Donnerstag, 22. Januar 2026

So isses, Musik!#206

Kaum zu glauben, aber wahr. Dieses Jahr werden gewisse Alben ganze zwanzig Jahre alt. Ich habe, wie schon ein-zwei mal vergessen, das direkt in der ersten "So isses, Musik!"-Ausgabe in diesem Jahr zu erwähnen. Deswegen mache ich das jetzt.

Alben, die dieses Jahr zwanzig Jahre alt werden:


Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jean Michel Jarre: Equinoxe (1978)

Ich kann mich daran erinnern, wie vor mehr als zwanzig Jahren mein Opa mir von diesem französischen Künstler erzählt hat. Der Zufall wollte es so, dass diese monumentale Platte ihren Weg in Marlyns Plattensammlung fand. Es handelt sich dabei um das vierte Album von JMJ. Es tat mir sehr gut, das anzuhören. Ich lag auf dem Boden und haben meine Physio-Übungen gemacht. Umschreiben würde ich es als "elektronische Musik, die kein Ambient und auch kein Techno ist". Tatsächlich steckt auch ein

Konzept dahinter. Die Songs heißen "Equinoxe" Part 1-8 und umschreiben musikalisch den Tagesablauf eines durchschnittlichen Menschen vom frühen Morgen nach dem Aufwachen bis späten Abend vorm Einschlafen. Für das Cover wurde ein Bild von Michel Granger benutzt. Es zeigt eine Zuschauermenge aus der Sicht eines Künstlers auf der Bühne - die Leute sind mit Ferngläsern ausgestattet. Fast so als würden sie jemanden beim besagten Tagesablauf zusehen. 

Es ist faszinierend, weil es so einfach ist. Und es tut verdammt gut, sich das anzuhören während man entweder entspannt auf dem Boden liegt oder seine Übungen macht. 

Anspieltipps: Alles
9/10 Pfandflaschen



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REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

49. This is the ALF

Rausgebracht auf Mortarhate, den Label der Anarcho Punk Übergrößen Conflict. "Ths is the ALF" vereint allerlei Beiträge von damals tätigen Anarcho Punk Bands wie Existance, Icons of Filth, CRASS, Poison Girls, Subhumans, Citizen Fish, Dirt, Lost Cherrees und natürlich Conflict selbst. Letztere sind mit ganzen sechs Songs vertreten. Ich weiß nicht ob es ein Benefiz-Sampler ist für die Animal Liberation Front oder eher ein Agit-Prop-Sampler, dessen Booklet wahrscheinlich voll mit Infos gespickt war. Die Hauptthemen der Songs sind natürlich Tierbefreiung und ethisches Veganismus. Als jemand der seit knapp 20 Jahren kein Fleisch mehr isst, kitzelt mich das immer noch innerlich. Auch wenn gewisse Sachen gar nicht klar gehen. Zum Beispiel vergleiche der Tierunterdrückung mit dem Holocaust, die hier leider auch stattfinden.

50. Tomorrow will be worse

Hierbei handelt es sich um eine 8-Way-Split die auf vier 7inches rausbgebracht wurde. Darauf sind acht Powerviolence-Bands zu hören. Und zwar Flash Gordon, Capitalist Casualties, Nice View, Hellnation, SPAZZ, Fuck on the Beach, Real Reggae und Charles Bronson. Insbesondere letztere fallen mir auf, weil sie die Geräusche einer Live Audience unter gemischt haben, sodass sich alles anhört als wäre es eine Konzertaufnahme vor einem Riesenpublikum. Man hört aber durchaus dass es Fake ist. Großartig.

51. Until every cage is empty

Eine weitere Tierrechtscompilation, die aber eher weniger mit Anarcho Punk zu tun hat - und stattdessen Künstler verschiedenster Genres vereinigt. Ich vermute mal, es war die Piraten-Website Nix-Pop. Hier drauf haben wir Los Fastidios, Die Ärzte, Maroon, Conflict aber auch solche Leute wie Nic Knatterton und Albino. Letzterer ist mir auch negativ aufgefallen, durch seine Israelfeindschaft und  Kollbaration mit einer gewissen dummdeutschen Antiimp-Combo aus Berlin (unterm Pseudonym Public Sellerie). My Favorit hierauf ist "Nailing Descartes To The Wall" von Propagandhi. A mixed bag of feelings, diese.

