Okay, klingt eigentlich gut.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Beyond The Hate Red, Color of Coma, Endless Nauseous Days, 


Donnerstag, 5. Februar 2026

So isses, Musik!#207

REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

52. Violent World - A Tribute to the Misfits

Wie der Titel schon verrät: Ein Tribute an eine der Bands die ich in meiner Jugend unfassbar viel gehört habe. Okay, das verrät der Titel nicht aber es geht um die Misfits. Mit dabei sind unter anderem Snapcase, Earth Crisis, NOFX, Pennywise, Therapy?, Prong und Goldfinger. Am meisten haben mir die Varianten von "Last Caress" (NOFX) und "Earth A.D." (Earth Crisis, was für ein Namenszufall lol) gefallen. Oh und die Bouncing Soul'sche Variante von "Mommy, Can I Go Out And Kill Tonight?" (die soweit ich mich recht entsinne ebenfalls live aufgenommen wurde, wie das Original). Was mir insbesondere gefällt ist, dass die Bands nicht bloß versuchen die Songs 1:1 zu covern sondern durchaus den Songs ihre eigene Note verleihen. Bis auf paar Ausnahmen

53. We don't want your fucking war

Ich finde, dass diese Reise durch die Sampler sich durchaus gelohnt hat, weil ich dadurch einen groben Überblick durch verschiedene musikalische Phasen meinerseits kriege. So haben wir einige Crust Punk Sampler, einiges an Horrorpunk und Psychobilly und natürlich auch Tributesampler und politische Musik. So kommen wir hier wieder an bei einem typischen Anarcho Sampler, der nach einer Zeile aus einem CRASS-Song benannt ist. Und naja, es ist relativ durchschnittlich und somit etwas langweilig. Allerdings sind die Bands doch durchaus unterschiedlich - allerdings alle schon zig mal gehört. Dezerter aus Polen bspw. oder UK Subs bringe ich eher weniger mit CRASS-mäßigen Klängen in Verbindung. Broken Bones (eine Band die von einem ehemaligen Discharge-Gitarristen gegründet wurde) mit ihrem Crossover-Thrash auch eher weniger. Jedenfalls ist das okay, aber nicht besonders aufregend.

54. We're A Happy Family

Ein Tribute-Sampler an die Ramones für die ich mich vor mehr als 20 Jahren besonders interessiert habe. Zumindest eine Weile. Damals habe ich mich sicherlich über den ersten Hörgenuss im hiesigen Media Markt gefreut. Heute irgendwie nicht so. Der Sampler ist nicht voll mit Punkbands sondern eher mit Genregrößen, die allesamt die Ramones als Inspirationsquelle nutzten. So haben wir "Havana Affair" von den Red Hot Chili Peppers, "Blitzkrieg Bop" von Rob Zombie oder "Beat on the brat" von U2. Einiges hier geht durchaus klar. Einiges gar nicht. So ist "53rd & 3rd" von Metallica einfach grausam. Ebenso wie der Song von U2. Garbage mit ihrer Variante von "I Just Wanna Have Something To Do" geht hingegen völlig in Ordnung. Naja, es ist wie es ist.

55. Welcome to Circus Punkabilly Vol. 2

Keine Ahnung, woher ich diesen Sampler habe. Vielleicht hat es mir ein bestimmter jemand per ICQ geschickt. Jedenfalls handelt es sich um mehrere eher punkigere Psychobilly-Songs von Bands wie Cenobites, Thee Exit Wounds, Sewer Rats oder Tight Fitting Pants. Weniger Rock'N'Rollig und weniger auf Texte über Zombies und so fokussiert. Stattdessen durchaus punkig und genießbar und irgendwie auch abwechslungsreich. Weil keine Band wie die andere klingt. Trotzdem zeichnet sich hier ein gewisses Muster. Es soll punkiger und weniger psychobilliesk klingen. Ist in Ordnung. Durchaus.

56. Welcome to your Nightmare

Und wieder mal ein Psychobilly-Sampler, der irgendwie einfach da ist. Mit lauter Bands, die mir nichts sagen. Bis auf Klingonz. Swampy's, Brainblastes, Scum Rats..Naja, wer's mag. Es ist ziemlich langweilig und ziemlich beliebig. Mit 12 Songs auch ziemlich kurz. 

