Posts mit dem Label russland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label russland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 31. Juli 2019

Happenings des Monats: Juli'19

Stricher guckt sich "X-Men: Dark Phoenix" an am 7.7.2019 im CineStar Dortmund

Das war also der letzte X-Men-Streifen der bei 20th Century Fox rausgekommen ist. Marvel Studios wird nun in Zukunft alle Verfilmungsrechte haben, da Disney Fox aufgekauft hat. Halt stopp. Es ist nicht der letzte X-Men-Film bei Fox. Eigentlich wird es "The New Mutants" sein der erst 2018, dann 2019 und nun im April 2020 rauskommen soll. Aber wie es auch passieren kann, schätze ich dass der Film komplett eingestampft wird. Deswegen ist für mich "Dark Phoenix" das letzte Kapitel.

"X-Men: Dark Phoenix" oder aber auch nur "Dark Phoenix" erzählt im Grunde genommen dieselbe Geschichte wie im (damaligen) dritten X-Men-Film "The Last Stand". Es ist das Jahr 1992: Jean Gray (Sophie Turner) ist mit den anderen X-Men auf einer halsbrecherischen Mission im Weltraum. Die Mutanten sollen ein Raumschiff bergen dass aus unerklärlichen Gründen sich um die eigene Achse dreht. Okay, eine enorme Sonneneruption ist dran Schuld. Anyways, es gelingt das Astronautenteam zu retten. Allerdings gerät Jean in Gefahr, weil sie sich als letzte auf dem NASA-Raumschiff befindet. Die Sonneneruption ist eine unglaublich starke, intergalaktische Kraft namens Phoenix. Jean wird von ihr durchströmt und überlebt erstaunlicherweise. Nachdem die X-Men wieder auf der Erde sind, geht es Jean hervorragend. Sogar besser als je zuvor. Sie fühlt sich stärker. Ihre psychischen Kräfte steigen und irgendwann...fällt auch die mentale Blockade die Charles Xavier ihr auferlegt hat. Jean ist in dem Glauben aufgewachsen, dass ihr Vater und ihre Mutter bei einem Autounfall gestorben sind. In Wahrheit starb die Mutter weil sie durch Jeans psychische Fähigkeit am Steuer eingepennt ist. Der Vater hat überlebt und wollte das Kind danach nie wieder sehen. Xavier (James McAvoy) wollte Jean schützen und belegte sie mit der besagten mentalen Blockaden. Nun, da diese gefallen ist geht sie auf die Suche nach ihren Vater und entdeckt das Geheimnis. Von nun an steigt ihre Wut immer mehr. Die Kraft des Phoenix ist viel zu stark und entfacht in ihr eine Art Überwesen, dass viel stärker ist als andere Mutanten. Gleichzeitig macht sich eine außerirdische Spezies auf die Suche nach dem Phoenix um ihn unter ihre Kontrolle zu bringen.

Seufz. Das ist es also. Kein besonders guter Abschluß, aber immerhin irgendwas. Wobei, nein. Ich will die 10,80€ zurück. Mal ganz ehrlich: Es sind interessante Ansätze. Die Autorität Charles Xavier wird hinterfragt: Der Mann der angeblich zum Wohle von Mutanten da ist, heimst dafür Lorbeeren ein dass er und sein Team immer wieder die Menschheit rettet. Er übersieht aber die Tatsache, dass an einem beschissenen Tag er und seine Mutanten garantiert wieder für alles verantwortlich gemacht werden. Ansonsten ist hier alles voll mit Wegwerfcharakteren. Zum Beispiel die Mutanten um Magneto. Interessiert sich kein Schwanz für und alle werden nacheinander getötet. Ansonsten: Verdammte Scheiße! Mystique stirbt und ich dachte man hätte irgendwann einen dezenten Hinweis dafür bekommen warum sie sich später der Bruderschaft der Mutanten anschließt. Aber nein. Egal. Das gesamte Franchise ist eh durch Zeitreisen komplett kaputt gemacht. Jacke wie Hose.

4,5/10 Pfandflaschen
Trailer:

Ich reiste vom 13.7 - 22.7.2019 nach St. Petersburg um meinen Opa zu besuchen. Dort finden die nächsten Einträge in diesem Beitrag statt.

Stricher guckt sich "Spider-Man: Far From Home" an im Karo Film 7 in St. Petersburg, Russland am 15.07.2019

