Mittwoch, 21. Oktober 2026

Film der Woche#701: Simpsons Treehouse of Horror Triple Feature!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche" auf "..,klar". Ich merke grade dass es fast 52 Wochen her ist, dass ich das letzte Simpsons Halloween Triple Feature gemacht habe. Also, fast genau ein Jahr her, seitdem dieses Review hier erschienen ist. Ich habe aufgehört bei Staffel 11. Nun geht's weiter mit den Halloween Specials aus den Staffeln 12, 13 und 14.

S12E01: "Treehouse of Horror XI" (2000)

Okay, zunächst mal haben wir hier eine zynische Eröffnungssequenz in welcher die Simpsons zu Halloween als die Familie Munster verkleidet ist und von Einheimischen totgeprügelt wird. Bis auf Lisa, die sich als Marilyn verkleidet hat und normal aussieht. Vielleicht soll das Ganze ja auch eher eine Hommage und keine Verkleidung sein. Wie auch immer, es ist nur ein Intro.

In "G-G-Ghost D-D-Dad" sagt Homers Horoskop dass er bald sterben wird. Auch Marges Horoskop sagt, dass ihr Ehemann sterben wird. Den ganzen Tag über läuft Homer tödlichen Situationen aus dem Weg, sodass man das Gefühl hat, es handle sich hierbei um eine "Final Destination"-Parodie. Tatsächlich stirbt er erst zuhause. Beim Abendessen erstickt er an einem Brokkoli. Kaum im Himmel angekommen, meint Petrus zu ihm, dass er erst einen vollen Zugang kriegt, wenn er auf die Erde zurückkommt und als Geist eine gute Tat vollbringt. Nach eher misslichen Versuchen gelingt es ihm tatsächlich und er kommt in den Himmel bevor die 24 Stunden Frist verstreicht. Petrus hat aber nicht aufgepasst und die Tat nicht gesehen, also kommt Homer in die Hölle. 

"Scary Tales Can Come True" ist eine Parodie auf Märchen der Gebrüder Grimm. Darin wohnen die Simpsons als äh Familie aus der frühen Neuzeit(?) in einem Haus aus Kürbis in einem Wald. Homer verliert seinen Job als Dorftrottel und so müssen Sparmaßnahmen ergriffen werden. Bart und Lisa werden von ihm kurzerhand im Wald ausgesetzt. Zum Glück hat Lisa ein Buch der Gebrüder Grimm dabei, dass den beiden helfen kann sich im Wald zu orientieren. So weichen sie Moe den Barkeeper in Trollgestalt aus, landen im Haus der drei Bären und im Endeffekt werden sie von der bösen Hexe versklavt. Also, Lisa wird versklavt und darf das Haus fegen während Bart gemästet wird. 


Die mit Abstand beste Episode in dieser Folge ist allerdings: "Night of the Dolphin", eine Parodie auf "Day of the Dolphin" und Alfred Hitchcocks "The Birds". Lisa befreit einen Delfin, der gezwungen ist in "Marine World" für die Zuschauer Tricks vorzuführen. Als er in Freiheit ist, erfahren wir dass dieser Delfin der König aller Delfine ist. Nun kommt die Rache für das, was ihm angetan wurde. Die gesamte Delfinpopulation greift nun Springfield an, Menschen werden verprügelt und getötet und am Ende heißt es: "Wir treiben die Menschen zurück ins Meer, wie sie es damals mit uns getan haben.".

