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Freitag, 16. Oktober 2026

My Favorite TV-Show: Chucky, Staffel 3

Allright. Nun sind wir also am Ende dieser unfassbar fantastischen und witzigen Serie angelangt. Um euch mal die Übersicht zu bieten: Hier geht es zur Staffel 1 (da findet ihr auch die Übersicht über das komplette Franchise) und hier zur Staffel 2. Tatsächlich wurden die beiden Staffeln von mir bei "Film der Woche" und nicht bei "My Favorite TV-Show" reviewt. Aber das ist jetzt halt so. Wenigstens sind all diese Review im SHOCKTOBER erschienen und das passiert hiermit auch. Here we go...


Diesmal sind tatsächlich große, sehr sehr große Dinge am laufen. Der Schauplatz der Serie ist zum Teil das Weiße Haus. Zunächst mal ein Fun Fact: Devon Sawa (genau der Stan aus Eminems "Stan") spielt hier gleich drei Personen: den Präsidenten der USA James Collins, einen gewissen Randall Jenkins und in einer Szene auch Jake Wheelers (Zackary Arthur) Vater Lucas. Die Familie des Präsidenten hat vor kurzem einen sehr tragischen Tod erlebt. Henry Collins der jüngere Sohn, gespielt von Callum Vinson) ist traumatisiert weil sein jüngerer Bruder Joseph vor kurzem an Krebs gestorben ist. Sein älterer Bruder Grant (Jackson Kelly) verarbeitet das auf eigene Weise und stellt sich mit TikTok (oder so) voll ins Rampenlicht. Genau diesen Umstand eines traumatisierten Kindes nutzt Chucky (Brad Dourif) um ins Weiße Haus zu kommen. Unterstützt wird er dabei von Caroline Cross (Carina London Battrick), Lexys (Alyvia Alyn Lind) Schwester die inzwischen mit ihm gemeinsame Sache macht und seine Begleiterin geworden ist. Doch warum musste die Puppe unbedingt ins Weiße Haus kommen? Nun, Chucky wird sichtbar alt. Scheinbar ist die Voodoo Magie, womit der Serienmörder überhaupt als Puppe wiedergeboren wurde irgendwie verseucht worden. Sein Körper altert rapide und er braucht ein richtiges schönes, blutiges Voodoo-Ritual mit mindestens einer Ficktonne an Toten um sich "wiederherzustellen" bzw. den Voodoo-Gott Dambala zu "besänftigen". Als Devon (Björgvin Arnarson), Lexy und Jake im Fernsehen sehen, dass Chucky nun Henrys Spielzeug ist, beschließen sie ihn endlich(!) ein für alle mal (!) zu stoppen. Dafür müssen sie allerdings ins Weiße Haus gelangen.

Das nenne ich mal ein Abschluß. Ein Abschluß, weil die Serie danach nicht fortgesetzt wurde. Das heißt also, dass die Reihe demnächst, irgendwann, wohl als Film fortgesetzt wird. Es endet (wie so oft) mit einem Cliffhanger, sodass man alles fortsetzen kann - oder auch nicht. Ich war ehrlich gesagt etwas vorm Kopf gestoßen weil ich irgendwie, naiverweise, wollte dass es endlich mal ein Ende hat. Doch natürlich kommt es anders und es gibt kein "Happy End", wie man es sich als geistig gesunder Mensch so vorstellt. Keine Ahnung. Ich finde man schafft es hier sehr gut, etwas komplett over the top zu gestalten (eine Puppe die als Körper für die Seele eines Serienmörders dient, die die Macht über den Atomknopf hat) und gleichzeitig sehr "realistisch" (eine Puppe die versucht ein Kind  zu manipulieren und seine Trauer ausnutzt). Sehr witzig finde ich nach wie vor diese Parodie der ganzen Geschichte über "Multiversen" bzw. "Varianten". Das sind meine absoluten Highlights hier. Brad Dourif spielt nicht nur Chucky in seinen verschiedenen Gestalten (unter anderem als sein älteres selbst). Nein, es gibt hier auch verschiedene Varianten von Chucky in menschlicher Form. Und mein allergrößtes Highlight hier ist tatsächlich Jennifer Tilly die Tiffany Valentine spielt die im Körper von Jennifer Tilly lebt. Es ist so absurd und höllisch amüsant. Schauspielerisch eine wirkliche Meisterleistung.



Freitag, 18. September 2026

My Favorite TV-Show: Rocko's Modern Life

Halli hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "My Favorite TV-Show". Diesmal geht es um eine Sendung, die ich schon seit knapp 30 Jahren auf dem Schirm habe. Damals habe ich sie als kleiner Stöpsel geguckt - ohne ein Wort Deutsch zu verstehen und habe mitbekommen wie Filbert die Schildkröte "...eine Sekunde!" gesagt hat. Diese Stelle hat sich für immer in mein Gehirn eingebrannt. Desweiteren wurde eine Stelle von einer Musical-Folge der vierten Staffeln von der Band "Napoleon Dynamite (aka NxD) gesamplet. Ich habe endlich diese Folge gesehen und habe mich in dem Moment wie Bolle gefreut. Ehrlich.

Worum geht es?

Wir befinden uns in einer Welt die von antropomorphen Tieren bewohnt wird. Die "Gesetze" über das Essen von Tieren gelten hier irgendwie nicht und irgendwie schon. So leben "menschliche" Kühe hier, allerdings wird trotzdem irgendwo Rindfleisch gegessen, was kein Sinn macht. Der Hauptprotagonist ist Rocko, ein freundliches Wallaby dass aus Australien in die USA gekommen ist und nun in der Stadt O-

Town wohnt. Er arbeitet in einem Comicladen (meistens) und hat einen Hund namens Spunky (der nicht reden kann, während andere Hunde manchmal reden können). Sein bester Freund ist ein Stier namens Heffer Wolfe, der einst von einer Familie von Wölfen adoptiert wurde. Ein weiterer Freund Rockos ist die oben erwähnte, vollkommen neurotische Schildkröte Filbert. Ab und zu ist Rocko in eine Frau verknallt. Seine beiden Nachbarn sind das Frosch-Ehepaar Bighead: Bev und Ed Bighead. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht das "Moderne Leben". Rocko landet quasi "aus dem nichts" im realen Leben und lebt nicht mehr im "Hotel Mama". Er muss sich um seine Finanzen, sein Essen, sein Haushalt, sein kaputtes Auto kümmern. Oder darum, seinen Hund aus dem Zwinger zu befreien, weil er dort aus Versehen gelandet ist. Dabei wird Rocko selbst für einen Hund gehalten. Im Verlauf der Serie lernt er beispielsweise auch Heffers Eltern und erfährt, dass sie Wölfe sind. Was eine komische Situation verursacht weil er ein völlig unpassendes Kuh-thematisches Gastgeschenk mitgebracht hat. Zwei der Folgen, die mir besonders in Erinnerung hängen geblieben sind: In einer wird Rocko eine Niere entfernt (die in einem Narkose-Traum sich selbst "Pinky" nennt) und er kriegt ernsthafte Verlustängste. In einer anderen, bereits oben erwähnten, Musical-Folge geht es um Umweltverschmutzung wofür der hiesige Konzern "Conglom-O" (das Firmenmotto ist "We own you") verantwortlich ist. Die Bewohner der Stadt singen mehrere Songs über die Umwelt und was man dafür tun kann.

Kritiker würden behaupten, die Serie wäre mit "Ren & Stimpy" zu vergleichen. Allerdings ist sie ähnlich absurd. Das Bindeglied ist auf jeden Fall das Maß an gewissen Ekligkeiten, Geschrei, Körperflüssigkeiten und das Ignorieren von physikalischen Gesetzen. Tatsächlich ist "Rocko's Modern Life" wesentlich sozial- und konsumkritischer. So befindet sich Rocko einmal in einem Supermarkt und findet ob des riesigen Angebotes nicht die gewünschte Ware oder sucht einen Parkplatz für sein Auto bei einer Mall. Das Parkdeck reicht dabei bis oben in die Stratosphäre. Meiner Meinung nach sind es durchaus unterschiedliche Sachen. Das eine war erwachsenen-Humor getarnt als Kinderserie. Das hier ist Sozialkritik getarnt als Kinderserie. Ich fühlte mich gut unterhalten und stellenweise gut aufgehoben. Insbesondere was einige (schlimme) Kindheitserinnerungen betrifft.

Intro (von den B-52s)



Donnerstag, 20. August 2026

My Favorite TV-Show: Batman: Caped Crusader

Wow, ich hätte nicht gedacht, wenn man mich vor ca. 10 Jahren gefragt hätte, dass ich noch mal irgendeine Batman-Serie reviewen würde. Aber tatsächlich ist es geschehen. Rausgebracht im Jahre 2024, direkt für eine gewisse Online-Plattform. Mittlerweile ist auch die zweite Staffel draußen und ich werde sie mir bald reinziehen. Betrachtet daher dieses Review als eins zur ersten Staffel.

"Batman: Caped Crusader" wird desöfteren als eine Art "Fortsetzung im Geiste" der klassischen 1992er Batman-Zeichentrickserie betrachtet. Diese war damals Teil des DC Animated Universe und wurde von Bruce Timm (mit)entwickelt. Damals war Paul Dini Autor - leider ist er es hier nicht, dafür hat Bruce Timm seine Finger im Spiel.


Die Serie spielt, anders als "Batman: The Animated Series" definitiv in den 1940er Jahren. Was damals irgendwie vage angedeutet wurde (Gotham City sah aus wie in den 1940er Jahren, die Handlung spielte aber definitiv in der Gegenwart) ist hier definitiv Gesetz. Allerdings fehlen all die Einschränkungen die man sich damals festgesetzt hat. So ist "Caped Crusader" definitiv nichts für Kinder. Es kommt nämlich genau das vor, was man damals vermeiden wollte: Gewalt und böse Schimpfwörter. Wir treffen auf einen noch recht jungen Bruce Wayne (Hamish Linklater), der seinen Butler Alfred Pennyworth (Jason Watkins) immer noch mit Nachnamen anspricht und eine eher distanzierte Beziehung zu ihm hat. Er ist natürlich insgeheim Batman und bekämpft nachts das Verbrechen mithilfe von gewissen Gadgets. Allerdings hat er noch nicht die Erfahrung, die er später haben wird und auch nicht ganz die Skills. So wirkt es auf mich so, dass er wesentlich direkter agiert und unentspannter ist als sonst. Zu seinen Gegnern gehören klassische Batman-Bösewichte wie Clayface, Catwoman, Gentleman Ghost, Two-Face und Penguin. 