ACHTUNG EVENTUELLE SPOILER




"Spider-Man: Far From Home" spielt ca. 8 Monate nach dem "Blip". Damit bezeichnet man das Rückgängigmachen von Thanos "Schnipsen" welches die Menschheit um die Hälfte dezimiert hat. Die Schüler der Midtown High sind wieder vereint: Peter "Spider-Man" Parker (Tom Holland) eingeschlossen. Kurz davor machen Maria Hill (Robin Shabatzky) und Nick Fury (Samuel L. Jackson) bekanntschaft mit einem mysteriösen Wesen dass in Mexiko einen Tornado verursacht hat. Peter Parker ist immer noch der leicht verklemmte Junge der in Michelle "MJ" Jones (Zendaya) verknallt ist. Da seine Klasse einen fetten Eurotrip veranstaltet, malt er sich aus ihr dort seine Gefühle zu gestehen. Er beschließt auch ohne sein Superheldenkostüm zu fahren, da ihm das Ganze grade ziemlich belastet. Kurz nach der Ankunft in Venedig wird die Idylle durch ein Angriff eines
Seemonsters gestört. Das Wesen besteht aus Wasser und wird von einem mysteriösen Fremden (Jake Gyllenhaal) aufgehalten. Dieser fliegt umher und stoppt das Monstrum mit lauter ääh Strahlen aus seinen Händen. Peter hilft natürlich wo er kann. Kurze Zeit später taucht auch Nick Fury auf und beschwert sich dass Peter nicht auf seine Anrufe antwortet. Spider-Man soll nun bei einer geheimen Mission mitmachen. Der mysteriöse Fremde heißt Quentin Beck und stammt aus einer anderen Erde  die von sogenannten Eternals, Wesen die die Grundelemente wie Feuer, Wasser, Luft und Boden verkörpern, zerstört wurde. Jetzt ist hier um sie auf unserer Erde-616 aufzuhalten. Er ist auch ziemlich cool und charismatisch und versteht sich gut mit Peter. Zuallererst möchte Peter die Mission gar nicht mitmachen. Fury schafft es aber den Eurotrip der Klasse umzuändern, sodass Peter zwangsläufig nach Prag mitfahren muss, wo das nächste Monster auftauchen soll..


AB JETZT FETTE FETTE FETTE SPOILER





Aufmerksame Comic-Fans würden spätestens hier merken: Quentin Beck ist und war schon immer Mysterio. Ein Illusionskünstler mit einem Haufen Gadgets. Und so stellt es sich heraus, dass er gar nicht von einer anderen Erde kommt sondern der ganze Scheiß mit den Eternals von ihm inszeniert ist. In Wahrheit wollte er an eine mit einer künstlichen Intelligenz ausgestatte Brille rankommen, die Tony Stark Peter vererbt hat. Mithilfe dieser kann er noch mehr Illusionen erzeugen und der Welt beweisen was für ein "Held" er ist, auch wenn durch die von der Brille gesteuerten Drohnen Menschen sterben könnten. Hart und skrupellos. Alles für den Erfolg.

Ich war am Anfang leicht enttäuscht. Dachte nämlich, dass es nicht ernsthaft sein kann dass Mysterio ein "guter" ist. Er war und ist schon immer ein Bösewicht gewesen. Bis es dann plötzlich ungefähr zur Hälfte des Filmes "klick" macht und ich feststelle dass ich an der Nase herumgeführt wurde. Das ist tatsächlich ne verdammt gute Leistung. Vor allem weil diese Illusionen immer wieder vorkommen und man als Zuschauer noch mal drauf reinfällt. Selbst wenns schon zum dritten oder vierten Mal passiert. Es war nicht ganz das was ich erwartet aber genau darin liegt der Clou. An der Illusion die nicht nur im Film stattfindet sondern auch die ganzen Internet-Theoretiker zum Glühen bringt. Alle dachten es geht um die Eternals, darum dass Mysterio von der anderen Welt kommt usw. usf. Aber NEIN alles nur Verarsche. Und darum soll man bis nach dem Abspann warten. Diesmal wirklich.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer:


-----------------------------------------------------------------------------------------

Im Film war ich übrigens mit meinem Opa. Schließlich haben wir uns damals vor 17 Jahren die erste Spider-Man-Verfilmung mit Tobey Maguire angesehen. Also dachte ich mir, wir behalten diese Tradition. Am nächsten Tag besuchten wir das St. Petersburger Ozeanarium. Ich bin eigentlich definitiv nicht zu begeistern von SeaWorld oder ähnlichen Scheiß. Die einzigen Säugetiere waren allerdings Otter und Seehunde. Keine Delfine, keine Orcas. Kein Wunder, das ganze Ding befand sich in einem großen Einkaufszentrum. War witzig, auch wenn kleine Kinder einen zwischen die Beine laufen sodass man fast umfällt.



Am selben Tag haben wir das Eisenbahnmuseum besucht. Früher befand sich etwas weiter abgelegen und ähnelte eher einem Schrottplatz als einem Museum. Es standen einfach irgendwo alte Lokomotiven rum und es gab Infoschilder. Mittlerweile befinden sich das in einem alten Depot und ist bestens multimedial ausgestattet. Es gibt verschiedene (Miniatur)modelle die aufzeigen wie die ersten Gehversuche funktioniert haben. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass man Anfangs noch über 24 Stunden für die 500km von St. Petersburg nach Moskau gebraucht hat. Außerdem gabs verschiedene Lokomotiven, ob elektrisch oder dampfbetrieben zu sehen.


