Montag, 29. Dezember 2025

 BLOGPAUSE

vom 29.12.2025 bis 04.01.2026

JAHRESRÜCKBLICK 2025

Shalömchen. 

Es ist wieder mal soweit. Wieder mal sitze ich am Laptop nach einer, durchaus durchwachsenen, aber doch ziemlich ermüdenden Schicht. Wieder mal bin ich scheißemüde und wieder mal "zwinge" ich mich irgendwie dazu diesen Jahresrückblick zu schreiben. Der sehr wahrscheinlich wieder mal sehr kurz ausfallen wird. 

Was diesen Blog betrifft, war ich wieder mal tatsächlich ganz fleißig und kann mir mit beiden Händen auf beide Schultern klopfen. Nachdem ich 2024 eine "Pause" eingelegt habe, während welcher ich für 2025 weiter geschrieben habe, habe ich 2025 für 2026 weiter geschrieben. Es bleibt nicht mehr viel zu machen. Nur noch so 52 Filme gucken und so. Ist schon geil, irgendwie. Manchmal habe ich das Gefühl, es wächst mir überm Kopf - dann ziehe ich mich für einen Moment zurück und das merkt kein einziger Leser. Dann ist alles wieder gut. Ich habe tatsächlich auch, sehr wahrscheinlich, auch ein ungefähres Datum wann ich denn aufhören werde. Das wird das Jahr 2029 sein - denn dann wird der Blog ganze 20 Jahre alt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es beschlossene Sache ist. Vielleicht werde ich aber auch wieder eine einjährige Pause einlegen, wer weiß. Schließlich rennt die Plattform nirgendwo hin. Blogger.com ist scheinbar immer noch profitabel für Google und man hat keine Pläne, alles einzustampfen.

Was die internationale Lage betrifft - die mich vor drei Jahren als auch zwei Jahren betroffen hat - so sehe ich weiterhin schwarz. Habe aber gleichzeitig die Hoffnung, dass der Schimmel aus dem Bunker (russischer "Präsident") irgendwie plötzlich den Löffel abgibt, der Ayatollah das gleiche tut und irgendwie es zwei große Revolutionen gibt - im Iran und Russland. Auch, dass Menschen auf der Welt nicht vor Krieg fliehen müssen oder aufgrund ihrer Hautfarbe/Religion abgeschlachtet werden. Auch dass ich mich nicht scheuen muss mit Menschen Russisch zu reden, weil ich angst habe, mein Gegenüber könnte ein gehirngefickter Z-Patriot sein. Auch dass ich irgendwann mal ganz offen mein Chai-Anhänger tragen kann, ohne das eklige Gefühl zu haben, irgendjemand könnte es erkennen und mich verbal oder physisch angreifen. Ich mag auch das Gefühl nicht, sich von Freunden oder Bekannten trennen zu müssen, weil sie sich zwischenmenschlich und auch politisch dermaßen ekelhaft daneben benehmen. Aber das bringt das Leben nun mal mit sich. 

Ich habe keine Vorsätze fürs neue Jahr. Aber ich habe mir vorgenommen, weniger zu arbeiten. Und mehr zu studieren. Ganz richtig, ich werde wahrscheinlich ein Teilzeit-Studium anfangen und vielleicht auch so ein wenig mehr Zeit haben um meinen Hobbies nachzugehen. Hoffentlich. Was ich dieses Jahr auch getan habe: Ich habe eine Therapie angefangen. Und ich kann jeden von euch empfehlen, das gleich zu tun. Vor allem den Leuten mit XY-Chromosom. Ich habe endlich das Gefühl, mich selber mehr zu verstehen und realisieren warum ich manche Dinge so und nicht anders mache. 

Natürlich wird es auch eine Blogpause hier geben. Und zwar ab jetzt bis Ende der Woche - und dann wieder den ganzen April über. 

Bis nächstes Jahr. Grüße gehen nach: Herne, Gelsenkirchen, Bochum, Duisburg, Lengerich, Jena, Würzburg, Brünzow, Koszalin und Kraków.

Szczęśliwego Nowego Roku!
С новым годом!
Щасливого Нового року!
!שנה טובה
!אַ גוט יאָר

Samstag, 27. Dezember 2025

Happenings des Monats: Dezember'25

Stricher guckt sich "Stromberg - Wieder alles wie immer" an am 21.12.2025 in Filmwelt Herne

So. Genug jetzt. Es ist das letzte "Happenings des Monats" in diesem Jahr und diesen Monat ist happeningstechnisch nicht wirklich viel geschehen. Das ist also das einzige "Ereignis" im Dezember. Here we go.

Lirum larum. Worum geht es? Es ist die Fortsetzung von "Stromberg - der Film" von vor elf Jahren und führt die Handlung allerdings nicht direkt fort. Wir erfahren nicht was mit Bernd Stromberg (immer noch Christoph Maria Herbst) in der Berliner SPD-Zentrale geschehen ist. Fest steht: Er ist nicht mehr bei der Capitol, allerdings ist dankt der fiktiven Doku eine Art Kult um ihn entstanden. Tanja (Diana


Staehly) und Ulf (Oliver Wnuk) sind immer noch bei der Capitol tätig und Eltern von Marvin (Carlo Stolle). Berthold "Ernie" Heisterkamp (Bjarne Mädel) ist inzwischen Life-Coach und Autor eines Buches über Mobbing. Jennifer Schirrmann (Milena Dreißig) ist mit einem "Content Creator" namens Julien (László Branko Breiding) zusammen und offensichtlich alkoholabhängig. In einer neuen Talkshow sollen die fünf aufeinander treffen und erzählen wie es ihnen so ergangen ist. Dabei wird erzählt welche Position Bernd inzwischen inne hat. Er ist bei einem "Multi-Purpose Unternehmen" namens "Alpha" tätig und scheint dort ein grosses Tier zu sein. Was wir ebenso mitkriegen: Es gibt Proteste gegen die Sendung von feministischen Gegnerinnen der durchaus sexistischen/rassistischen Inhalte der Sendung und eine Stromberg-Followerschaft voll mit Halbglatzen-Maske und Schnurrbart/Mantel tragenden Fans von Bernd, die ihnen gegenüber stehen. Es ist nicht alles wieder wie immer.

Der Film ist durchaus deprimierend aber gleichzeitig irgendwie auch realistisch. Früher hat man über die Witze in der Serie gelacht, weil diese ganzen Menschen dadrin ziemliche Arschlöcher waren. Man lachte darüber, nicht weil man der gleichen Meinung war, sondern weil die Menschen Scheiße waren. Stromberg war scheiße. Es war ein durchaus narzisstisches, selbst unsicheres Arschloch dass andere gerne in die Pfanne gehauen hat, wenn es für ihn nützlich war. Der neue Film stellt ganz gut dar, dass diese Person niemand ist den man nacheifern sollte. Er ist kein guter Chef, kein Vorbild, nix dergleichen. Gleichzeitig kriegt man den ebenfalls sehr realistischen gesellschaftlichen Diskurs, ob so eine Sendung überhaupt noch möglich ist bzw. ob man so jemanden in einer Talkshow überhaupt eine Plattform geben sollte. Was ebenfalls sehr realistisch ist, dass kaum etwas schlimmes mit der besagten Person geschieht, all diese Fehltritte irgendwie verziehen werden und diese wieder zum Liebling auserkoren wird. Ich bin sehr zwiegespalten gewesen. Habe so einige Lacher von mir gegeben. Fand einiges witzig. Andererseits ist das hier wirklich sehr traurig. Ich bin mir fast schon sicher, dass es der Startpunkt für eine Stromberg-Revival-Serie sein wird. Bin in der Hinsicht allerdings zwiegespalten, ob das wirklich sein muss. Denn einerseits hat der Film einige realistische Momente/Verhaltensweisen eingefangen (bpsw. die Stromberg-Fans die Ulfs Adoptivsohn aufgrund seiner vermeintlichen Sexualität belächeln), andererseits wird Bernd selbst aggressiver als sonst und schlägt zu - was er sonst niemals getan hat. Viel eher war er immer derjenige der die Flucht ergriffen hat. Einerseits, andererseits. Gute Ansätze, komische Entwicklungen, witzige Momente und teils sehr peinliche und verstörende Szenen. "Stromberg - Alles wieder wie immer" versucht irgendwie dem aktuellen Zeitgeist einzufangen als auch den Gedanken "Was wäre wenn Stromberg heutzutage im Fernsehen laufen würde", verliert sich allerdings gegen Ende und irgendwie wird alles mit McDonald's Werbung nicht viel besser. Ich glaube, wenn eine neue Serie laufen würde, würde sie gnadenlos unter gehen.

5/10 Pfandflaschen

Trailer:



Donnerstag, 25. Dezember 2025

So isses, Musik!#204

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#3:

Cream: "Once Upon A Time" (1980)

"Once Upon A Time" von Cream ist keine internationale Veröffentlichung sondern ein nur für den deutsch(sprachig)en Markt gedachtes Best Of. Die Supergroup, die damals aus Ginger Baker, Jack Bruce und Eric Clapton bestand, brachte zwischen 1966 und 1969 vier Alben - das reicht ja auch um daraus eine Best Of Doppel LP zu basteln. Hierauf ist Material von den besagten vier Alben als auch einige Live-Versionen.


Ich hatte nie auch nur irgendetwas mit dieser Band am Hut, war aber sofort durchaus verzaubert. Mir gefällt dieses bluesig-psychedelische Allerlei, dass offensichtlich nach Kiffen und anderen Arten von Drogenkonsum schreit. Aber egal. Es ist fantastisch, einfach großartig und auch wenn die Best Of für den einen oder anderen Fan so erscheinen mag, als wäre sie unnötig - weil es gibt ja nur vier Alben - so ist sie durchaus ein guter Einstiegspunkt für diejenigen die noch nie irgendwas von Cream gehört haben. Allerdings finde ich sie in digital einfach nirgendwo. Schade.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Sunshine of your Love, Doing That Scrapyard Thing



Dire Straits: Communiqué (1979)

Zweites Album der britischen Dire Straits. Letztes Album mit David Knopfler an der Gitarre und somit auch das letzte im Original-Line-Up. Sänger Mark Knopfler dürfte so einigen schon ein Begriff sein. Dire Straits waren für mich hingegen nie ein Begriff. Ich hatte nie auch nur irgendwas mit der Musik am Hut. Dabei mag ich so einiges an Blues als auch Folk und Country. DS spielen nämlich etwas, was man damals "Roots Rock" genannt hat - also eine Art Verneigung vor den Wurzeln des Genres. 