Man bedient sich gleichzeitig am "Monster of the week"-Prinzip und hält eine zusammenhängende Geschichte aufrecht. Im Fokus steht dabei insbesondere die Korruption der Gothamer Polizisten, die gemeinsame Sache mit der Mafia machen als auch eben die Mafia die versucht Politiker zu beeinflussen oder es schon längst tut. Die "kostümierten Spinner" sind dabei allerdings nicht nur Beiwerk - auch ihre Geschichten sind interessant, geraten aber etwas zu kurz. So lernen wir den Staatsanwalt Harvey Dent kennen und erfahren was für ein Mensch er ist - was auch seine späteren Verhaltensweisen als Two-Face erklärt. Worüber wir kaum was erfahren ist Batmans Hintergrundstory. Ich meine, diese ist allgemein bekannt, darum war es wohl nicht nötig alles in detail zu erzählen. Aber, so meine ich, wäre es vielleicht interessant gewesen zu erfahren was man sich für diesen Batman ausgedacht hat. So ist die Story zwar immer irgendwie gleich, jedoch gibt es Variationen. Darum war ich gespannt was man sich hierfür ausgedacht hat. Vielleicht kommt es aber in der zweiten Staffel vor. Mir gefällt außerdem das Design. Batman hat "pointy ears" und wirkt super finster und skrupellos. So als würde er beinahe Menschen vom Dach runterschmeißen um an Informationen zu gelangen. Das Design der Umgebung ist dem Design in "Batman: TAS" relativ ähnlich. 1940er Jahre Film Noir in bunt.

Ich war wirklich sehr zufrieden und habe mich dabei erwischt, wie ich den Genuss der Folgen hinausgezögert habe, damit ich länger was davon habe. So wollte ich die einzelnen Folgen immer auf einem großen Bildschirm sehen, bis ich irgendwann eingeknickt habe und die letzten Episoden beim Kochen geguckt habe. Fakt ist: Es lohnt sich, auch als jemand der mit Batman bis jetzt wenig am Hut hatte. Diese Serie hat nichts mit irgendeinem bunten Batman für Kinder zu tun, noch ist sie zu gewalttätig oder übertrieben edgy. Es ist genau richtig. 



Freitag, 17. Juli 2026

My Favorite TV-Show: Mad Men

Wir hatten hier schon mal die Schwesternserie "Good Girls Revolt", aber "Mad Men" noch gar nicht. Dabei hat das eine mit dem anderen gar nichts zu tun, sondern wird nur sehr gerne verglichen. Während "Mad Men" in ihren sieben Staffeln langsam durch die 1960er Jahre watet ist "Good Girls Revolt" direkt zu Beginn auf den Sprung in die 1970er. Aber das nur so am Rande. 

Der Titel ist eine Anspielung an zahlreiche Mitarbeiter von Werbeagenturen in der Madison Avenue in New York. Soll heißen "Ad Men" wird zu "Mad Men", unter anderem weil die Werbefachleute völlig verrückt sind, was ihren Job betrifft. Meines Wissens zufolge ist es allerdings strittig ob dies ein historischer Begriff. Jedenfalls, worum geht es?


Im Mittelpunkt der Story steht zu Beginn der Creative Director Don Draper (Jon Hamm). Er ist in der Führungsriege von "Sterling Cooper", einer angesehenen Werbeagentur. Außerdem ist er Veteran des Koreakriegs, verheiratet mit Betty Draper (January Jones ) und Vater von zwei Kindern. Viel wichtiger allerdings: Don Draper ist ein notorischer Fremdgeher, Alkoholiker und Kettenraucher. Nichtsdestotrotz ist er sehr erfolgreich in dem Unternehmen, u.a. wegen seines Schneids und der Fähigkeit absolute Bombenaufträge an Land zu ziehen. Doch wo der Erfolg ist, da kommen auch die Selbstzweifel.

Es passieren hier sehr viele Dinge. Wir finden heraus, was es wirklich mit dem Koreakrieg bzw. der Rolle Dons darin auf sich hat und natürlich auch was auf so Weihnachtsfeiern und anderen Firmenparties so geschieht. Kinder werden gezeugt und abgegeben. Männer gehen ihren Frauen fremd, Frauen gehen ihren Männern fremd. Alle rauchen zentnerweise Zigaretten am Stück und saufen während der Arbeit. Dazu kommen noch die (zu einem Teil an die tatsächliche Geschichte des Marketings angelehnte) Aufträge hinzu und es ist interessant zu sehen, was den Leuten in der Agentur einfällt, damit alles funktioniert. Wesentlich interessanter ist allerdings der persönliche Werdegang der einzelnen Charaktere. Es ist traurig zu sehen, das Kinder unter diesen Bedingungen aufwachsen. Traurig mitzubekommen, dass im Rahmen der Handlung Menschen absolut traumatisiert werden. Gleichzeitig ist die Serie so absurd lustig, weil eben absurd lustige Sachen vorkommen. Zum Beispiel werden jemanden die Zehen mit einem Rasenmäher, in einem Büro abgehackt. Aber das nur so am Rande. 

"Mad Men" war eine super wilde Auf- und Abfahrt. Ich werde niemals dieses großartige Intro von RJD2 ("A Beautiful Mine") vergessen. Jetzt grade schreibe ich dieses Review hier und ich habe es wieder im Kopf - obwohl wir die Serie im Januar (?) 2026 zu Ende geschaut haben. Ich habe mitgefühlt, mitgefiebert, mitgelacht und einige Leute sowas von gehasst. Sowas von absolut gehasst. Einige waren grundsympathisch, vor allem allerdings wenn sie eher "unschuldig" waren und es nicht besser wussten - oder ob sie sich menschlich verbessert haben. 

Großartige Serie, ehrlich jetzt.



Freitag, 19. Juni 2026

My Favorite TV-Show: The Boys

Allrighty then. Kaum habe ich im Juni die letzte Folge der fünften (und somit finalen) Staffel verschlungen, geht es hier eins Eingemachte und äh ja, hier kommt ein Review. Falls ihr die Comics noch nie gelesen habt, so empfehle ich euch die Reviews dazu: Und zwar hier (#1), hier (19-22), hier (Herogasm: 1-6),  hier  (52-56 & 72), hier (Dear Becky: 1-8), hier (Highland Laddie: 1-6). Ich meine bei der jetzigen Auflistung nichts vergessen zu haben. 

Jedenfalls: Im Grunde genommen brauche ich die Serie nicht beschreiben, schließlich habe ich ja die Comics reviewt. Allerdings ist sie eine ganze Ecke anders als ihre Vorlage. Hughie Campbell Jr. (Jack Quaid) sieht in den Comics Schauspieler Simon Pegg sehr ähnlich - allerdings wäre er für die Serie bzw. für den Character zu alt gewesen. Daher spielt Pegg Hughies Vater. Hughie selbst ist hier ein

stinknormaler Verkäufer von Fernsehern und anderen Home Media. Eines Tages wird seine Freundin Robin Ward (Jess Salguiero) umgebracht. Ein Superheld namens A-Train aka Reggie Franklin (Jessie Usher) rennt durch sie durch. Der Speedster war offenbar in Eile und hat sie einfach übersehen. Hughie ist am Boden zerstört. Die multinationale Firma Vought die hinter dem Marketing der Superhelden steckt bietet ihm eine Wiedergutmachung in Form eines Schmerzensgeldes an. Doch kein Geld der Welt kann seinen Schmerz heilen. A-Train ist Teil der "Seven", einer Gruppe von Superhelden angeführt von Homelander (Anthony Star), eine Art narzisstischen Superman-Verschnitt. In dieser Welt existieren Superhelden zwar, allerdings ist es für die Öffentlichkeit nur Schein. Sie "retten" Menschen in Not, scheißen dabei auf jegliche Sicherheitsvorkehrungen oder sind teilweise einfach nicht vorsichtig genug. Einige von ihnen pflegen rassistische und sexistische Einstellungen, sind korrupt und selbstverliebt. Sie treten in Filmen auf, nehmen an PR-Kampagnen für Produkte Teil und schützen Menschen in Kriegsgebieten, irgendwie. Der Fall Hughies ruft William Butcher (Karl Urban) auf den Plan. Dieser glaubt, dass Homelander seine Ehefrau Becca vergewaltigt und umgebracht hat. So rekrutiert Butcher Hughie und dieser wird Teil der "The Boys". Dabei handelt es sich um eine geheime Gruppe, die zunächst von der CIA finanziert wird. Dazu gehören noch: Marvin "Mother's Milk" Milk (Laz Alonso) und Frenchie (Tomer Capone). Später im Laufe der Serie befreien sie die mit Superkräften ausgestattete Kimiko (Karen Fukuhara). Die Aufgabe der "The Boys" ist zunächst den Superhelden das Leben schwer zu machen, "auf die Finger zu klopfen", "zur Strecke bringen" doch nach und nach wird die Aufgabe immer größer. Die Superhelden müssen weg. In einem weiteren Story-Strang lernen wir Annie "Starlight" January (Erin Moriarty) kennen, die neuestes Mitglied der Seven wird und nach und nach einsehen muss, wie korrupt die Superheldenwelt tatsächlich ist.

Während Garth Ennis' und Darick Robertsons Comic-Reihe zwar einige sozialkritische bzw. verzerrte historische Elemente gebracht hat war sie vor allem eins: stürmisch, ekelhaft und voll mit Sex und Gore. Die Streaming-Serie hingegen zieht den Gore-Regler auf mindestens 9 und zeigt gleichzeitig eine verzerrte Version unserer Realität. Als erstes fallen mir die Manipulation der Menschen durch soziale Medien, die Jagd nach Clicks und Clout, fehlende Empathie für miteinander und eine Verschiebung der Narrative von "nicht sagbar" zu "komplett akzeptiert". Einige würden Homelander als die hiesige Version von Donald Trump betrachten. Einen machthungrigen Narzissten mit Minderwertigkeitskomplexen, der Menschenleben für weniger wert als Müll betrachtet. Während in den Comics die "Supes" noch zu 100% (bis auf Ausnahme von Annie) als feindlich eingestuft wurden, kriegt man in der Serie doch irgendwann Skrupel "sie alle auszurotten". Es ist keine 1:1-Umsetzung des Comics. Bis zu einem gewissen Punkt schon, allerdings betrachte ich sie schon eher als "freie Umsetzung" der Dinge. Es scheint mir fast schon so, als hätte man sich gedacht: "Wir haben eher weniger Bock auf 24/7 Ekligkeiten a lá Garth Ennis und machen etwas eigenes daraus". Und es funktioniert sehr gut. Klar, es gibt einige Hänger und insbesondere zwischen der vierten und der fünften Staffel kriegt man den leichten Eindruck, man würde die Serie künstlich am Leben erhalten wollen. Trotzdem ist "The Boys" super genießbar, wenn man auf künstliche Gewalt, Gore und Sexjokes steht - allerdings auch auf "Black Mirror"-eskes Spiegeln der Gesellschaft in welcher wir Leben. Für all diejenigen, die sich am Serienfinale gestört haben: Ich habe es genossen, weil es genau das war, was ich erwartet habe. Und ihr solltet etwas mehr von der Vorlage lesen. 