View this post on Instagram

A post shared by nerdpunx (@upthenerdpunx) on


Am Mittwoch plante ich ebenfalls einen Museumsbesuch. Diesmal war das zoologische Museum dran. Als ich klein war fürchtete ich mich leicht dort. Es fühlte sich an als würde man 1000 Augen angestarrt werden. Schließlich sind die meisten Exponate dort ausgestopfte Tiere. Ich habe jedenfalls die Angst besiegt und die Haie dort machen mir keine Angst mehr.


View this post on Instagram

A post shared by nerdpunx (@upthenerdpunx) on


Am Donnerstag dann... Richtig! Ein weiterer Museumsbesuch. Diesmal gings in die Kunstkamera, auch bekannt als Ethnologisches Museum. Es ist das erste Museum Russlands, iniiziert von niemand geringerem als Zar Peter I. Es ging dem Machthaber darum all die Vorurteile und Aberglauben in der Bevölkerung auszulöschen. Damals hat man nämlich bei Fehlgeburten, siamesischen Zwillingen und anderen Missbildungen gedacht der Teufel wäre am Werk. Peter I. rief auf verschiedene Anomalien zu sammeln und ihm zukommen zu lassen. Er hat auch dafür bezahlt. So kam es dazu dass er all das ausstellen ließ. Generell diente das Museum dazu die Bevölkerung für Anatomie zu begeistern. Es ging um die Wissenschaft und nicht darum "Monstren" auszustellen. Deswegen nervt mich das immer n Bisschen dass das so sensationell gesehen wird. Der restliche Inhalt des Museums ist ebenfalls nicht uninteressant: Alltags- und Kriegsgegenstände von Urvölkern usw.



Stricher guckt sich "König der Löwen" an am 21.07.2019 im Karo Film 7 in St. Petersburg

Im Laufe meines Russland-Urlaubs kam irgendwann auch meine Mum und wir wollten unbedingt ins Kino gehen. Nach langen und hin her überlegen habe ich "König der Löwen" ausgewählt. Schließlich ging ich damals, vor 25 Jahren mit meinem Dad ins Kino und guckte mir die Zeichentrickumsetzung an. Weil "Goofy der Film" nicht mehr gelaufen ist. Außerdem: "Weißt du wie der Löwe sing? Er singt Akuna Matata! Das wird toll!"

Jedenfalls waren wir da und nun ja. Es ist dieselbe Story wie im Zeichentrickfilm. Schließlich verwurstet Disney momentan seine alten (Zeichentrick-)Verfilmungen noch mal neu. Die Story müsstet ihr eigentlich kennen, aber trotzdem: Simba ist der Sohn von Mufasa, den amtierenden Löwenkönig von Savanna. Nachdem Mufasas eifersüchtiger Bruder Scar ihn tötet und das ganze dem jungen Simba in die Schuhe schiebt, flüchtet dieser. Scar errichtet ein Terrorregime in welchem nur noch gejagt wird. Simba wächst unter der Obhut von Wildschwein Pumba und Erdmännchen Timon auf. Irgendwann als Nala, eine Kindheitsfreundin von Simba zufällig auf ihn trifft nachdem sie von Zuhause abgehauen ist wird das ganze ziemlich interessant. Simba muss unbedingt nach Hause. Schließlich ist er der rechtmäßige König und das Regime von Scar muss definitiv zu Fall gebracht werden.

Sauschöner Film. Nur: Wenn Zeichentrickfiguren singen ist das okay. Wenn computeranimierte Tiere singen wirkt es ziemlich merkwürdig. Ich habe eigentlich komplett vergessen, dass in dem Film überhaupt gesungen wird. Außerdem: Tod von Mufasa in Super HD. Unvergesslich und unendlich traurig. Was soll ich dazu sagen: Hier gibt es nicht viel zu verbocken. Schließlich ist es keine Neufauflage mit echten Schauspielern sondern einfach eine Umsetzung eines Zeichentrickfilms in realistische Animation. Hier kann man nicht besonders viel falsch machen, finde ich. Darum:

8,2/10 Pfandflaschen
Trailer:


NORD Open Air am 26.07.2019 am Viehofer Platz, Essen

Jedes Jahr veranstalten sowohl das Turok als auch das Café Nord in Essen jeweils ein Umsonst-und-Draußen-Open-Air. Bis jetzt habe ichs zu beiden nicht geschafft. Deswegen habe ich alles in Bewegung gesetzt, damt es dieses Jahr klappt. Und ich wurde nicht mal enttäuscht. Nicht so wirklich.