Leider kann ich damit nicht so richtig was anfangen. Mark Knopflers Stimme wirkt für mich desinteressiert, fast schon ein wenig angetrunken. Die Instrumentals gehen durchaus in Ordnung. Es ist, wie gesagt, eine Art Verneigung vor Folk und Blues. Doch das Gesamtprodukt erscheint mir relativ spannungslos und somit leider ziemlich langweilig. Die Kritik an der Platte war ungefähr die folgende: "Communiqué erscheint wie eine Kopie des Vorgängers "Dire Straits". Das ist leider durchaus gängig gewesen, dass man versucht hat an den Erfolg der ersten Platte anzuknüpfen und etwas ähnliches rauszubringen. Mich interessiert das hier leider so gar nicht. Naja, ab zur nächsten Platte.

3/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lady Writer



Dire Straits: Love Over Gold (1982)

Viertes Album von Dire Straits. Fünf Songs, wovon der erste ("Telegraph Road" der von einer unheimlich langen US Highway 24 handelt) ist ganze 14 Minuten lang. 

Ich fürchte Dire Straits und ich werden in diesem lange keine Freunde werden. Anders als bei

"Communiqué" versucht man nicht sich selbst zu kopieren, sondern irgendwie neue Wege zu gehen. Es ist irgendwie progressiv, keyboard geladen und irgendwie jazzig. Ich mag sogar das Artwork, irgendwie. Aber mich nervt diese udolindenbergeske Stimme von Mark Knopfler und dieses komische Arrangement. Dire Straits klangen wohl damals schon alles andere als jugendlich, sondern einfach altbacken mit einem äh leicht progressiven Touch. Dabei kann ich so vieles aus der Ära verdammt gut leiden. Ne.

2,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Telegraph Road




The Doors: Weird Scenes Inside The Gold Mine (1972)

Ähnlich wie bei Cream - ebenfalls eine Compilation. Allerdings eine die nicht nur für den deutschsprachigen Markt gedacht war. Es ist die zweite Compilation und die erste nach dem Tod von Jim Morrison.

Selbstverständlich fängt sie an mit "Break On Through" und endet mit "The End" auf der ersten Platte. Die zweite fängt an mit "Take It As It Comes" und endet mit "When The Music's Over". Was soll ich sagen? Ich habe vermutet, dass es sich um eine Art Cash Grab vom Plattenlabel handelt - also dieses

Album würde die gleichen Songs wie bei "13" (der ersten Compilation) beinhalten. Tatsächlich sind hier größtenteils Fan Favorites zu hören und Songs die nicht so im Rampenlicht standen. Ich bin großer Fan von Danzig und durchaus jemand der Elvis Presleys Gesang schätzt. Meines Erachten klingt Glenn Danzig nach einer Mischung aus Jim Morrison und Elvis Presley. Wahrscheinlich deswegen gefällt mir Morrisons Stimme. Der Rest geht runter wie Öl. Insbesondere gefallen mir die Keyboard Sounds won Ray Manzarek. Es ist faszinierend, wie einfach das hier ist, trotz des Legendenstatus.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Break On Through, The End, L.A. Woman




REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE: 

41./42. Rock Against Bush Vol. 1 & 2

Es war mal im Dezember 2003. Ich habe mir die VISIONS#129 gekauft mit der Titelstory "Punk sei dank!". Darin ging es um die Politisierung des modernen Punkrocks. Eine der Hauptfiguren in der Story war Fat Mike - der Sänger von NOFX. Es ging unter anderem um seine Plattform Punkvoter, die dazu genutzt werden konnte, um sich als Wähler zu registrieren. Gemeinsam wollte man George W. Bush aus dem Amt wählen. Man war nicht explizit pro John Kerry (den damaligen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten) sondern wollte einfach nur Bush nicht mehr als Präsidenten. Dazu gab es auch zwei Sampler namens "Rock Against Bush". Darauf waren etliche Bands von Fat Wreck Chords, Hellcat Records und anderen kleinen Labels wie Epitaph. Selbstsverständlich NOFX, No Use For A Name, Less Than Jake, Dropkick Murphys, Social Distortion, Bad Religion. Aber auch eher kleinere Bands wie The Soviettes, Sugarcult, The Frisk. Tatsächlich aber auch solche Größen wie No Doubt, Foo Fighters und sogar Donots. Sehr vielfältige Sampler - deren Songs teils nicht unbedingt politische Texte beinhalten. Meine Favoriten hierauf sind "Gas Chamber" (Cover von Angry Samoans) von Foo Fighters und "Normal Days" von Denali. Liebe ich heute immer noch und kann's nur weiter empfehlen.

43. Rockabilly Psychosis and the Garage Disease

Hach, wieder mal ein Psychobilly Sampler. Naja, nicht so ganz. Tatsächlich verbindet dieser die Wurzeln des Psychobilly (die in Rockabilly und Garage Rock liegen) mit damals frischen Psychobilly-Bands. So kriegen wir "Surfin' Bird" von den Trashmen als auch "Psycho" von The Sonics zu hören - auf der anderen Seite "Radioactive Kid" von The Meteors, "Just Love Me" von Guana Batz und "Jack On Fire" von The Gun Club. Letztere sind definitiv keine Psychobilly Band gewesen, haben aber mit ihren psychedelischen Sound das Genre beeinflusst. Coole Scheiße.

44. Russian Punk Cannonade Vol. 6

Sehr merkwürdiger und ehrlich gesagt gar nicht mal so guter Sampler. Darauf zu hören sind einen Haufen Bands aus Russland aus verschiedenen Sparten des Punkrock. Die meisten sind darauf aus US-Hardcore oder Streetpunk zu kopieren. Bands wie Terpinkod, Mutagen oder FPG sind mittlerweile nicht unbekannt. FPG sind soweit ich weiß inzwischen Z-Patrioten. Red Army haben hier einen Song namens "Red Army - Fuck Off", der kein Selbstdiss sein kann und auch keine Absage an die Rote Armee. Denke mal, man hat versucht zu sagen "Wir sind Red Army - Fuck off!" und es ist gar nicht gelungen. Mit dabeie sind Gastbeiträge von Bands aus Deutschland und den Niederlanden: Die Strohsäcke und Antidote. Grauenhafter Sound (größtenteils) und grauenhafte Songs (größtenteils). Am dämlichsten fand ich den Song "Hakamada" von Tanzilit. Darin wird die Politikerin Irina Hakamada als Fotze/Hure/Nutte beleidigt. Meine Fresse, was für ein unnötiger edgy Scheiß. Bah.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kid Rock Discography: Sweet Southern Sugar (2017)

Holy moly. Insgesamt schon elftes Studioalbum von Robert James Ritchie aka Kid Rock. Ich wusste zunächst nicht, was ich davon halten soll. Es kann gut sein, dass ich beim ersten Hören etwas schlechte Laune hatte, beim zweiten Hören gings mir wahrscheinlich besser. Demzufolge war ich beim ersten Mal ordentlich genervt und fand das Album scheiße, beim zweiten konnte ich so einige Perlen erkennen.

Eine Perle, aber nicht im guten Sinne ist das Schlußlicht des Albums, "Grandpa's Jam". Darin heißt es: 


"Team supreme, so fresh so clean
So pro you know, I'm like Mean Joe Greene
Pass the peas, hold the cheese
You could roll with Rock or you could swing on these
These, these, these nuts
Rocking all you bitches with the old school cuts
So please, please, please shut up
I got a lot of love but I'm all out of fucks"

Heiliger Fick. Junge, warum? Egal. Jedenfalls gibt es hier auch tatsächlich einige gut gemeinte und gut ins Ohr gehende Songs. Alleine der Opener "Greatest Show on Earth", in welchem es darum geht dass KR und seine Backing Band Twisted Brown Trucker die beste Show überhaupt bieten. Erinnert mich etwas an Grand Funk Railroad oder an die Classic Rock Momente von Rob Zombie. "Po-Dunk" ist ein Tribut an Hillbilly/Redneck-Landleben. Sprich schwangere Frau mit bereits existierenden Kind am Arm, die in der Küche steht und Essen kocht, während ihr Vater mit einem Gewehr nach dem Übeltäter sucht, der seine Tochter geschwängert hat. Durchaus unterhaltsam. Größtenteils schlägt das Album versöhnlichere Töne an. Es geht um durch die Gegend fahren, die wahre Liebe finden und im Endeffekt besoffen und von Drogen gezeichnet auf dem Badezimmerteppich schlafen ("Tennessee Mountain Top"), einsam sein und jemanden vermissen ("I Wonder"), good old flavoured american rock'n'roll ("American Rock'N'Roll"), "Mein Sohn, ich erzähle dir jetzt was von meinem Leben und dass du ein besseres haben sollst als ich" ("Back to the Otherside"), "Sorgen im Alkohol ertränken" ("Raining
Whiskey", "Oh shit, lass mal das Intro von "Don't Stop Believin'" von Journey kopieren" ("Stand the Pain"), "Ooooh ich liebe dich so sehr oooohooo" ("Sugar Pie Honey Bunch") und natürlich "Fickt euch alle, ich bin Kid Rock, ich bin alt aber ich kann immer noch rappen" ("Grandpa's Jam"). Der Großteil des Albums ist wirklich sehr sehr sehr schmalzig. Falls ihr zufällig in den USA wohnt, ein einsamer Trucker seid, der viel auf den Bundesstraßen unterwegs ist, so ist das tatsächlich Musik für euch. Eine Mischung aus Southern Rock, Country und kleines Bisschen Hip-Hop. Ansonsten ist das nichts für euch. Die etwas mehr stampfenden, rockigeren Nummern sind tatsächlich gute Ohrwürmer und schaffen es, dass ich mit dem Kopf nicke und etwas mit dem Fuß stampfen will. Der Rest ist eher nicht so. Insgesamt weiß ich gar nicht was ich von diesem Album halten soll. Ich glaube, dass das letzte Bisschen Normalität ist, die KR noch ausgestrahlt hat, bevor er komplett zum Trump-Fan und Anti-Covid-Maßnahmen-Spinner mutiert ist. Aber darüber wird es erst im nächsten Jahr gehen, wenn ich sein bis jetzt letztes Album reviewen werde. Ich verabschiede mich von KR an dieser Stelle mit saftigen, braunen

3,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: I wonder, Tennessee Mountain Top, Po-Dunk, Greatest Show On Earth



Linkin Park Discography: Minutes To Midnight (2007)

Offiziell betrachtet "erst" das dritte Album, wenn man aber "Re-Animation" als eigenständiges Album versteht, dann ist es "schon" das vierte. "Minutes To Midnight" wurde von Co-Sänger/MC Mike Shinoda und Produzenten-Legende Rick Rubin produziert. Es ist ein Hit and Miss, meines Erachtens und stellenweise durchaus anstrengend, andererseits aber hat es wirklich gute Momente. Übrigens auch das erste Album von LP auf welchem das "Parental Advisory - Explicit Content"-Label prangt.


