Posts mit dem Label Bart Simpson's Horrorshow werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bart Simpson's Horrorshow werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 28. Oktober 2025

Comic Book Review#653: The Simpsons' Treehouse of Horror#14 (2008)

Hallo und herzlich willkommen zum letzten "Comic Book Review" im Rahmen des SHOCKTOBERs. Wir beschäftigen uns diesen Monat also das letzte Mal mit einer Ausgabe von "Bart Simpson's Treehouse of Horror", auf Deutsch bekannt als "Bart Simpsons Horror Show". Diesmal sind solche Autoren und Zeichner dabei wie Steve Niles, Glenn Fabry, Gilbert Fernandez, Ian Boothby und Nina Matsumoto. Ab dieser Ausgabe wurde die Reihe von "Bart Simpson's Treehouse of Horror" in "The Simpsons' Treehouse of Horror" umbenannt, ganz so wie die Halloween-Folgen der Serie. 


Die erste Story namens "30 Days of D'Oh!" parodiert (selbstverständlich) den Horrorfilm "30 Days Of Night", in welchem die Bewohner einer arktischen Gegend an 30 sonnenlosen Tagen von Zombie-Vampiren geplagt werden. In der simpsonifizierten Variante, von Zeichner Glenn Fabry und Autor Steve Niles, geht es zunächst um Probleme im Springfielder AKW. Mr. Burns hat an Rauchfiltern gespart. Zusätzlich dazu kommt es, dass genau einer dieser Filter kaputt geht, was zu einer Katastrophe führt. Innerhalb von kürzester Zeit füllt sich der Springfielder Himmel mit einer riesigen Rauchwolke, die die Sonne komplett abdeckt. Da dieser Rauch radioaktiv ist, verwandelt er all diejenigen die während der Katastrophe draußen waren in blutrünstige Zombie-Vampire. Die einzigen, die es nicht trifft, befinden sich während der Katastrophe im Kwik-E-Markt: Apu, Chief Wiggum und Ralph, Sideshow Bob, Hans Maulwurf und der Comic Buch Typ. Es beginnt ein dreißigtägier Kampf ums Überleben. Denn die Meute da draußen ist wahrlich blutrünstig.

Ich muss sagen, dass von allen "Treehouse of Horror"-Stories diese hier die absolut fieseste und brutalste ist. Fabrys Stil ist relativ "gritty" aber hält sich gleichzeitig trotzdem ganz gut an das Original. Allerdings ist er in der Lage die Emotionen der Charaktere besonders gut hervorzuheben. Die Mienen sind sehr divers dargestellt. Man sieht sehr gut, dass sich jemand vor Schmerzen windet. Apropos Schmerzen: Hier werden Köpfe, Beine und Arme abgerissen. Köpfe auf den Spieß gesteckt. Meine Fresse, nicht mal der Simpsons Hund Knecht Ruprecht wird ausgespart. Ihm wird mit einem Traktor der Kopf abgehackt. Holy shit. Die Darstellung der Springfielder Awohner als Zombie Vampire ist wirklich unfassbar böse. Heilige Scheiße ist das genial. 

In "Murder He Wrote" parodiert Ian Boothby den Manga "Death Note". Gezeichnet wird das ganze von Nina Matsumoto. Bart Simpson findet ein mysteriöses Notizbuch mit einem Schädel auf dem Cover, was ihm kurzerhand vom Rüpel Jimbo weggenommen wird, der auch prompt seinen Namen reinschreibt. Kurze Zeit später stirbt Jimbo und ein Geist von Krusty dem Clown taucht auf. Es stellt sich heraus, dass dieses Buch früher ihm gehört hat und er lauter Namen und Adressen von Frauen reingeschrieben hat, die er leider nie treffen konnte. Dieses Buch ist nämlich in der Lage alle Menschen zu töten, dessen Namen man reinschreibt. Man kann auch die Art des Tötens reinschreiben. Wenn man es jedoch nicht tut, entscheidet das Buch selbst. So beschließt Bart Sideshow Bob umzubringen, als dieser im Fernsehen auftaucht nachdem er aus dem Knast entlassen wurde. Bob wird von Bienen gestochen, fällt in heißes Würstchen-Wasser und wird anschließend von einer Dampfwalze plattgerollt. Der Zufall will, dass das Buch in die Hände von Marge und Homer fällt, die das für ihre "Tötet Ned Flanders"-Fanfiction als auch für die Einkaufsliste nutzen. So werden unter anderem die Namensgeber von Oreo und Uncle Ben's tot aufgefunden. Außerdem wird Ned Flanders abgebrannt und von einem Hai in den Arsch gebissen. Bart wird zunehmend paranoider, vor allem weil Krustys Geist ihm immer mehr fürchterliche Sachen einflößt für die er das Buch benutzen soll...