Die erste Band, die ich mir angucken durfte waren Slapshot. Gottverdammte Scheiße. Nach nem halben Jahr Jack "Choke" Kelly auf Instagram stalken hab ichs mir redlich verdient. Wer seinen Auftritt mit "SCHAISE HAIS" anfängt ist schon mal sympathisch. Wer beteuert trotz der Temperaturen immer noch "Hardcore" zu machen, weil "scheiß auf das Wetter dies das" auch. Wer meint dass "wir hier nur 45 Minuten stehen, die ganzen anderen Leute aber viel viel länger, darum Respekt an euch dies das" ist es definitiv auch. Wer "You Hate Me And I Hate You" von GG Allin covert, sowieso. Finde es gut, dass es immer noch ein paar Bands gibt die Hardcore ohne Metaleinfluss machen. Daraufhin dann eine Band namens "Crossplane" die ungefähr nach "YEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH ROCKNROLL WIR MACHEN ROCKNROLL SEID IHR BEREIT FÜR ETWAS ROCKNROLL YEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH" klang und mir tierisch auf den Sack ging. Ich mein, es ist in Ordnung Musik zu machen die rein für die Party bestimmt ist. Es ist aber nicht in Ordnung eine Art Motörhead-Quasi-Coverband zu sein. Absolut nicht. Anschließend erfüllte ich mir einen Jugendtraum: Nach mehr als zehn Jahren habe ich endlich The Other live gesehen. Charmant wie ichs mir vorgestellt habe und unter den ganzen Hardcore-Bands an dem Tag definitiv herausgestochen. Das war sowieso ein leicht komisches Line-Up. Anyways, ich konnte tatsächlich ein paar Songs mitsingen auch wenn ich deren Karriere schon lange nicht verfolgt hab. Die Tage an denen ich die ganze Zeit im Horrorpunk-Forum rumhing liegen nämlich weit hinter mir. Sauschön wars! Born From Pain sind eine von diesen Bands die ich meinte mal zu hören, die ich aber nie interessant genug fand. Anyways haben sie tatsächlich ziemlich gut abgerissen. Das wäre auch das einzige was ich dazu zu sagen haben. Madball haben auch verdammt gut abgerissen. Ich dachte eigentlich dass es irgendwann mal diesen Beef zwischen Madball und Slapshot gab. Allerdings hat der Bassist von Slapshot ein DMS-Tattoo gehabt und stand bei Madball hinter der Bühne. Andererseits hieß es seitens von Freddy Cricien dass "heute einige Bands gut waren, aber keine ist so gut wie Madball". Lel. Sie schafften es jedenfalls ein paar Jugenderinnerungen wach zu rütteln. Zum Beispiel als ich die halbe Nacht damit verbracht hab einen Madball-Backpatch zu basteln. Ich fands ziemlich cool dass man so nah ans Publikum wie es ging gegangen ist und auch in die Ecken reingeguckt hat die die Band sonst gar nicht so mitkriegen. Zum Beispiel links von der Bühne wo Gestalten wie ich rumstehen. Grundsympatisch, finde ich! Als Abschluß gabs The Adicts! Ich war ehrlich gesagt nicht drauf erpicht sie unbedngt komplett live zu sehen weil a) ich am nächsten Tag früh aufstehen musste um nach Flensburg zu fahren und b) ich sie schon mal live gesehen hab. Jedenfalls wars ziemlich nice, mit all diesen Konfetti und Luftschlangen und so Kram. Schade dass ich so Klassiker wie "Viva La Revolution" oder "Songs of Praise" nicht mitbekommen konnte. Trotzdem danke.

Achja, danke an euch fürs Lesen dieses gigantischen Beitrags und schöne Grüße aus Ostdeutschland :D

View this post on Instagram
A post shared by nerdpunx (@upthenerdpunx) on

Samstag, 22. April 2017

Happenings des Monats: April'17

So. Diesen Monat siehts leider ziemlich dünn aus, was Veranstaltungen betrifft. Allerdings war ich auch eine ganze Woche weg! Und darüber will ich mal berichten.

Stricher reist nach St. Petersburg - 08.4.-15.04.2017

Für mich ging das ziemlich spät los. Gegen 18 Uhr startete unser Flug nach Amsterdam. Mit "uns" meine ich mich und meine Em. Allerdings musste ich zwei Stunden vorher da sein - also bin ich total dick eingepackt mit diesem Scheißkoffer zum Wanne-Eickeler Bahnhof gelaufen. Hab mich nämlich auf sibirische Zustände eingestellt. Wobei das schon bisschen übertrieben ist. Gegen 19 Uhr waren wir in Amsterdam, ca. zwei Stunden später ging es nach St. Petersburg weiter. Angekommen sind wir gegen Mitternacht.

Ich habs tatsächlich verbockt, mir vernünftige Schuhe anzuziehen. Das merkte ich in der ersten Sekunde. Es war wirklich saukalt, nachdem wir aus dem (neuen) Flughafen gekommen sind.
Außerdem setzte meine Paranoia ein - was soll ich auf dem Kopf haben. Die Cap mit dem Gender Equality Logo geht wohl nicht, weil Homopropaganda. Die Mütze mit dem Doom-Aufnäher ("Police Bastard") wahrscheinlich auch nicht. Aber dann hab ich am Ende doch drauf geschissen und siehe da - es hat kein Schwanz interessiert.

Der neue Flughafen wirkte zwar recht klein auf mich, jedoch sehr modern. Im Vergleich dazu stinkt der alte richtig richtig ab. Der Grund für unsere/meine Reise war ganz simpel. Mein Opa wurde am 10.4. 70 Jahre alt und wir beschlossen ihm eine Freude zu machen. Außerdem war ein Urlaub einfach ganz dringend. Ich musste von all dem Streß und Lohnarbeit unbedingt wegkommen. Und natürlich wollte ich ein wenig nostalgisieren und paar mir bekannte Orte besuchen.