"Minutes To Mignight" bietet eine vollkommene Abkehr von Nu Metal. Was wir stattdessen zu hören bekommen sind größtenteils sehr melodische und auch melancholische bzw. emo-eske Titel wie "Leave Out All The Rest" oder "Valentine's Day". Aber auch durchaus punkrockige Songs wie "Given Up" oder "Bleed It Out", in welchem Shinoda wieder wirklich gute Rap-Parts darbietet. "What I've Done" habe ich schon ungefähr tausend Mal gehört. Es ist auf dem Soundtrack zu diesem einen Transformers-Film und außerdem in den Videos von diesem YouTuber, Liam Carpenter. Holy fuck, ich kann das nicht mehr hören. Hingegen mag ich "No More Sorrow" sehr, weil es diesen Nicht-Nu-Metal Sound hervorbringt, zu dem LP durchaus fähig sind. Sie klingen dabei quasi wie eine schlichte moderne Metal-Band ohne Turntable-Scratches oder Sprechgesang. Großartiger simpler Breakdown. Ansonsten störe ich mich an diesen ganzen melancholischen und ja, durchaus weinerlich klingenden Songs. Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich was dagegen habe. Mich nervt es nur, dass das Album so aufgebaut wirkt als würde ein schnellerer, heavy Song einen melancholischen jagen bzw. umgekehrt. Ich kann hier, im Gegensatz zu "Hybrid Theory" oder "Meteora" nicht behaupten, dass ich drei-vier Songs hintereinander am Stück hören kann. Leider. LP sind damit nun komplett im Mainstream Rock angekommen und das bedeutet für meine Ohren nicht unbedingt was gutes.

6/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Given Up, No More Sorrow, Bleed It Out




Opeth Discography: Blackwater Park (2001)

Fünftes Album von Opeth, oftmals beschrieben als ihr "Meisterwerk" oder "sehr wichtiges Album". Besonderen Einfluss darauf hatte Gitarrist und Sänger von der Progressive Metal Band Porcupine Tree, Steven Wilson. Dieser hatte sich mit Sänger Mikel Akerfeldt angefreundet und gemeinsam mit der Band hat er das Ding auch produziert. 

Ich muss sagen, dass es mir bei Opeth irgendwo unheimlich schwer fällt, die Musik großartig zu umschreiben. Will nicht sagen, dass sie immer das Gleiche machen, jedoch gibt es da ein bestimmtes Muster. Dieses funktioniert jedoch sehr gut. Melodischer Death Metal mit gutturalen als auch cleanen Gesang, gewürzt mit jede Menge progressiven Einschüben. Sprich komplizierteren Riffs oder

Drumming als auch Akkustikgitarre-Einfällen. Thematisch geht es, um die Sünden der Menschheit, den Ekel vor der Menschheit als auch den Untergang dieser. Der Titel hat aber gar nichts damit zu tun. Man hat das Album nach einer deutschen Prog Rock Band benannt. Überhaupt war es das erste Album von Opeth, dass als erstes einen Titel hatte bevor überhaupt Songs fertig waren.

Es ist ein wirklich schönes Album. "Brutale" Sounds wechseln sich ab mit "schönen" Melodien. Faszinierend, vor allem weil es so positiv klingt und doch von so schlechten Dingen handelt. Zumindest teilweise. Meine Favoriten sind der Headbanger "The Lepper Afinity", das melancholisch-schöne "Harvest" als auch der Titeltrack. Ich habe dazu nicht mehr wirklich viel zu sagen, wahrscheinlich weil die Musik für sich selbst spricht. 

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Lepper Afinity, Harvest, Blackwater Park



Slayer Discography: Christ Illusion (2006)

Je nach Zählweise (ob man "Undisputed Attitude" als Album und nicht als Compilation zählt) das neunte oder zehnte Album von Slayer. Nachfolger vom großartigen "God Hates Us All", erschienen im Jahr 2006. Erinnere mich noch gut daran, dass alle darauf hyped waren, weil man irgendwie erwartet hat, Slayer würden ihr neuestes Werk am 06.06.06. veröffentlichen. Tatsächlich ist an dem Tag aber "nur" die Single "Cult" rausgekommen. 


Und genau diese Single hatte es textlich in sich. Darin wird Religion mit Begriffen wie "Hate", "Fear", "Rape" und "Obscene". Ich fand es amüsant als Tom Araya, der ein gläubiger Katholik ist, erzählt wie es ist solche Lyrics zu singen. Sinngemäß zitiert hieß es: "Wenn man mir sagt, 'Im Text heißt es "Jesus is gore"', dann singe ich das halt". Faszinierend. In "Cult", "Skeleton Christ" als auch "Jihad" geht es um Religion als ideologischen Motor von Sekten und Fundamentalisten. So ist "Jihad" aus der Perspektive der Terroristen vom 11. September geschrieben. "Skeleton Christ" hingegen zeichnet das Bild der US-Amerikanischen Kirche als die "größte Sekte überhaupt, die darauf aus ist Menschen mental zu versklaven". "Eyes of the Insane" handelt von fürchterlichen PTSD-Erlebnissen von Soldaten die vom Krieg nach Hause gekommen sind. Insgesamt also, wieder einmal, eine Auswahl an realistischen Themen, die wenig mit Teufelsanbetung oder ähnlichen zu tun hat. "Jihad" beinhaltet übrigens auch die letzten Worte von Mohammed Atta, einen der Terroristen die das erste Flugzeug ins WTC gesteuert haben. Musikalisch auch eine Rückkehr zu den Wurzeln - d.h. Zeiten von "Reign In Blood" und "South of Heaven". Wir haben es hier wieder mit einer 100%igen Thrash-Metal-Band zu tun. Es ist ein wirklich verdammt gutes, kurzes Album. All killer, no filler. Ohne Scheiß. Also, beinahe. Hehe. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Jihad, Cult, Skeleton Christ


Mittwoch, 24. Dezember 2025

Film der Woche#663: 2025 Double Feature!

Hallo und herzlich willkommen zum letzten "Film der Woche" im Jahr 2025. Diesmal handelt es, so wie letztes Jahr um die schriftliche Variante zu der neuesten Podcast-Folge von "Movie Punx". Es kann durchaus sein, dass der Beitrag noch vor der Folge erscheint, aber naja egal. Ich bin mal so dreist und stelle als erstes mein Film vor:

Predator: Badlands (2025)

"Badlands" ist das neueste Release im Predator-Franchise. Bis jetzt ist es der beste Predator-Film seit "Prey", wenn nicht sogar seit dem Original von 1987. 


Die Geschichte spielt sich zunächst auf Yautja Prime ab, den Heimatplaneten des Volkes der Yautja (ja, so nennt man die Predators professionellerweise). Ein junger Yautja namens Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) wird von seinem Vater Njohrr (Reuben de Jong) verachtet. Dek ist nämlich viel zu klein geraten und wird als eine Art Schande für seinen Klan betrachtet. Er möchte aber unbedingt zum Planeten Genna reisen um dort eine Trophäe zu holen - den Leichnam eines außergewöhnlichen Tieres namens Kalisk. Sein Bruder Kwei (Mike Homik) ermöglicht ihm diese Reise, wird aber aufgrund der Tatsache dass er Mitgefühl für seinen Bruder empfindet von Njohrr umgebracht. Dek hat schon mal Kweis Leben gerettet - nun macht Kwei ihn ebenfalls den Gefallen und opfert sich quasi. Kaum auf Genna angekommen, muss sich Dek mit der überaus tödlichen Flora und Fauna herumschlagen, die ihm beinahe alle Waffen abnimmt. Der Zufall will es, dass er Thia (Elle Fanning) kennen lernt. Sie ist eine Androidin und gehört dem Unternehmen Weyland-Yutani (genau dem Unternehmen aus dem Alien-Franchise). Ihr fehlen die Beine, doch sie kann sich als "nützliches Werkzeug" erweisen, schließlich kennt sie den Planeten wie ihre eigene Hosentasche. Sie möchte zu der Basis von Weyland-Yutani zurückkehren, Dek will den Kopf des Kalisk um sich zuhause zu beweisen. Gemeinsam bestreiten sie den Weg und helfen einander - auch wenn er sie zunächst "nur" als "Instrument" betrachtet.