Nina Matsumoto hat diesmal die Simpsons und die anderen Charaktere im Manga-Stil gezeichnet. Kein hypermaskuliner Stil wie bei "JoJo's Bizarre Adventure" oder so, sondern viel eher familienfreundlich. Die Gesichter sind durchaus realistisch, trotz der stellenweise echt riesigen Augen. Am Meisten hat mir die Umsetzung von Krusty als diesen äh Dämon gefallen. Die fake-pelz Jacke steht ihm wirklich gut. Mir gefällt dieser Stil wirklich sehr. Simpsons und die anderen in Schwarz-Weiß und in etwas realistisch und 10% weniger cartoonesk. Außerdem mag ich die Story weil sie Boothby-mäßig lustig ist, nicht krampfhaft versucht um jeden Preis blutig und brutal zu sein sondern gekonnt Horror-Elemente parodiert und alles auf den Kopf stellt. Sehr gut.

Die letzte Story parodiert die Kaiju-Filme "Frankenstein conquers the World!" als auch "War of the Gargantuas". Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen. In einem Rückblick kriegen wir mit wie Homer bei einer Ausstellung das Herz des Frankenstein-Monsters isst, weil er es für ein Sandwich hält. So wächst er innerhalb von wenigen Augenblicken zu einem riesigen Monstrum heran, dass anfängt die Stadt zu zerstören, bis es von einem riesigen Dinosaurierartigen anderen Monster angegriffen wird und später scheinbar stirbt. In einem zweiten Teil taucht ein weiteres Homer-Monstrum auf, dass eine Sängerin frisst, die auf einer Party auf dem Dach eines Gebäudes singt. Da taucht prompt der Original "Homerstein" auf und die beiden liefern sich einen Kampf, bis die Worte der Sängerin aus dem Mund des anderen Monsters kommen sodass sie sich ineinander verlieben und davon ziehen. Der Text war wohl sehr romantisch. Die beiden Situationen werden von Bart und Lisa genau beobachtet. Lisa kommt auf die Idee dass das zweite Monstrum ein Klon ist, der bei einem Kampf mit dem Dinosaurier entstanden ist. So ist wohl ein Teil von Homer abgefallen und hat sich weiterentwickelt. 

Die Zeichnungen von Gilbert Hernandez sind höllisch primitiv und erinnern an die besten Momente des "MAD Magazine". Die Kaiju-Kämpfe sind wirklich unfassbar lustig. Ansonsten bietet die Story nicht besonders viel außer ein paar Schnäufzer/Lacher und etwas Nostalgie wegen alten japanischen Kaiju-Filmen jenseits von Godzilla. Funny, but nothing more than funny.

Insgesamt muss ich sagen, dass diese Ausgabe mit einer sehr guten Story beginnt und leider zum Ende hin eher "standard" wird. Insgesamt fühlte ich mich allerdings sehr gut unterhalten. Es ist mal wieder ein Sammelsurium von verschiedenen Sichtpunkten bzw. Zeichenstilen. Wirklich äußerst kreativ. Was mir einfällt: Es funktioniert alles nach dem Prinzip 2 von 3. In zwei von 3 Stories spielen Chief Wiggum und sein Sohn Ralph mit. Außerdem sind 2 von 3 Geschichten Parodien auf japanische Filme oder Serien. Reiner Zufall natürlich.

