YASS gibt es wohl schon ein paar Jahre. Die beiden Musiker Markus und Frank haben früher in Bands wie Ten Volt Shock gespielt und mit Jens Rachut im Projekt Maulgruppe zusammen gearbeitet. "Feel Safe" ist wohl ihr drittes Album und ich finds schade, dass ich nicht vorher schon irgendwas von ihnen mitbekommen habe. Es ist ein nämlich ein ganz großes Stück Kunst.
Zu hören ist etwas, was sich nicht ganz so leicht in eine Schublade stecken lässt. Ich habe eigentlich nach Punk-Alben aus dem Jahr 2025 gesucht und bin auf irgendeine Best-Of-Liste gestoßen. Irgendwie habe ich irgendwas undergroundiges, vielleicht waviges erwartet. Weil es heutzutage so oft vorkommt, dass Post-Punk/Wave Bands wie Pilze aus der Erde schießen. Was mir da in erster Linie entgegen geschleudert wurde ist Techno. Oder zumindest hörte es sich an wie Techno. Donnernde, technoide Rhythmen. Dann martialisches Schlagzeug, durchaus wavige Riffs die in anderen Momenten irgendwie an The Clashs poppigstes Album "Combat Rock" erinnern. Nur in wesentlich schneller.
Da sind wir also bei folgender Formel: Martialische Drums, fuzzige Gitarren, irgendwas wird durch den Verzerrer gejagt. Man singt auf Englisch und zwar sind es sich stetig wiederholende Passagen, die ich ehrlich gesagt nicht wirklich verstehe. Zumindest sind die Songtitel und die Refrains verständlich. Andererseits gibt es hier Songs wie "In The Basement" und "NoBot", wo grundsätzlich jeweils eine Phrase wiederholt wird. Irgendwie ist das Post-Industrial, Post-Punk, Punk, Techno und gleichzeitig so monoton und hypnotisierend. "Suit" ist meiner Meinung nach der Song, der am meisten raussticht, weil er aufgrund seines Klangteppichs in anderen Frequenzen wohl als Shoegaze durchgehen würde. Faszinierend minimalistisches Stück Musik, bei welchem ich ehrlich gesagt nicht gedacht hätte, dass es mir gefallen würde. Zumindest nicht nach den ersten paar Takten.
Anspieltipps: NoBot, Suit, In The Basement
8,5/10 Pfandflaschen

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