57. Zensur!

Der letzte Sampler in diesem Ordner. Zumindest wenn es nach dem deutschsprachigen Alphabet geht. Eine Compilation von verschiedensten Künstlern. Es geht irgendwie um Zensur. Natürlich darf das obligatorische "Lied über Zensur" von den Ärzten nicht fehlen aber äh irgendwie auch eine Drum&Bass-Version von Slimes "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" oder "Fick mein Gehirn" von Fischmob. Am allerschlimmsten finde ich J.B.O. mit ihrem Cover von Green Days "Basket Case". "Fick das System" von Die Sterne ist großartig, ebenso wie äh das von Fischmob. Irgendwie. Ansonsten ist das ziemlich anstrengend. Herbert Grönemeyer, Ärzte, Dritte Wahl und Slime auf einem Sampler. Wer hat sich das ausgedacht? Nun, es handelt sich um ein Charity-Sampler für den Comic-Verlag "Alpha Comics", das von einem konservativen Politiker beschuldigt wurde für Kinder ungeeignete Comics rauszubringen. So die Info bei Discogs. Jedenfalls, trotz der guten Sache irgendwie nicht so geil.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jethro Tull: Living In The Past (1972)

Das war mal wieder eine Premiere für mich. Ich hatte nur dieses Logo von dem Typen mit Flöte der auf einem Bein tanzt und ganz viel böses darüber. Irgendwie habe ich das so in meinem Hinterkopf gespeichert, dass keiner diesen Flötensound leiden kann. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.


"Living In The Past" ist eine Compilation von Jethro Tull aus dem Jahre 1972. Sie beinhaltet alle bis dahin erschienen Singles, einige Songs aus bis dahin erschienenen Alben und zwei Live-Stücke. Wenn die Platte nicht gerade eingestaubt ist und die Nadel den ganzen Staub einsammelt, dann springt das ganze Werk nicht, eiert nicht und klingt einfach nur kristallklar. Heiliger Fick, ist das geil. Warum ich habe ich mir noch nie Jethro Tull angehört? Siehe oben. 

Es ist irgendwie schwer zu umschreiben. Irgendwie progressiv, so wie viele Bands zu dem Zeitpunkt - gleichzeitig aber seltsamerweise bluesig und irgendwie tanzbar. Vielleicht auf einem Bein, wer weiß. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Wond'ring again, Singing all day, Witch's promise




John Mayall: Once Upon A Time (1970)

Wer zum fick war John Mayall und warum habe ich bisher noch nie irgendwas von ihm gehört? Geschweige denn von seiner Zusammenarbeit mit den Bluesbreakers. 

Das hier ist (mal wieder) eine Compilation, die bei Polydor rausgekommen ist. Ein Teil einer zehnteiligen Reihe, die verschiedensten Künstlern eigene Compilations gewidmet hat. Zum Beispiel GInger Baker's Airforce, Jack Bruce, James Brown oder eben John Mayall. Die Cream-Compilation stammt ebenfalls aus dieser Reihe.

Ich wusste nicht was mich erwarten würde. Ich dachte vielleicht, es könnte Progressive Rock sein. Dem Plattencover zufolge sieht es ganz schön psychedelisch aus. Was dann tatsächlich auf mich zukam war astreinger Blues(rock). Mit einer höllisch angenehmen Stimme aus Großbritannien, die jedoch durchaus us-amerikanisch klang. Super angenehme Sache, das.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: The Laws Must Change, Thinking of My Woman, Night Flyer


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Linkin Park Discography: The Hunting Party (2014)

Jawoll. Wir sind wieder da angekommen, wo wir vorher waren. Also nicht bei dem Sound von "Living Things" sondern bei Linkin Park der alten Schule. Oder zumindest einen größeren Schritt näher daran.

Obwohl LP bei ihren beiden vorherigen Alben selbst Teil von moderner Rockmusik waren, zeigten sie sich zunehmend enttäuscht. Dies war wohl auch der Grund warum man für dieses Album zurück zum alten Sound wollte. Natürlich ist "The Hunting Party" nicht "Hybrid Theory" oder "Meteora", aber zumindest bietet das Album in gewissen Punkten ähnliche aggressive Energie. Von "elektronischen" geschweige denn Dance-Elementen ist nichts mehr zu hören. 