Zuallererst hieß es aber: Nichtstun. Einkaufen gehen und mit meinem Opa über Musik und allerlei anderes Zeug zu sinnieren. Seitdem meine Oma vor acht Jahren gestorben ist, gestaltet sich sein Leben komplett anders. Meistens bleibt er bis vier Uhr nacht wach und guckt sich Snooker-Weltmeisterschaften an. Oder Fußball. Oder er sitzt im Internet - "In diesem Koffer hier ist viel mehr Interessantes als in diesem Koffer hier" (Originalzitat, bezogen auf das Internet und das Fernsehen).

Ich wurde zudem beauftragt über das vegane Essen in Russland zu berichten. Nun, ich weiß nicht wie ich das überlebt habe denn, es gibt keins. Punkt. Spaß beiseite. Es ist natürlich möglich an vegane Lebensmittel zu kommen (wie in jedem Land). Was aber so Sachen wie irgendwelche Fake-fleisch-produkte oder Sojamilch (!!) angeht sieht es sehr leer aus. Dafür gab es sauteure Mandelmilch von Alpro. Leider ist Russland ein Land mit Fleischessertraditionen. In "normalen" Supermärkten scheint "vegan" immer noch nicht angekommen zu sein. Dafür findet man trotzdem ein paar expliziti vegane Läden und Imbisse. Man muss nur suchen - und zwar an den richtigen Stellen. Und diese liegen halt nicht in den "Schlafbezirken" (wo ich mich aufgehalten hab) sondern da wo die Oberschicht wohnt und die Preise teurer sind.

Mich hat ein wenig schockiert wie viel sich verändert hat. Die Straßen sind an vielen Stellen repariert worden. Es bestehen immer weniger Kiosks/Buden, stattdessen hat man gefühlt an jeder Ecke einen Supermarkt. Die Öffnungszeiten sind Terror pur. Täglich offen, teilweise 24 Stunden. Die meisten aber bis mindestens 22 Uhr. Anstelle des Marktes auf welchen ich früher mit meiner Oma Gemüse eingekauft hab, steht jetzt ein kleines Einkaufszentrum. Dadrin befand sich ein sehr spärlich ausgestatetter Media Markt dem es offensichtlich an Kundschaft gefehlt hat. Die Angestellten dort mussten wir nämlich fast schon mit Baseballschlägern abwehren. Es waren viel zu viele da, die sich immer wieder aufdrängten - ob man denn Hilfe bräuchte. Fürchterlich.

Am Mittwoch begaben wir uns auf den "Junona"-Flohmarkt, der früher meine Quelle für billige Musik und Filme war. Da das physische Musikpiratentum in Russland eingedämmt wurde - und
stattdessen das Online-Piratentum seine Erfolge feiert - war dort für mich so gut wie nichts zu holen. Ich konnte nicht mal eine PS2 finden, dabei brauche ich dringend eine. Allerdings fand sich ein alter, mit Musik beschallter Kiosk der ordentlich Zeug zu bieten hatte, auch Vinyl. Nun bin ich Besitzer einer King Diamond DVD, sowie "Circle of Snakes" und "Skeletons" von Danzig.

Donnerstag war der Tag auf den ich mich am Meisten gefreut hab. Es ging endlich ins Artilleriemuseum. Dort durfte ich sowohl Panzer als auch Raketenwerfer und Stalinorgeln der sozialistischen Periode begutachten. Es gab auch mächtig viel (Zaren)Kanonen, Propagandamaterial, Orden, Schwerter, Pistolen etc. Dabei merkte man schnell, dass das Museum ungefähr nichts zum Hitler-Stalin-Pakt zu sagen hatte. Trotzdem sehr informativ.

Freitag wars dann soweit. Ich ging mit meiner Mutter am Nevsky Prospekt entlang. Ich kaufte im Feinkostladen Jeliseew leicht überteuerte Schokolade... Außerdem waren wir tatsächlich vegan essen. Der Falafelladen "Dyadya Fadi" (Onkel Fadi) ist sehr schwer zu finden gewesen - tatsächlich war das eigentlich eine ehemalige Wohnung - aber es hat sich gelohnt. Ein Falalfelwrap, zusammen mit einem Tee und paar Süßigkeiten für umgerechnet 6,50. Außerdem waren vorort zwei Katze die sich überall tummelten und keine Angst hatten, einen aufs Schoß zu klettern. Danach waren wir in einem ziemlich schäbigen Wachsfigurenmuseum. Die Freaks- und die erotische Abteilung waren zwar nicht schlecht. Was die Prominenten betrifft - meine Fresse war das gruselig. Wer macht denn eine lebensgroße, pseudomenschliche Bart Simpson Figur? Krokodil Gena wirkte auf mich wie ein perverser Spanner. Gruselig. Kurze Zeit später haben wir uns in ein georgisches Restaurant begeben (die Kette heißt Chito Gvrito), auf dem Weg dahin sah ich sowohl das Haus in welchem meine Mum zu ihrer Schulzeit gewohnt hat, als auch die Schule selbst. Das Restaurant bot mir bis auf paar kleine Ausnahme nicht wirklich viel. Ich hoffe einfach mal dass es mindestens z 99% vegan war. Ja, ich bin nich doof.

