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Freitag, 8. Juli 2022

Comic Book Review#539: BRZRKR#1-4 (2021)

Pinky hat mir paar Comics per Post ausgeliehen, die einfach danach schreien reviewt zu werden. Diesmal handelt es sich um den ersten Comic von und mit Keanu Reeves. Denn es sieht auch ein Blinder dass der Hauptcharakter offensichtlich auf dem Aussehen des Schauspielers basiert. Gemeinsam mit Reeves hat das Ganze der gute Matt Kindt geschrieben, der für solche Sache wie "Revolver" verantwortlich ist. Gezeichnet wurde das ganze von Ron Garney und Bill Crabtree.


Wir befinden uns grade in irgendeinem lateinamerikanischen Land, dass grade von der CIA geputscht wird. Die US-Agenten/Special Forces setzen einen Mann mit Bart und langen Haaren ein, der absolut unaufhaltbar ist. Er greift alle Gegner frontal an, ist kugelsicher und hat eine Vorliebe dafür mit bloßen Fäusten anderen die Eingeweide rauszureißen, Rippen zu brechen, diese wiederum auch auszureißen und andere wiederum damit zu erstechen, Kiefer abzubrechen und noch viel mehr. Der Mann ist einfach unaufhaltbar und tötet anschließend den Präsidenten des Landes, der grade auf der Flucht ist. Er ist zwar schwer verletzt und sein Gesicht ist zur Hälfte skalpiert, allerdings reicht eine etwas längere Session in einem Regierungslabor. Sein Körper hat nämlich regenerative Fähigkeiten. Bei einem Gespräch mit der zuständigen Psychiaterin, offenbart B., wie der Mann genannt wird, wieso er das Ganze mitmacht. Er möchte die Fähigkeit haben, zu sterben. Darum arbeitet er für die US-Regierung als Superwaffe - im Gegenzug haben sie ihm versprochen, dass sie aus seiner DNA eine Armee von Supersoldaten kreieren und ihm helfen werden einen Sterblichen-Status zu erreichen. B. ist nämlich über 65.000 Jahre alt. Einst wurde er geboren, nachdem seine Mutter die uralten Götter um einen Geschenk gebeten hat. Das Dorf seiner Familie wurde nämlich regelmäßig angegriffen und geplündert. Also vollzog sie in einer Höhle ein Gebet und wurde am nächsten Tag schwanger. Weniger als eine Woche später kam er zu Welt und es hat schnell gezeigt, was für einen Blutdurst der Junge hat. Nach und nach realisiert sein Ziehvater was für eine Waffe das Kind ist und setzt ihn regelmäßig im Kampf gegen Angreifer ein. Irgendwann expandiert das Dorf und wird selbst zum Angreifer. Es vergeht eine lange Zeit bis B. realisiert hat, dass er nicht sterben kann. Im Laufe der Jahrtausende arbeitet er für verschiedenste Regierungen als Söldner. Alles um seinen Blutdurst, sein Bedürfnis nach Gewalt zu stillen. 

Man könnte zuerst meinen, der Comic wäre vollgepackt mit Blut und Gedärmen und sinnloser Gewalt. Das stimmt zwar, allerdings stellt die Story auch eine Frage. Die Frage der Macht. Wie lange dauert es bis der Unterdrückte zum Unterdrücker wird? Das sehen wir sehr gut an der Darstellung von B.s Heimatdorf, dass nicht lange gebraucht hat um irgendwann selbst nahe gelegene Länder anzugreifen weil "sie uns angreifen könnten" und obwohl eigentlich keine Bedrohung bestand. Faszinierend finde ich auch diesen Drang nach Gewalt. Das ist wohl seit längerem der am meisten enthemmte Comic. Meinem Eindruck zufolge ist Gewalt zwar sehr präsent allerdings nicht der Hauptteil der Geschichte. Es wird um noch viel viel mehr gehen. Ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird.