Es ist faszinierend, wie gut das hier ist. Ehrlich jetzt. Sowohl vom visuellen als auch von der Story her. Zunächst geht es um jemanden, der verzweifelt versucht seine Ehre wiederherzustellen bei einer Familie/einem Klan die/der ihm nicht akzeptiert und ihm am liebsten tot sehen würde. Es ist eine Art Coming-of-Age-Film nur mit einem Predator. Der natürlich ganz viel zu metzeln hat, aber genauso viel Zeit um sich selbst zu finden. Ich kann mich tatsächlich ein klein wenig damit identifizieren. Und zwar mit der Tatsache, dass evtl. auch die Erkenntnis da ist dass diese Familie die einen niemals so akzeptiert wie man ist, diese ganzen Mühen und "Ehre"wiederherstellung einfach nicht wert ist. Das ist für einen Film über einen lockentragenden Außerirdischen der Tiere jagt und mit einem beinlosen weiblichen Androiden sich langsam anfreundet doch ziemlich großes und gefühlvolles Kino. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut werden wird. Meine Fresse. Auch: großartige Bilder, großartige Landschaften von Neuseeland. Großartiges Spiel von Elle Fanning, die alles etwas humorvoller und freundlicher macht. Wirklich großartiger Film.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:

Weapons (2025)

Diesen Film hat sich Pinky ausgesucht und ich habe mir in den ersten dreißig Minuten naja äh ich würde nicht sagen vor Angst in die Hose gemacht aber huiuiuiui. Es war eindeutig sehr unangenehm. Doch kaum habe ich verstanden worum es wirklich geht, wurde es tatsächlich super interessant und nicht mehr gruselig. Ergo, worum geht es?

Die Story findet in einer Kleinstadt namens Maybrook (Pennsylvania) statt. Vor einiger Zeit sind mitten in der Nacht plötzlich 17 Kinder verschwunden. Sie sind aus ihren Zimmern und aus den Häusern irgendwo hin gerannt und waren weg. Es handelte sich dabei um 17 von 18 Kindern der dritten Klasse, die allesamt Justine Gandy (Julia Garner) als Lehrerin hatten. Die Gemeinschaft ist sehr wütend darüber, auch weil die Polizei in dem Fall nicht weiter kommt und nach und nach die Ermittlungen einzustellen scheint. Justine gilt nun als Sündenbock. Es waren die Kinder in ihrer Klasse und man macht sie schuldig. Auch die Tatsache, dass der Fall ihr sehr nahe geht und sie langsam dem Alkohol verfällt spielt keine Rolle. So ziert bald ein blutrotes "Witch" ihre Autotür. Auch beim Schüler Alex
Lilly (Cary Christopher), dem einzigen Kind das nicht verschwunden ist findet man keine Antwort. Scheinbar ist alles in Ordnung, aber irgendwie doch nicht. Er ist noch zurückhaltender als sonst. 

Ich habe versucht nicht zu spoilern und ich glaube, ich habe es geschafft. Um mal auf den Titel zurück zu kommen: "Waffen" in dem Sinne, dass jemand andere Menschen als Waffen gegen die Gemeinschaft mißbraucht. Was genau die Gründe dafür sind, möchte ich an der Stelle nicht erörtern. Tatsächlich ist der Film eine Metapher für einen Todesfall aus der Familie des Regisseurs Zach Gregger. Alkoholismus war wird hier auch zu einer Art Person die "in ein Zuhause eindringt und alles zum schlechten verändert". Ich hatte sehr großes Mitgefühl für Alex, der urplötzlich parentifiziert wird und aus seinem gewohnten, kindgerechten Leben gerissen wird. Zuerst macht der Film den Anschein ein moderner Jumpscare-Horrorfilm zu sein. Der tatsächlich sehr gut gemacht ist und es versteht, wie man den Zuschauer erschreckt. Es ist so gruselig, weil man nicht versteht was Sache ist. Als es jedoch klar wird, was hier passiert und wer der wahre Bösewicht ist, wünscht man demjenigen alles schlechte und hofft dass am Ende alles gut wird. Dann ist man geladen. Man ist wütend und denkt sich am Ende "Ja, ja, genau, genau das! JA! VERFICKT NOCH MAL JA!".

9/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 23. Dezember 2025

Comic Book Review#661: Batman & Robin (1997)

In der Hand halte ich nun die Comic-Adaption des schlechtesten Batman-Films aller Zeiten. Geschrieven von Dennis O'Neil, gezeichnet von Rodolfo Damaggio. Getuscht wurde das Ganze vom großartigen Bill Sienkiewicz. Den musste ich hier mal erwähnt haben. 

Der Plot ist so banal und schnell erzählt. Dr. Victor Fries (Arnold Schwarzenegger), ein Wissenschaftler der mit Kryogenetik experimentiert hat ist nun der Bösewicht Mr. Freeze. Doch er hat eine tragische Vorgeschichte. Er wollte seine Frau von der Krankheit "McGregor Syndrom" heilen, allerdings verwandelte er sich bei einem Laborunfall in einen äh Eismenschen, dessen Blut mehr als kühl ist. Nun raubt er Juwelierläden um Diamanten zu stehlen, die seine Eismaschine äh mit Energie versorgen.

Dabei klopft er lauter Eis-bezogene Sprüche: "Everybody chill", "Be cool", "Let's kick some ice", "What killed the dinosaurs? The ice age!" usw. usf. Batman (George Clooney) und Robin (Chris O' Donnell) versuchen ihn in den ersten Minuten des Films zu stoppen, allerdings wird letzterer eingefroren sodass Freeze fliehen kann. Woanders in Südamerika: Pamela Isley (Uma Turman) ist Mitarbeiterin des vollkommen bonkers gegangenen Wissenschaftlers Jason Woodrue (John Glover, bekannt aus Smallville, Shazam! und Batman: The Animated Series). Er hat ein Serum entwickelt das aus Menschen Supersoldaten macht. So verwandelt er einen verurteilten Mörder in die Killermaschine Bane (Jeep Swenson). Als Ms. Isley mitkriegt, dass er das Serum an die korruptesten Regimes in der Welt verkaufen will, protestiert sie. Er bringt sie daraufhin um. Das glaubt er zumindest, doch Isley kehrt zurück von den Toten als Mensch-Pflanzen-Hybrid und rächt sich. Pamela Isley ist nämlich nicht nur Biologin sondern Umweltaktivistin und ist nun von dem Gedanken getrieben die Welt in ein Paradies für Mutter Natur zu verwandeln. Nun bedrohen (wieder) zwei Bösewichte Gotham City und müssen (wieder) von Batman und Robin gestoppt werden. Tatsächlich gibt es (wieder) eine mehr schlecht als recht geschriebene Frau in Gestalt von Barbara Wilson (Alicia Silverstone). Sie ist die Tochter von einem Freund von Alfred Pennyworth (Michael Gough), Bruce Waynes Butler. Für sie ist er ein Onkel. Doch Alfred ist ebenfalls erkrankt...am McGregor Syndrom. Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm!

Was für ein grenzdebiler Plot. Aber wenn man das auf bunten Papier liest, dann ist alles nicht mehr so schlimm als wenn man sich den Film ansieht. Hier wirkt das Ganze wie eine gewollte Parodie auf Batman Comics. Es ist wirklich höllisch witzig zu sehen wie Arnold Schwarzenegger im Comic sagt "You're not sending me to the cooler." Es gibt 1-2 Szenen die so nicht im Film zu sehen waren. Beispielsweise als Batman Robin auf die Schnauze haut. Außerdem wirkt diese Comic, wie "Batman Forever" auch schon so merkwürdig gekürzt. Als würde man einen Film in 10 Minuten "durchlesen". Zudem sind einige Charakter wirklich schäbig und "steril" gezeichnet. Es ist so schlecht, aber gleichzeitig irgendwie auch lustig. Aber so schlecht. Wirklich grenzdebil.

4,5/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von ScorePN:


Montag, 22. Dezember 2025

Album der Woche#665: YASS - Feel Safe (2025)

Hallo und herzlich willkommen zum letzten "Album der Woche" im Jahre 2025. Damit geht auch der "Best of 2025"-Themenmonat Dezember zu Ende. Und zwar mit dem dritten Album des faszinierenden Duos YASS aus Berlin. 

YASS gibt es wohl schon ein paar Jahre. Die beiden Musiker Markus und Frank haben früher in Bands wie Ten Volt Shock gespielt und mit Jens Rachut im Projekt Maulgruppe zusammen gearbeitet. "Feel Safe" ist wohl ihr drittes Album und ich finds schade, dass ich nicht vorher schon irgendwas von ihnen mitbekommen habe. Es ist ein nämlich ein ganz großes Stück Kunst. 


Zu hören ist etwas, was sich nicht ganz so leicht in eine Schublade stecken lässt. Ich habe eigentlich nach Punk-Alben aus dem Jahr 2025 gesucht und bin auf irgendeine Best-Of-Liste gestoßen. Irgendwie habe ich irgendwas undergroundiges, vielleicht waviges erwartet. Weil es heutzutage so oft vorkommt, dass Post-Punk/Wave Bands wie Pilze aus der Erde schießen. Was mir da in erster Linie entgegen geschleudert wurde ist Techno. Oder zumindest hörte es sich an wie Techno. Donnernde, technoide Rhythmen. Dann martialisches Schlagzeug, durchaus wavige Riffs die in anderen Momenten irgendwie an The Clashs poppigstes Album "Combat Rock" erinnern. Nur in wesentlich schneller. 

Da sind wir also bei folgender Formel: Martialische Drums, fuzzige Gitarren, irgendwas wird durch den Verzerrer gejagt. Man singt auf Englisch und zwar sind es sich stetig wiederholende Passagen, die ich ehrlich gesagt nicht wirklich verstehe. Zumindest sind die Songtitel und die Refrains verständlich. Andererseits gibt es hier Songs wie "In The Basement" und "NoBot", wo grundsätzlich jeweils eine Phrase wiederholt wird. Irgendwie ist das Post-Industrial, Post-Punk, Punk, Techno und gleichzeitig so monoton und hypnotisierend. "Suit" ist meiner Meinung nach der Song, der am meisten raussticht, weil er aufgrund seines Klangteppichs in anderen Frequenzen wohl als Shoegaze durchgehen würde. Faszinierend minimalistisches Stück Musik, bei welchem ich ehrlich gesagt nicht gedacht hätte, dass es mir gefallen würde. Zumindest nicht nach den ersten paar Takten. 