Während "Night of the Dolphin" eine (Sozial)Kritik aufweist und Tierwohl thematisiert sind die anderen beiden Episoden eher von geringeren Gehalt. Doch zunächst mal: "Night of the Dolphin" ist wirklich verdammt gut. Es ist sehr zynisch und hat ein sehr makaberes Ende, wobei man finster auflachen kann. Ich kenne von den Vorlagen nur "The Birds" und habe die Szenen wiedererkannt. "Day of the Dolphin", in welchem ein Delfin trainiert wird um den US-Präsidenten zu töten (lel) kenne ich allerdings nicht und kann nichts zu sagen. Jedenfall ist es eine sehr gute Episode während die beiden anderen ziemlich abstinken. Die erste hat einen witzigen Moment: Als Homer als Geist auf die Erde zurück kommt und noch mal das Brokkoli Stück isst an welchen er erstickt ist - und noch mal erstickt. Die Grimm-Episode hat ein meiner Meinung nach ziemlich witziges Ende. Ansonsten muss ich leider sagen, dass sie weder über großartige Sozialsatire noch über besonders einfallsreiche Hommagen verfügen. Es ist nicht mal "ooga booba"-scary und auch nicht besonders zynisch-makaber. Es ist einfach irgendwie da. Aber wenigstens ist "Night of the Dolphin" so gut. Ein Beweis dass man ein Film über Delfine (Day of the Dolphin), ein Film über einen Hai (Jaws), ein Film über Wale (Free Willy) und ein Film über Vögel (The Birds) in einen Mixer schmeißen kann.

5/10 Pfandflaschen

Intro:



S13E01: "Treehouse of Horror XII" (2001)

Diesmal fackelt die Serie nicht lange und direkt in der ersten Episode gibt es ordentlich Unsinn zu sehen. So gehen die Simpsons in "Hex and the City" nach "Ethnictown", wo sie eine Wahrsagerin aufsuchen. Leider zerstört Homer ihre Filiale in einen Anfall von Dummheit sodass sie ihn und seine Familie verflucht. Nach und nach wachsen Marge immer mehr Haare, Lisa verwandelt sich in eine Zentaurierin, Maggie in einen Marienkäfer und Barts Hals wird immer länger nachdem er mal wieder von Homer gewürgt wurde. Außerdem sterben Lenny und Carl, Homers Freunde und Saufkumpanen nachdem ein Helikopter in Moe's Kneipe einstürzt. Wie Moe Homer vorgeschlagen hat, soll dieser einen irischen Leprechaun finden. Diese sollen angeblich Wahrsagerinnen Angst machen. Gesagt, getan. Nachdem sie den hyperaktiven Leprechaun zuerst nach Hause bringen und dieser völlig frei dreht, bringen sie ihn zur Wahrsagerin. Dort verlieben sich die beiden und feiern kurze Zeit später Hochzeit mit den Simpsons, lauter Wahrsagerinnen und anderen Fabelwesen. Im Review-Teil sage ich mehr dazu. Keine Sorge. 

"House of Whacks", eine Parodie auf "2001: A Space Odyssey" zeigt die Simpsons wie sie sich eine Art Smartphone auf Steroiden besorgen. Die PC/Kombjuder-Stimme ist die von Pierce Brosnan. Es dauert nicht lange bis sich die KI in Marge verknallt und versucht Homer loszuwerden. 

In der letzten Episode namens "Wiz Kids" wird offensichtlich Harry Potter parodiert. So befinden sich Bart und Lisa auf einer Schule für Magie in Springfield. Bart ist sehr neidisch auf Lisas bessere magische Fähigkeiten. So verwandelt sich sein Frosch in ein kotzendes Monstrum während Lisas Frosch sich in einen Prinzen verwandelt. So wird der dunkle Lord Montymort auf den Jungen aufmerksam, kidnappt ihn und weiht ihn ein in einen finsteren Plan. Montymort möchte Lisas magische Intelligenz aufsaugen und will nun mit Barts Hilfe zu ihr gelangen.