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Linkin Park Discography:
Living Things (2012)

Again: Wenn man "Reanimation" ausklammert, ist es das fünfte Album - wenn man es miteinbezieht das sechste. Egal. Wie schon beim Vorgänger wurde das Werk von Rick Rubin (mit)produziert.

Man hat sich, wie schon so oft gesagt, mittlerweile komplett von Nu Metal entfernt. Stattdessen erschafft man eine Art Crossover zwischen Alternative Rock und jede Menge Synthesizern. Ohne jedoch irgendwie New Wave-ig oder Post Punk-ig zu klingen. Was LP jedoch schaffen und das immer wieder. Ganz wie sie selbst zu klingen, weil sie das machen worauf sie gerade Lust haben - und gleichzeitig so radiofreundlich wie eh und je. Die Singles hierauf, "Burn It Down", "Lost In The Echo", "Castle of Glass" und "Powerless" (das auf dem Soundtrack zu "Abraham Lincoln - Vampire Hunter" drauf ist, lel) sind...nunja, Singles. Sie hören sich an, wie irgendwas was extra komponiert wurde, um in die Charts zu kommen. Durchaus hörbare Musik, die Ohrwürmer erzeugt und wieder erkennbare
Rhythmen aufweist. Auf Songs wie "Lies Greed Misery" hört Chester Bennington allerdings die ultimative Schreigesang-Keule und ist so laut wie seit Meteora nicht mehr. Das ist dann keine Single, natürlich. "Victimized" ist auch so ein großartiger Song. Nie wieder Opfer sein. Never again victimized.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde dass mir hierauf nichts gefällt. Das würde nicht stimmen. Es gibt hier einige echt gute Songs, die nicht trotz sondern gerade wegen dieser Synthesizer und Chesters ruhige Stimme funktionieren. Einige funktionieren gerade wegen Mike Shinodas Rap-Einlagen sehr gut. Er schafft es sogar Notorious B.I.G. zu zitieren bzw. Bezug auf ihn zu nehmen. Allerdings entsteht hier eine Art Formel, die immer wieder wiederholt wird. LP sind zu einer vorhersehbaren, poppigen, radiotauglichen Band geworden, die nur bedingt was neues und interessantes bringt. Schade.

5,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lies Greed Misery, Burn It Down, Powerless, Victimized


Opeth Discography: Ghost Reveries (2005)

Nun sind wir also schon beim achten Studio-Alben der schwedischen Prog/Death Metal Giganten angekommen. Es haben sich einige Sachen geändert. "Ghost Reveries" ist das letzte Album mit Schlagzeuger Martin Lopez und Gitarrist Peter Lindgren. Außerdem ist es das erste mit Keyboarder Per Wiberg als offizielles Bandmitglied. Dieser wendet die Hammond Orgel an, als auch Mellotron und


Moog Synthesizer sodass gewisse Einflüsse aus dem Psychedelic Rock zu hören sind. Man kehrt hier zum ursprünglichen Sound zurück, während der Vorgänger "Damnation" größtenteils sehr ruhig gehalten war. Wobei, was heißt "größtenteils"? Es war eigentlich ein reines Akkustik-Album, was weitestgehend auf Death Metal Elemente verzichtet hat. Bei "Ghost Reveries" ist hingegen alles wie vorher: Death Metal trifft auf Progressive Rock. Cleaner Gesang trifft auf Growling. Nicht zu schnelle und nicht zu langsame Death Metal Riffs, die auf ruhige Passagen treffen. Dazu kommt noch eine durchschnittliche Songlänge von mindestens 10 Minuten. Und selbstverständlich sollte es auch ein Konzept-Album werden. Und zwar über jemanden, der in größter psychischer Not ist weil er etwas fürchterliches getan hat. Nämlich seine eigene Mutter umgebracht. Aber irgendwie hat Sänger 
Mikael Åkerfeldt sich aufgrund von ihm favorisierten okkulten Themen, entschieden diese einzubringen - sodass, es nicht wirklich ein Konzept-Album ist.

