Mittwoch, 12. Oktober 2016

Comic Book Review#261: We3 (2005)

"We3" war ursprünglich eine dreiteilige Miniserie von Grant Morrison und Frank Quitely die 2004 bei Vertigo rauskam und hiermit zusammengefasst ist.

Die Protagonisten des Comics sind drei Haustiere: Bandit (Hund), Tinker (Katze) und Pirate (Hase). Sie alle wurden irgendwann mal als vermisst gemeldet aber heute stehen sie im Dienste der Regierung. Beziehungsweise eigentlich läuft das halbwegs geheim und das Projekt befindet sich in der Testphase - die drei haben ihre Namen nun verloren und heißen "1", "2" und "3". Gemeinsam sind sie
We3 (Weapon 3) und sind kybernetisch erweiterte Killermaschinen die die Kriege der Menschheit in der Zukunft kämpfen sollen, ausgestattet mit allerlei Waffenarsenal und in der Lage miteinander zu kommunizieren. Auf menschliche Art und Weise, mit Worten, wenn auch noch etwas primitiv. Als eine Wissenschaftlerin die das Projekt betreut hat die Tiere wissentlich freilässt beginnt eine skrupellose Jagd nach ihnen - niemand darf nämlich erfahren dass es das Projekt gegeben hat.

"We3" bietet insgesamt recht wenig Text, dafür viele Bilder und verschiedene Perspektiven. Man ging sogar soweit und bezog sich auf die Wissenschaft - kleine Tiere sollen angeblich die Zeit langsamer wahrnehmen. Deswegen sind eigentlich schnelle Aktionen sehr detailliert aufgezeigt. Außerdem bezieht man sich auf die drei völlig verschiedenen Charaktere. Bandit ist menschentreu, wobei Tinker sich ein Dreck darum schert und Pirate als eine Art neutrale Partei fungiert. Sie sprechen übrigens nicht in "normaler" Menschensprache sondern in einer Art gebrochenem englisch - "gud dog! stink boss!". Das macht den Genuss der Story nicht schwerer, man braucht aber etwas Zeit um sich dran zu gewöhnen.

8,5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 11. Oktober 2016

Sonntag, 9. Oktober 2016

Album der Woche#262: The Sisters of Mercy - Floodland (1987)

Herzlich Willkommen zum Auftakt des Halloween/Gruft/Horror-Monats. Ich habe beschlossen, weil am 31.10. ja Halloween ist den ganzen Monat lang Musik zu reviewen die perfekt auf Halloween-Partys/zu Horrorfilmen passt. Los gehts mit dem zweiten Werk von The Sisters of Mercy - "Floodland" von 1987.

Die Geschichte zu diesem Album ist eine relativ ungewöhnliche. So ist "Floodland" nicht einfach nur das zweite Album einer Band, nein. Es ist das erste Album nach der Auflösung der eigentlichen Band. Die Sisters hörten nämlich zuvor offiziell auf zu existieren und Leadsänger Andrew Eldritch machte zunächst unter dem Namen "The Sisterhood" weiter. Das führte aber eher in die Misere und irgendwann beschloß er die Gruppe neuzustarten. Allerdings war er hier nahezu alleine für alle Instrumente zuständig, weil der Rest der ursprünglichen Band gefehlt hat. Für die Bassgitarre war allerdings Patricia Morrison zuständig; Doktor Avalanche war der Name der Drummachine.
Die Songtexte schrieb Eldritch während er in Hamburg gewohnt hat, das erklärt warum so viel Wasser
in den Texten vorkommt und das ganze Werk überhaupt "Floodland" heißt - in Hamburg sei schließlich an jeder Ecke Wasser.

"Floodland" ist hymnischer, düsterer, tanzbarer, mitsingbarer Darkwave. Keine Massenware, jeder Song hat einen eigenen Klang. Es beginnt mit "Dominion/Mother Russia" wobei der Song mich sehr beeindruckt hat weil er mittendrin unterschwellig das Thema wechselt, die Melodie aber bleibt. "This Corrosion" ist sage und schreibe zehn Minuten lang und scheint einfach nicht enden zu wollen. Dabei muss ich anmerken, dass die Single dazu ein kommerzieller Erfolg war - und auch ein 50.000 Pfund teures Video dazu gedreht wurde. So wirkt diese anfangs allzumysteriöse Band gar nicht so schwarz und dunkel und all das.