Was mir sonst auch sehr viel Spaß bereitet hat - alte Plattenbauten fotografieren. Für Architekturliebhaber gibts da nämlich jede Menge. Man kann sich einfach nicht satt sehen.
Das war im Grunde genommen schon. Ich habs genossen und würds wieder tun. Falls ihr Bock habt, euch ein paar bildliche Eindrücke davon anzugucken, geht auf mein Instagram-Profil :P



Donnerstag, 15. Mai 2014

Geschichten, die keiner mag#35: Kartoffelacker

Da ich die Rubrik "was mich anpisst" nicht mehr aktiv führe und kein Bock hab dafür einen so riesigen Artikel zu schreiben, muss das hier rein. Es ist weniger eine Geschichte, sondern eher ein Rant. Aber: mein blog, meine roolz.

Letztens ist etwas ganz schlimmes in der homophoben Welt passiert. Ein Mann mit einem Bart und in einem Kleid hat den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen gewonnen. Ich sage das bewusst so, weil der Künstler sich nicht als trans*mensch sieht sondern lediglich eine Kunstfigur, eine Frau mit Bart, namens Conchita Wurst erfunden hat. Jedoch will er, wenn er als die besagte Kunstfigur auftritt als Frau angesprochen werden. So wird es also im weiteren Verlauf des Textes sein.

Falls ihr den ESC nicht kennt: Eingeleitet nach dem zweiten Weltkrieg sollte der ESC ein europaweiter Gesangswettbewerb. Er wird jedes Jahr im Land des Siegerinterpreten des vorherigen Jahres abgehalten. Dabei vergibt jedes Land per Telefonvoting 1-12 Punkte an andere Länder. Und es kommt noch irgendwie ne Jury dazu, aber das hab ich nicht gepeilt. Eigentlich sollte Eurovision ein friedliches Aufeinandertreffen von verschiedenen Nationen darstellen. Eigentlich 'ne gute Idee nach zwei bekackten Weltkriegen. Eigentlich.
Eigentlich ist der ESC ein durch und durch politischer Wettbewerb. Denn wie wir wissen sind Nationen(und Nationalismen) kacke und sie spalten Menschen. So sah es, zumindest verstärkt in den letzten Jahren, aus. Ein Land bewertete ein gut befreundetes Nachbarland besser und vice versa. Dabei hagelte es immer an wütenden Reaktionen aus der Bevölkerung. "Wieso hat Lampukistan uns, Amarschderweltlern dieses Jahr nur 2 Punkte gegeben? Immerhin haben wir letztes Jahr sie zu Gewinnern gemacht!" oder "Diese Wichser aus Ostsüdtschumbanasien haben uns null Punkte gegeben. Die sind immer noch neidisch dass unser Führer letztes Jahr den ersten Preis fürs Kettensägenjonglieren gewonnen hat! Die hassen uns!". So oder ähnlich(naja eher nicht) lauten die Reaktionen unter den Völkern. Vielleicht ist es gar nicht die Mehrheit der Leute, allerdings lässt heutzutage verstärkt das Internet einen spüren, dass diese Stimmen immer lauter werden.

So auch dieses Jahr. Conchita Wurst hat gewonnen und steht somit in einer Reihe von "Skurrilitäten". Vor weniger als fünf Jahren nahm der Künstler Oleg Skripko für die Ukraine den zweiten Platz ein. Er trat auf als eine Frau namens Verka Serdutschka. Davor, im Jahre 2006 gewannen Lordi aus Finnland. Noch früher, im Jahre 1998 gewann die Transfrau Dana International aus Georgien den Wettbewerb. Also eigentlich ist der diesjährige Sieg wohl nichts besonderes oder?

Nein, denn irgendwer findet immer was zu meckern. Anscheinend ist es vergleichbar mit dem Nuklearen Holocaust wenn eine Künstlerin mit Bart auftritt und den Wettbewerb auch noch gewinnt. Ich habe mir gedacht "du wirst nach dieser Sendung nicht ins Internet gehen" und doch hab ich es getan. Was mich erwartet hat waren hunderte von Hasskommentaren gerichtet gegen Conchita. Von "Scheißschwuchtel" bis zu "Oh mein Gott, das ist das letzte Mal dass ich ESC geguckt habe, Europa geht unter, wie soll ich meinen Kindern erklären dass eine Frau einen Bart trägt???!!!" war alles dabei.
Da ich mich interessiert habe was Russen und Polen dazu zu sagen haben, ging ich die polnische facebook-seite "eurowizja.org" und landete aus Versehen auf der Seite "we love russia". Das Ergebnis war ungefähr dasselbe bloß dass die Polen sich darüber aufgeregt haben dass ihr pornöser Beitrag nicht gewonnen hat. Anscheinend können die Leute echt slawische Schönheit nicht wertschätzen und stehen auf bärtige Frauen. Das geht ja gar nicht. Die Russen waren schockiert und meinten dass "die alle in Europa total verrückt" geworden sind. Allerdings muss ich sagen, dass es auch jede Menge positiver und verteidigender Kommentare gab, in allen drei Ländern.