Im Großen und Ganzen ist das schon...ziemlich nice. Muss ich ehrlich zugeben. Allerdings ist es schon das achte Album und langsam kriege ich den Eindruck, dass sich eine gewisse Formel bei Opeth eingeschlichen hat. Und zwar genau das, was ich oben beschrieben habe. Formeln sind Formeln und sie funktionieren meistens gut. Doch irgendwann wird's alt, wie ein Brot dass man schon so oft gegessen hat dass es einen zum Hals raushängt. Zum Beispiel dieses eine vom Discounter mit den Kernen. Ich habe die Befüchtung, dass obwohl ich dieses Album hier mag, mir das nächste wirklich zum Hals raushängen wird. I don't know.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Ghost of Perdition, The Baying of the Hounds


 

Slayer Discography: Repentless (2015)

Letztes Album von Slayer. Erstes mit Gary Holt anstelle von Jeff Hannemann. Rausgekommen am 11.09.2015, wahrscheinlich als Referenz zu "God Hates Us All", dass am 11.09.2001 rausgekommen ist. Vielleicht aber auch weil es offiziell betrachtet das elfte Album ist, wenn man das Cover-Album "Undisputed Attitude" nicht einbezieht.


Ich bin an der Stelle ehrlich zu mir selber und zu euch. Vermutlich wollten Slayer mit einem Bang aufhören. Sie hätten gedacht ihr verstorbener Bandkollege Jeff Hannemann hätte das so gewollt. Noch ein Album, eine oder mehrere Touren, ein Abschiedskonzert usw. usf. Und dann richtig übel reindreschen. So wie es früher war. Und das haben sie auch gemacht. "Repentless" ist ein typisches Slayer-Album mit viel 0-0-0-0-0-0-0-0-0-0, diesen Gitarrensoli die sich wie eine Bohrmaschine anhören, Songtexten über Tod, Ende der Welt...aber auch Alkoholismus. So ist "Chasing Death" ein Song über süchtige, die "dem Tod hinterrennen". Gary Holt hat seiner Angabe nach alle Gitarrensoli an einem Tag aufgenommen, mit einem Sixpack Bier als Begleitung....

Leider hört sich das ganze Album so an. Es gibt hier Songs, die mir durchaus gefallen - weil es dazu großartige Musikvideos gab: "Repentless", "Pride and Prejudice" und "You Against You". Darin sind die Schauspieler Danny Trejo und Jason Trost. Das sind großartige, brutale Musikvideos gewesen - und die Songs passen verdammt gut dazu. "Repentless" ist außerdem ein richtig geiler Opener-Song. Und ich würde auch lügen, wenn ich sagen würde dass es mir keinen Spaß gemacht hätte, das Album zu hören. Allerdings ist es halt...Slayer. Metal nach dem Motto "Malen nach Zahlen". Ich hätte mir ehrlich gesagt mehr Innovation gewünscht - aber ich bin auch nicht Teil der Slayer-Fangemeinde. Ergo, was soll's.

6,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Pride and Prejudice, You Against You, Repentless





Mittwoch, 21. Januar 2026

Film der Woche#666: Begotten (1989)

Hallo und herzlich willkommen zum inzwischen 666sten "Film der Woche" auf diesem Blog. Ich habe von diesem Film schon vor über zehn Jahren gehört und habe mich anfangs tatsächlich beinahe geweigert, ihn zu sehen. In letzter Zeit, habe ich wiederum gelesen, dass einige Zuschauer ihn entweder nach zehn Minuten so fürchterlich fanden und nicht weiter angucken konnten oder nach zehn Minuten ihn fürchterlich langweilig fanden. Ich jedoch, war teils leicht verstört, teils aber seltsam beruhigt. Anyway, worum geht es?


Zu Beginn sehen wir einen in Roben gekleideten menschlich anmutenden Gott (Brian Salzberg), der sich in einer einsamen Hütte im Wald selbst ausweitet und am stirbt. Aus den Gedärmen, die zu Boden gefallen sind, erhebt sich eine erwachsene Frau (Mutter Erde, gespielt von Donna Dempsey) zu neuem Leben. Sie belebt ihn wieder und schwängert sich mithilfe seines Samens selbst. Im weiteren Verlauf des Films irrt sie schwanger durch die Welt, bis sie einem Kind das Leben schenkt. Es ist der "Son of Earth"/"Flesh on Bone" (Stephen Charles Barry), der so groß ist wie ein erwachsener Mann. In einer Wüste treffen sie auf ein maskiertes, in schwarze Klamotten gekleidetes Nomadenvolk. Nachdem sie zuerst einen weiteren Mann gefoltert und umgebracht haben, nehmen sie sich Mutter Erde und ihren Sohn vor. Der Film begleitet die beiden bei ihrer weiteren Reise, bis sie umgebracht werden und wieder auferstehen.