Also gut. Die letzte Episode ist eine ziemlich faule Harry Potter Parodie, die kein Bisschen gruselig und ehrlich gesagt nur gelinde witzig ist. Es fehlt jeglicher tiefgründigerer Witz. Man beschränkt sich darauf, eine "Parodie wegen der Parodie" zu sein. Und mehr auch nicht. Ehrlich gesagt finde ich das hier sehr schade, weil die Simpsons hier sehr wahrscheinlich einen Trend beginnen werden: Nämlich das Halloween-Parodieren-von-damals-aktuellen-Franchises. "House of Whacks" ist wirklich super lustig - vor allem wegen Pierce Brosnans charmanter Stimme die so gar nicht zum Rest des Geschehens passt. Sehr witzig vor allem, wie die Episode endet. Aber mehr verrate ich dazu nicht. "Hex and the City" hat ein gewisses Geschmäckle. So habe ich hier zwar von einer "Wahrsagerin" gesprochen, aber in der Folge heißt es "Gypsy" also "Zigeunerin". Nicht nur dass "Zigeuner" eine durchaus als beleidigend wahrgenommene Bezeichnung für Sinti und Roma ist, so wird diese Bezeichnung auch noch für eine Art Zauberwesen übernommen. Das ist vllt. nicht beleidigend gemeint, aber vollkommen absurd und ehrlich gesagt ziemlich dumm.

4,5/10 Pfandflaschen
Intro:



S14E01: "Treehouse of Horror XIII" (2002)

Wir sind nun also im Jahre 2002 angekommen, dem Jahr in dem ich nach Deutschland gekommen bin. Es kann gut sein dass die Staffel 14 eine der ersten neueren Simpsons-Staffeln für mich war, die ich komplett auf Deutsch geguckt habe. Ich bin mir aber nicht komplett sicher.

Wieder mal wird nicht lange gefackelt und es ist tatsächlich die erste Folge in dieser Ausgabe die ich von vorne bis hinten genossen habe. In einer Parodie auf den Michael Keaton Film "Multiplicity" namens "Send In The Clones" trifft Homer auf einen Hängemattenhändler. Seine Hängematte ist nämlich gerissen und er braucht eine neue. Es stellt sich heraus, dass diese neue Matte in der Lage ist, Menschen zu klonen. So klont sich Homer selbst um all die Haushaltsarbeiten die ihn Marge aufträgt auf andere zu übertragen. Seine Klone sind dümmer als er und leicht zu steuern. Als eines der Klone Ned Flanders mit einer Kettensäge umbringt, beschließt Homer dass sie alle samt der Hängematte weg müssen. Allerdings führt das zu einer Katastrophe, denn: Die Klone sind schlau genug um sich selbst mit der über gelassenen Hängematte zu klonen und fluten nun die Stadt. 


"The Fight to Creep and Scare Harms" handelt davon wie Bart und Lisa beim Begräbnis ihres Goldfisches an ein interessanten Grabstein stoßen. William H. Boney, der mit 21 Jahren erschossene Mann, träumte laut der Info darauf von einer Welt ohne Waffen. Beeindruckt davon, setzt Lisa eine Bewegung in Gang. Nach einer Kampagne gegen Waffen ist die Stadt irgendwann komplett frei von Waffen. Bis der oben erwähnte William H. Boney aus seinem Grab aufersteht. Es stellt sich heraus, dass er Billy the Kid war. So übernimmt er die Stadt mit ein paar anderen Revolverhelden als auch Kaiser Wilhelm. 

"The Island of Dr. Hibbert" ist eine sehr freie Parodie auf "The Island of Dr. Moreau". Die Simpsons fliegen in den Urlaub auf eine Insel, auf welcher Dr. Hibbert Experimente auf Menschen durchführt und sie in Tiere verwandelt. Nach und nach werden auch die Simpsons verwandelt: Marge in eine Wildkatze, Lisa in einen Adler, Maggie in einen Ameisenbären und Bart in eine Spinne. Homer ist zuerst schockiert von dem Ganzen, nimmt allerdings irgendwann wahr dass dieser neuer Lifestyle perfekt zu ihm passt - und lässt sich am Ende in einen Walross verwandeln.