Achja und das hier kommt auch noch:

"Ich habe Oesterreich verlassen weil ich diese mochtegern toleranz nicht mehr ertragen habe und als ich dieses wesen mit bart auf dem eurosong wieder sah wuste ich das er gewinnt, alles spriecht dafuer die rusen vollen den eurosong absetzen wegen dem transwestiten der frauenkleider und einen angeklebten bart tregt europa ist gegen rusland also mus er gewinnen. Als ihm/ihr/es dan auch Italine 12 punkte gab war mir klar die welt befindet sich im 3 und letzten Weltkrieg nur wir Menschen die tag teglich zur arbeit fahren wurden noch nicht ausdruecklich informirt sonst wuerden wir nicht mehr arbeiten und das will niemand."

Doch es gab noch etwas was mich bei der ganzen Sache gestört hat. Die "podsflöadsf twins", also die zwei 17jährigen Mädchen die für Russland aufgetreten sind wurden bei der Punktevergabe(genauer gesagt jedesmal wenn sie Punkte bekommen haben) ausgebuht. Die Gründe hierfür waren fast schon offensichtlich. Nämlich Russlands Gesetze gegen "Homopropaganda" als auch das Verhalten auf der Krim. Allerdings stellt sich mir die Frage: Was zur Hölle können diese zwei Mädchen für die Politik ihres Präsidenten? Und überhaupt: Woher wissen all die Buhrufer wie die Mädchen zu den beiden Sachen stehen? Es hat sich nämlich rausgestellt, dass Conchita, die Russinnen und ihr Manager/Produzent Filip Kirkorov sich hinter den Kulissen sehr gut verstanden haben. Hm. Das geht wohl so nicht. Oder doch?


Oh, es kommt sogar noch besser: Österreich hat von Russland ganze 5 Punkte bekommen! Von Weissrussland, wo in Oktober 2013 sogar eine Petition gegen die Ausstrahlung von Conchitas Auftritt durchgeführt wurde(und gescheitert ist!) hat sie soweit ich mich nicht irre 10 Punkte bekommen. Ukraine vergab ebenfalls Punkte. Und es geht noch weiter: Wursts Lied "Rise like a phoenix" landete prompt in den russischen iTunes-Charts. Direkt auf Platz 1.

Ist Russland/Osteuropa jetzt von Homophobie/Transphobie befreit? Nein. Es stimmt tatsächlich: Russland hat ein übles Homophobieproblem, was schon desöfteren zu lebensbedrohlicher Gefahr wurde. Allerdings wohnen in diesen Ländern nicht nur homophobe Menschen. Das schienen die Buhrufer komplett vergessen zu haben. Denn wenn es so wäre.....ne, das will ich mir nicht ausmalen.

Ehrlich gesagt kotzt mich die Stimmungsmache gegen Russland wirklich an. Und nein, ich heiße weder Jebsen noch Elsässer mit Nachnamen. Jedoch muss man die Sache nüchtern sehen(damit meine ich das ganze Verhältnis zwischen Ost und West inklusive den Ukrainekonflikt): Man befindet sich in einem Propagandakrieg. Die eine Seite diskreditiert die andere und andersrum auch. Und nein ich will jetzt kein Geschwafel lostreten von irgendwelchen geheimen Eliten und bösen Mächten oder so. Ich seh das wirklich sehr nüchtern. Das war nämlich schon immer so, dass der Westen und der Osten sich nicht grün waren. So kommt es dass man aus beiden Richtungen, gelinde gesagt übelste Scheiße über den anderen hört. Und weil so gut wie gar kein Medium in der Sache objektiv berichtet wird es noch schwieriger sich eine freie Meinung zu bilden.

Denn das was man hört und liest geht auf keine Kuhhaut. Was wir jedoch wissen ist: Die Ukrainer fanden die Ablehnung des EU-Assozierungsabkommens echt nicht dufte und protestierten in Massen dagegen. Leider landeten sie dabei erfolgreich vom Regen(Ex-Präsident Janukowitsch) in die Traufe(neue Übergangsregierung). Denn nun ist u.a. Julia Timoschenko an der Macht die während des Regimes von Janukowitsch schon mal wegen Amtsmissbrauch in den Knast gewandert ist. In der Übergangsregierung sitzen mehrere Parteilose und Abgeordnete der rechtspopulistischen(in einigen Kreisen auch zurecht rechtsradikal eingeordneten) Partei "Swoboda"(dt. "Freiheit"). Ebenfalls bei den Protesten anwesend waren auch die paramilitärischen Nationalisten vom "Pravij Sektor"(rechter Sektor), die momentan dabei sind, sich in eine Partei zu verwandeln. Allerdings ging es ihnen nicht darum sich den Westen anzunähern sondern eine "nationale revolution" inklusive einer "derussifizierung" herbeizuführen.