Es ist im Prinzip glasklar, worum es in diesem Film geht. Den Tod eines Gottes, der Mutter Erde auf die Welt bringt, die wiederum den ersten Menschen gebärt. Und das, was sie erleiden müssen. Es geht um Tod, das Leben was aus dem Tod hervorgebracht wird und den Tod, den das Leben verursacht und letztendlich wieder das Leben als Nachfolge des Todes. Kurz gesagt: Der stinknormale Kreislauf des Lebens, die Entstehung der Erde und des menschlichen Lebens - verknüpft mit drastischen Gewaltdarstellungen. "Begotten" kommt ohne jegliche Dialoge aus. Die einzige Musik, die etwas im Hintergrund zu hören ist, wurde von Evan Albam komponiert. Es handelt sich dabei um kaum wahrnehmbare Ambient-Stücke. Größtenteils hört man diese allerdings nicht - stattdessen hört man das Zirpen von Grillen, Singen von Vögeln und Röcheln des ersten Menschen. Die Bilder sind in grobkörnigen Schwarz/Weiß gehalten. Wortwörtlich Schwarz/Weiß, nicht grau in allen Abstufungen. Ein wirklich bemerkenswert verstörender und stellenweise tatsächlich beruhigender Film. Nicht wegen der Gewaltdarstellungen, sondern wegen der stoischen Ruhe die ausgestrahlt wird. "Begotten" ist widersprüchlich und nicht unbedingt logisch. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er unbedingt verstören sollte - sondern einfach darstellen. In anbetracht der Tatsache, dass die Geschichte des Menschen, wie man sie aus der Bibel kennt, nicht unbedingt die gewaltloseste ist, finde ich diese hier recht treffend dargestellt. So wie Eva aus Adams Rippe entstanden ist, finde ich es beinahe naheliegend dass Mutter Erde aus Gottes Eingeweiden entstanden ist. Jedenfalls: Verstörend, aber sehenswert. Für einige.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 20. Januar 2026

Comic Book Review#664: Freddy vs. Jason vs. Ash#1-2 (2008)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten Teil des Review-Reihe dieser sechsteiligen Saga, die ihr Ende finden wird in der Ausgabee#666 von Comic Book Review. Seid ihr auch schon so gespannt wie ich? Nein? Ist ja auch egal.

"Freddy vs. Jason vs. Ash" findet fünf Jahre nach den Ereignissen im Film "Freddy vs. Jason" statt. Die letzten zwei Überlebenden des Powergames zwischen den beiden Film-Serienkillern Freddy und Jason, Will und Laurie sind wieder unterwegs nach Crystal Lake. Das ist exakt der Ort an dem der Showdown

des Films stattgefunden hat. Die beiden sind sehr verliebt ineinander und würden alles tun, um ihre Liebe zu erhalten. Will findet, dass es eine extrem dumme Idee ist, zu Camp Crystal Lake zu fahren. Laurie hingegen, juckt es herauszufinden ob Jason und Freddy wirklich tot sind. Irgendwas sagt ihr nämlich, dass das nicht der Fall ist. So kommen sie an und werden beide ziemlich schnell von einem wütendenen Jason Vorhees umgebracht. Dieser wohnt in einer verlassenen Hütte, wo er immer noch den Kopf seiner verstorbenen Mutter Pamela Vorhees ausgestellt hat. Zu ihr hat sich der ebenfalls abgetrennte Kopf von Freddy Krueger gesellt. Freddy ist ebenso "am Leben" und pfuscht in Jasons verkorksten Gehirn herum. So verdreht er alle Tatsachen und manipuliert ihn. In Jasons Kopf ist Freddy nun sein neuer Stiefvater, der eine Affäre mit seiner Mum hat. Oder so. Jedenfalls bringt Freddy Jason dazu, sich auf die Suche nach einem Buch zu begeben. Und zwar genau dem "Necronomicon Ex-Mortis" aus den "Evil Dead"-Filmen. Höchstwahrscheinlich möchte er endgültig von den Toten auferstehen und will Jason als Instrument dafür mißbrauchen. Oder so. Jedenfalls dauert es nicht lange, bis der dritte Protagonist der Reihe auftaucht. Ashley "Ash" Williams, Einzelhandelskaufmann bei der Kette S-Mart, die demnächst eine neue Filiale in Crystal Lake eröffnen wird. Der Ort wird nämlich umbenannt, und zur dazugehörigen Feier, gehört auch eine spektakuläre Mall-Eröffnung. Ash wurde aus Detroit herbeigerufen, um als Experte dem hiesigen Rookie-Team zu helfen.