7,5/10 Pfandflaschen


Dienstag, 21. Oktober 2025

Comic Book Review#652: Bart Simpson's Treehouse of Horror#13 (2007)

Allrighty, folks. Der SHOCKTOBER nähert sich langsam dem Ende. Nur  noch eine Woche und es ist um. Aber noch ist es nicht um und darum gibt es mal wieder eine Ausgabe von "Bart Simpson's Treehouse of Horror" auf die Augen.

Diesmal geben sich bekannte Comedy-Comic-Autoren die Blöße. Und zwar Leute wie Ian Boothby, Brian Bosehn, Patton Oswalt, Gerry Duggan, Pia Guerra und Thomas Lennon. Die erste Story stammt

von Duggan und Posehn. Gezeichnet wurde das Machwerk, das "Gnaws" heißt von Hillary Barta. Es ist eine astreine Parodie auf "Jaws" (hierzulande als "Der Weiße Hai" bekannt). Nur diesmal geht es nicht um einen Hai sondern um diesen dreiäugigen Fisch der seit Beginn der Serie immer wieder mal zu sehen ist. Da das Atomkraftwerk in Springfield seine Abfälle ins Meer wirft wurde der Fisch aufgrund der Radioaktivität größer. Und größer und größer. Und nun hat er Appetit auf Menschenfleisch entwickelt. Das erste Opfer ist Lehrerin Edna Krabappel, die auf einem Date mit Barkeeper Moe Szyslak war. Am nächsten Tag wird am hellichten Tag Rektor Seymour Skinner gefressen. Die Polizei, in Gestalt von Chief Wiggum beschließt den Strand zu schließen. Bürgermeister Quimby kündigt ein Lösegeld von 200 Dollar in Gestalt von Appleby's Coupons an für denjenigen der den Fisch/den Hai/manweißesnicht zur Strecke bringt. Eine wirklich brutale und brutal lustige Story, in welcher es an trockenen Humor und Anspielungen auf äh den Film über den Hai nicht mangelt. Doch es finden sich auch kleine Anspielungen auf die Serie selbst. Zum Beispiel haben die Be Sharps in Gestalt von Apu, Homer und Barney einen Auftritt. Dazu hat Hillary Barta wirklich gritty Zeichnungen geliefert, die wesentlich dunkler daherkommt als zum Beispiel die nächste Story.

"They Draw", geschrieben von Patton Oswalt und gezeichnet von Jason Ho ist in typischen Simpsons-Zeichenstil gehalten. Es ist eine Parodie auf "They Live!" von John Carpenter mit Roddy Piper in der Hauptrolle. Wir befinden uns im Springfielder AKW. Lenny merkt, dass er Carls Geburtstag vergessen hat. Zum Glück findet er in der Kantine eine "Lost & Found"-Kiste. Nach etwas Herumkramen findet er darin eine Sonnenbrille vor. Nachdem er sie aufgezogen hat, stellt er fest, dass er in einem Comic lebt. So ist er nun in der Lage seine gesamte Umgebung als Skizzen zu sehen, mit allerlei Notizen zu verschiedenen Charakteren. Es stellt sich heraus, dass alle irgendwie als Hintergrund dienen und für Homer lauter verschiedene aufregende Ereignisse vorgesehen sind. So beschließt man gemeinsam mit Hintergrundcharakteren, wie Jasper den bärtigen alten Mann, den pickligen Teenager und anderen eine Abenteuercrew zu gründen und endlich mal cool zu sein. Mehr passiert in der Story leider nicht. Am Ende sehen wir wie ein Drache geritten wird und Lenny, Carl und co. cool durch die Gegend laufen. Meines Erachtens hat das hier wenig mit Horror zu tun. Es ist aber trotzdem ein ganz cooler "Einwurf", wenn auch ein recht kurzer.