8,5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 15. August 2017

Comic Book Review#304: Dept. H#14 (2017)

Diesen Comic habe ich vor einiger Zeit in meiner Abo-Lieferung erhalten, aus Gründen. "Dept. H" stammt von Matt Kindt der schon für solche Perlen wie "Mind MGMT" oder "Revolver" verantwortlich war. Für die Farben ist allerdings Sharlene Kindt verantwortlich. Die Kolorierung setzt dem Comic noch ein i-Tüpfelchen drauf.

Da es die vierzehnte Ausgabe ist, habe ich mich ein wenig in die Story der ersten Ausgabe
reingelesen. Es handelt sich um einen Mordfall auf einer Unterwasserstation namens Dept. H. Die Tochter des Opfers leitet die Untersuchung des Falls. In dieser Ausgabe geht es um ein Crewmitglied, dass sich für die anderen opfert. Es stellt sich heraus dass er schuld ist an der Überflutung eines Teils der Station. So entscheidet er sich für den Freitod. Direkt danach erzählt man den Leser Jeromes Hintergrundgeschichte. Wer er ist/war und was er in seinem Leben so gemacht hat und wie er Industriespionage betrieben hat.

Ich erinnere mich noch an "Revolver" und weiß noch dass die Story ziemlich abgefahren war. Deswegen war ich ziemlich überrascht als ich festgestellt hab, dass es hier recht einfach zu geht. Emotional, simpel gehalten und fantastisch gezeichnet. Eine Story die in einer unkomplizierten Drama/Action-Fernsehserie hätte laufen können. Es besteht auch normales Verhältnis von Text und Bild. Das heißt, dass wir zu den richtigen Zeitpunkten volle power gewaltige Bilder kriegen und mit Text nicht abgelenkt werden und vice versa. Das ist in der Tat richtig gut. Gefällt ma, dat geht ab.

8/10 Pfandflaschen

Dienstag, 21. Januar 2014

Comic Book Review#129: Revolver(2010)

"I lie down here; I wake up there. I lie down there; I wake up here."

Sam hat einige Probleme. Seine Chefin ist Scheiße zu ihm, seine Freundin ist viel zu materialistisch veranlagt, seine Schwiegereltern mögen ihm nicht, sein Job - bei welchen er Pannenbilder von Promis bearbeitet - ist einfach nur Scheiße. So kommt er auf die Idee sich eines Abends derbe zu besaufen. Was folgt ist ein fieser Kater und ein weiterer beschissener Arbeitstag.

Doch es läuft anscheinend nicht alles wie vorher. Plötzlich wird sein Arbeitsplatz bombardiert und ein Stealth-Jet fliegt über die Stadt. Die Leute geraten in Panik. Als er seiner Chefin beim evakuieren hilft, werden sie von ihren eifersüchtigen ex-freund konfrontiert. Sam tötet ihm in einer Schlägerei im Parkhaus.

Nachdem sich alles beruhigt hat legen sich Jan und Sam für ne Weile hin. Auf einmal ist wieder alles wie vorher. Der Tag verläuft wie gewohnt. Bis Sam wieder aufwacht. Anfangs verwirrt, stellt Sam bald fest dass er zwischen zwei Welten wandert. In einer ist er unzufrieden mit seinen Leben, jedoch ist die Welt an sich noch in Ordnung. In der anderen erlebt er wenigstens etwas und findet die Lust am Leben auch wenn die Vogelgrippe herrscht und mehrere Städte zerbombt sind. Es gibt ein Bindeglied: Verve. Der Mann der in der heilen Welt noch ein Motivationsstrainer ist wird in der kaputten Welt zum meistgesuchten Terroristen. Was ist geschehen? Was wird Sam machen und für welches Leben wird er sich entscheiden?

Mir gefallen die Zeichnungen als auch der farbliche Unterschied zwischen den zwei Welten. Definitiv lesenswert für Fans von "Fight Club" und "Täglich grüßt das Murmeltier".
Story und Zeichnungen von Matt Kindt
9/10 Pfandflaschen
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