Mittwoch, 26. Oktober 2016

Comic Book Review#263: Intersect#1 (2014)

Erschaffen von Ray Fawkes, der unter anderem für die DC-Serie "Batman Eternal" mitverantwortlich ist.

Bei "Intersect" handelt es sich um einen Horrorcomic der weitaus komplexer ist sowohl als klassische Schauergeschichtchen wie "Creepy" oder "Tales from the Crypt" als auch neues Zeug wie "30 Days of
Night". Es handelt sich um ein schwer erklärbares Geschwür aus grandiosen, aquarell-artgen Bildern, unorthodoxer Panelstruktur, einer sehr kleinen Farbpalette und einer merkwürdigen Story.

Im Groben erklärt: In der Welt von "Intersect" sind Menschen miteinander verbunden. Wortwörtlich. Zwei Menschen stecken in einem Körper und welchseln sich immer wieder mit der Kontrolle ab. Die Hauptprotagonisten sind zu zweit (oder auch zu viert, je nachdem wie man das betrachtet) auf der Flucht vor einem großen Hund(?). Es regnet blutige Schneeflocken.

Ein faszinierend-merkwürdiges Schauspiel. Schaurig und schön zugleich. Um es allerdings vollkommen zu verstehen, müsste ich es mehrmals lesen. Das die Handlung so verwirrend ist, macht den Genuss zwar etwas kaputt, jedoch macht es Spaß den Comic noch mal aufzumachen und ihn zu erforschen. Ich glaube das tue ich jetzt.

6,5/10 Pfandflaschen

Sonntag, 23. Oktober 2016

Rezept des Monats: Oktober'16

Nunja, wir sind also am Ende des Jahres angelangt. Richtig gelesen. Ich habe vor einiger Zeit angekündigt Rezepte nur noch 10 anstatt 12 Mal im Jahr zu machen, weil mir die Ideen ausgehen und ich die restliche Zeit nutze um eben diese Ideen zu sammeln. Da ich September aber eine Blogpause gemacht gemacht, sinds halt nur noch 9 Rezepte. Was solls.

Die Idee dazu fiel mir ein als ich mal wieder in Erinnerungen gegraben hab. Meine Oma hat nämlich früher gerne "Makarony po Flotski" gemacht. Sprich: Nudeln auf die Flotten-Art. Das Gericht heißt so, weil es angeblich in der sowjetischen Flotte ein Tagesgericht gewesen ist. Oder so. Mein Opa, der selbst gedient hat, hat sich dann immer gegen die Bezeichnung gewehrt: Sowas gibts nicht (mehr), das ist ein Scheiß, was erzählst du, du musst die Nudeln selber machen etc. pp. Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Es ist die russische Art Spaghetti Bolognese zu machen. Und nein, ich schäme mich nicht euch so n einfaches Gericht zu präsentieren.

Zutaten:
Veganes Hack (oder ein Block Räuchertofu)
Tomatenmark
1 Zwiebel
500g Nudeln 

Zubereitung:

Nudeln kochen. Das ist tatsächlich so einfach, man glaubt es kaum. Ich salze sie dabei mit Kräutersalz. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden und dann als erstes anbraten. Als nächstes kommt das Hack hinzu. Das Problem könnt ihr auf zwei Arten lösen. Entweder holt ihr euch fertiges, veganes Hack (zum Beispiel von Berief; weil es so super bröselig ist) oder ihr mariniert vorher in seine einzelteile zerbröselten Räuchertofu, damit er nicht nur nach Räuchertofu schmeckt. Zusammen mit der zerhackten Zwiebel vermischen und braten lassen. Anschließend, wenn ihr das Zeug nicht verbrannt habt, gibts ein EL Tomatenmark, damit das ganze nicht so farblos ist. Durchmischen, durchmischen, zum Ende die Nudeln (die ihr hoffentlich davor gekocht habt) reinschmeißen und noch mal ne Weile in der Pfanne lassen. Fertig.

Sieht aus wie Nudeln Bolognese mit wenig/keiner Soße. Schmeckt absolut geil.


Samstag, 22. Oktober 2016

Film der Woche#261: 101 Horrorfilme, die Sie sehen sollten bevor das Leben vorbei ist, Teil 9

Hallo und häßlich willkommen zum mittlerweilen neunten Teil der Reihe. Wir befinden uns im Halloween-Monat Oktober, d.h. neben diesem Feature wird es auch selbstverständlich das Halloween Special geben. Eeeergo gibts diesen Monat ganze acht Horrorfilme auf diesem Blog. Yippie-yay!

33. The Haunting (1963)

Auch bekannt als "Bis das Blut gefriert".