Anspieltipps: NoBot, Suit, In The Basement
8,5/10 Pfandflaschen


Donnerstag, 18. Dezember 2025

My Favorite TV-Show: Good Girls Revolt

In allererster Linie: Viel zu Schade, dass es nach der ersten Staffel nicht weiter ging. Vor allem weil einige Cliffhanger über bleiben und man doch sehr gerne gewusst hätte wie es denn weiter geht. Insbesondere weil alles auf einer wahren Begebenheit basiert.

Desöfteren als "Schwesterserie von 'Mad Men'" bezeichnet, spielt "Good Girls Revolt" in den 1960er Jahren in den USA. Genauer gesagt im Jahre 1969. Die Welt ist grade dabei, sich zu verändern. Marijuana, sexuelle Revolution, Kampf der Frauen um Gleichberechtigung, neuartige revolutionäre Musik. Doch in der Redaktion der Zeitung "News of the Week" scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Aufgabenverteilung ist klar: Die älteren Männer sitzen in der oberen Etage bzw. sind in der Führungsriege. Die jüngeren sind Journalisten und haben zu ihrer Seite Rechercheurinnen gestellt. Genau: Frauen arbeiten hier nur als Sekretärinnen oder Rechercheurinnen. Die letzteren beschäftigen sich mit den Hintergrundinfos einer Story und helfen so den ihnen zugeteilten Reportern. Und das obwohl viele der Frauen in dem sogenannten "Newsroom" besser (aus)gebildet sind als ihre männlichen Kollegen. Es gibt auch Fälle, bei welchen die Frauen tatsächlich die eigentliche von ihnen recherchierte Story schreiben - und der dafür zugeteilte Journalist die Würdigung bekommt. Im Mittelpunkt der Story stehen verschiedene Frauen aus unterschiedlichen Hintergründen: Patti (Genevieve Angelson) die gerne auf Parties geht, Marijauana raucht und sich für soziale Kämpfe (wie der der Black Panthers) interessiert. Jane (Anna Camp), das "Career Girl" dass aus behüteten Verhältnissen kommt und vom Geld ihres Vaters abhängig ist. Und Cindy (Erin Darke) die von ihrem Ehemann die Erlaubnis bekommen hat für "News of the Week" zu arbeiten um irgendwie ihre Schriftstellerkarriere voranzutreiben - bis es irgendwann soweit ist und die "nötige" Familiengründung ansteht. Patti hat die Verhältnisse satt. Glücklicherweise lernt sie die Anwältin Eleanor Holmes Norton (Joy Bryant) kennen, die ihr klar macht dass das was "News of the Week" macht höchst illegal ist. Sie macht ihr klar, dass sie in der Lage ist eine offizielle Beschwerde über ihren Arbeitgeber zu machen, die in einer Klage münden kann. 


Was wir hier zu sehen bekommen ist eine fiktionialisierte Version von Ereignissen die tatsächlich stattgefunden haben. Nur hieß der Arbeitgeber "Newsweek" - eine bis heute nicht unbekannte wöchentliche Zeitung. Es geht viel um Machtkampf, Kampf um Titelblätter, die beste Story. Aber natürlich auch um den (inneren) Kampf der drei (und nicht nur der drei) Frauen um Anerkennung und Gleichstellung. Doch wie so oft im modernen Film/Serie, sind sie nicht perfekt. Sie machen Fehler, sind stellenweise einfach nervige Charaktere und es ist wohl naheliegend dass sie von ihren Verhältnissen zu Männern abhängig sind. Es ist fast schon so, als hätten die Männer einen unsichtbaren Fluch um sie belegt und sie von sich abhängig gemacht - nicht nur finanziell sondern auch emotional. Ich finde es gut, wie es hier dargestellt wird. Es ist nicht einfach nur ein Mann der dauernd auf dem Tisch klopft und sagt, dass "Weiber hier nix zu sagen haben". Mir gefällt außerdem der passende Soundtrack, auch wenn einige Songs schon vorher in anderen Filmen overused waren. Was ich auch gut finde, ist der geschichtliche Bezug. So geht es in ein paar Folgen um die Black Panthers als auch die Auseinandersetzung mit Gewalt zwischen ihnen und der Polizei. Wobei man dabei versucht das Bildungsprogramm der Gruppe positiv zu beleuchten. Was mich enorm gestört hat waren die vielen unfassbar unnötigen Sexszenen die stellenweise einfach gar nichts zur Handlung beigetragen haben. Ich habe das einfach nicht verstanden. Wie auch immer: Ich hätte gerne gewusst wie es weiter geht - aber das geht ja leider nicht. We can't have nice things. 



Mittwoch, 17. Dezember 2025

Film der Woche#661: X-Mess'25


Home Alone 4 (2002)

Auf Deutsch bekannt als "Kevin - Allein gegen alle" oder "Kevin - Allein zu Haus 4". Der Film ist die Fortsetzung von "Kevin - Allein in New York".

Mittlerweile haben sich Kevins (Mike Weinberg) Eltern scheiden lassen. Seit acht Monaten sind Peter (Jason Beghe) und Kate McCallister (Clare Carey) nun getrennt. Kevin hat unter der Scheidung sehr gelitten und jetzt kommt die Weihnachtszeit. Seine Geschwister Buzz (Gideon Jacobs) und Megan (Chelsea Russo) drangsalieren ihn wie und je. Da taucht Vater Peter wieder auf und erzählt Kate dass er bald wieder heiraten wird. So möchte er für ein paar Tage und während Heiligabend Kevin zu sich holen. Er selbst wohnt mittlerweile mit seiner neuen Freundin Natalie (Joanna Going) in einem hochfunktionalen Multimedia-Haus, dass ganz Siri/Alexa-mäßig per Stimme gesteuert werden kann. Im Haus arbeiten der Butler Mr. Prescott (Erick Avari) und Haushälterin Molly (Barbara Babcock). Kaum ist Kevin eines Tages alleine im Haus schon taucht der Einbrecher Marv (French Stewart) mit dem Kevin schon zwei mal üble Erfahrungen gemacht hat auf mit seiner Freundin und Komplizin Vera (Missi Pyle). Natürlich versucht Kevin das Haus zu beschützen, doch macht gleichzeitig vieles kaputt und keiner will ihn so richtig glauben, dass jemand versucht einzubrechen. Sein Verstand sagt ihm auch, dass irgendjemand im Haus mit den Einbrechern zusammenarbeitet...


Es ist so wie es ist und es ist Scheiße. Ein unfassbar lahmer Aufguss von allen Filmen davor, die hier natürlich schamlos zitiert werden. Es wird ständig in die Eier getreten oder geschlagen, irgendjemand wird irgendwo hingeschleudert, fliegt gegen die Wand, vom Dach oder auf die Eier. Der Junge ist schlauer als die Einbrecher, gibt sich aber deutlich mehr schadenfroh als in den ersten beiden Filmen. Außerdem: WTF. Warum besetzt man die Rollen mit Schauspielern die den Vorgängern nicht mal ansatzweise ähnlich sehen. Man könnte sich wenigstens irgendwie Mühe geben. French Stewart sieht Joe Pesci kein bisschen ähnlich. Es ist ein einziges, unlustiges Desaster. Während in Kevin 1 und 2 die Geschwister ihn noch getrietzt haben, so haben sie ihn am Ende doch lieb gehabt. Hier geschieht das Gleiche. Allerdings sind die Späße die sie sich erlauben wirklich unter der Gürtellinie und grenzen an Kindeswohlgefährdung. Als würde sich der Film für die makaberen Stunts von früher an Kevin rächen. Ich habe schon gesagt und ich sage es noch mal: Es ist schlecht. Fürchterlich schlecht. So schlecht, dass mir schlecht wird.

0/10 Eier äh Pfandflaschen
Trailer:



Merry Little Batman (2023)

Ursprünglich sollte dieses Review im Rahmen des BATMARATHON! Teil XI erscheinen. Allerdings habe ich mich entschieden, den Film in ein Weihnachts-Special zu packen, sodass es thematisch besser passt. Mittlerweile (seit November 2025) gibt es auch eine zehnteilige erste Staffel von "Bat-Fam", die eine Fortsetzung des Films ist.

"Merry Little Batman" ist, Stand 2024, bisher der letzte Zeichentrick-Film über Batman. Da "der letzte" einfach niemals stimmen kann, wird der BATMARATHON! selbstverständlich bis in alle Ewigkeit forgesetzt. Ihr wisst schon.

Dieser Film findet in seiner eigenen Welt statt, die weder in den Comics angesiedelt ist, noch auf irgendeinem Comic basiert und auch nicht Teil irgendeines bestehenden DC-Zeichentrick-Universum ist. Wir befinden uns in einer relativ nahen Zukunft: Bruce Wayne (Luke Wilson) ist immer noch Batman. Allerdings hat er alles an Verbrechen in Gotham City bekämpft und verbringt nun seine Tage mit der Erziehung seines Sohnes Damian (Yonas Kibreab). Dabei hilft ihm sein Butler Alfred

Pennyworth (James Cromwell). Bruce selbst ist Damian gegenüber etwas übervorsichtig, während der Junge trotz jungen Alters schon viel trainiert hat, weil er eines Tages selbst ein Superheld sein will. Zu Beginn des Films jagt er die Hauskatze Selina, weil sie ihm ein Bild geklaut hat, durch das ganze Anwesen. Kurz vor Weihnachten kriegt er dann auch endlich einen vorläufigen Batgürtel geschenkt. An Heiligabend wird sein Vater zu einem weit weit entfernten Notfall gerufen, sodass er ihn alleine mit Alfred lassen muss. Es kommt zu einem Konflikt zwischen Vater und Sohn, sodass Bruce sich gezwungen sieht ihm das Geschenk wieder abzunehmen. Während seiner Abwesenheit trickst Damian Alfred aus um alleine mit dem Gürtel zu bleiben. Dummerweise tauchen zwei Diebe auf, die tatsächlich den Gürtel stehlen. Damian will ihn unbedingt zurück und macht sich auf die Jagd nach den zweien. 