"Prop, prop, whiz, whiz" von Ian Boothby und Pia Guerra: Diesmal sind Bart, Lisa und Milhouse zu Besuch im Comic Laden vom Comic Book Typen. Bart muss dringend auf Toilette und muss dafür für 10$ eine Action Figur kaufen. Hinten im Laden entdeckt er einen Haufen Film-Devotionalien. Er wird gewarnt nichts davon anzufassen. Der Comic Book Typ hat sie nämlich alle an einem Freitag dem 13. bei EBuy ersteigert. Die Sachen sind verflucht. Jeder der sie anfasst landet in dem passenden Film. Die Neugier hat die Katze umgebracht und so landen Lisa, Bart und Milhouse nacheinander in Buffy, Evil Dead 2 und Buckaroo Banzai. Als Homer auftaucht um die Kids abzuholen (sie waren eigentlich auf dem Weg ins Kino) kann er einem Lichtschwert nicht widerstehen und landet in "Star Wars: Episode III"....am Ende des Films in der Rolle des Anakin Skywalker. Eine relativ durchschnittliche Geschichte, muss ich sagen. Zu Beginn war es wirklich nicht ganz so amüsant, doch die Story nimmt gegen Ende etwas Fahrt auf und kann einen zu ein paar Grinsen verhelfen. Mehr aber leider nicht.

Ein mehr als solides Ende der Ausgabe bietet "The Pygmy Elixir" von Thomas Lennon und Tone Rodriguez. Bei einem Klassentreffen trifft Mr. Burns auf einen alten Klassenkameraden der seit 1909 (?) nicht mehr gealtert ist. Tatsächlich hat dieser ein Elixir von einem Pygmäenstamm eingenommen. Prompt wird der Mann allerdings von aus dem nichts kommenden Dartpfeilen beschossen und umgebracht. Mr. Burns und sein Gehilfe, Waylon Smithers finden heraus dass der Angreifer wie Burt Frenchman aussieht. Also dieser Junge, der immer wieder in Burns' Leben tritt. Nee, der heißt Bart Simpson. Er ist aber unschuldig, sieht jedoch aus wie die Pygmäer selber. So kidnappt Smithers Bart und "engagiert" ihn gemeinsam mit seinem Arbeitgeber für eine Mission. Das Trio reist nun in den Amazonas Regenwald. Auf dem Flug dorthin lernt Bart die Sprache des Stammes. Kaum angekommen, wird der Junge in einen Bastrock eingekleidet und ist kaum von den Einheimischen zu unterscheiden. Als die drei dann schlußendlich gefangen genommen werden kann Bart die Pygmäer überzeugen nicht getötet zu werden und Burns das Elixir auszuhändigen. Doch es gibt natürlich einen Haken. Das ist mal tatsächlich eine sehr originelle Geschichte. Leider weiß ich absolut nicht, welchen Film oder Buch oder wasauchimmer das hier parodieren soll. Vielleicht ist es tatsächlich eine originelle Story. Wenn es denn tatsächlich so ist, bin ich wirklich sehr begeistert. Es war nämlich tatsächlich furchtbar spaßig. I liked it very much.

7/10 Pfandflaschen


Dienstag, 14. Oktober 2025

Comic Book Review#651: Bart Simpson's Treehouse of Horror#12 (2006)

"Homer's Ark": Die erste Story in dieser Ausgabe lässt einen zu Beginn etwas verwirrt rein gucken. Die Sache ist, es scheint nämlich nicht so als ob sie irgendwas mit Horror zu tun hat. Es geschieht folgendes: Homer und Barney betrinken sich hemmungslos in Moe's Kneipe bis dieser beide rauswirft weil sie zu betrunken sind und auch kein Auto mehr fahren können. Barney trägt Homer heim und lässt ihn auf dem Rasen liegen. Kurz darauf wird Homer von Kakerlaken heimgesucht und vom Blitz getroffen. Im Himmel angekommen, bittet Gott ihn um einen Gefallen: Homer soll eine Arche bauen

und von zwei Exemplare von jedem Tier einpacken weil Gott schon bald alle Kakerlaken auf der Erde mit einem großen Insektizid vernichten will. Wieder auf der Erde angekommen fängt er am nächsten Morgen mit dem Bau an, ohne genau zu wissen was zu tun ist. Das geht 40 Tage und 40 Nächte so, bis Homer einen langen Bart hat und vollkommen verrückt geworden ist. Die Sache zieht alle Bewohner Springfields an als auch Mr. Burns die alle unbedingt auf die Arche drauf wollen. So wird eine Flucht der Simpsons vor einer riesigen Schädlingsbekämpfungswolke ziemlich unmöglich. 