Stattdessen setzt man auf altbekannte Muster: Man fühlt sich in die Ecke gestellt, bedrängt, ausgelacht und gleichzeitig mit der Faust in der Tasche dabei dem Ganzen alles entgegen zu setzen. Dabei hört man sich stellenweise an wie Sum 41. Einige Riffs sind tatsächlich sehr HC/Punk-lastig, was ich niemals erwartet hätte. Chester Bennington geht gesangsmäßig an seine Grenzen. Eine willkommene Abwechslung zu den letzten zwei Alben. Ebenfalls abwechslungsreich ist die Tatsache, dass es hier das erste Mal offiziell Features gibt. Rakim rappt auf "Guilty all the same", Tom Morello (RATM) und Daron Malakian (SOAD) steuern Soli auf "Drawbar" und "Rebellion" bei und Page Hamilton (Helmet) singt den Refrain auf "All For Nothing". Dabei sind "Guilty all the same" und "War" wohl die punkigsten Songs die LP je gemacht haben. Das habe ich niemals erwartet. Vielleicht hat Chester Benningtons Ausflug zu Stone Temple Pilots diese Entwicklung hier mit beeinflusst.

Wie auch immer: Großartiges, abwechlungsreiches, ganz und gar nicht langweiliges Album einer Band die erkannt hat, dass sie langsam in die Bedeutungslosigkeit abdriftet und bereit ist, sich selbst zu retten.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: War, Guilty all the same, All For Nothing



Opeth Discography: Watershed (2008)

Neuntes Album von Opeth. Aufgenommen in einer anderen Konstellation als bisher. Fredrik Åkesson und Martin Axenrot an Gitarre und Drums anstelle von Peter Lindgren und Martin Lopez. "Coil" eröffnet das Werk - es ist ein ruhiges, softes Duett mit Sängerin Nathalie Lorichs. Mikael Åkerfeldt zeigt sich mal wieder von seiner sanften Seite. Man könnte meinen dass es dann so weiter geht und Opeth den Death Metal und Growling komplett hinter sich gelassen haben. Doch dann setzt "Heir Apparent" ein und wir kriegen das, wofür wir hergekommen sind. Growling gemischt mit technischen, vertrackten Riffs aber auch absoluten Shreddern, gemischt mit ruhigeren progressiven Passagen und natürlich auch Cleangesang. Diesmal gibt es kein Albumkonzept im Sinne von irgendeiner erzählten Geschichte.

Stattdessen geht es um persönliche äh Konzepte. Zumindest in "Coil" geht es um eine Trennung und so scheint es auch in den restlichen Songs um persönliche Verluste zu gehen. Dabei bleibt es nicht nur bei einer Trennung, sondern um das Auseinandergehen zwischen zwei Menschen. Ich meine damit, dass jemand sich zwischenmenschlich von jemanden entfernt, indem er sich komplett verändert. Dabei spielen auch Drogen eine Rolle. Auch der (Frei)Tod ist ein Element, dass hier aufgearbeitet wird. Ich habe beim letzten Album gesagt, dass ich nicht weiß was ich dazu sagen soll. Es ist verdammt gut gewesen und ich war mir nicht sicher ob das nächste Opeth-Album auch "gut" sein wird bzw. ob es "besser" sein kann. Weil selbst wenn man die ganze Zeit verdammt gute Musik macht, heißt es nicht dass es besonders innovativ ist. Tatsächlich finde ich nicht, dass Opeth sich hier irgendwie neu erfinden. Es ist trotzdem eine höllisch gute Mischung aus cleanen und gutturalen Vocals, Blastbeats, seichten Melodien. Progressiver Death Metal eben, wie er im Buche steht. Ich habe gehört, dass das hier allerdings das letzte Album ist, dass in dieser Schublade steckt. Soll heißen, dass beim nächsten alle Death Metal Elemente wegfallen. Mal gucken.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Lotus Eater, Coil, Heir Apparent