Das Hill House ist ein Haus in Neuengland in welchem es angeblich seit 90 Jahren spukt. Der erste Besitzer erbaute es für seine Frau, die jedoch kurz vor der Fertigstellung bei einem Kutschunfall gestorben ist. Ähnlich erging es seiner zweiten Frau, als auch seiner Tochter und später auch ihrer Betreuerin die nach ihren Tod das Haus geerbt hat. All diese Frauen starben eines unnatürlichen
Todes. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts überzeugt der Parapsychologe Dr. John Markway (Richard Johnson) die Erbin des Hauses, ein Experiment durchzuführen. Markway lädt zwei psychisch empfängliche Frauen ein im Haus zu übernachten: Elenanor Lance (Julie Harris) und Theodora (Claire Bloom). Leichter gesagt als getan, denn das Haus verfügt scheinbar über ein Eigenleben und drangsaliert die beiden Frauen psychisch.

Wir sehen hier keine Geister, viel mehr setzt der Film auf Spannung, gruselige Geräusche und eine generell bedrückte Atmosphäre. Im Vergleich zu heutigen Horrorfilmen sind sich ausdehnende Türen und schauriges Klopfen natürlich nichts, es heißt aber nicht dass das nicht funktioniert. Es werden hier sogar eine bis zwei witzige Bemerkungen gebracht, sodass ich mich an moderne Horrorklassiker erinnert fühle. Schauspieltechnisch sehr überzeugend, effektetechnisch wohl auch.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:

PS: Wer den White-Zombie-Song weiß der "The Haunting" samplet kriegt von mir n Bier.

34. The Birds (1963)

Einer der vielen oft zitierten Filme von Alfred Hitchcock und ganz ehrlich auch einer meiner persönlichen Lieblingshorrorfilme.

Zuerst geht es um die Millionärstochter Melanie Daniels (Tippi Hedren) die in einer Zoohandlung einen Anwalt namens Mitch Brenner (Rod Taylor) kennen lernt. Beeindruckt von seinem sarkastischen Auftreten (obwohl sie das nicht zugibt) beschließt Melanie Mitchs elfjährigen Schwester ein Paar von Liebesvögeln (Unzertrennliche) zu schenken. Im Endeffekt bringt sie diese nach Bodega Bay, wo Mitchs Mutter und seine Schwester wohnt - ein Überraschungsbesuch also. Doch der Film handelt nicht von den
beiden Liebesvögeln, nein. Es geht um alle Vögel in der Gegend. Sie sind nämlich alles andere als friedlich und greifen Menschen an. Sie schaffen es sogar jemanden die Augen auszupicken.

Ich sehe hier einige Parallelen zu Psycho. Zuerst gehts um Melanie und Mitch, wie sie sich kennenlernen - als wären die beiden Vögel eine Art Bindeglied zwischen den Beiden (und der Titelgeber). Fast wie in "Psycho" als es in der ersten Hälfte des Films um eine Frau ging die eine große Menge an Geld stiehlt. Doch dann geht die Action richtig los und es ist so furchterregend weils so unnormal ist. Warum machen Vögel das? Sie hätten überhaupt keinen Grund Menschen anzugreifen. Genau diese Tatsache schockiert. Grandiose Special Effects, die Angst auf den Menschengesichtern wirkt nahezu echt. Top.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:


35. Onibaba (1964)

Der Film spielt sich ab im japanischen Bürgerkriegs - 14. Jahrhundert also. Die meisten Charaktere bleiben namenlos. Es geht um eine alte Frau (Nobuko Otowa) die zusammen mit ihrer Schweigertochter (Jitsuko Yoshimura) wohnt, nachdem ihr Sohn/Mann in den Krieg gezogen und bis jetzt nicht wiedergekehrt ist. Um zu überleben überfallen sie einsame Samurais und stehlen ihnen all ihr Hab und Gut. Irgendwann kehrt der Nachbar Hachi (Kei Sato) aus dem Bürgerkrieg zurück und berichtet dass der verlorene Sohn/Ehemann wohl gestorben ist. Die junge Frau fängt eine Affäre mit ihm an, was die alte Frau eifersüchtig macht. Sie befürchtet von nun alleine auskommen zu müssen.

