"Batman: Caped Crusader" wird desöfteren als eine Art "Fortsetzung im Geiste" der klassischen 1992er Batman-Zeichentrickserie betrachtet. Diese war damals Teil des DC Animated Universe und wurde von Bruce Timm (mit)entwickelt. Damals war Paul Dini Autor - leider ist er es hier nicht, dafür hat Bruce Timm seine Finger im Spiel.
Die Serie spielt, anders als "Batman: The Animated Series" definitiv in den 1940er Jahren. Was damals irgendwie vage angedeutet wurde (Gotham City sah aus wie in den 1940er Jahren, die Handlung spielte aber definitiv in der Gegenwart) ist hier definitiv Gesetz. Allerdings fehlen all die Einschränkungen die man sich damals festgesetzt hat. So ist "Caped Crusader" definitiv nichts für Kinder. Es kommt nämlich genau das vor, was man damals vermeiden wollte: Gewalt und böse Schimpfwörter. Wir treffen auf einen noch recht jungen Bruce Wayne (Hamish Linklater), der seinen Butler Alfred Pennyworth (Jason Watkins) immer noch mit Nachnamen anspricht und eine eher distanzierte Beziehung zu ihm hat. Er ist natürlich insgeheim Batman und bekämpft nachts das Verbrechen mithilfe von gewissen Gadgets. Allerdings hat er noch nicht die Erfahrung, die er später haben wird und auch nicht ganz die Skills. So wirkt es auf mich so, dass er wesentlich direkter agiert und unentspannter ist als sonst. Zu seinen Gegnern gehören klassische Batman-Bösewichte wie Clayface, Catwoman, Gentleman Ghost, Two-Face und Penguin.
Man bedient sich gleichzeitig am "Monster of the week"-Prinzip und hält eine zusammenhängende Geschichte aufrecht. Im Fokus steht dabei insbesondere die Korruption der Gothamer Polizisten, die gemeinsame Sache mit der Mafia machen als auch eben die Mafia die versucht Politiker zu beeinflussen oder es schon längst tut. Die "kostümierten Spinner" sind dabei allerdings nicht nur Beiwerk - auch ihre Geschichten sind interessant, geraten aber etwas zu kurz. So lernen wir den Staatsanwalt Harvey Dent kennen und erfahren was für ein Mensch er ist - was auch seine späteren Verhaltensweisen als Two-Face erklärt. Worüber wir kaum was erfahren ist Batmans Hintergrundstory. Ich meine, diese ist allgemein bekannt, darum war es wohl nicht nötig alles in detail zu erzählen. Aber, so meine ich, wäre es vielleicht interessant gewesen zu erfahren was man sich für diesen Batman ausgedacht hat. So ist die Story zwar immer irgendwie gleich, jedoch gibt es Variationen. Darum war ich gespannt was man sich hierfür ausgedacht hat. Vielleicht kommt es aber in der zweiten Staffel vor. Mir gefällt außerdem das Design. Batman hat "pointy ears" und wirkt super finster und skrupellos. So als würde er beinahe Menschen vom Dach runterschmeißen um an Informationen zu gelangen. Das Design der Umgebung ist dem Design in "Batman: TAS" relativ ähnlich. 1940er Jahre Film Noir in bunt.
Ich war wirklich sehr zufrieden und habe mich dabei erwischt, wie ich den Genuss der Folgen hinausgezögert habe, damit ich länger was davon habe. So wollte ich die einzelnen Folgen immer auf einem großen Bildschirm sehen, bis ich irgendwann eingeknickt habe und die letzten Episoden beim Kochen geguckt habe. Fakt ist: Es lohnt sich, auch als jemand der mit Batman bis jetzt wenig am Hut hatte. Diese Serie hat nichts mit irgendeinem bunten Batman für Kinder zu tun, noch ist sie zu gewalttätig oder übertrieben edgy. Es ist genau richtig.

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