Am Ende hat sich natürlich alles als Traum herausgestellt. Aber was für ein großartiges, surrealistisches und vollkommen abgedrehtes Szenario. Ich mag auch den Stil, der mich etwas an das Urgestein Sergio Aragonés erinnert. Die Geschichte hat nicht wirklich was mit Horror zu tun, es sei denn man sieht sie als eine Art "Werdegang eines Wahnsinnigen" oder so. Ich dachte eigentlich, dass Homer anfängt seine Familie zu bedrängen, aber der wahre Horror war dann eher banaler Art. Nämlich in der Gestalt der Springfieldianer die alles tun würden um auf die Arche zu kommen. Höllisch interessant. Geschrieben und gezeichnet von Terry Moore.

"Blood Cure of the Evil Fairies": Als zweites geht es um Bart und Maggie. Die beiden können nämlich kein Fernsehen (bzw. das Krusty the Clown Peter Pan Special) gucken, weil Homer die Treppe runtergefallen ist und mit seinem Bauch die Sicht verdeckt. Also "bittet" Maggie Bart ihr eine Geschichte vorzulesen. Es ist ein Buch über Feen, aber Bart arrangiert alles am laufenden Band um und es wird zu einer Art surrealen Horrorstory. Dort geht es dann plötzlich um Homer, der bei einem Anglerausflug eine Fee findet, die er als Köder benutzen will. Sie möchte natürlich leben und bietet ihm an, ihn einen Wunsch zu erfüllen wenn er sie am Leben lässt. Homer braucht ca. 6 Monate zu überlegen - währenddessen stirbt die Fee in einem Einmachglas. Beim Ausmisten entdeckt Bart das Gefäß und findet es richtig cool. Wie schon in Fall vom Homer: Nur Kinder und "einfache" Menschen können Feen sehen. Also sehen Lisa und Marge den kleinen Kadaver nicht. Kurzerhand tauchen weitere Feen auf, die bei diesem Anblick wütend werden und anschließend das ganze Haus der Familie in ein menschenfressendes Monstrum verwandeln.

Was zum eigentlichen Fick war das denn? Diese von Kyle Baker gezeichnete und geschriebene Geschichte hat schon was sehr sehr sehr makaberes. Ich finde es insbesondere deswegen unangenehm, weil kleine Wesen in einem Einmachglas der Luft zum Atmen geraubt werden. Das hat was perverses und ekelhaftes an sich. Aber es sollte eigentlich nur lustig sein. Andererseits denkt sich das in der Geschichte "nur" Barts Kindergehirn aus, ergo wollte er "nur" schockieren. Wiederum andererseits hat sich die Story eh jemand komplett anderes ausgedacht, also hat sie nichts über Bart auszusagen. Wiederum wiederum andererseits andererseits überinterpretiere ich das vielleicht und es ist schlicht und einfach eine sehr surreale Story für den Shock Value. 