Donnerstag, 21. Mai 2026

My Favorite TV-Show: Superman and Lois

Ich habe mir geschworen, dieses riesige (oder doch nicht so riesige) Arrowverse hinter mir zu lassen. Tatsächlich habe ich mir beinahe jede Serie gegeben. Bis auf den Großteil der Webseries und der neueste Serie "Naomi", die erst vor paar Jahren erschienen ist und nicht fortgesetzt wurde. Das hier ist sozusagen der Abschied vom Arrowverse - für mich.

"Superman and Lois" spielt auf den ersten Blick auf der gleichen Erde wie die ganzen anderen Arrowverse-Serien (The Flash, Arrow, Supergirl etc.) - also, nachdem  alle möglichen Parallelwelten zu einer einzigen Erde zusammengeschmolzen sind, im Event "Crisis on Infinite Earths". Spätestens in der dritten Staffel wird es allerdings klar, dass dem nicht so ist. Allerspätestens. Es müsste eigentlich zu Beginn einleuchten, dass es eine andere Welt ist. Das Fernsehbild ist im anderen Format, andere Farben sind hervorgehoben und es gibt weniger, weit weniger Superheldenpathos zu sehen als in den anderen

Serien. 

Zu Beginn der Serie stellen wir folgendes fest: Clark Kent aka Superman (Tyler Hoechlin) und Lois Lane (Elizabeth Tulloch) sind immer noch verheiratet und haben inzwischen zwei Söhne im Teenageralter. Jonathan (gespielt zuerst von Jordan Elsass und dann von Michael Bishop) und Jordan (Alex Garfin) sind sehr unterschiedliche Typen. Während Jonathan der typische beliebte Schüler zu sein scheint, der auf Football steht ist Jordan der zurückgezogene Junge mit sozialen Ängsten. Beide wissen nicht, dass ihr Vater Superman ist. Gemeinsam zieht die Familie nach Smallville, der irdischen Heimat ihres Vaters. Dort trifft man auf alte bekannte, wie die einstige Liebschaft Clarks Lana Lang (Emmanuelle Chriqui) und ihren Ehemann Kyle Cushing (Erik Valdez) als auch deren Tochter Sarah (Inde Navarette) in die sich Jordan verknallt. Es geht viel um die Bindung zwischen Vater und Söhnen. Vor allem nachdem sie rausfinden, dass er Superman ist was zuerst ihr Vertrauen in ihn auf die Probe stellt. Weiterhin geht es um verschiedene Intrigen die von einem scheinbar typischen schmierigen Multimiliardär/Mogul Morgan Edge ausgehen. Auch Generationenkonflikte spielen eine Rolle als auch die Angst Supermans zu versagen. Familie ist ebenfalls eine der großen Themen, und zwar egal ob mit Blutsverwandtschaft oder nicht. Doch es kommen auch typische Superheldensachen vor: irgendjemand von einer anderen Welt hat es nämlich auf Superman abgesehen und versucht ihn zu schwächen.

Ja, vielleicht. Ja...vielleicht habe ich eine kleine Träne verdrückt als es zu Ende ging. Man wusste, dass es zu Ende geht - unter anderem weil man nicht in den filmischen Neustart des DC Universums reingrätschen wollte. So hat man eine Superhelden/Dramaserie so weiter entwickelt, dass sie sehr menschlich rüberkam. Wir kriegen einen anderen Blick auf den letzten Kryptonier. Er ist nicht nur Superheld oder Journalist sondern auch Ehemann und Vater. Mit der letzten Rolle hat er wirklich zu kämpfen. Es juckt ihn in den Fingern ein Helikopter-Elternteil zu sein und seine beiden Söhne rund um die Uhr zu beschützen. Doch er muss auch einsehen, dass sie ihren eigenen Willen haben. Mir hat es gefallen wie sowohl Jordan als auch Jonathan sich entwickeln. Und Clark ebenfalls. Doch auch Lois ist hier nicht bloß ein Anhängsel. Nicht umsonst heißt die Serie "Superman and Lois", weil sie sich vordergründig um sie beide dreht. Sie ist diejenige die klar machen muss, dass sie sterblich ist während Clark dass nicht sieht oder nicht sehen will. Wir kriegen auch mehr von ihrer "Investigative Journalistin"-Rolle zu sehen und merken, dass sie allerlei Arschlöcher die andere Menschen ausnutzen hinter Gittern sehen will und alles tut, damit das passiert. Wirklich grandiose, super menschliche Serie die ich wirklich sehr sehr genossen habe. Teilweise auf Englisch, teilweise auf Russisch und zuletzt auch in Ukrainischer Synchro. Kann ich nur empfehlen.



Donnerstag, 19. März 2026

My Favorite TV-Show: Ash vs Evil Dead

Allrighty, folks. Der Zufall wollte es, dass mein "Ich schaue mir meine DVD-Sammlung"-Zyklus mit meinen "Ich schaue die ganze Zeit Serien"-Zyklus kollidiert ist. So habe ich tatsächlich (mal wieder) die "Evil Dead"-Filmreihe parallel zu "Ash vs Evil Dead" geguckt. Ich wollte der Serie schon länger eine Chance geben, vor ein paar Monaten ist es tatsächlich passiert und ich hab's nicht bereut. Finde es auch tatsächlich schade, dass es bis jetzt keine Fortsetzung gibt. Bruce Campbell meinte mal, das wäre so weil die Einschaltquoten so niedrig waren, weil gefühlt jeder alles illegal gestreamt hat. I don't know. Jedenalls heißt es, dass irgendwann bald eine Zeichentrickfortsetzung kommen soll. Bis jetzt habe ich aber nichts neues darüber gelesen. Anyway, worum geht's?


Ash Williams (Bruce Campbell), der Typ der einst seine Freundin, seine Freunde und seine Schwester in einer Hütte im Wald töten musste weil sie von Dämonen besessen waren, der Typ der ins tiefste Mittelalter gereist ist und dort eine Armee geleitet hat um gegen Untoten zu kämpfen und zurück gekehrt ist, ist ganz schön alt geworden. Man glaubt ihn die Erzählungen über seine Heldentaten nicht - in seiner Heimatstadt ist er als "Ashy Slashy" bekannt und man halt ihn für einen Mörder, der siehe Anfang des Absatzes. Es bleibt ihm nicht viel übrig als in einem Trailer zu wohnen, sich die Haare zu tönen und Fake-Zähne zu tragen. Oh und er arbeitet im Einzelhandel. Genauer gesagt bei der Kette "Value Stop". Dort lernt er den jungen Mitarbeiter Pablo Bolivar (Ray Santiago) kennen und freundet sich mit an. Leider rezitiert Ash im Vollsuff aus dem "Buch der Toten" ("Necronomicon") um eine Frau zu beeindrucken und schon geht der ganze Scheiß wieder von vorne los. Deadites aka Dämonen, die Menschen besessen und Tote die wieder auferstehen. Unter anderem ist Kelly Maxwell (Dana DeLorenzo), eine weitere Mitarbeiterin betroffen. Ihre totgeglaubte Mutter kehrt wieder zurück. Ash und Pablo eilen zu ihrem Haus um zu helfen, weil Ash vermutet dass Kellys Mutter ein Deadite ist. So kommt es, dass die drei zufällig ein Team bilden und irgendwie gemeinsam unterwegs sind um die Menschheit vor den Deadites zu befreien. Komischerweise werden sie von einer mysteriösen Frau (Lucy Lawless) verfolgt, die bzgl. Ash ihre eigenen Ziele verfolgt. 

"Ash vs Evil Dead" ist mehrere Sachen. Trashig, lustig und definitiv politisch inkorrekt. Allerdings mit einem Augenzwinkern. So wird Ash von der Serie durchaus gefeiert allerdings stellt man auch korrekterweise dar, dass dieser Mann sich seit 30 Jahren null weiterentwickelt hat. Er hört immer noch dieselbe Musik, trägt dieselben Klamotten und hat den gleichen Zugang zu Frauen, klopft die gleichen Sprüche wie vor 30 Jahren. Er ist ein Relikt, dass Schwierigkeiten hat sich in der modernen Welt zu adaptieren, kriegt es aber trotzdem irgendwie hin - und rettet am Ende allen den Arsch. Die Serie lässt sich einerseits etwas Zeit beim Erzählen - die Folgen sind mit knapp 24 Minuten trotzdem recht kurz. Das ist optimaler win-win. So wird keine Folge unnötig in die Länge gezogen und beim Suchten der DVD-Box habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass ich ständig mit einem Cliffhanger in Stich gelassen werde. Das wurde tatsächlich nur ein mal getan - am Ende der Serie. Weshalb ich mich doch etwas geärgert habe, dass sie nicht fortgesetzt wurde. Andererseits ist AVSED durchaus ein Nostalgie-Produkt. Und zwar sowohl für 80er-Nostalgiker als auch für die wahren Fans der Serie. Ich hab's genossen und wenn ihr auch Comedy Horror steht, werdet ihr es auch tun. Was ich nicht verstehe ist, wie zum Fick diese Serie bitteschön irgendwie kanonisch sein und sich in das allgemeine Evil-Dead-Franchise einfügen soll. Es hieß nämlich vor einiger Zeit, dass ALLE Evil Dead Filme (also auch das Remake und Evil Dead Rise) in einer Welt spielen. Das halte ich für eine Falschbehauptung. Aber who cares.



Donnerstag, 12. Februar 2026

My Favorite TV-Show: 24 Double Feature!

Und weiter geht die fröhliche Reise ins Land von "24". Diesmal behandeln wir zwei...Fortsetzungen oder so in der Art.

24: Live Another Day

Kaum ging es letztens erst mit der Hauptserie zu Ende, schon geht es an der gleichen Stelle weiter. "24: Live Another Day" ist im Grunde genommen eine Fortsetzung, kein Ableger, kein Spin-Off. Anstelle von 24 Folgen haben wir hier ganze 12. Doch eins nach dem anderen.