Die letzte Folge ist im Grunde genommen "Good clean fun". Hier passiert nichts besonders krass provokatives oder außergewöhnliches. Im Grunde genommen ist es eine Art Metapher für die größten Träume des Menschen: Faul sein und nichts tun. Episode#2 parodiert einerseits den Umgang mit Waffen: So hat JEDER Bewohner Springfields mindestens eine Waffe (selbst Bart). Und am Ende als keiner mehr Waffen hat, ist man wehrlos und wird angegriffen. Meiner Meinung nach versuchen die Autoren eine Art Position der Mitte einzunehmen indem sie sagen: "Wir sind für einen vernünftigen Umgang mit Waffen weil wenn sie alle weg sind, dann sind wir wehrlos". Die erste Episode war das witzigste seit langem. Ich kann mich noch dunkel an den Original-Film dazu erinnern. Ich fand ihn im jungen Alter ziemlich witzig. Es ist ein simples Szenario, dass allerdings ein ziemlich makaberes Ende hat, was in der Story schulterzuckend aufgenommen wird. Also genau das was manchmal in den älteren Halloween-Episoden gang und gäbe war. Insgesamt immer noch ein "Hit and Miss" aber im Grunde doch eine solide Leistung.

7/10 Pfandflaschen
Intro:


Dienstag, 20. Oktober 2026

Comic Book Review#699: The Simpsons' Treehouse of Horror#17 (2011)

Die erste Story heißt "Nosferatu: A Simpsony of Horror" und stammt aus der Feder von Zander Cannon, Gene Ha und Art Lyon. Es ist eine exakte Nachahmung des Stummfilms mit Max Schreck in einer der Titelrollen. Naja, fast. Alles passiert in der fiktiven Stadt Springborg. Der Chef von Homer Simpson, Lord Burlock (ein Vampir) meint dass er näher zur Stadtmitte ziehen möchte. So meint Homer zu seinem Sohn Bart, dass dieser Burlock sein Baumhaus verkaufen soll. Wenn er das nicht macht, droht

man ihn dass seine Comics verkauft werden sollen. Also zieht Bart zum Burlock'schen Anwesen hinterm AKW und lernt den Mann kennen. Der Kaufvertrag soll aufgesetzt werden, als plötzlich Burlock ein Foto von Marge erblickt. Er nähert sich daraufhin in einer Limousine zum Simpsons'schen Haus und möchte unbedingt ihr Blut saugen. Währenddessen liegt Homer völlig besofski vor Moe's Kneipe nachdem er ein paar Bier und Fliegen (so wie ein gewisser Assistent von Dracula) zu sich genommen hat. Zum Glück kann Marge Lord Burlock mit einem Comic von Bart ablenken, sodass dieser gar nicht merkt, wenn die Sonne aufgeht - und daraufhin verbrennt. Was für eine großartige Idee, einen Stummfilm in einen Comic zu verwandeln und alles etwas "lockerer" aber gleichzeitig merkwürdiger zu machen. Am merkwürdigsten finde ich dabei Homers manisch wirkende Art. Jede Art von Grinsen in dieser Story ist außerdem wirklich creepy und verstörend. Verdammt gut gemacht.

"Marge of the Dead" von Jane Wiedlin und Tom Hodges: Die Simpsons spielen eine Runde Itchy und Scratchy Trivia. Bart gewinnt und möchte als Hauptpreis dass die ganze Familie mit ihm zusammen Star Wars nachspielt. So verkleiden sich die Mitglieder als Star Wars Charaktere: Bart als der Imperator, Lisa als Prinzessin Leia, Maggie als Yoda, Homer als Jubba the Hut und Marge als äh ich glaube Ahsoka Tano (?). Jedenfalls findet das ganze auf einem höheren Hügel in der Nähe des AKWs statt. Marge fällt aus Versehen runter und bricht sich das Knie. Nach einer dringenden Operation im Krankenhaus verändert sich ihr Wesen. Ein Körperteil musste mit einem Transplantat von einem Toten ersetzt werden. Und so wird Marge zum Zombie und klaut Menschen in der Stadt Gehirne. Die Lösung dafür ist eine simple. Der Rest der Familie bietet ihre Gehirne an, damit sie keinen anderen Menschen wehtut (?). Hä. Was ist das? Das fängt so witzig an und endet so abrupt. Und ist am Ende gar nicht witzig. Die Zeichnungen sind cool - weil sie sich größtenteils an den Simpsons-Stil halten. Aber die Stoy bringts leider gar nicht so wirklich.

