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Freitag, 21. August 2020

Album der Woche#453: Danny Brown - uknowhatimsayin¿ (2019)

„Papa was a Rolling Stone, so I sold rocks to him“ („Dirty Laundry“)

Hallo und herzlich willkommen zum dritten Review im Hip-Hop-Monat August. Wir starteten unsere Reise im Süden, wanderten dann an die Ostküste und befinden uns nun im Mittleren Westen der USA wo viele, stilistisch sehr unterschiedliche Rapper herkommen. Unter anderem Obie Trice, Royce Da 5‘9, Eminem und Danny Brown. Letzterer war schon mal Gast bei „Album der Woche“. Ich reviewte sein damals aktuelles Album „Atrocity Exhibition“, welches nach einem Song von Joy Division benannt ist. Ich hab außerdem erfahren dass er, als es ihm schlecht ging viel KoЯn gehört hat. Er coverte sogar „Make Me Bad“.

Von der düsteren Atmosphäre des Vorgängers ist diesmal wenig bis gar nichts zu hören. Brown hört sich tatsächlich hin und wieder echt witzig und gut gelaunt an. Man sieht es auch dem Albumcover an, dass das hier ein relativ positives Album ist. Meiner Meinung manifestiert sich das im Song „Best Life“. DB schafft es sich zu wiederholen ohne langweilig zu werden. Wie auf eben erwähnten Song oder auf dem Titeltrack. Q-Tip (ATCQ)war hierauf Executive Producer und das hört man. Beste Samples aus Soul und Psychedelic und bestimmt noch aus anderen Bereichen die ich nicht kenne. Danny Brown hört sich viel entspannter an als auf dem Vorgänger. Scheint so als ob er sich an die goldene Zeit der Hip-Hop-Ära a là Native Tongues und Conscious Rap him bewegen will. Sehr abwechslungsreich und punchlinegeladen. Verdammt guter Job.

Features von ua JPEGMafia und Run The Jewels.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Titeltrack, Best Life, Negro Spiritual, Change Up, 3 Tears, Combat

Samstag, 24. Dezember 2016

Album der Woche#273: Danny Brown - Atrocity Exhibition (2016)


"Verbal couture
Parkour
With the metaphors
The flow house of horror
Dead bolted with metal doors Grinch bitch
Six sense With a nose drip
Mind skydive
Sniffing bumps
In the cockpit
Locksmith of Hip Hop
Appraisal the wrist watch
The rocks bout the size
As the teeth in Chris Rock's mouth"

(Aus "Ain't It Funny")

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr wie ich auf diesen Kerl kam. Es könnte allerdings sein, dass ich eine Best-Of-2016-Liste von Pitchfork (oder so) durchgewühlt hab um mir Inspiration zu holen. Tatsächlich könnte es auch sein, dass mir das Artwork des Albums ins Auge gesprungen ist.

"Atrocity Exhibition" ist übrigens auch der Name des Openers zum Album "Closer" von Joy Division. Und irgendwie hat das Album auch etwas von Joy Division. Und von Ol' Dirty Bastard. Überhaupt glaube ich, dass Danny Brown das uneheliche Kind von ODB und Ian Curtis ist, was faktisch leider unmöglich ist. Jedenfalls gibt es hier diese depressive Grundstimmung ("Downward Spiral", "Pneumonia", "Tell Me What I Don't Know") als auch völlig zerstörerische Drogen-Tracks die ohne Ende abgehen wie "Ain't It Funny", "Really Doe", "Golddust" oder "When It Rain". Beattechnisch ist man hier vielfältig, funkig, punkrock, psychedelisch. 

Seine Stimme ist dabei ziemlich hoch, was mich noch mehr an irgendwelche Crackjunkies erinert. Er kann aber auch anders. Ja das ist er auch, es ist kein Feature der unerwähnt bleibt, falls ihr euch wundert. Dazu kommt noch dass er hinsichtlich seiner Biographie (aufgewachsen in den 80er Jahren in Detroit, Rust Belt, googelt das) sehr ehrliche Texte liefert - man höre sich nur mal "Tell Me What I Don't Know" an. Was mir aber am Besten an diesem Album gefällt ist - es ist Old School Zeug, kein Backpacker-Kram, kein Trap, kein Gangsta Shit, kein Swaggerboiii-Scheiß sondern was komplett anderes, durchgedrehtes. 

8,5/10 Pfandflaschen