Am Anfang hatte ich den Eindruck, es wäre "bloß" eine Art Tribut an "Kevin allein zu Haus". Der Film spielt kurz vor Weihnachten und es kommen Einbrecher vor als auch ein Junge der alleine zu Hause gegen sie mit allerlei Erfindungsgeist kämpft. Alles im Batman Kontext. Jedoch ist das so viel mehr. Es ist ein familienfreundliche, witzige Erzählung über die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Genau diese Beziehung, die in den Comics als durchaus problematisch dargestellt wird, wird hier ordentlich auf die Schippe genommen. Außerdem ist da noch die Vorstellung, dass Batman ein Helikopter-Elternteil ist die irgendwie treffend ist. Denn das ist er tatsächlich, wenn auch auf andere Art. Dazu kommen noch einige Anspielungen auf den Film "Batman & Robin", dessen Fan Drehbuchautor Morgan Evans ist. Damit meine ich das Auftauchen der Bösewichte Poison Ivy, Bane und äh einen Mr. Freeze mit österreichischen Akzent. Evans, der zuvor an "Teen Titans Go!" gearbeitet hat, kooperiert hier mit Regisseur Mike Roth, der für "Regular Show" verantwortlich ist. Man sieht eindeutig die Einflüsse bzw. den Stil der beiden. Es ist ein verzerrte, kindgerechte, weich gezeichnete und abgefahrene Version der Batman-Welt. Ich war positiv überrascht, sind doch diverse kind-gerechte Inkarnationen von Superhelden (siehe "Spidey and his Friends" oder "Batwheels") doch mehr als drei Spuren zu viel für mich.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:



Violent Night (2022)

Ich habe den Film hin und wieder mal in irgendwelchen Bestenlisten gesehen und so stach er mir ins Auge. Dann habe ich ihn allerdings vergessen und als er wieder "aufgetaucht" ist, dachte ich es wäre eine Art "Reboot" von "Silent Night, Deadly Night". Das ist tatsächlich nicht der Fall.

Zuerst lernen wir Santa Claus (David Harbour) kennen. Er ist ein ziemlich enttäuschter alter Mann, der seit mindestens 1000 Jahren auf der Erde Geschenke verteilt. In seinem früheren Leben war er ein blutrünstiger Wikinger. Mittlerweile ist er genervt von seinem Job und von all den Kindern die sich zu Weihnachten Geld und Videospiele wünschen. Tatsächlich überlegt er, alles hinzuschmeißen, sodass dieses Weihnachten das letzte für ihn sein wird. Auf der anderen Seite haben wir folgende Situation: Linda Matthews (Alexis Louder) und Jason Lightstone (Alex Hassell) sind ein getrenntes Ehepaar.

Gemeinsam fahren sie zu Weihnachten mit ihrer Tochter Gertrud (genannt Trudy; Leah Brady) zu Jasons Mutter Gertrud (Beverly D'Angelo). Jasons Familie ist nämlich sehr wohlhabend und er leidete schon immer unter Leistungsdruck den er durch seine Mutter ausgesetzt war. Jason schenkt Trudy ein Walkie-Talkie und erzählt ihr, dass sie dadurch Kontakt zu Santa Claus aufnehmen kann. Tatsächlich landet der oben erwähnte korpulente, bärtige und sichtlich genervte Mann in der Villa der Lightstones um Geschenke zu verteilen, sich Milch und Kekse reinzuziehen und den Massagesessel auszuprobieren. Die Catering-Firma, die für die Weihnachtsfeier engagiert wurde stellt sich als eine Gruppe von ausgebildeten Killern/Dieben aus, die es auf 300.000$ abgesehen hat, die irgendwo in einem Tresor versteckt sind. Ihr Anführer ist ein gewisser Jimmy Martinez, Codename: Scrooge (John Leguizamo). Doch sie haben nicht die Rechnung mit einem Weihnachtsmann gemacht, der zufälligerweise in dem Haus strandet weil seine Rentiere verschreckt wurden, und der ordentlich Fressen polieren und Schädel einschlagen kann.

Tatsächlich muss ich den Film mit anderen Filmen vergleichen. Es finden sich Referenzen zu John Wick (kein Wunder, schließlich sind es dieselben Produzenten), Stirb Langsam, Silent Night Deadly Night und zu Kevin - allein zu Haus. Bzw. einer sehr brutalen Version davon. Abgesehen von der Action, dem Gore und allerlei anderen ultrabrutalen Sachen die hier vorkommen ist das eine typische Weihnachtsgeschichte. Es geht um jemanden der Weihnachten hasst und sich an allen rächen will, die es besser hatten als er. Um jemanden der den "Spirit of Christmas" wieder in sein Repertoir aufnimmt. Und natürlich um jemanden der zu Weihnachten einfach eine intakte Familie haben will. Der Film hat nicht nur Anspielungen auf sämtliche Action/Horror-Franchises sondern auch auf den momentanen Zeitgeist: Konsumterror, Amazon-Pakete auf Knopfdruck und Jugendliche die alles für die Clout und Clicks auf Social Media machen. Heiliger Fick war das ein unglaublicher Spaß. Meine Fresse habe ich gelacht. Und verdammt noch mal, habe ich es genossen. Ja.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 16. Dezember 2025

Comic Book Review#660: Batman Forever (1995)

Diesmal erinnern wir uns an die Zeit als Tim Burton nicht mehr der Regisseur von Batman-Filmen war. Den Regiestuhl besetzte nun Joel Schumacher, wobei "Batman Forever", die Fortsetzung von "Batman Returns" immer noch als "A Tim Burton Film" deklariert wird. Es gab ursprünglich vollkommen andere Ideen für diesen Film, die jedoch allesamt verworfen wurden. Marlon Wayans sollte einen Robin spielen und wurde sogar dafür bezahlt - jedoch kamen die Aufnahmen nie zustande. (Falls ihr jedoch eine Art Alternativ-Version dieser Geschichte lesen wollt, so greift bei "Batman'89" zu. Dieser Comicband stellt eine Alternativ-Fortsetzung von "Batman Returns" dar.)


Stattdessen hat Warner Bros. das Drehbuch komplett überarbeiten lassen und so sind wir bei dem geliebt-gehassten "Batman Forever" gelandet. Tommy Lee Jones spielt den ehemaligen Staatsanwalt und nun auf einer Gesichtshälfte entstellten Bösewicht Two-Face, der unter einer dissoziativen Identitätstörung leidet und für eben dieses Leiden Batman verantwortlich macht. Er möchte ihn unbedingt töten - zu Beginn des Films stellt er dem Dunklen Ritter (Val Kilmer) eine Falle bei einem Bankraub, der er entfliehen kann. Auf der anderen Seite gibt es noch Edward Nygma (Jim Carrey), einen Mitarbeiter von Wayne Enterprises. Sein Projekt, eine Art Streaming-Service direkt ins Gehirn, wird abgelehnt weswegen er einen Groll gegen Bruce Wayne (aka Batman) hegt. Dann gibt es noch die Psychiaterin Dr. Chase Meridian (Nicole Kidman), die von Batman fasziniert ist aber gleichzeitig auf Bruce Wayne steht und sonst kaum eine Rolle im Film erfüllt... Und natürlich Richard Grayson (Chris O'Donnell), der Teil einer Familie von Akrobaten ist. Seine Eltern werden während einer Vorstellung von Two-Face umgebracht, weswegen er auf Rache aus ist. Er wird von Bruce Wayne in seinem Anwesen aufgenommen, und es dauert nicht lange bis er hinter das Geheimis des Multimiliardärs kommt. Selbstverständlich werden die beiden irgendwie, irgendwann Partner und geben ihr bestes im Kampf gegen Kriminalität.

So weit, so gut oder schlecht. Der Plot ist gar nicht mal uninteressant, jedoch stört einem heutzutage die filmische Ausführung hier und da. Zu sehr versucht man an die alten Tage von "Batman'66" anzuknüpfen. Zu verkrampft lustig erscheinen manche Gags. Jim Carrey als Edward Nygma (aka Riddler) und Tommy Lee Jones als Two-Face sind jedoch an und für sich großartig und over the top. Val Kilmer ist sowohl n guter Batman als ein großartiger Bruce Wayne. Chris O'Donnell ist einfach purer Kringel. Aber soweit zum Film, den ich schon mal hier reviewt habe. Die Comic-Adaption unterscheidet sich in geringen Maße. Ein Teil der Handlung wurde umgedreht. So überfällt Two-Face eine Bank nachdem der Leser Edward Nygma kennen gelernt hat. Im Film war es genau umgekehrt. Außerdem gibt es hier eine Szene in welcher die beiden Bösewichte auf der Couch sitzen und sich über Gott und die Welt unterhalten. Die Zeichnungen sind sehr realistisch und detailgetreu. Man erkennt die Schauspieler sofort wieder. Es macht Spaß, sich das anzuschauen. Allerdings ist es irgendwie wie ein Film im Schnelldurchlauf, was das Ganze schon etwas komisch macht. Geschrieben wieder von Dennis O'Neil, gezeichnet von Michał Dutkiewicz. 

7,5/10 Pfandflaschen

Hier ein Review von ChannelNerdgasm:



Montag, 15. Dezember 2025

Album der Woche#664: Mizmor - Ambient Mosaic (2025)

Ich dachte tatsächlich, dass ich irgendwann schon mal ein Album von Mizmor reviewt habe - allerdings stimmt das nicht. In Zusammenhang mit einem Review zu Gevurahs Album "Gehinnom" habe ich das Projekt allerdings erwähnt, mehr aber auch nicht.

Ursprünglich wurde der Name des Projekts auf Hebräisch geschrieben - mittlerweile ist das Logo (leider) komplett in lateinischen Buchstaben gehalten. Die Gründe dafür weiß ich leider (oder zum Glück) nicht. "Mizmor" bedeutet Psalm und ist im Zuge der Auseinandersetzung des Gründers Liam Neighbors (aka A.L.N.) mit seiner evangelikalen Erziehung entstanden. Normalerweise könnte man die

Ein-Mann-Band irgendwo zwischen Doom und Black Metal unterordnen bzw. eine sehr verzerrte, lautmalerische Version davon. 