Wir befinden uns in London. Jack Bauer (immer noch Kiefer Sutherland) ist hier untergetaucht weil er sowohl von der US- als auch von der russischen Regierung gesucht wird. Schließlich hat er in der letzten Staffel aus Rache für den Tod von Renee Walker Mitglieder der russischen Regierung verletzt oder getötet. Chloe (Mary Lynn Rajskub), eine ebenfalls ehemalige CTU-Agentin und Bauers Vertraute hat sich einer Gruppe von Hackern angeschlossen. Sie selbst ist mittlerweile Whistleblowerin und wurde vom Londoner Zweig der CIA verhaftet. Man vermutet dort, dass Bauer einen Anschlag auf US-Präsident James Heller (William Devane), der in Staffeln 4-5 Außenminister war, plant. So findet man und verhafet ihn. Dies war allerdings nur eine Finte Bauers um irgendwie in die Nähe von Chloe zu kommen und sie da rauszuholen. Warum ist Heller in Großbritannien? Nun, es geht ihm um ein Treffen mit der britischen Regierung. Die USA sollen eine Drohnenbasis auf der britischen Insel Diego Garcia weiter betreiben dürfen. Zu blöd nur, dass eine amerikanische Drohne von jemand unbekanntes aus der Ferne manipuliert wird und mehrere britische Soldaten tötet. Es kommt zu einen Skandal. Der zuständige Drohnenpilot wird verhaftet und ihm werden mörderische Absichten unterstellt. Tatsächlich scheint jemand wirklich vorzuhaben, ein Attentat auf Heller durchzuführen. Jack tut sich mal wieder mit Chloe zusammen um näheres rauszufinden und das aller aller schlimmste zu verhindern.

Diesmal hat man die Handlung immer noch in 24 Stunden untergebracht, allerdings in 12 Folgen. So findet vor der letzten Folgen ein Zeitverschiebung von 12 Stunden statt. Eine ziemlich einfache Lösung. Alles findet immer noch in Echtzeit statt. Und zwar alles genauso unrealistisch viel für "nur" 24 Stunden. Man hat einfach die Handlung von L.A./Washington/N.Y. nach London versetzt und die britische Schauspiellegende Stephen Fry als Premierminister engagiert. Chloe sieht aus wie eine äh Goth-Hackerin. Nachdem ihrer Familie wirklich super schlimmes widerfahren ist, ist sie voller Trauer. Darum muss sie jetzt wie Noomi Rapace in diesen Stieg-Larsson-Verfilmungen aussehen. Es ist eine durchaus würdige Fortsetzung, die zeigt was passiert nachdem man Jack gesagt hat "nun äh sie sind frei, laufen sie weg, weil äh wir müssen sie leider jagen, so rechtlich gesehen dies das" und er geantwortet hat "ja boah keine ahnung macht das halt, mir egal. ihr kriegt mich nie". Wieder mal Intrigen über Intrigen. Ein Verräter in eigenen Reihen. Ein "Rogue Agent" wie Bauer, der offiziell mit den Behörden zusammenarbeitet obwohl er eigentlich hätte verhaftet werden müssen. Russland. Chinesen. Araber. Anschläge. Alles wie gehabt. Ich hatte Spaß daran, jedoch trotzdem sieht man hier schon einige Ermüdungserscheinungen. Irgendwo kopiert sich die Serie selbst und schafft so einen gewissen Nostalgie-Effekt. Es ist in Ordnung.



24: Legacy

"24: Legacy" darf definitiv gleichzeitig als Fortsetzung der ursprünglichen Serie (weil hier Charaktere daraus vorkommen) als auch als Spin-Off betrachtet werden - denn insgesamt hat sie nichts mit Jack Bauer und seiner direkten Umgebung zu tun.


Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Eric Carter (Corey Hawkins). Er ist ehemaliger Army Ranger, der einst für die CTU gearbeitet hat. Eines Tages wird das Haus überfallen, in welchem er als auch seine Frau Nicole (Anna Diop) wohnen. Die Angreifer sind islamistische Terroristen, die irgendein bestimmtes Paket haben wollen. Eric ist ratlos, ergreift aber die Initiative - und auch Nicole kann sich mit Einsatz von Schußwaffen wehren. Es stellt sich heraus, dass Eric einst an der Liquidierung des dschihadistischen Terroristen Ibrahim Ben-Khalid beteiligt war, zusammen mit anderen Soldaten die inzwischen ein bürgerliches Leben führen. Ben-Khalids Sohn Jadalla (Raphael Acloque) ist in der Hierarchie aufgestiegen und hat die ursprüngliche Terrorgruppe fortgeführt - um unter anderem seinen Vater zu rächen. Sein Vorhaben: eine Liste von verschiedenen Schläferzellen finden um sie zu aktivieren, damit sie Terroranschläge in den USA verüben. Eric arbeitet nun mit der CTU zusammen, um die Terroristen zu finden und auszuschalten. Die CTU hingegen wird u.a. vertreten durch die ehemalige Direktorin Rebecca Ingram (Miranda Otto, bekannt u.a. aus Herr der Ringe) - sie hingegen war einst für die Liquidierung Ibrahim Ben-Khalids verantwortlich und ist somit eines der Ziele der Terrorgruppe.

Ich habe versucht, nicht zu spoilern, aber ich hätte es genauso tun können. "24: Legacy" bietet den Zuschauern ehrlich gesagt nicht viel neues. Das gleiche Schema mit den 24 Stunden in Echtzeit, allerdings gepresst auf 12 Folgen, die irgendwann 11 Stunden überspringen. Ein Hauptcharakter der besessen von seinem Job ist. Seine Partnerin, die mitfühlend ist und von seiner Besessenheit beunruhigt ist. Agenten der CTU die voll aufs Ganze gehen, Intrigen innerhalb der Strukturen, Menschen die ausgeknockt werden müssen, gefoltert und verprügelt werden müssen. Es macht Spaß, sich das ganze anzugucken. Aber nur wenn man den Aspekt ausblendet dass es eigentlich ziemlich hohl ist. Was heißt "ziemlich"? Es ist absolut hohl.





Donnerstag, 15. Januar 2026

My Favorite TV-Show: House of the Dragon

Nun gut. Wir hatten hier schon mal "Game of Thrones" und jetzt sind wir beim Prequel gelandet. Irgendwie habe ich das Gefühl gehabt, wir hatten das hier schon mal. Aber da ging es um "Rings of Power". Sei's drum, da gehts auch um mystische Wesen, Sandalen, Stiefel aber halt kein Inzest. Well, what is this about?

Die Serie findet 200 Jahre vor "Game of Thrones" statt und exakt 172 Jahre vor der Geburt von Daenerys Targaryen. Mit dem "Haus des Drachen" ist das Haus Targaryen gemeint, das einst den König stellte und eine mehr als große Macht auf der hiesigen Version der Erde war. Ich bin übrigens immer noch der Meinung, dass das nicht die Erde sondern ein anderer Planet ist, aber was soll's. 


Zunächst mal geht es um einen nach und nach aufkeimenden Erbstreit. Im Laufe der ersten Staffel stirbt König Viserys I. (Paddy Considine). Es kommt zu einem Konflikt um die Erbschaft bzw. wer der Nachfolger wird. Viserys' erste Tochter Prinzessin Rhaenyra Targaryen (Emma D'Arcy) sieht sich als legitime Nachfolgerin. Allerdings hat Viserys nach dem Tod seiner Ehefrau die Tochter von seiner rechten Hand Ser Otto Hightower (Rhys Ifans), Alicent Hightower (Olivia Cooke) geheiratet und mit ihr Kinder gezeugt. Alicents und Viserys Sohn Aegon Targaryen (Tom Glynn-Carney) wird anstelle ihrer zum rechtmäßigen König über die sieben Lande. Der Erbstreit eskaliert in einen Krieg zwischen zwei Fraktionen. Die eine hält zu Rhaenyra, während die andere zu Aegon hält. Dabei waren Alicent und Rhaenyra früher beste Freundinnen. Auf ihrer Seite steht auch der Bruder des verstorbenen Viserys, Daemon Targaryen (Matt "Doctor Who" Smith). Achja und es gibt hier auch Drachen, die als Kriegswaffen eingesetzt werden. Holy shit.

Es ist zweifelsohne eine interessante Sache. Ähnlich wie bei "GoT" hatte ich zuerst das Gefühl, ich würde mir eine fiktive Doku über eine fiktive britische Königsfamilie angucken. Nur diesmal ist es beinahe so. Zuerst spielt die Serie in einer weiter entfernt Vergangenheit, nur um dann einen Sprung in die Gegenwart zu machen. Es ist zunächst mal etwas komisch, weil es vollkommen überraschend geschieht. Die Kostüme sind großartig, das CGI ist großartig, das Setting ist großartig und ja selbst die Story selbst ist aufgrund von tatsächlichen Erbstreitigkeiten über Macht gar nicht mal so unrealistisch. Auch die ganze Sache mit dem Inzest ist sehr realistisch. Tatsächlich habe ich Schwierigkeiten gehabt, die ganzen Targaryens auseinander zu halten, weil sie alle platinblonde Haare haben. Heiliger Fick, war das schwer. Insgesamt muss ich sagen, dass die Serie ganz schön abgefuckt ist. All die Enthauptungen, Beziehungen mit Verwandten...das ist alles so derbe kaputt. Aber aufgrund der Tatsache, dass die Schauspieler nicht miteinander verwandt sind, kann ich es irgendwie abstrahieren. Zudem macht Aemond Targaryen (Ewan Mitchell), beinahe die gleichen Lippenbewegungen wie Donald Trump, was alles noch viel witziger macht. 



Donnerstag, 18. Dezember 2025

My Favorite TV-Show: Good Girls Revolt

In allererster Linie: Viel zu Schade, dass es nach der ersten Staffel nicht weiter ging. Vor allem weil einige Cliffhanger über bleiben und man doch sehr gerne gewusst hätte wie es denn weiter geht. Insbesondere weil alles auf einer wahren Begebenheit basiert.

Desöfteren als "Schwesterserie von 'Mad Men'" bezeichnet, spielt "Good Girls Revolt" in den 1960er Jahren in den USA. Genauer gesagt im Jahre 1969. Die Welt ist grade dabei, sich zu verändern. Marijuana, sexuelle Revolution, Kampf der Frauen um Gleichberechtigung, neuartige revolutionäre Musik. Doch in der Redaktion der Zeitung "News of the Week" scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Aufgabenverteilung ist klar: Die älteren Männer sitzen in der oberen Etage bzw. sind in der Führungsriege. Die jüngeren sind Journalisten und haben zu ihrer Seite Rechercheurinnen gestellt. Genau: Frauen arbeiten hier nur als Sekretärinnen oder Rechercheurinnen. Die letzteren beschäftigen sich mit den Hintergrundinfos einer Story und helfen so den ihnen zugeteilten Reportern. Und das obwohl viele der Frauen in dem sogenannten "Newsroom" besser (aus)gebildet sind als ihre männlichen Kollegen. Es gibt auch Fälle, bei welchen die Frauen tatsächlich die eigentliche von ihnen recherchierte Story schreiben - und der dafür zugeteilte Journalist die Würdigung bekommt. Im Mittelpunkt der Story stehen verschiedene Frauen aus unterschiedlichen Hintergründen: Patti (Genevieve Angelson) die gerne auf Parties geht, Marijauana raucht und sich für soziale Kämpfe (wie der der Black Panthers) interessiert. Jane (Anna Camp), das "Career Girl" dass aus behüteten Verhältnissen kommt und vom Geld ihres Vaters abhängig ist. Und Cindy (Erin Darke) die von ihrem Ehemann die Erlaubnis bekommen hat für "News of the Week" zu arbeiten um irgendwie ihre Schriftstellerkarriere voranzutreiben - bis es irgendwann soweit ist und die "nötige" Familiengründung ansteht. Patti hat die Verhältnisse satt. Glücklicherweise lernt sie die Anwältin Eleanor Holmes Norton (Joy Bryant) kennen, die ihr klar macht dass das was "News of the Week" macht höchst illegal ist. Sie macht ihr klar, dass sie in der Lage ist eine offizielle Beschwerde über ihren Arbeitgeber zu machen, die in einer Klage münden kann. 


