Samstag, 27. Dezember 2025

Happenings des Monats: Dezember'25

Stricher guckt sich "Stromberg - Wieder alles wie immer" an am 21.12.2025 in Filmwelt Herne

So. Genug jetzt. Es ist das letzte "Happenings des Monats" in diesem Jahr und diesen Monat ist happeningstechnisch nicht wirklich viel geschehen. Das ist also das einzige "Ereignis" im Dezember. Here we go.

Lirum larum. Worum geht es? Es ist die Fortsetzung von "Stromberg - der Film" von vor elf Jahren und führt die Handlung allerdings nicht direkt fort. Wir erfahren nicht was mit Bernd Stromberg (immer noch Christoph Maria Herbst) in der Berliner SPD-Zentrale geschehen ist. Fest steht: Er ist nicht mehr bei der Capitol, allerdings ist dankt der fiktiven Doku eine Art Kult um ihn entstanden. Tanja (Diana


Staehly) und Ulf (Oliver Wnuk) sind immer noch bei der Capitol tätig und Eltern von Marvin (Carlo Stolle). Berthold "Ernie" Heisterkamp (Bjarne Mädel) ist inzwischen Life-Coach und Autor eines Buches über Mobbing. Jennifer Schirrmann (Milena Dreißig) ist mit einem "Content Creator" namens Julien (László Branko Breiding) zusammen und offensichtlich alkoholabhängig. In einer neuen Talkshow sollen die fünf aufeinander treffen und erzählen wie es ihnen so ergangen ist. Dabei wird erzählt welche Position Bernd inzwischen inne hat. Er ist bei einem "Multi-Purpose Unternehmen" namens "Alpha" tätig und scheint dort ein grosses Tier zu sein. Was wir ebenso mitkriegen: Es gibt Proteste gegen die Sendung von feministischen Gegnerinnen der durchaus sexistischen/rassistischen Inhalte der Sendung und eine Stromberg-Followerschaft voll mit Halbglatzen-Maske und Schnurrbart/Mantel tragenden Fans von Bernd, die ihnen gegenüber stehen. Es ist nicht alles wieder wie immer.

Der Film ist durchaus deprimierend aber gleichzeitig irgendwie auch realistisch. Früher hat man über die Witze in der Serie gelacht, weil diese ganzen Menschen dadrin ziemliche Arschlöcher waren. Man lachte darüber, nicht weil man der gleichen Meinung war, sondern weil die Menschen Scheiße waren. Stromberg war scheiße. Es war ein durchaus narzisstisches, selbst unsicheres Arschloch dass andere gerne in die Pfanne gehauen hat, wenn es für ihn nützlich war. Der neue Film stellt ganz gut dar, dass diese Person niemand ist den man nacheifern sollte. Er ist kein guter Chef, kein Vorbild, nix dergleichen. Gleichzeitig kriegt man den ebenfalls sehr realistischen gesellschaftlichen Diskurs, ob so eine Sendung überhaupt noch möglich ist bzw. ob man so jemanden in einer Talkshow überhaupt eine Plattform geben sollte. Was ebenfalls sehr realistisch ist, dass kaum etwas schlimmes mit der besagten Person geschieht, all diese Fehltritte irgendwie verziehen werden und diese wieder zum Liebling auserkoren wird. Ich bin sehr zwiegespalten gewesen. Habe so einige Lacher von mir gegeben. Fand einiges witzig. Andererseits ist das hier wirklich sehr traurig. Ich bin mir fast schon sicher, dass es der Startpunkt für eine Stromberg-Revival-Serie sein wird. Bin in der Hinsicht allerdings zwiegespalten, ob das wirklich sein muss. Denn einerseits hat der Film einige realistische Momente/Verhaltensweisen eingefangen (bpsw. die Stromberg-Fans die Ulfs Adoptivsohn aufgrund seiner vermeintlichen Sexualität belächeln), andererseits wird Bernd selbst aggressiver als sonst und schlägt zu - was er sonst niemals getan hat. Viel eher war er immer derjenige der die Flucht ergriffen hat. Einerseits, andererseits. Gute Ansätze, komische Entwicklungen, witzige Momente und teils sehr peinliche und verstörende Szenen. "Stromberg - Alles wieder wie immer" versucht irgendwie dem aktuellen Zeitgeist einzufangen als auch den Gedanken "Was wäre wenn Stromberg heutzutage im Fernsehen laufen würde", verliert sich allerdings gegen Ende und irgendwie wird alles mit McDonald's Werbung nicht viel besser. Ich glaube, wenn eine neue Serie laufen würde, würde sie gnadenlos unter gehen.

5/10 Pfandflaschen

Trailer:



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