Auf der andere Seite, nämlich im Osten der Ukraine, formierte sich dagegen Widerstand. Die sog. "Separatisten" riefen eine eigene Republik aus, die "Volksrepublik Donezk". Sie erhielten dabei auch viel Zustimmung von der Bevölkerung. Es gab nämlich, auch in der Vergangenheit, angebliche Beschlüsse die russische Sprache nicht mehr als Zweitsprache anzuerkennen. Die Separatisten stellen sich natürlich dagegen, und werden von vielen unter anderem auch dafür gefeiert. Allerdings stellt sich die Frage ob sie genauso "demokratisch" vorgehen, wie ihre Kollegen aus dem Westen. Dort wurden nämlich Menschen sinnlos auf offener Straße verprügelt, auch welche die die russische Fahne getragen haben. In der "VR Donezk" soll es zu ähnlichen Exzessen gekommen sein, bloß andersrum.

Während Swoboda/Udar(Partei von Witali Klitschko) vom Westen "nur" unterstützt werden, häufen sich Gerüchte und Verschwörungstheorien darüber, dass die NATO/die USA/die ganze westliche Welt hinter dieser Regierung stecken um ganz Eurasien bald zu unterjochen. Gleichzeitig spricht man in der Ukraine von Putins Geheimagent welche die Konterrevolution im Osten gestartet haben. Im ukrainischen und russischen WWW spricht man entweder von dem neuen Nazischurkenstaat Ukraine, der bald bestimmt Krieg gegen Russland führen will oder von den nutzlosen Russen, der eh nichts anderes außer Balalaika spielen und Vodka saufen kann und der nebenbei ganz Ukraine ausnimmt. Doch auch die "Hochly" kriegen von den Russen was ab - sie werden zu faulen Nichtsnutzen Kartoffelbauern erklärt, die zudem auch noch Nazis sind. Warum Nazis? "SS Galizien" googeln. Warum Ukraine so in Ost und West gespaltet ist? Nun dafür gibt es verschiedene Gründe. Ich würde am besten den Wiki-Eintrag über Stepan Bandera lesen. Dazu kommen noch weitere, sich wiederholende peinliche Ressentiments gegeneinander. Dabei ist der Gegner immer wieder "nutzlos"/"faul" oder ein scheißnazi/scheißkommunist.

Sicher ist die nationalistische Stimmung gegen Russland schon immer dagewesen. Besonders jetzt ist es sehr gut zu sehen, wenn Leninstatuen gestürzt werden und andere Denkmäler für gefallende Helden der Roten Armee geschändet werden. Richtig eklig wirds auch wenn US- und deutsche Größen wie John Kerry oder Angela Merkel diese pardon Nazis in der Übergangsregierung unterstützen.

Es wird ebenfalls genauso eklig, wenn man nach dem Motto "der Feind meines Feindes ist mein Freund" agiert. Nämlich wenn man als sogenannter "Friedensfreund" oder "Antiimperialist" sich kompromisslos Wladimir Putin anschließt und diesen als wahren Antifaschisten deklariert der die einzige Macht ist die den Westen noch stoppen kann. Mal ehrlich, wenn ich ein vernünftig denkender Mensch bin, was wähle ich dann? Den Einlauf oder die Kotstulle? Einen selbstverliebten Autokraten oder eine "Opposition" die "Deutsche, Polen und Judenschweine" austreiben will. Einen widerlichen homophoben Typen oder eine Stadtregierung die das Verbrennen von 40 Menschen in einem Gebäude als "Antiterroristischer Akt" gutheißt? Ich würde sagen, nichts von beiden. Denn es sind brutale Machtspiele die von beiden Seiten ausgetragen werden, nichts weiter.

Was hat das ganze Gelaber nun mit Conchita Wurst zu tun? Nun, ihre Gegner sehen in ihr den mentalen Stinkefinger den man Russland als Antwort zeigen wollte. Man vermutet sogar, dass man sie extra hat gewinnen lassen nur um es "den Russen richtig zu zeigen". Einige(!) ihrer Befürworter denken zwar nicht so verschwörungstheoretisch allerdings sehen sie in ihren Gewinn auch einen direkten Stinkefinger gegen Putin/Russland. Die Wahrheit ist: Es stimmt einfach beides nicht. Und das allerwichtigste - sie hats genauso wie die Situation in der Ukraine geschafft, dass Menschen ihr widerliches Gesicht offenbaren. Das ist gut so.

Danke füs Lesen.

links:
Interview mit ukrainischen Anarchisten
https://www.youtube.com/watch?v=DS4Rr26PlCU dies
https://www.youtube.com/watch?v=_pOjaOcaqew  dies
https://www.youtube.com/watch?v=ezEjykTJjVkn und dies