Was wir hier zu sehen bekommen ist eine fiktionialisierte Version von Ereignissen die tatsächlich stattgefunden haben. Nur hieß der Arbeitgeber "Newsweek" - eine bis heute nicht unbekannte wöchentliche Zeitung. Es geht viel um Machtkampf, Kampf um Titelblätter, die beste Story. Aber natürlich auch um den (inneren) Kampf der drei (und nicht nur der drei) Frauen um Anerkennung und Gleichstellung. Doch wie so oft im modernen Film/Serie, sind sie nicht perfekt. Sie machen Fehler, sind stellenweise einfach nervige Charaktere und es ist wohl naheliegend dass sie von ihren Verhältnissen zu Männern abhängig sind. Es ist fast schon so, als hätten die Männer einen unsichtbaren Fluch um sie belegt und sie von sich abhängig gemacht - nicht nur finanziell sondern auch emotional. Ich finde es gut, wie es hier dargestellt wird. Es ist nicht einfach nur ein Mann der dauernd auf dem Tisch klopft und sagt, dass "Weiber hier nix zu sagen haben". Mir gefällt außerdem der passende Soundtrack, auch wenn einige Songs schon vorher in anderen Filmen overused waren. Was ich auch gut finde, ist der geschichtliche Bezug. So geht es in ein paar Folgen um die Black Panthers als auch die Auseinandersetzung mit Gewalt zwischen ihnen und der Polizei. Wobei man dabei versucht das Bildungsprogramm der Gruppe positiv zu beleuchten. Was mich enorm gestört hat waren die vielen unfassbar unnötigen Sexszenen die stellenweise einfach gar nichts zur Handlung beigetragen haben. Ich habe das einfach nicht verstanden. Wie auch immer: Ich hätte gerne gewusst wie es weiter geht - aber das geht ja leider nicht. We can't have nice things. 



Freitag, 21. November 2025

My Favorite TV-Show: GLOW

Wieder mal eine großartige Serie, die mir Marlyn vorgeschlagen hat und die es definitiv wert war, angesehen zu werden. "GLOW" ist eine fiktionalisierte Version von tatsächlich stattgefundenen Ereignissen, die allerdings keine echten Namen verwendet. Also, um es hier festzuhalten: Stark fiktionalisiert, aber von realen Ereignissen inspiriert. 

Los Angeles im Jahre 1985. Ruth Wilder (Alison Brie) ist eine erfolglose Schauspielerin. Nach einem weiteren mißlungenen Versuch eine Rolle zu kriegen, spricht sie bei einer Wrestling Promotion namens

"GLOW: Georgeous Ladies of Wrestling" vor. Ruth ist idealistisch und möchte einen traditionellen Anspruch erfüllen. Mehrere andere Frauen, die bei "GLOW" mitmachen sind keine Schauspielerinnen. Einzig Cherry Bang (Sydelle Noel) hat Erfahrung als Stuntfrau in der Filmbranche. Mit dabei sind außerdem Carmen (Britney Young), die in eine Wrestler-Familie hineingeboren wurde, die Britin Rhonda Richardson (Sängerin Kate Nash) die in ihrem Auto wohnt, Tammé Dawson (Wrestlerin Kia Stevens) die aus einem 08/15-Job kommt, das Partygirl Melanie Rosen (Jackie Tohn), die in Tierfelle gekleidete Außenseiterin Sheila (Gayle Rankin, bekannt aus "House of the Dragon") und die junge Punkette Justine Biagi (Britt Baron). Ruth hatte bis vor kurzem eine Affäre mit dem Ehemann ihrer besten Freundin Debbie Eagan (Betty Gilpin), was sie rausgefunden hat. Bei der ersten Audition für "GLOW" taucht Debbie auf und prügelt sich mit Ruth. Das beeindruckt den Regisseur Sam Sylvia (Marc Maron). Mit diesem gerät Ruth von Anfang an aneinander, unter anderem aufgrund seines Zynismus und seiner unkonventionellen Herangehensweise. Nach und nach entwickelt sich die Gruppe von Frauen zu einer richtigen Crew - auch trotz des Konflikts zwischen Ruth und Betty. Die Serie betrachtet auch die Beziehung des Produzenten Bash Howard (Chris Lowell) zu seiner reichen Mutter, genannt "Birdie" (Elizabeth Perkins). 

Wie oben schon geschrieben: "Gorgeous Ladies of Wrestling" gab es tatsächlich. Es war eine Fernsehsendung, die Wrestlingkämpfe zwischen Frauen gezeigt hat. Dazu gab es Backstories, Comedy Sketches und musikalische Darbietungen. Die Netflix-Serie nimmt sich die reale Serie zum Vorbild und stellt eine (fiktive) Entstehung mit fiktiven Charakteren dar. Diese basieren allerdings auf Charakteren aus der Original-Sendung. Was die Hintergrundgeschichten, der Wrestlerinnen aus der Original-Sendung betrifft, habe ich allerdings kaum Kenntnisse ob diese hier irgendwie wahrheitsbasiert dargestellt werden oder nicht. Das ist im Prinzip auch egal, denn was tatsächlich echt rüberkommt ist der Kampf um Anerkennung, emotionale Stärke und Schwäche als auch das andauernde Problem - Männer in der Unterhaltungsbranche in all ihren ekelhaften Facetten. Mich haben die durchaus klischeehaften Wrestling-Charaktere die von den Frauen gespielt werden begeistert. Vor allem die Sowjetin "Zoya the Destroyer", dargestellt von Ruth. Aber eigentlich haben mir fast alle gut gefallen, egal ob jetzt positiv oder negativ besetzt. Mir gefiel außerdem die beinahe authentische 1980s-Kulisse als auch der Soundtrack. "GLOW" ist der Beweis, dass Drama und Comedy super gut zueinander passen und nicht im peinlichen, beinahe ritualisierten Gemisch aus Trauer und Gags enden müssen. Leider nach der dritten Staffel nicht fortgesetzt - wegen COVID-19, unter anderem. Sehr sehr schade, ich hätte das gerne weiter verfolgt. Vielleicht hole ich mir bald den dazugehörigen Comic.



Donnerstag, 16. Oktober 2025

My Favorite TV-Show: BEEF

An der Stelle erstmal vielen lieben Dank an Marlyn, die mir diese Serie empfohlen hat und die wir dann auch innerhalb kürzester Zeit verschlungen haben. Zum jetzigen Zeitpunkt (Juli 2025) gibt es nur eine Staffel mit zehn Folgen.

Die erste Staffel dreht sich in erster Linie um zwei Personen: Danny Cho (Steven Yeung) und Amy Lau (Ali Wong). Erstgenannter ist ein Auftragshandwerker, der mit seinem Bruder Paul (Young Mazino) lebt. Und zwar in dem ehemaligen Motel seiner Eltern, dass sie durch zwielichtige Business-Machenschaften seines Cousins Isaac (David Choe) verloren haben und zurück nach Südkorea gezogen

sind. Die Situation ist für Danny unerträglich. Er hat Schwierigkeiten Aufträge zu bekommen bzw. aufrechtzuerhalten. Außerdem möchte er unbedingt ein Haus für seine Eltern bauen, damit sie zurück in die USA kommen können. Gleichzeitig leidet er unter Depressionen und möchte sich auch umbringen. Amy hingegen ist chinesischer und vietnamischer Abstammung. Sie besitzt einen eigenen Laden namens "Koyohaus" worin sie im Grunde übertrieben teure Hauspflanzen verkauft. Diesen möchte sie an die Besitzerin der Baumarkt-Kette Foster, Amy Foster (Maria Bello) verkaufen. Ihr Leben sieht nach außen hin fast perfekt aus. Ein liebender Ehemann, George Nakai (Joseph Lee) und eine kluge Tochter namens June (Remy Holt ). Ein wunderschön eingerichtetes Haus. Allerdings kämpft sie innerlich mit ihrer Rolle der stets gut gelaunten, immer lächelnden Frau. Tief im Innern ist sie ziemlich unglücklich. Außerdem scheint George ein Interesse an ihrer Mitarbeiterin zu haben. Danny und Amy begegnen sich rein zufällig auf dem Parkplatz von Foster's. Sie bremst sein Auto aus und bei seiner Beschwerde zeigt sie ihm den Mittelfinger. Was darauf folgt ist eine Verfolgungsjagd mit ein kleines Bisschen Zerstörung. Danny schreibt sich Amys KfZ-Kennzeichen auf und findet ihre Adresse heraus. So kommt er dahin, sich als interessierter Fachwerker ausgebend, kommt auf die freundliche Tour ins Haus rein und pisst anschließend ihren Badezimmerboden voll. Es entsteht ein unfairer Kampf zweier frustrierter Menschen gegeneinaner. Also, Beef.

"BEEF" zeigt sehr anschaulich zwei unterschiedliche Perspektiven, die in der modernen Gesellschaft leider gang und gäbe sind. Nämlich "Ich habe es satt, in diesem Hamsterrad vom Leben zu stecken. Nichts klappt wie es sollte. Ich brauche irgendeinen Halt" als auch "Ich habe es satt, stets zu lächeln, so zu tun als ob alles in Ordnung ist und nach außen zu zeigen dass ich ein Superdupergigaunternehmer bin". Und zu guter letzt auch die dritte, die mir leider sehr bekannt ist, nämlich "Ich habe die Schnauze voll davon, wütend und zornig zu sein - aber irgendwo muss das alles hin." Die Serie hat ein gutes Erzähltempo. Nicht zu schnell und nicht zu langsam. Es fängt alles wie eine relativ amüsante, aber im Grunde ziemlich dumme Auseinandersetzung zwischen zwei frustrierten Menschen, die einander zufällig begegnet sind - sodass sie gegenseitig als Ventil für ihren Ärger dienen. Doch was daraus wird ist eine Verkettung von fürchterlichen Ereignissen. Lügen, Intrigen, Körperverletzung, Knast. Und natürlich auch sehr kriminellen Dinge. Neben dem Erzähltempo und dem Soundtrack (unter anderem Incubus und System of A Down) mag ich auch die beiden Hauptcharaktere. Wobei ich mich dabei am ehesten mit Danny identifizieren kann, weil ich eben niemand bin der nach außen zeigen muss dass alles perfekt und klar ist. Wirklich faszinierende, hineinsaugende Sendung die tatsächlich nicht los lässt.