Was mir besonders an "Floodland" gefällt ist dass es sowohl düster als auch tanzbar ist. So als hätte man die Mucke gemacht um Goths zum tanzen zu bringen. Dabei sahen sich die Sisters am Anfang gar nicht als "post-punk"/Post-irgendwas sondern eher in Tradition der Rock Musik der 60er Jahre. Jedenfalls saugte ich es auf mit jeder Faser meines Körpers. Und tue es grade schon wieder.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: This Corrosion, Lucrecia my Reflection, Dominion/Mother Russia, Never Land (A Fragment)

Samstag, 8. Oktober 2016

Film der Woche#259: Wholetrain (2006)

Dieser Film wurde mir schon desöfteren ans Herz gelegt. Ich bin auch definitiv nicht enttäuscht und froh ihn gesehen zu haben. Aber alles nach dem anderen.

"Wholetrain" handelt von Elyas (Elyas M'Barek), David (Mike Adler), Tino (Damion Davis) und Achim (Jacob Matschenz). Die ersten drei sind eine Graffiti-Crew und nennen sich KSB (Keep Steel Burning). ATL (Above The Law) hingegen ist der Name der gegnerischen Crew die immer mehr Züge malt und sich definitiv besser vorkommt. Tino ist getrennter Vater, Elyas klaut Spraydosen auf der Arbeit, David ist derjenige der beim Bewährungshelfer antanzen muss. Einzig Achim kommt aus einem gutbürgerlichen Haushalt und ist als "neuer" in der Gruppe noch eher in der "Testphase". Im Grunde genommen gehts im Film um den Alltag der vier Leute, den Stress mit den Cops und anderen
Widersachern. Ja, es geht auch um viel mehr, aber was wäre das für ein Review mit lauter Spoilern. lel

Was ich definitiv an diesem Film feier, ist die Tatsache dass die Schauspieler echt wirken. Ihr "Training" hinsichtlich Writer-Sprache als auch der Tags hat auf jeden Fall funktioniert. Die Pieces sind sowieso erste Sahne. Weiterhin finde ich richtig geil, dass eine Bahngesellschaft aus Polen (Koleje Mazowieckie) ihre Züge zur Verfügung gestellt hat. Die Deutsche Bahn hingegen hat versucht alle anderen Betriebe in Europa zu warnen und das Filmprojekt zu stoppen. Visuell betrachtet ist das ein Zuckerstück. Meine Lieblingsszene ist definitiv die, in welcher David einfach tagsüber losgeht und taggt. Ohne Rücksicht auf Verluste. Allerdings ist das handlungstechnisch bestenfalls guter Durchschnitt. Wir haben hier halt die "typischen" junge-erwachsenen-dinge: Stress mit Cops, Stress mit anderen jungen Erwachsenen, nicht Anerkennung von Authoritäten etc. pp. Sicher erfindet der Film das Rad nicht neu, unterhaltsam ist er trotzdem.

7/10 Pfandflaschen
Youtube
Trailer:

Freitag, 7. Oktober 2016

Comic Book Review#260: Nimona (2015)

Bei "Nimona" von Noelle Stevenson handelt es sich um eine "Graphic Novel" die auf der gleichnamigen Webcomic-Reihe der Autorin basiert. Rausgebracht bei HarperTeen.

Die Welt in welcher sich "Nimona" abspielt ist eine Art Mischform aus Mittelalter (Schwerter, Klamotten, oldschool Mittelalter-Märkte, Drachen) und futuristischen Kram (Organisationen die Superhelden fördern, moderne Waffen, moderne Prothesen).

Eine der Hauptfiguren ist Lord Blackheart, ein stereotyper Bösewicht mit Ziegenbart der einen Hass auf den allseits beliebten Ritter und Helden Sir Ambrosius Goldenloin schiebt. Am Anfang der Story werden wir Zeuge wie er und Nimona sich kennen lernen. Das sich wahrscheinlich im teenie alter
befindende rothaarige Görl behauptet von einer Agentur geschickt worden zu sein um Blackhearts neuer Sidekick zu werden. Dieser akzeptiert sein Schicksal, nach kurzem hadern und stellt sie ein. Von nun an ist ihre Mission folgende: Der Außenwelt beweisen dass Sir Goldenloin und die Institution of Law Enforcement welche sein Rücken stärkt, nicht die Helden sind für die sie alle halten. Dabei entwickelt sich zwischen den beiden eine sehr innige Freundschaft. Anders als in üblichen Bösewicht/Sidekick-Verhältnissen. Das ist sehr süß.

Mir gefallen sowohl der Adventure-Time-mäßige Zeichnungsstil, die lockere Erzählart als auch der ungewöhnliche Mix aus Mittelalter- und Zukunftsdesign. Ebenfalls möchte ich anmerken dass die ganze Geschichte auch einen relativ interessanten Plot Twist hat :P

Nicht nur was für Mittelalter-Fans.

8,5/10 Pfandflaschen