Was wir auf "Ambient Mosaic" zu hören kriegen sind bearbeitete Aufnahmen des Bandprojekts "The Zarconiac", die Neighbors irgendwann mal auf Eis gelegt hat. Die ursprünglichen zwölf Aufnahmen wurden für die Vinyl-Version auf zehn zusammen gequetscht und selbstverständlich bis zur Unkenntlichkeit verarbeitet/verwurstet sodass etwas vollkommen neues entsteht. Zumindest nehme ich das an, denn hier ist definitiv kein Metal mehr zu hören. Insgesamt lässt sich das mit einer sehr langen Reise durch einen Autobahntunnel vergleichen. Stellt euch vor, ihr fahrt nachts auf der Autobahn, vor euch ist nichts und hinter euch auch nicht. Alles was ihr zu sehen kriegt ist diese menschenleere Straße die vom Lichtern eures Autos beleuchtet wird. Und ihr hört dabei diese sehr merkwürdige Soundlandschaft. Alles ist sehr unregelmäßig, übersteuert und verzerrt. Manch einer würde sagen, das wäre lieblos und schnell zusammen geschustert. Meiner Meinung ist das nicht so. Klar, man hört definitiv dass das Budget irgendwie sehr knapp war und irgendwie ist das Lo-Fi. Aber ich verstehe das Problem daran nicht. Es ist doch ein Talent, mit wenig Mitteln irgendwas völlig neues, oder fast neues, zu schaffen und dem Zuhörer das Gefühl zu vermitteln, er würde in die Musik eintauchen. Ich empfehle eventuell nicht, das Album in Dunkelheit auf einer leeren Straße zu hören - aber das habe ich getan. Vielleicht keine gute Begleitung zum Einkaufen, aber ein echt alles andere als schlechtes Album.

Anspieltipps: Die Songs heißen "Mnemonic I" bis "Mnemonic X". Ich empfehle tatsächlich alles anzuhören.
8/10 Pfandflaschen


Donnerstag, 11. Dezember 2025

So isses, Musik!#203

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#2:

Art Blakey & The Jazz Messengers: The Freedom Rider (1964)

Wow. Dass das hier so alt ist, hätte ich nie gedacht. Schließlich ist auf der Platte kein Releasejahr zu sehen. Tatsächlich aber wurde das Album 1960 aufgenommen und 1964 veröffentlicht. Drummer Art Blakey bietet dem Hörer gemeinsam mit Lee Morgan (Trompete), Wayne Shorter (Saxophon), Bobby Timmons (Klavier) und Jimmie Merryt (Kontrabass) ein historisches Werk. Der Titel ist nämlich nicht

einfach so gewählt. Damit bezeiht man sich auf die "Freedom Riders", schwarze Aktivisten die gegen die Rassentrennung in den Südstaaten gekämpft haben, nachdem sie eigentlich für illegal erklärt wurde. Sie setzten sich absichtlich in Reisebusse um die "Entscheidung zu testen" - was dazu geführt hat, dass sie von rassistischen Mobs angegriffen wurden. 

Der Titeltrack an sich ist ein sehr langes Drumsolo von Art Blakey. Dabei sind die anderen Songs doch relativ leicht verdaulicher und doch psychedelisch wirkender Jazz. Ich kann mich dazu sowohl gut bewegen, als auch entspannen. Was für eine Goldgrube.

Anspieltipps: Tell It Like It Is, The Freedom Rider
8/10 Pfandflaschen



Jeff Beck: Wired (1976)

Drittes Solo Album von Jeff Beck, ehemaligen Gitarristen von Yardbirds und Leader der Jeff Beck Group. Wenn ich mir den ersten Song "Led Boots" reinziehe, merke ich dass es für mich nichts neues ist. Schließlich habe ich mir ja die gesamte Primus Discography schon mal reingezogen. Dieser ist nämlich so basslastig, wie eigentlich alles worin Les Claypool involviert war. "Wired" kommt mit insgesamt acht Songs, allesamt Eigenkompositionen außer "Goodbye Pork Pie Hat", dass ein Cover des Jazz-Komponisten Charles Mingus ist. Und genau da sind wir auch bei den restlichen Songs. Es ist Jazz Fusion Rock. Oder so. Jedenfalls bleibt es die ganze Zeit über ziemlich funky und kommt komplett

ohne Gesang aus. Auf jedem Song ist ein etwas anderes Lineup zu hören. So spielt mal Narada Michael Walden Drums, mal ist es Richard Bailey, mal Jeff Beck selber, mal Ed Green. Jan Hammer spielt Keyboard oder manchmal auch Schlagzeug. Man hat ein allgemeines Jazz/Fusion/Funk Schema, schafft es allerdings trotzdem die Songs nicht wie eine Jam-Session klingen zu lassen sondern wie ein von einem losen Kollektiv geschaffenes Werk. Kein Song klingt wie der andere. Was für mich schon eine Meisterleistung ist, da mir Gesang generell ziemlich wichtig ist und ausschlaggebend dafür, wie ein Song klingt - sodass ich diesen von anderen unterscheiden kann. Ich finde es wirklich interessant, wie man das ohne Gesang schafft und bloß mit Instrumenten, etwas kreieren kann dass nicht wie eine bloße Kulisse klingt. Geil.

Anspieltipps: Good Bye Pork Pie Hat, Head For Backstage Pass, Led Boots,
8/10 Pfandflaschen



REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

34. Psycho Attack Over Europe

Ein ganz simples Prinzip. Man versammele allerlei Psychobilly Bands aus ganz Europa. Wobei es eigentlich Quatsch ist, weil die Szene zu dem Zeitpunkt noch am wachsen war und hier definitiv nicht alle möglichen europäischen Länder vertreten sind. De facto sind hier ein und die gleichen Bands immer wieder zu hören: P.O.X. und Batmobile nämlich. Daneben aber noch sowas wie Sunny Domestozs (die ich wärmsten herzens empfehlen kann) oder Frenzy. Im Grunde ein stinknormaler Psychobilly-Sampler aus den frühern 1990ern.

35. Psychobilly Sampler

Ich habe keine ahnung, wieso das Ding so heißt es wie es heißt und wie zur Hölle ich darauf komme. Natürlich vollbepackt mit den üblichen Verdächtigen des Genres wie Nekromantix, Mad Sin, Klingonz und selbstverständlich The Meteors aber auch Os Catalepticos oder The Caravans. Ich frage mich allerdings, in welchem Zusammenhang dieser Sampler erstellt wurde und wieso er so einen generischen Namen trägt. Lel.

36./37. Psychomania Vol. II (2007) & Vol. III (1995)

Seufz. Wieder mal Psychobilly-Sampler. Wobei nein, das sind ganz andere Sachen. "Psychomania Vol. II" ist entweder eine CD-Begleitung zum gleichnamigen Festival bzw. zu einem Zine (?). Darauf sind wieder mal allerlei Vertreter des Genres (hihi) vertreten, aber auch Brian Setzer und neuere Bands wie Chibuku, Paddle Cell, Up To Vegas, Thee Exit Wounds usw. Quasi ein Rundumschlag um die aktuelle Szene und um die Klassiker. Dieser ist 2007 erschien, wohingegen "Psychomania Vol. III" ein Sampler aus dem Jahre 1995 ist und nichts mit dem ersten zu tun. Hier gehts wieder back to the Roots: King Kurt, The Meteors, Demented Are Go, Guana Batz usw. usf. Wirklich ein großartiges Vergnügen beim Kochen.

38. Punk Christmas

Wer auch immer das hier veranstaltet hat, der hatte entweder ganz viel Humor oder ganz wenig. I don't know. Deutschsprachiger Punk-Sampler, der sich rund um Weihnachten dreht. Mit dabei selbverständlich Die Toten Hosen mit "Knecht Ruprechts letzte Fahrt", "Dicke Eier Weihnachtsfeier" von Eisenpimmel und "Der Nikolaus ist Stasi, Knecht Ruprecht die SS" von HASS. Nicht zu vergessen das großartige "Fröhliche Weihnacht überall" von den großartigen Müllstation. Ganz vergessen kann man "Mit leichten Hinken sodomiert der Weihnachtsmann" von Hans am Felsen oder "Kein Fest der Liebe" von N.O.E. Grausam.

39. Punk Goes Crunk

Folgendes Szenario: Keine "Punk" Bands sondern eher Emo/Mallcore/Screamo/Whatever-Bands, die Hip-Hop Songs covern - unter anderem auch aus dem Genre Crunk. Forever The Sickest Kids covern "Men In Black" von Will Smith und ich kriege physische Schmerzen. Ich habe ganz schnell, ganz viel von hier vergessen und das ist gut so.

40. Punk Rock BRD Vol. I

Ganze drei CDs in einer größeren Box, die die Geschichte deutschsprachigen Punkrocks begutachten. Hier gehts tatsächlich durch alle Jahrzehnte (bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung natürlich) und durch alle interessanten Subgenres. Also, fast. Auf der ersten CD haben wir Toxoplasma, Sluts, OHL als auch Bärchen und die Milchbubis. Die zweite beinhaltet Blut + Eisen, VKJ, Jingo De Lunch, Boskops, ZSD. Und zu guter letzt auf der dritten: Terrorgruppe, ...But Alive, Knochenfabrik, Hammerhead, Recharge, Wizo und Rawside. Es ist auch ein Song von Schleim Keim hier drauf ("Bundesrepublik"), die ja nach der Wende auch eine BRD-Band wurden, zwangsläufig. Meines Erachtens ist das hier DER Punk-Sampler der einen etwas mehr als groben Überblick über die (West)Deutsche Punk-Landschaft bietet. Aber es geht natürlich auch besser.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kid Rock Discography:
First Kiss (2015)

ZEHNTES Album von Kid Rock, rausgekommen vor über ZEHN Jahren. Holy shit.