Freitag, 12. September 2025

My Favorite TV-Show: Aqua Teen Hunger Force

Ich habe bestimmt 1,5 Jahre für alle 11 Staffeln mit insgesamt 144 Folgen gebraucht. In einem schnelleren Tempo wäre ich glaube ich komplett affenscheiße verrückt gegangen. Die Serie hat nämlich ein vollkommen meschuggenes Erzähltempo, kurze Folgendauer und hinterlässt einen mit einem richtigen "Was zur verdammten Hölle habe ich mir da gerade angeguckt?"-Gefühl.

Worum geht es eigentlich?

"Aqua Teen Hunger Force" ist eine Serie, die das erste Mal im Jahre 2000 auf dem Sender Adult Swim ausgestrahlt wurde. Es geht um drei antropomorphe Fast-Food-Gegenstände die gemeinsam in einem Haus in New Jersey wohnen. Die Protagonisten sind der riesige Milkshake Master Shake (Dana Snyder), die große Pommes Frylock (Carey Means) und der große Klumpen Fleish namens Meatwad (Dave Willis). (Beinahe oder komplett? ich weiß es nicht) jede Folge der ersten Staffel fing mit einem "falschen Anfang" an. Darin wurden komplett verrückt aussehende Geschöpfe vorgestellt, die von einem verrückten Wissenschaftler namens Dr. Weird (C. Martin Crocker) ins Leben gerufen wurden. Im weiteren Verlauf der Folge mussten sich die drei Fast-Food-Charaktere mit ihnen auseinander setzen. Ein weiterer sehr wichtiger Character ist der Nachbar der dreien: Ein ungepflegter, dümmlicher Typ
Frylock, Meatwad, Shake und Carl

namens Carl der stets ein Unterhemd und Goldkettchen trägt. Ursprünglich sollte ein tatsächlicher Plot stattfinden. Das Trio sollte als Detektive agieren und gemeinsam rätselhafte Fälle lösen. Warum? Nun, die Macher haben es sich schlecht vorstellen können dass Adult Swim eine Sendung ausstrahlen wird in welchen drei lebendige Fast Food Items konsequent eine Scheiße nach der anderen bauen. Doch das Konzept wurde schnell aufgegeben und die Sendung über ein Fast-Food-Detektiv-Team wurde zu einer Sendung über drei lebendige Fast Food Items die konsequent eine Scheiße nach dere anderen bauen. Dabei ist Master Shake der soziopathische, lügende und bösartige Teil des Trios. Frylock ist der einzige von den dreien der sowas wie ein Gewissen hat und Superfähigkeiten hat. Meatwad ist der kindische und unschuldige Teil der Crew. Er will nie irgendjemanden was böses und hat außerdem mehrere imaginäre Freunde, die er sich aus Alltagsgegenständen gebastelt hat. 

Eine durchschnittliche Folge kann eigentlich schwierig beschrieben werden. Denn irgendwann wurde alles anders und es gab keine durchschnittliche Folge. Aber viele liefen ungefähr so ab: Carl oder Master Shake haben irgendein "Get rich quick"-Szenario verfolgt. Dabei fielen sie aber absolut auf die Schnauze und suchten nach Hilfe von Frylock. Im Endeffekt wurde alles in die Luft gesprengt, Carl starb, Master Shake starb oder alle starben. Die Ereignisse in den Folgen sind nicht wirklich kanonisch. Also manches schon, manches nicht. Es verhält sich ähnlich wie bei den vielen Toden von Kenny McCormick in South Park - nur dass die Tode irgendwann kanonisch wurden und eine Erklärung hatten. Nahezu jede Folge hat mich absolut umgehauen. Es war so bescheuert, abstoßend und gleichzeitig faszinierend. Ich habe mich gleichzeitig gefragt, warum das so dumm ist und warum ich weiterschaue. Dann habe ich weiter geschaut. Und es wurde immer abgefahrener. Es gab Weltuntergangsszenarien, Zeitreisen, Situationen in welchen Körper getauscht wurden, alternative Zukünfte und vieles vieles mehr. Man könnte meinen, das wäre Kiffer oder Alkoholiker-Humor, weil man sich das nur absolut zugedröhnt antun kann. Aber irgendwie hat die Serie einen eigenen, merkwürdigen Charme. Nur für Fans des absolut merkwürdigen. Achja, nicht wundern: Die Serie wechselte mehrfach den Namen. So heißen die einzelnen Staffeln ab Staffel 8 "Aqua Unit Patrol Squad 1", "Aqua Something You Know Whatever", "Aqua TV Show Show" und "Aqua Teen Hunger Force Forever". Übrigens: Die Titelsongs sind ALLE wirklich große Klasse. 

ALLE Intros:





Samstag, 16. August 2025

My Favorite TV-Show: 24: Seasons 7-8

Allrighty then. Wir sind bei den letzten beiden Staffeln angekommen? Nein, natürlich ist das gelogen. Es kommen noch zwei Spin-Off-Serien, als auch lauter Kram, der nur im Internet beziehungsweise in einer Art Jamba-Abo rausgekommen ist. Ja, das gönne ich mir.

Season 7

Die siebte Staffel spielt 65 Tage nach der Rückkehr Jack Bauers (immer noch Kiefer Sutherland) nach Hause aus dem fiktiven afrikanischen Staat Sangala. Der hiesige Warlord und selbsternannter Befreier, General Juma (Tony Todd) führt dort "ethnische Säuberungen" durch aka einen Völkermord. Der gestürzte Premierminister Ule Matobo ( ) hat das Land ebenfalls verlassen und befindet sich in den USA. Die US-Präsidentin Taylor ( ), deren Sohn nach ihrem Antritt offiziell Selbstmord verübt hat, s

chickt Streitkräfte nach Sangala um Juma aufzuhalten. Jack Bauer muss sich vor einem Senatsgremium verantworten. Grund dafür sind Menschenrechtverletzungen durch seinen vorherigen Arbeitgeber, die CTU. Bauer hat in ihrem Namen im Jahre 2002 Menschen gefoltert und begründete dies damit, dass er die USA geschützt hat. Die Sitzung wird allerdings von FBI-Agentin Renee Walker (Annie Wersching) unterbrochen. Sie holt Bauer da raus, mit folgender Begründung. Das FBI braucht dringende Unterstützung bei einem Diebstahl. Dieser wurde von einer vermeintlichen Terroristengruppe begangen. Geklaut wurden mehrere Teile, mit dessen Hilfe man ein Hardware-Modul modifizieren kann. Um, die besagte Modifizierung durchzuführen, wurde von der Gruppe auch noch ein Chefentwickler einer Firewall gekidnappt, der dann unter Zwang das Modul modifiziert. Die Gruppe überwindet dann damit die Flugsicherung der USA und verursacht eine beabsichtigte Beinah-Kollision zweier Flugzeuge. Alles als Warnung an die US-Regierung, sich endgültig aus Sangala zurückzuziehen. Logischerweise steht die Gruppe also mit General Juma in Verbindung bzw. handelt in seinem Auftrag. Durch die Ermittlungen der FBI stellt es sich heraus, dass Jacks totgeglaubter ehemaliger CTU-Partner Tony Almeida (Carlos Bernard) Teil oder sogar führender Kopf der Gruppe ist.

Wir sind an einem kritischen Punkt angekommen. Scheinbar sind den Machern die Ideen ausgegangen, also hat man sich gedacht: "Lasst uns doch einfach einen ehemaligen Character zurückkehren...und wir machen einen Bösewicht aus ihn!". So oder so ähnlich funktioniert das Prinzip dieser Staffel. Dazu kommt allerdings noch das gleiche Schema: Wir etablieren einen Bösewicht, drehen das Ganze aber wieder um, halten fest, dass dahinter noch jemand anders steckt, nur um zu offenbaren dass dahinter wieder jemand anders steckt, abgesehen davon ist es gar kein Bösewicht. Frei nach Rainer Winkler, quasi. "24" hat es wieder mal geschafft das gleiche Schema auf den Bildschirm zu bringen, und trotzdem alles so spannend zu gestalten, dass ich tatsächlich Bock hatte rauszufinden was als nächstes passiert. Es war wirklich beinahe Bingewatching, sofern es mir mit meiner wenigen Freizeit irgendwie möglich war. Darüber hinaus ist auch eine tatsächliche Entwicklung der Figur Jack Bauer zu sehen. Von einem engagierten CTU-Agenten wird er zu einem engagierten Bürger, der offensichtlich einen psychischen Schaden von seiner früheren Arbeit davon getragen hat. Ihm geht es sichtbar nicht gut, physisch und psychisch. Aber er riskiert alles, um unser aller Leben zu retten. Hach. Mal wieder grandios, over the top und stellenweise so herrlich unrealistisch. Fies, gewalttätig und einfach durch. Diese Staffel war meiner Meinung nach die finsterste. Bis jetzt.

Trailer:



Season 8

Es hat, glaube ich, 1,5 Jahre gebraucht bis ich tatsächlich am Ende der (Haupt-)Serie angekommen bin. Man könnte meinen, ich habe genug. Nein. Es gibt noch zwei Ableger bzw. Fortsetzungen als auch einiges an Web-Serien bzw. sogar eine Serie, die nur fürs Handy produziert wurde, bestehend aus 24 einminütigen Folgen. Aber dazu später irgendwann mehr. Das wird noch richtig lustig.

Die achte Staffel von 24 findet nicht in Washington und auch nicht in Kalifornien statt. New York ist stattdessen der Schauplatz. Jack Bauer ist inzwischen nicht nur Vater von Kim Bauer (Elisha Cuthbert) sondern auch Großvater. Zusammen mit Kim, ihren Ehemann und ihrer Tochter will er zurück nach Los Angeles ziehen und sich entgültig von allem CTU-bezogenen Arbeiten zurückziehen. Er hat sogar ein Jobangebot bei einer Sicherheitsfirma erhalten. Gleichzeitig soll bald bei der UN ein Friedensgipfel stattfinden. Der Präsident einer fiktiven islamischen Republik namens Kamistan, Omar Hassan (Anil

Kapoor) änderte den Kurs seines Landes. Das ursprüngliche Atomprogramm soll gestoppt und ein Friedensabkommen mit den USA als auch Russland unterschrieben werden. Im Land selbst gibt es allerdings eine rebellische Opposition, die der Meinung ist, Hassan würde das Land an den Westen verkaufen. So engagieren sie jemanden, der kurz vor der Unterzeichnung Hassan umbringen soll. Ein paar Stunden vor Jacks Abflug aus New York kriegt er Besuch von einem ehemaligen CTU-Informanten, der schwer verletzt ist. Dieser erzählt ihm von den bevorstehenden Anschlagsplänen an Hassan, wird aber bald selbst Opfer eines Attentats, kurz bevor Jack ihn an den CTU-Agenten Ortiz (Freddie Prinze Jr.) übergeben kann. Tatsächlich wurde die CTU neu gegründet und operiert aus einem geheimen Bunker in New York heraus, ausgestattet mit neuesten Technologien wie bspw. Überwachungsdrohnen. So sieht sich Jack mehr oder weniger gezwungen äh "mitzumachen" weil er kann ja nicht anders. 