"Willie: Portrait of a Groundskeeper": Der Titel ist eine Parodie auf "Henry: Portrait of a Serial Killer" mit Michael Rooker in einer der Hauptrollen. Gezeichnet und geschrieben wurde dieses vollkommen bizarre Szenario von Eric Powell. Wir befinden uns an der Grundschule in Springfield. Bart und Milhouse reissen aus einem Erwachsenenmagazin eine Anzeige für den schnellen Wuchs von Brusthaaren aus und schmeißen den Rest weg, damit es nicht konfisziert werden kann. Das Magazin gelangt schlußendlich in die Hände von Willie, den schottischen Hausmeister der Schule. Dieser verwechselt die Anzeige für den Versand von einem Emu Vogel mit dem Versand von russischen Versandbräuten. Also bestellt er sich einen Emu. Und weil er so einsam ist, schläft er mit dem Tier nachdem es endlich per Post angekommen ist. Als der Emu flüchtet und durch die Straße wandert, wird er von einem etwas sehr hungrigen Homer Simpson aufgefunden, der das Tier tötet und daraus ein Mittagessen macht. Als Willie das rausfindet ist er außer sich, sodass er bald in das Simpsons Haus eindringt, Homer fesselt, Marge tötet und sie als Essen serviert. Homer wird kurzerhand von Bart gerettet, dessen schnell gewachsenes Brusthaar über übersinnliche Fähigkeiten verfügt. 

Was zum fick. Was zum eigentlichen fick? Das nenn ich mal wirklich verstörend. Die Zeichnungen haben etwas tragikomisches an sich. Durch die Schatten in den Gesichtern sehen die Figuren so obskur aus. Durch die Handlung wird aber alles noch wesentlich mehr obskurer. Hausmeister Willie der einen Emu Vogel bumst. Brusthaare die ein Eigenleben führen. Eine Marge serviert als Mittagessen. Holy shit, die letzte Story hat es wirklich in sich. Meine Fresse haben sich meine Augen geweitet.

8,75/10 Pfandflaschen




Donnerstag, 2. Oktober 2025

Comic Book Review#649: Bart Simpson's Treehouse of Horror#10 (2004)

Die zehnte Jubiläumsausgabe von "Bart Simpson's Treehouse of Horror" (zu Deutsch immer noch "Bart Simpsons Horrorshow) ist eine ganz besondere. Diesmal haben bekannte Größen des Hard Rock und Metal sich die Stories ausgedacht. Geschrieben wurden sie allerdings von Chris Yambar, Ty Templeton und Bill Morrison.

Zu Beginn kriegen wir in "Bart Simmons: God of Thunder!" (ausgedacht von Gene Simmons von KISS) mit wie Bart Simpson in der Schule vier der bekanntesten Bullies (Doph, Kearney, Jimbo und

Nelson) mit einem Feueratem verbrennt. Zuhause erzählt ihm Marge dass er eigentlich gar nicht der Sohn von Homer ist. Einst hatte sie, als sie und Homer noch nicht verheiratet waren nach einem Konzert von KISS mit Gene Simmons geschlafen. Dieser hat ihr in einem Brief nahe gelegt, dass er ein Donnergott ist, der einer Ethnie von Untergrundgöttern angehört, die schon bald die Erde sich untertan machen werden. Und natürlich hat sie seinen Bass die ganze Zeit in ihren Haaren versteckt. Deswegen musste sie sie immer hochstecken. Bart verwandelt sich, nachdem er ein paar Noten auf dem Instrument gespielt hat, in einen wahrhaftigen Nachfahren des Donnergottes und plant schon bald ein eigenes Regime auf der Erde aufzubauen. Mit 24/7 Zeichentrick im Fernsehen und 365 Tage im Jahr Halloween. Als die Außerirdischen Kang und Kodos die Erde angreifen und unterjochen wollen, sind sie von seinen Plänen so eingeschüchtert dass sie abziehen. Eine durchaus amüsante Geschichte, die allerdings sichtbar auf Gene Simmons' Ego aufgebaut ist und sich etwas wie ein reiner Merchandise Move liest. Aber trotzdem ziemlich witzig. Geschrieben von Chris Yambar, gezeichnet von Tone Rodriguez. 