Und holy shit, ich muss glaube ich noch mal "Holy shit" sagen. Ähm. Wo soll ich anfangen? Das vorherige Album war insgesamt betrachtet sehr innovativ. Die Mischung aus Country, Blues, Heartland Rock und Gospel beeindruckte mich und ich betrachtete sie nicht wirklich als Mainstream - auch wenn das Werk an sich durchaus versöhnlich klang. "First Kiss" geht noch eine Spur weiter Richtung "Please the white people"-Mainstream. Es ist ein "Sweet Spot" für Kid Rock. Er fand seine Spur, in welcher er sich mehr als nur wohl fühlt. Und warum das Erfolgsrezept ändern? Diesmal geht es noch mehr

Richtung Country - allerdings viel eher der Art von Garth Brooks als Hank Williams. Der erste Song, "First Kiss" klingt zu Beginn wie "Summer of '69" von Brian Adams. In den restlichen Songs, wie zum Beispiel "Good Times, Cheap Wine" geht es darum dass KR kein Coldplay hört, kein Coachella besucht und "I ain't never gonna this and never gonna that". Überhaupt zeigt er immer wieder, so wie früher, dass er nicht so ist wie die anderen und möchte einfach nur seinen Spaß haben. Dabei zeigt er auch seine romantische Seite. Im bereits erwähnten Titelsong geht es um seine erste Liebe - so ähnlich wie in "All Summer Long" (oder vielleicht doch nicht, wer weiß?). "Drinking Beer With Dad" handelt davon, wie er, als er jung war, kaum abwarten konnte bis er 21 war um ein Bier mit seinem Vater zu trinken - demselben Vater zu welchen er eine eher anstrengende Beziehung hatte. Beides schließt sich tatsächlich nicht aus, klingt aber komisch. 

Ich finde diese Mischung aus Drum Machine Beats, seichten Pop Country Gesang und Songs a lá "Oooh ich werde dein Johnny Cash sein, ich höre kein Coldplay, trage keine Skinny Jeans, oh yeah ich liebe Country, ICH FAND JESUS". Einfach grausam. "Jesus and Bocephus" ist eine Ode an Jesus und Hank Williams II. Es ist das schlimmste was ich seit langem gehört habe :D Wobei es hier 1-2 Songs gibt, die tatsächlich Ohrwürmer erzeugen. Eben dieses "Johnny Cash" zum Beispiel. Ansonsten ist das ne absolut vorhersehbare und langweilige Schnarchnummer. Grausam.

3/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Johnny Cash, Good Times Cheap Wine, Ain't Enough Whiskey



Linkin Park Discography: Meteora (2003)

Ich erinnere mich ziemlich genau, wie hyped ich auf dieses Album gewesen bin und wie froh ich darüber war, dass ich es damals endlich äh geschenkt bekommen habe. "Somewhere I Belong" lief immer wieder auf MTV und mein 12-jähriges Ich war wie aus dem Häuschen als es endlich, endlich was neues gab. Heutzutage bin ich zwar nicht so hyped wie damals, aber auch nicht enttäuscht. Ich muss allerdings feststellen, dass dieses Album etwas anders als "Hybrid Theory" ist. Sprich: Melodischer, hip-hop lastiger und wesentlich kürzer. Es sind nämlich nur 36 Minuten Spielzeit, also einmal zu Fuß zur Arbeit und einmal zurück nach Hause.

LP waren eine durchaus komische Nu Metal Band. Nicht mal halb so "obnoxious" oder obszön. Stattdessen sehr emotional und ihre Songtexte beinhalteten niemals Schimpfwörter. "Meteora" ist benannt nach den gleichnamigen Klöstern in Thessalien, Griechenland. Das Album behandelt Themen wie Depression, Mißtrauen, Wut und Abhängigkeit bzw. Loslösen von Abhängigkeit. Linkin Park fokussieren sich dabei nicht auf bestimmte Situationen sondern auf empfundene Emotionen hinter den Situationen. Es geht häufig dabei ums ignoriert werden, nicht ernst genommen werden, tief fallen und wieder aufstehen, auf dem Höhepunkt sein und wieder fallen. Kurzum: All das, worüber sich scheinbar das Zielpublikum unterhalten und beschäftigen würde. Die Grundbotschaft ist: Hör mir zu, gib mir raum oder lass mich in Ruhe, ich brauche einen Ort wo ich hingehöre. Aus heutiger Sicht vielleicht irgendwie banal und desöfteren durchgekaut. Aus damaliger Sicht vielleicht auch nicht unbedingt neu, weil es ähnliche Bands gab, aber durchaus kraftvoll. Musikalisch bewegen sich LP ein Stückchen weg von Nu Metal und experimentieren mehr mit elektronischen Elementen. Bestes Beispiel dafür ist "Breaking The Habit", was trotz der Thematik (Abhängigkeit, Selbstwertgefühl) durchaus in Clubs hätte laufen können. Außerdem gibt es hier keine verzerrten Gitarrenriffs und keine Rapeinlagen von Mike Shinoda. Auf "Nobody's Listening" hingegen kriegt man eine volle Ladung davon zu hören. Ein reiner Rapsong mit einem emotionalen Refrain von Chester Bennington. Im Grunde genommen ein Vorgeschmack auf Shinodas späteres Projekt "Fort Minor". 


Meines Erachtens weiterhin ein echt gutes Album. Ich mag die Art und Weise wie LP schwerwiegende Thematiken in schmackhafte Drei-Minuten-Songs verpacken. Doch genau das ist irgendwie auch die Schwäche des Albums. Beziehungsweise könnte die Schwäche der Band werden. Den depressiven, schweren allgemeinen Zustand einer Person in eine Art rockigen Popsong umzuwandeln ist vielleicht kein Dauerzustand. Mit 36 Minuten für die einen vielleicht zu kurz, für die anderen genau richtig. Ich mag das immer noch, ja. Allerdings prophezeie ich nichts gutes, wenn sie genau so weiter machen würden. Nach "Meteora" wars für mich nämlich damals vorbei und LP verschwanden von meinem Radar. Ich habe also keine Ahnung, was mich danach erwartet.

7,95/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Session, Numb, Somewhere I Belong, Faint, Breaking The Habit



Opeth Discography:  Still Life (1999)

Viertes Album und damit ein weiteres Konzept-Album von Opeth. Diesmal geht es um einen christlichen Typen, der angefangen hat, seinen Glauben zu hinterfragen. Infolgedessen wurde er aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Er kehrte allerdings 15 Jahre später zurück um seine Geliebte Melinda zu finden. Diese gesteht ihm zwar ihre Liebe, sagt aber dass sie einen Eid geschworen hat. Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass Melinda entweder Nonne ist oder anderweitig zum Glauben gefunden hat. Im Laufe der Geschichte wird sie umgebracht und der Titelheld richtet ein Massaker im Dorf an. Am Ende muss er für seine Taten büßen und wird gehängt.


Nun, ich muss sagen dass es relativ schwierig ist, diese Discography überhaupt fortzuführen. Nicht, dass ich kein Spaß an der Musik hätte. Ich genieße sie tatsächlich. Allerdings bewegen sich Opeth in qualitativ sehr guten musikalischen Bahnen, allerdings irgendwie doch in gleichen Mustern. Klassische Death Metal Elemente, geshredderte Riffs und Growling treffen auf progressive und verwinkelte Gitarrenspielereien, Akustikparts und cleanen Gesang. Es ist großartig. Ich mag wie lang die Songs sind, wie sich die eigentlich widersprechenden Parts (also "progressive" und "death") wunderbar ergänzen. Jedoch fällt es mir schwer, da irgendwas konstruktives beizutragen außer "ja voll geil gefällt mir wie die das machen und so". Es ist nicht so wie bei so einigen (Classic) Rock Bands, so nach dem Motto "Kennste ein Album, kennste alle". Allerdings merkt man, dass Opeth ihre Nische (vorerst) gefunden haben und dieses Konzept immer wieder umsetzen. Und das funktioniert.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Face of Melinda, Godhead's Lament, Benighted



Slayer Discography: God Hates Us All (2001)

Wenn man "Undisputed Attitude" nicht mitzählt, ist das hier das achte, wenn man es doch tut, dann das neunte Album von Slayer. Erschienen am 11. September 2001, war es für mich ziemlich lange DAS Album von Slayer, bevor ich "Reign In Blood" entdeckt habe. Ich finde es ist ziemlich gut gealtert.

"God Hates Us All" ist im Grunde genommen kein anti-christliches Statement. Sondern eine durchaus logische Behauptung. Menschen, die lauter Kriege führen, aus niederen Motiven Morden und sich

selbst als auch ihre Umwelt lebensunfähig machen können von einem Wesen, dass sie angeblich erschaffen hat, doch nur verachtet und gehasst werden. "Disciple", das Quasi-Titellied des Album ist zu Beginn des Albums wohl das misanthropischste und direkteteste was diese Band je veröffentlicht hat. Es gibt übrigens auch ein Cover von Aerogramme dazu, was hinterm Original nicht zu verstecken braucht. Achja und wegen "Cover". Das originale Album-Cover ist ziemlich häßlich, weswegen ich das "zensierte" bevorzuge. Die meisten Songtexte schrieb Kerry King, was man sehr gut raushören kann. Sie sind mehr "over the top" und wesentlich aggressiver, stellenweise gespickt mit Schimpfworten was für Slayer zu dem Zeitpunkt noch durchaus unüblich war. Zumindest habe ich das so in Erinnerung. Musikalisch hat man sich vom Nu Metal wieder ein Stückchen entfernt und sich wieder dem ursprünglichen Thrash Metal Sound der angenähert. Der Groove ist aber immer noch gut zu spüren, sodass man das Gefühl nicht los wird, das hier wäre ein "modernes Metal Album". Verdammt gut produziert, sauber eingespielt, ein glänzender brillianter Wutklumpen. 

Anspieltipps: Bloodline, Disciple, War Zone, Here Comes The Pain
8,5/10 Pfandflaschen