Ein Brudermord. Russische Mafia die Uran-Brennstäbe an ääääh Kamistanische Terroristen liefert. Eine Spur die tief in die russische Regierung führt. Ein Maulwurf bei der CTU. Ein Mann der aus Rache in einen Ein-Mann-Krieg gegen äh verrate ich nicht zieht. Das alles gab es schon mal. In einer der ersten Staffeln. Und auch in der letzten Staffel mit Tony Almeida. Es gibt mehrere Sublots. Ex-FBI-Agentin Renee Walker (Annie Wersching RIP) taucht wieder auf und hat mit schweren Traumata zu kämpfen. Ex-Präsident Logan (Gregory Itzin RIP) ebenso und ist ein ebenso "guter" Dealmacher wie der gegenwärtige US-Präsident. Man verschleiert, lügt, betrügt, mordet, foltert und entführt was das Zeug hält. Niemand scheint so zu sein, wie er/sie scheint. Und das alles innerhalb von 24 Stunden. Außerdem geht irgendwie niemand schlafen, was auch unglaublich realistisch ist, schließlich ist die Handlung so adrenalingeladen, dass man einfach keine Ruhe findet. "24" beweist sich mal wieder als unfreiwillig witziger, unrealistischer Action-Unsinn. Wie Fernseh-Fast-Food. Es ist allerdings großartig gefilmt, sieht teuer aus (ist es auch) und macht tatsächlich Spaß, vor allem weil man weiß wie vollkommen Banane das hier ist. Großartiger Stoff und großartiger, pathosgeladener Abschluß für eine Serie. 

Trailer:


Freitag, 18. Juli 2025

My Favorite TV-Show: The Lord of the Rings: The Rings of Power

Keine Sorge, irgendwann dieses Jahr werden noch Reviews zu Peter Jackson'schen LOTR-Trilogie als auch zur Hobbit-Trilogie rauskommen, sodass dieses hier nicht das einzige sein wird. Ich versuche das hier mal kritisch zu betrachten, ja? Oder auch nicht, wie auch immer:

"The Rings of Power" basiert nicht auf einem bestimmten "Herr der Ringe"-Buch. Wobei, "logistisch" betrachtet schon. Aber ganz genau genommen nicht. Um es mal wirklich sehr genau zu nehmen: "The Rings of Power" basiert auf Anhängen die in "Herr der Ringe" zu finden sind. Dabei hat man sich aber einige Freiheiten erlaubt und vieles neu entworfen - was für viele Fans ein Anlass für Kritik war.

Die für Amazon produzierte (und wahrscheinlich teuerste Serie überhaupt) spielt in Mittelerde, während des zweiten Zeitalters. Morgoth wurde besiegt, die Elfin Galadriel (Morfydd Clark) ist jedoch der Meinung, dass dessen rechte Hand, Sauron immer noch am leben ist - so wie seine Orks. So bleibt sie jahrhundertelang auf der Suche nach ihm, bis Fürst Gil-Galad den Krieg endgültig für beendet erklärt. Galadriel soll dann ins unsterbliche Land von Valinor fahren, springt aber aufgrund einer enormen Gefahr vom Schiff. Zusammen mit einem anderen Schiffbrüchigen namens Halbrand sind sie nun Überlebende, die von einem Retter nach Numenor gebracht werden. Andernorts, im Dorf Tirharad müssen Menschen vor Orks fliehen. Diese werden von Adar angeführt und suchen nach einem bestimmten Artefakt. Wiederum woanders, nämlich in Eregion: Celebrimbor will die heißeste Schmiede bauen und möchte dabei die Unterstützung der Zwerge von Khazad-dum. Er schickt Elrond vor, der ein alter Freund des Zwergenprinzen Durin ( ) ist, um das von den Zwergen neu entdeckte Erz zu beschaffen. Die Serie fokussiert sich allerdings auch auf die Hobbits bzw. deren Vorfahren, die Harfüße. Das nomadische Volk zieht von Ort zu Ort. In der Nähe ihres Lagers schlägt eines Tages ein Meteorit ein. Doch es bleibt nicht nur bei einem Krater in der Erde. Die Harfüßin Elanor Brandyfuß ( ) findet darin einen mysteriösen Fremden, der scheinbar nicht in der Lage ist, in menschlicher Sprache zu kommunizieren.


Zunächst mal die positiven Aspekte. Die Serie sieht verdammt gut aus und es macht tatsächlich Spaß zuzusehen, wie sich die Geschichte entwickelt. Bei den verschiedenen Erzählsträngen haben mich eigentlich alle interessiert, die Story um die Harfüße (auf English "Harfoots") jedoch am meisten. Ich wollte jedoch aber auch wissen, wie es um Sauron und die Orks steht. Vor allem die Orks, ich wollte wissen wie diese Wesen "hinter den Kulissen" so sind, da in den Jackson-Filmen sie vor allem dafür bekannt waren abgeschlachtet zu werden - mit großartigen Sound Effects. Es gibt da einige Kritikpunkte: Die Serie sei arg konservativ und hinterfrage wenig von dem "politischen System" in Mittelerde. Darüber hinaus ist sie, und das ist fakt, inkonsistent was die Vorlage betrifft. So treffen Figuren aufeinander, die laut Vorlage nicht mal im selben Zeitalter existieren bzw. niemals einander auch nur zu Gesicht bekamen. Ich mochte die Sendung, einfach weil ich gut aussehende Fantasy-Produktionen durchaus schätzen kann. Allerdings kann ich nachvollziehen, wenn man ein großer Fan der Vorlage ist und sich damit zu 100% auskennt (was ich nun mal nicht tue), dass man dann enttäuscht ist. Es fühlt sich dann wahrscheinlich an, wie eine Art Fan-Fiction-Serie, die allerdings ganz ganz viele Freiheiten mit sich bringt und sich nur lose an die Vorlage hält....was sie dann streng genommen nicht zu einer Fan-Serie macht sondern zu einer Serie, die von einer großen Firma in Auftrag gegeben wurde weil die "alten Herr der Ringe Filme waren so geil, lass mal sowas ähnliches machen". Aus dieser Perspektive kann ich nachvollziehen, wieso man die Serie nicht mag. Fazit: Wenn ihr euch wenig im Franchise auskennt und einfach nur eine Story sehen wollt, die jedoch nur lose an der Vorlage basiert - so greift zu. Wenn ihr ein absoluter Tolkien-Fan seid, dann ist das nichts für euch.

Und weil zwei Meinungen besser sind als eine, hier kommt

Genossin V:

"Großes Spektakel mit wenig Inhalt


Viele Tolkien-Fans hatten es lange erwartet: Im Jahr 2022 kündigte Amazon Studios die Mittelerde-Serie Rings of Power an. Die Rechte an second age Stories (der Herr der Ringe spielt im third age of Middle Earth) hatte amazon einige Jahre zuvor erworben. Es gab anhand des veröffentlichten Materials bereits erste kritische Stimmen, aber das Gros der Fans wollte der Serie mit offener Haltung begegnen. Was dann konkret aber im August 2022 veröffentlicht wurde, sorgte für große Enttäuschung.


Die Serie in der ersten, wie aber auch in der zweiten Staffel 2024 war ein Big Fail auf vielen Ebenen. Die Story dreht sich primär um Galadriel und Elrond, wobei erstere überall Sauron sieht und versucht, diesen zu finden und zu töten. Am Ende der Staffel schmiedet  ein getarnter und heimtückischer Sauron dann noch fix die Ringe mit Hilfe der Elben unter ihrem Fürsten Celebrimbor.  Außerdem gibt es noch einen side plot mit Hobbits (hier Halblinge genannt, weil Amazon keine Rechte auf den Hobbitbegriff hat), der wenig sympathisch ist - diese Hobbits sind brutale Sozialdarwinisten - und deplatziert wirkt. 


In der zweiten Staffel zieht ein ehemals versklavter, korrumpierter Elb mit seinen Orktruppen gegen Ost-in-Edhil, wo Celebrimbor die Ringe geschmiedet hat. Galadriel und Elrond versuchen ihren Verbündeten in der Region zu helfen, vergeblich allerdings. Sauron hat bereits sein Werk getan und übernimmt die Führung der Orkhorden am Ende. Die sozialdarwinistischen Hobbits sind derweil mit Proto-Gandalf gen Osten gezogen um dort…ja, was? Keiner weiß es so genau. 

Zunächst ist die Story aber in sich, unabhängig vom Tolkien Universum, schlecht geschrieben. Die Charaktere verhalten sich unlogisch und oft nicht sinnvoll im Kontext des Geschehens. So springt Galadriel beispielsweise in Staffel 1 von einem Boot in Richtung Valinor, obwohl sie tausende Meilen vom Mittelerde-Festland entfernt ist. Selbst eine sportliche Elbin kann diesen Weg nicht

check out my hair, bunghole (Anm. d. Red.)

zurückschwimmen. Nach Valinor kann sie auch nicht. Logischerweise würde sie ertrinken. Die Serie ist voller Deus ex machina Momente, Charaktere tun ständig völlig wahnsinnige Dinge oder sind schlichtweg inkonsistent und/oder unsympathisch, die Story hat keinen erkennbaren roten Faden. So beschließt high king Gil-Galad, die Elben müssten Mittelerde verlassen, weil der Lebensbaum (?) vergiftet wäre. Kurze Zeit später ist dies schon wieder vergessen, weil ein kleines Klümpchen Mithril diesen angeblich geheilt hätte. Viele Charaktere wie Galadriel oder Gil-Galad wirken oft, untypisch für die Beschreibungen von Tolkien, extrem unfreundlich und sehr arrogant.