In "The Legend of Batterface" wird "Friday the 13th" parodiert. Einst war ein junger Homer Simpson teil eines Sommer Camps für Kinder. Dort hat er immer viel zu viel Donuts gegessen, sodass niemand sonst die Chance hatte auch nur einen Krümel des Süßgebäcks zu erwischen. Die anderen Kinder (unter ihnen ein junger Alice Cooper) rächten sich mit einem Streich der Homer geistig runiert hat. Seit 13 Jahren zieht er nun jedes Jahr als "Batterface" umher um jeden der 13 Kinder umzubringen die sich damals über ihn lustig gemacht haben. Alice Cooper, der die Story erzählt ist nun als letzter dran. Eine wesentlich anspruchsvollere Story, die wirklich echt fürchteinflößend wird. Naja nicht so wirklich. Aber die Donut Morde (die Opfer werden bis zu ihren Tode mit Donuts vollgestopft) haben es wirklich in sich. Mir gefällt außerdem wie es so dargestellt wird als würde Alice die Geschichte erzählen. Das kann er in seinen Songs nämlich ganz gut. Geschrieben von Chris Yambar, gezeichnet von Bill Morrison.

In "House of 1000 Donuts" sind die Simpsons im Urlaub und besuchen das Serienkiller-Museum, geleitet von Krusty dem Klown der es bei einem Pokerspiel gewonnen hat. Kurze Zeit später nehmen sie eine Frau als Anhalterin mit, die sie zu einem "Haus der 1000 Donuts" führt. Dort sind tatsächlich 1000 Donuts ausgestellt, wovon 967 von Homer aufgefuttert werden, was den Zorn der im Haus ansässigen Familie nach sich zieht. Außerdem lebt im Keller Doctor Satan, der menschliche Gehirne mit Geliermasse tauscht und lebendige Zombie-Donuts kreiert. Selbstverständlich wird hier "House of 1000 Corpses" von Rob Zombie parodiert und natürlich ist auch diese Geschichte hier vollkommen abgedreht. Es gibt auch kein "richtiges" Happy End und alles ist etwas...durch. Selbst für Treehouse of Horror Verhältnisse. Alles in allem sehr amüsant und detailreich. Gezeichnet und geschrieben von Ty Templeton. Ausgedacht von Rob Zombie.

Die letzte Story trägt den Titel "Scareway to Heaven". Geschrieben von Bill Morrison, gezeichnet von C. Scott Morse. Ausgedacht von Pat Boone, den Schlagersänger und ehemaligen Nachbarn von Ozzy Osbourne. Ja, das ist der Typ der für die TV-Soap "The Osbournes" "Crazy Train" gecovert hat. In der Story kriegen wir mit wie die Simpsons Kinder Bart und Lisa bei einem kirchlichen Camp teilnehmen. Bart ist von Ned Flanders' Lagerfeuer-Geschichte über König Saul von Israel gelangweilt und wünscht sich eine Gruselgeschichte. Da Ned nicht gerade dazu in der Lage ist, beschließt Bart in der Schlafhütte etwas mit einem Ouija Board zu spielen um die Stimmung etwas aufzugruseln. Dummerweise beschwört er so Dämonen aus der Hölle die prompt den Besitz von Körpern von Milhouse, Rodd und Todd und Martin Prince einnehmen. Als erstes spielen sie natürlich Karten und rauchen Zigarren. Überraschend zur Hilfe kommt tatsächlich Mr. Pat Boone selbst, der zufällig in der Nähe wohnt. Zum Glück weiß der eingefleischte Christ ganz genau wie man mit Satan himself umgeht und wie man ihn in die Schranken weist. Erinnert vom Stil her etwas an die Alien-Parodie, die in Ausgabe#7 veröffentlicht wurde. Diese hier ist aber vom Inhalt her nicht so "drastisch" und wesentlich lustiger. Tatsächlich ist sie die einzige in der der Gaststar wesentlich mehr in Erscheinung tritt. Gene Simmons war nur in einer Rückblende zu sehen, Alice Cooper hatte die Erzählerfunktion inne und Rob Zombie hatte ein "Cameo". Pat Boone als obercoolen, Motorrad fahrenden, supercoolen Christen zu sehen macht schon Spaß.

Insgesamt ein wirklich spaßiges Vergnügen. Ich gebe wohlwollende:
8,75/10 Pfandflaschen