Ich möchte an der Stelle nicht zuviel verraten. Jedenfalls ist die Handlung des Films relativ schnell erzählt. Es handelt sich um eine Geschichte voll mit Eifersucht, Gewalt und Brutalität. Und scheinbar auch einen Dämon. Es wird relativ wenig gesprochen, sind ja auch wenig Charaktere zu sehen.Sowohl das Setting als auch die Tatsache dass der Film relativ kurz ist bzw. kurz vorkommt finde ich sehr ungewöhnlich. Ich bin "normalen" japanischen Kino wohl noch nicht gewachsen. Auf jeden Fall finde ich, dass das hier kein Horrorfilm ist. Eher eine Tragödie mit Horrorelementen. Sei's drum. Mir hats gefallen, auch wenn ich nicht ganz durchgestiegen bin.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:


36. The Masque of the Red Death (1964)

Auch bekannt als "Satanas - Das Schloß der roten Bestie" (nein es ist kein antikommunistischer Propagandafilm). Es handelt um eine Verfilmung eines Edgar-Allan-Poe-Romans von Roger Corman.

Die Handlung spielt sich ab in Italien des 12. Jahrhundert. Prinz Prospero (Vincent Price) besucht ein Kaff auf seinem Land, nimmt drei Menschen gefangen - Francesca (Jane Asher), ihren Vater und ihren Freund Gino (David Weston) - und lässt anschließend das ganze Dorf niederbrennen. Seine Gefolgsleute meinen nämlich
dort den Ausbruch einer mysteriösen Krankheit - des Roten Todes - gemerkt zu haben. Er nimmt die drei zu seinem Schloß mit, anschließend versucht er Francesca für den Satanismus zu begeistern und lässt Gino gegen Francescas Vater in einem Duell antreten. Der Mann ist zu 100% sadistisch veranlagt und lässt gerne andere Menschen seine Befehle ausführen. Er meint der tödlichen Krankheit entkommen zu können....vielleicht irrt er sich? Wer weiß....

Vincent Price wie immer sehr überzeugend. Vielleicht sogar zu sehr. Ich fand seine Art als auch generell die ganze Kulisse, diese mittelalterliche Rücksichtslosigkeit als sehr verstörend und teilweise ziemlich eklig. Der Film trieft einfach nur so von Leid und Sadismus und Brutalität. Doch der Rote Tod kommt sie alle holen....

8/10 Pfandflaschen
Trailer:

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Album der Woche#264: Danzig - dto. (1988)

Allright, lange lange lange hat es gedauert bis Glenn Danzig bzw. die nach ihm benannte Band ein Album-Review bekommen haben. Danzig bestanden damals aus Glenn Danzig am Gesang, Eerie Von (Rosemary's Babies, Samhain) am Bass, Gitarrist John Christ (Samhain) und Chuck Biscuits (u.a. DOA, Black Flag, Circle Jerks...) am Schlagzeug. Es ist das erste Album der Band und man merkt eindeutig wie weit gesangtechnisch sich Glenn Danzig gesteigert hat.

Seine vorherige Band Samhain war für einen Metal/DeathRock-orientierten Sound verantwortlich, während die Band davor Misfits für den Soundtrack meiner Jugend verantwortlich war. Nun das waren Danzig auch, aber wenn ihr Bock habt irgendwas über die Misfits zu lesen, dann hier.

Zweifelsohne konnte der Schinkengott (wie er nicht gerne genannt wurde) auch vorher wunderschön singen, jedoch merkt man den Unterschied eindeutig. Bei "Last Caress" (der Song mit dem schönsten Outro überhaupt) war er noch 25, bei "She Rides" schon 33. Und man hört das. Damals noch n relativ junger Punkrock und hier schon ein erwachsener Typ der seine Musik und sein Schaffen allgemein noch viel mehr ernst nimmt und eindeutig Gesangsübungen gemacht hat.

Ich habe dieses Album in den Horror-Monat-Oktober aufgenommen. Nicht weil es truly Horror ist. Es spielt nämlich in einer vollkommen anderen Liga. Es klingt eher nach Mystery als nach Horror. Anstatt um Werwölfe und Zombies und so weiter zu singen gehts um eher intensivere Themen:


"She rides

Let loose upon the world
She is the night
And my loneliness in bondage
She's black
And sin runs down her back
She rides
From the daylight in chains"
("She Rides")

"She Rides" gilt tatsächlich als der "Sex Song" der Band. Noch viel bekannter ist "Mother", wobei ich seit Jahren rätsel worums eigentlich geht, der wohl bekannteste Song der Band. Achja und auch wenn im Booklet steht "All Songs written by Glenn Danzig", handelt es sich bei "The Hunter" um ein Booker-T.-and-the-MGs-Cover, mit leicht veränderten Text.

Nennt es Heavy Metal, Doom Rock, Bluesrock. Wasauchimmer. Es ist ein Meisterstück kryptischer Musik und ich könnt schon wieder weinen, weil das Albumcover ein geklautes Design ist D:

9/10 Pfandflaschen