Und da kommt man dann zum eigentlichen Punkt: das ganze Spektakel hat nichts mit Tolkiens Welt zu tun. Die Story hält sich an keinster Weise an Tolkiens Storyline, nicht an lore, nicht an Charakterbeschreibungen - nichts stimmt und jeder, der auch nur zwei Seiten Tolkien gelesen hat, merkt das. Selbst wenn man nur Jacksons Filmreihe gesehen hat, spürt man den Gegensatz in dieser “amazonian” Version von Mittelerde. Mehr als ein paar Namen stimmen nicht überein. So ist Galadriel furchtbar kriegerisch, aufbrausend und unerwachsen, obwohl sie im zweiten Zeitalter Mittelerde bereits abertausende Jahre alt ist. Galadriel ist ein gescheiterter Versuch der Drehbuchautoren, eine starke Frau zu porträtieren - am Ende wirkt sie leider nur wie eine Frau, die versucht einen war lord zu imitieren. Man will sich bei amazon studios nicht damit abfinden, dass Tolkiens Welt eine relativ konservative ist, was Rollenverteilung betrifft. Natürlich könnte man dies auch zeigen und kritisch beleuchten, stattdessen verdreht man die Geschichten völlig. Mithril hat bei Tolkien keinerlei magische Wirkung, kein Elb hat sich mit einem Balrog um Bäume in Valinor geprügelt, Galadriels Mann Celeborn lebt definitiv im zweiten Zeitalter mit Galadriel in Eregion (wo Ost-in-Edhil ist) und Lindon, es gibt keine zwei Zwergenkönige Durin auf einmal, es gab kein Schwert um den Schicksalsberg Orodruin zum Ausbruch zu bringen und Gandalf kam nicht mit Amnesie in einem Meteoriten im zweiten Zeitalter nach Mittelerde. Auch werden Charaktere hinzugedichtet (was an sich ja annehmbar wäre bei Adaptionsveränderungen), die nichts zur Storyline beitragen und nur schlichtweg irgendwie gut aussehen sollen.

Was aber vor allem fehlt ist die echte Menschlichkeit der Charaktere in Rings of Power, die Motive von Freundschaft und Resilienz, von Hoffnung, Ewigkeit und (nicht zwangsläufig romantischer) Liebe, die Tolkiens Werke berühmt gemacht neben dem extensiven, fantastischen worldbuilding. Nichts davon ist zu spüren in Amazons Massenprodukt.


Die unnötige Zeitkompression bei Rings of Power macht die Serie endgültig inhaltlich kaputt. Statt eine Chance in Tolkiens “long-winded” Storytelling zu sehen, statt die Äonen an Zeit und Geschichte, das langsame Rad der Zeit in Mittelerde für sich zu nutzen lässt man alles auf einmal geschehen für maximale Actionladung und “einfache” Darstellung. Die drei elbischen Ringe der Macht (role credits) werden gefühlt an einem Nachmittag zwischen Kuchenbuffet und Abendessen geschmiedet (laut Tolkien übrigens nicht direkt mit Saurons Einfluss oder Wissen wie in der Serie gezeigt).


Viele loben jedoch die schönen Bilder, die Rings of Power zeigt. Und ja, das CGI wie auch einige Sets sind sehr schön und liebevoll gemacht, aber sie trösten nicht über die vor Unlogik strotzende Inhaltsleere, den fehlenden Mittelerde-Mythos und die grob unsympathischen Charaktere hinweg. Selbst die schönen Sets scheitern aber oft: zumeist wirkt es eben wie genau das - ein Set. Die Charaktere sind entweder zu poliert (Elbische Elvis-Frisuren z.B.) aussehend oder unnötig dreckig und verkommen. Es wirkt nicht wie Jacksons Mittelerde, wo die Charaktere wie Frodo und Gandalf schlichtweg…echt aussahen in einem echt wirkenden Setting. Jacksons Filme sind nicht umsonst Klassiker der (Fantasy)Filmgeschichte und für viele Menschen ein geliebtes Werk, ähnlich beliebt wie Tolkiens Schriftzeugnisse selbst.


Fazit: Für Tolkien-Fans taugt Rings of Power leider gar nicht, für Mittelerde-Uninteressierte ist es maximal ein background noise oder “schöne Bilder” Fernsehspektakel, welches den Zuschauer nicht allzu sehr herausfordert oder langfristig beeindruckt."




Freitag, 20. Juni 2025

My Favorite TV-Show: Arrowverse, Teil 5

Batwoman (2019-2022)

Ich habe mir die Serie angeguckt, in Folge einer Maßnahme bzw. dem Vorhaben "endlich Arrowverse mal zu Ende gucken". Gesagt, getan. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Wir befinden uns auf einer anderen Erde als die von "Supergirl" oder "Flash" bzw. "Arrow", die allerdings zum selben Multiversum gehört. Gotham City: Bruce Wayne aka Batman ist seit einiger Zeit verschwunden. Seine Cousine Kate Kane (Ruby Rose), Tochter von einem wohlhabenden Vorsitzenden einer privaten Sicherheitsagentur namens "Crows", beschließt in seine Fußstapfen zu treten, nachdem sie zufälligerweise rausfindet, dass ihr Cousin Batman ist. Genauer gesagt, betritt sie den Wayne Tower

und findet dort ein geheimes Versteck vor. Sie lernt außerdem Luke Fox (Camrus Johnson) kennen, einen Assistenten und Berater von Bruce. Es dauert nicht lange, bis die beim militär ausgebildete Kate zu einer neuen Superheldin für Gotham wird. Ihr im Weg steht eine Frau namens Alice (Rachel Skarsten), Anführerin der "Wonderland Gang", die schwerste Verbrechen begeht. Doch es stellt sich nach einer kurzen Zeit heraus, dass Alice Kates verloren und totgeglaubte Schwester ist, die den Großteil ihres Lebens unter Einfluss eines Psychopathen gelebt hat. 

Richtig interessant wird es allerdings ab der zweiten Staffel: Kate stirbt bei einem Flugzeugunglück und ihr Batwoman-Kostüm wird von einer Frau namens Ryan Wilder (Javica Leslie) gefunden. Sie zählt eins und eins zusammen, fängt selbst an das Verbrechen zu bekämpfen und wird Mitglied des "Team Batwoman". Sie ist ein vollkommen neuer Character, der einen ganz anderen Hintergrund mit sich bringt. Endlich kämpft jemand von der Lower Class gegen das Verbrechen, anstelle eines Kindes von reichen Eltern wie Bruce Wayne oder Kate Kane es nun mal sind. 

Von da an nimmt die Serie erst richtig Fahrt auf. Das liegt unter anderem daran, dass Ryan ein Character ist, der extra für die Sendung erfunden wurde. Der Grund für den Weggang von Ruby Rose war unter anderem eine nicht annehmbare Atmosphäre hinter den Kulissen. Kurzum: Es war scheiße und sie sah sich gezwungen zu gehen. "Batwoman" ist im Gegensatz zu den anderen Serien weder leicht comedyhaft (wie "Flash") nocht voll mit "Gerechtigkeitssinn" (wie "Arrow") sondern größtenteils einfach nur finster, morbide und ordentlich psychotisch. Zumindest hatte ich den Eindruck, als ob alle paar Minuten irgendjemand ermordet wird. Was typisch für Comics und Comicverfilmungen ist, sind die unheiligen Allianzen die hier geschmiedet werden. So werden aus Feinden Freunde, wahrscheinlich weil sie bei den Zuschauern beliebte Charaktere sind oder waren. "Batwoman" ist definitely over the top, wie man das so sagen würde. Eine durchaus finstere und actiongeladene Serie voll mit lesbischer Sichtbarkeit, Romanzen, Intrigen und Komplotten. Hier und da einfach ein No-Brainer aber gleichzeitig wirklich feinste Unterhaltung - andererseits aber durchaus nachdenklich und traurig.



Black Lightning (2018-2021)

Eine der "Arrowverse"-Serien, die zumindest meiner Wahrnehmung zufolge in Deutschland nicht so präsent war. Aber vielleicht liegt es einfach an mir und der Tatsache, dass ich drei Jahre nach Absetzung der Serie (und dem Ende vom Arrowverse) dazu gekommen, sie überhaupt zu sehen.

"Black Lightning" basiert auf den gleichnamigen Comics von Tony Isabella und Trevor von Eeden. Die Ausgabe des Comics erschien im Jahre 1977, damals trug der Character noch einen Afro und war Bewohner einer als "Suicide Slum" bekannten verarmten Gegend der Stadt Metropolis. In der

Serienumsetzung handelt es sich allerdings um eine separate Stadt namens Freeland (im Bundesstaat Georgia), die sich auf einer anderen Erde befindet als Städte wie Central City ("The Flash") oder Star City ("Arrow"). Das allerdings nur bis irgendwann während der "Crisis on Infinite Earths" das Multiversum neu geschaffen wird und alles auf einer Erde spielt. Jedenfalls: Jefferson Pierce (Cress Williams) ist Black Lightning. Er ist ein Superheld, der vor Jahren aufgehört hat. Er hat nämlich gemerkt, dass seine "Nebentätigkeit" das Leben seiner beiden Töchter Anissa (Nafessa Williams) und Jennifer (China Anne McClain) beeinträchtigt als auch seiner Frau Lynn Stewart (Christine Adams), die sich von ihm hat scheiden lassen. Anissa und Jennifer wissen zu Beginn allerdings nicht von der Geheimidentität ihres Vaters. Jefferson arbeitet als Direktor einer sogenannten Charter School (die in den USA Autonomie genießen und ihre Lehrpläne selbst gestalten). Er ist unter den Schülern sehr beliebt, ihr Wohl liegt ihm sehr am Herzen. Genauso wie das von der Stadt Freeland selbst. Als Anissa und Jennifer von einer Gang namens "The 100" gekidnappt werden, die zudem eine gefährliche Droge namens "Green Light" in Umlauf gebracht hat, sieht er sich gezwungen zu seinem alten Alter Ego zurückzukehren. Sein Mentor und Vaterfigur, der Schneider und Spezialist in allen technischen Dingen, Peter Gambi (James Remar) unterstützt ihn dabei.

Die Serie bietet eine etwas andere Herangehensweise als die übrigen Arrowverse-Serien. Selbstverständlich gibt es hier "epische" Storylines, die sich Staffel für Staffel durchziehen. So hat man pro Staffel grundsätzlich eine Storyline, mit hier und da, ein paar "Ausreißern". So ist zum Beispiel Jefferson Teil des "Crisis on Infinite Earths"-Crossovers, welches zu einer Art Reboot in der Serie geführt hat. Irgendwann verändert sich auch das Intro und wird weniger Hip-Hop-lastig. Generell ist Hip-Hop aber der Soundtrack hier. Außerdem beschäftigt sich die Serie viel mit Struggles von Black People. Es geht viel um Perspektivlosigkeit, Abhängigkeit, Vorurteile aber auch um einen Kampf dafür, irgendwie oben anzukommen. Sicher, es fliegen hier Menschen durch die Gegend, werden von den Toten wieder zurückgeholt und haben sonstige Superfähigkeiten. Allerdings ist es eine willkommene Abwechslung zur stellenweise sehr bunten und pathosgeladenen Welt von "The Flash" oder "Supergirl". Wobei hier natürlich auch nicht unbedingt mit Pathos gegeizt wird. Alles in allem: Ich habe enormen Spaß gehabt und bin der Meinung, dass es gut so ist, dass hier nach vier Staffeln Schluß war. Sonst wäre die Serie unnötig in die Länge gezogen worden. Und so.