In der zweiten Ausgabe macht sich Ash mit seinen neuen Kollegen als auch den Marktleiter vertraut. Es sind alles sehr austauschbare Charaktere. Irgendwelche nervigen Kids, die einander Streiche spielen und Sex-Witze machen. Der Marktleiter ist ein spießiger Typ, der seinen Mitarbeitern jeglichen noch so kleinen Schaden vom Gehalt abzieht. Währenddessen manipuliert Freddy Jason dazu, weitere Teenager auf dem Parkplatz der neuen Mall abzuschlachten. Die einzige Zeugin des Mordes, eine ältere Frau, ruft um Hilfe und wird von Ash ernst genommen. Als die Polizei eintrifft, glaubt sie niemanden so richtig. Ash gilt für sie auch als "Zeichen für Ärger", der bald kommen wird, da jedes mal wenn er irgendwo auftaucht, ganz merkwürdige Dinge passieren. Ash selbst interpretiert den Mord durch Jason als ein Werk der Deadites, der Dämonen aus dem "Evil Dead"-Franchise. Nachdem Ash sich mit seinen Mitarbeitern angelegt hat, weil sie ihm einen dummen Streich gespielt haben, freundet er sich mit der einzigen vernünftigen Mitarbeiterin an, Caroline. Nachdem eine Kundin ihn ausgetrickst hat, ganz viel Party-Zeug für sie zu bezahlen - in Wahrheit will sie mit ihren Freundin im Haus der Vorhees feiern - folgt Ash der Gruppe Jugendlicher dorthin. Was ihn dort erwartet, ist nicht nur ein immer noch sehr wütender Jason der die Kids abschlachtet, sondern natürlich auch das besagte Buch, was Freddy so dringend braucht.

Es ist ein typischer Versuch, mehrere Franchise miteinander in Verbindung zu bringen, der im Grunde genommen einfach funktioniert. Jason ist die ganze Zeit wütend und schlachtet Menschen ab. Ihre Gedärme werden dem Leser beinahe detailgetreu gezeigt. Freddy ist kein Wesen mehr, was in unserer Welt existiert sondern nur noch in Jasons Kopf. So bewegt er sich in einer Art Fantasiereich, in welchem er dem im Grunde sehr kindlichen Jason manipuliert. Das geschieht auf die typisch vulgäre Freddy-Weise. So sehen wir wie Freddy Sex mit Jasons Mutter, Pamela hat und sich daraufhin als sein Daddy aufspielt. Selbst Pamela, oder viel eher eine Illusion von ihr, sagt ihm "Jason my boy, you need a daddy!". Was zum eigentlichen Fick. Das ist, glaube ich, das schockierendste an dem Comic. Nicht die fliegenden Gedärme. Ashley Williams ist hingegen macht das, was er zu machen hat. Im Einzelhandel Weisheiten von sich geben, paranoid sein wegen der Deadites und im Grunde genommen, ein alternder cooler Typ zu sein. Die Handlung wechselt sich also ab zwischen Ashleys sarkastischen Bemerkungen, Jasons Abmurksereien und Freddys träumerischen Manipulationen. Im Prinzip also alles so, wie es laufen soll. Nicht mehr und nicht weniger. Geschrieben von James Kuhoric und Jeff Katz. Gezeichnet von Jason Craig. Allerdings muss ich sagen, dass mehrere Stellen bzw. Gesichter in den ersten beiden Comics unfassbar potthässlich sind. Aber darüber kann ich hinweg sehen. Es ist spaßig, wenn auch nicht gerade eine Höchstleistung.

