Predator: Badlands (2025)
"Badlands" ist das neueste Release im Predator-Franchise. Bis jetzt ist es der beste Predator-Film seit "Prey", wenn nicht sogar seit dem Original von 1987.
Die Geschichte spielt sich zunächst auf Yautja Prime ab, den Heimatplaneten des Volkes der Yautja (ja, so nennt man die Predators professionellerweise). Ein junger Yautja namens Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) wird von seinem Vater Njohrr (Reuben de Jong) verachtet. Dek ist nämlich viel zu klein geraten und wird als eine Art Schande für seinen Klan betrachtet. Er möchte aber unbedingt zum Planeten Genna reisen um dort eine Trophäe zu holen - den Leichnam eines außergewöhnlichen Tieres namens Kalisk. Sein Bruder Kwei (Mike Homik) ermöglicht ihm diese Reise, wird aber aufgrund der Tatsache dass er Mitgefühl für seinen Bruder empfindet von Njohrr umgebracht. Dek hat schon mal Kweis Leben gerettet - nun macht Kwei ihn ebenfalls den Gefallen und opfert sich quasi. Kaum auf Genna angekommen, muss sich Dek mit der überaus tödlichen Flora und Fauna herumschlagen, die ihm beinahe alle Waffen abnimmt. Der Zufall will es, dass er Thia (Elle Fanning) kennen lernt. Sie ist eine Androidin und gehört dem Unternehmen Weyland-Yutani (genau dem Unternehmen aus dem Alien-Franchise). Ihr fehlen die Beine, doch sie kann sich als "nützliches Werkzeug" erweisen, schließlich kennt sie den Planeten wie ihre eigene Hosentasche. Sie möchte zu der Basis von Weyland-Yutani zurückkehren, Dek will den Kopf des Kalisk um sich zuhause zu beweisen. Gemeinsam bestreiten sie den Weg und helfen einander - auch wenn er sie zunächst "nur" als "Instrument" betrachtet.
Es ist faszinierend, wie gut das hier ist. Ehrlich jetzt. Sowohl vom visuellen als auch von der Story her. Zunächst geht es um jemanden, der verzweifelt versucht seine Ehre wiederherzustellen bei einer Familie/einem Klan die/der ihm nicht akzeptiert und ihm am liebsten tot sehen würde. Es ist eine Art Coming-of-Age-Film nur mit einem Predator. Der natürlich ganz viel zu metzeln hat, aber genauso viel Zeit um sich selbst zu finden. Ich kann mich tatsächlich ein klein wenig damit identifizieren. Und zwar mit der Tatsache, dass evtl. auch die Erkenntnis da ist dass diese Familie die einen niemals so akzeptiert wie man ist, diese ganzen Mühen und "Ehre"wiederherstellung einfach nicht wert ist. Das ist für einen Film über einen lockentragenden Außerirdischen der Tiere jagt und mit einem beinlosen weiblichen Androiden sich langsam anfreundet doch ziemlich großes und gefühlvolles Kino. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut werden wird. Meine Fresse. Auch: großartige Bilder, großartige Landschaften von Neuseeland. Großartiges Spiel von Elle Fanning, die alles etwas humorvoller und freundlicher macht. Wirklich großartiger Film.
9/10 Pfandflaschen
Trailer:
Weapons (2025)
Diesen Film hat sich Pinky ausgesucht und ich habe mir in den ersten dreißig Minuten naja äh ich würde nicht sagen vor Angst in die Hose gemacht aber huiuiuiui. Es war eindeutig sehr unangenehm. Doch kaum habe ich verstanden worum es wirklich geht, wurde es tatsächlich super interessant und nicht mehr gruselig. Ergo, worum geht es?
Die Story findet in einer Kleinstadt namens Maybrook (Pennsylvania) statt. Vor einiger Zeit sind mitten in der Nacht plötzlich 17 Kinder verschwunden. Sie sind aus ihren Zimmern und aus den Häusern irgendwo hin gerannt und waren weg. Es handelte sich dabei um 17 von 18 Kindern der dritten Klasse, die allesamt Justine Gandy (Julia Garner) als Lehrerin hatten. Die Gemeinschaft ist sehr wütend darüber, auch weil die Polizei in dem Fall nicht weiter kommt und nach und nach die Ermittlungen einzustellen scheint. Justine gilt nun als Sündenbock. Es waren die Kinder in ihrer Klasse und man macht sie schuldig. Auch die Tatsache, dass der Fall ihr sehr nahe geht und sie langsam dem Alkohol verfällt spielt keine Rolle. So ziert bald ein blutrotes "Witch" ihre Autotür. Auch beim Schüler Alex
Lilly (Cary Christopher), dem einzigen Kind das nicht verschwunden ist findet man keine Antwort. Scheinbar ist alles in Ordnung, aber irgendwie doch nicht. Er ist noch zurückhaltender als sonst.
Lilly (Cary Christopher), dem einzigen Kind das nicht verschwunden ist findet man keine Antwort. Scheinbar ist alles in Ordnung, aber irgendwie doch nicht. Er ist noch zurückhaltender als sonst.
Ich habe versucht nicht zu spoilern und ich glaube, ich habe es geschafft. Um mal auf den Titel zurück zu kommen: "Waffen" in dem Sinne, dass jemand andere Menschen als Waffen gegen die Gemeinschaft mißbraucht. Was genau die Gründe dafür sind, möchte ich an der Stelle nicht erörtern. Tatsächlich ist der Film eine Metapher für einen Todesfall aus der Familie des Regisseurs Zach Gregger. Alkoholismus war wird hier auch zu einer Art Person die "in ein Zuhause eindringt und alles zum schlechten verändert". Ich hatte sehr großes Mitgefühl für Alex, der urplötzlich parentifiziert wird und aus seinem gewohnten, kindgerechten Leben gerissen wird. Zuerst macht der Film den Anschein ein moderner Jumpscare-Horrorfilm zu sein. Der tatsächlich sehr gut gemacht ist und es versteht, wie man den Zuschauer erschreckt. Es ist so gruselig, weil man nicht versteht was Sache ist. Als es jedoch klar wird, was hier passiert und wer der wahre Bösewicht ist, wünscht man demjenigen alles schlechte und hofft dass am Ende alles gut wird. Dann ist man geladen. Man ist wütend und denkt sich am Ende "Ja, ja, genau, genau das! JA! VERFICKT NOCH MAL JA!".
9/10 Pfandflaschen
Trailer:


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