7/10 und 7/10
Hier ein Video von ComicgeddonTV:



Montag, 19. Januar 2026

Album der Woche#668: Satyricon - Nemesis Divina (1996)

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweilen dritten "Album der Woche" im Rahmen des "Norwegian Black Metal"-Themenmonats. Eigentlich wollte ich dieses Album hier gleich zu Beginn des Jahres, als "Album der Woche"#666 rausbringen - doch dann habe ich mich für etwas ein wenig abstrakteres entschieden. Jedenfalls, here we are: Drittes Album von Satyricon, "Nemesis Divina", das 1996 erschienen ist. Falls ihr Bock habt das Review zum ersten Album "Dark Medieval Times" zu lesen, so klickt hier. 


Um noch mal auf das erste Album zurückzukommen: "Dark Medieval Times" kombinierte auf eine originelle Art und Weise klassische Black Metal Sounds mit folkloristischen Klängen. Soll heißen: Es klang nach einem Ausflug einer Bande von Corpsepaint-begeisterten Jugendlichen in einen nahe gelegenen Wald um gemeinsam in der Natur Flöte zu üben. Der Nachfolger "The Shadowthrone" verzichtete bis auf paar Ausnahmen auf diese Folk-Sounds. "Nemesis Divina" hingegen, das als das letzte klassische Satyricon-Album (bevor die Band angefangen Black'N'Roll zu machen) gilt, verbindet klassischen dampfwalzerischen norwegischen Black Metal mit Keyboards-Sounds. In anderen Worten: Am Gesang ganz groß "Kräh kräh", an der Gitarre ganz viel "ich reibe mir die Finger wund und lege zwischendurch schöne Melodien ein", am Schlagzeug "scheiße ich kann nicht mehr aufhören zu kloppen, es macht so viel Spaß" und zwischendurch hin und wieder ein "Tülülülülü" vom Keyboard. Oh und eine gesprochene Passage von der Künstlerin Nebelhexe aka Andrea Haugen auf dem ersten Song "The Dawn Of A New Age". Es gibt auch einen durchaus kontroversen Song. "Mother North" (das interessanterweise Passagen beinhaltet, die an "Beds Are Burning" von Midnight Oil erinnert) ist eine Ode an Norwegen bzw. ein Abgesang an die "Verunreinung der Heimat und der Natur". Es wirkt auf mich wie die Ablehnung von christlichen Werten als auch den Norwegern die sich von der Natur entfernt haben und ihre "nordischen Geist" verloren haben. Im Grunde genommen sowas wie "wo sind wir angekommen, merkt ihr nicht, wie ihr untergeht". Man könnte behaupten, dass da nationalistische Untertöne vorhanden sind - oder aber einfach gefährlicher naturbezogener Romantismus oder Paganismus. Ich behaupte, dass Satyricon mittlerweile selbst im Mainstream angekommen sind und sowas nicht mehr schreiben würde bzw. Ich kann zwei Männer im Corpsepaint nicht ernstnehmen die in einem dazu gedrehten Musikvideo fiese Grimassen ziehen. Auf rein musikalischer Ebene ist der Song ein absoluter Banger.

Und dabei bleibe ich auch. "Nemesis Divina" muss man sich entweder mit guten Kopfhörern oder auf einer Anlage geben. Es tut gut diesen musikalischen Riesenteppich zu bürsten und immer wieder klitzekleine Momente zu erwischen, die einen an andere Bands erinnern. Genauer gesagt eigentlich nur eine. Und zwar Bathory zu ihren "Hammerheart"-Zeiten. Im Grunde genommen hören sich Satyricon hier an wie eine Art Amalgam aus Black Metal Gesang, Black Metal Blastbeats und "Viking Metal"-Melodien. Wahrhaft klassisch. Traumhaft schön als Untermalung zum Ausflug (sei es in der Natur oder irgendwohin wo man ausm Fenster während der Fahrt natur sehen kann). 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Du som hater Gud, The Dawn of a New Age, Mother North