"Harvest of Fear" von Jim Wooding und Max Badger: Diesmal handelt es sich um mehrere Stories in einer Story. Bart befindet sich auf einem Yard Sale - der bekannte Räuber Snake verkauft alte Sachen. Unter anderem auch Comics. Es stellt sich allerdings heraus, dass es allesamt geklaute Sachen von Hans Maulwurf sind. Jedenfalls kauft sich Bart eine Ausgabe von "Harvest of Fear". Es ist ein EC-Knockoff-Comic. Also kein Comic von EC sondern eine Nachmache davon. Diese wurden nicht mal von B-Listern sondern von arbeitslosen und schizophrenen Autoren aus der Psychiatrie geschrieben. Zuhause angekommen liest er die erste Geschichte (gezeichnet von Max Badger) die von einem Jungen handelt der ein Soziopath ist. Dieser bringt eine Schildkröte um, weil er wissen will was sich im Inneren befindet. Zuhause angekommen stellt es sich heraus, dass seine Familie (Mutter, Vater und Schwester die alle wie Marge, Homer und Lisa aussehen) ihre Körper haben umnähen lassen damit sie wie der Stoff von Topfhandschuhen aussehen. Nun möchten sie das gleiche mit ihm machen. Bart erschreckt sich durch die Lektüre der Geschichte und hat keinen ruhigen Schlaf danach. Am nächsten morgen hat er Halluzinationen. Er möchte aber unbedingt den Comic weiter lesen. In der nächsten Story geht es um weitere Jugendliche. Diese wundern sich warum in den zwei Comicläden ihrer Stadt keine Comics mehr zu finden sind. Es stellt sich heraus, dass ein Mann sie alle aufgekauft hat. Einer der Jungs findet raus, wie er heißt und wo er wohnt um ihn zu besuchen und zu überreden damit er ihm ein paar Comics verkauft. So führt der Mann den Jungen in den Keller und an der Stelle endet der Comic weil die letzte Seite fehlt. Bart ist sichtlich erschrocken darüber und will erfahren wie die Geschichte ausgeht. So besucht er den Comic Book Guy, der ihn erklärt wieso das so ist. Scheinbar hat der Autor der Geschichte, ein gewisser Mort Hooper, diese in einem Rausch geschrieben. Danach reiste er durch das Land um jede letzte Seite aus jeder Ausgabe des Comics rauszureissen. Zufälligerweise wohnt er in der Nähe von Springfield. So findet Bart seine Adresse raus und besucht ihn. Seltsamerweise ähnelte das Haus dem Haus im Comic den Bart gelesen hat. So überredet er den Autor tatsächlich ihm das Geheimnis zu verraten. Am Ende der Story sieht der Junge einfach nur ein Monster. Eine gewöhnliche Masche in EC-Comics oder deren Knockoffs. Doch warum hat der Mann jede Seite rausgerissen? Weil er wusste dass es Kinder wie Bart wahnsinnig machen würde - was dann geschieht, weiß ich nicht. Wahrscheinlich verwandelt er sich selbst in einen Monster. Allerdings fehlt die letzte Seite. Brilliante Story. Das ist irgendeine meschuggene Art von Metaebene. Die Comics im Comic sind beide in sehr gut nachgeahmten EC-Stil gezeichnet. Die Rahmenhandlung bleibt eine Art skurrille Simpsons-Karikatur. Ich find's faszinierend wie man es schafft zwei weitere Stories in einer Story unterzubringen. Es ist irgendwie Schummelei, aber eine sehr schlaue Art davon. Wahrlich fantastisch. Ich fand's...durchaus gruselig. 

7/10 Pfandflaschen

Montag, 19. Oktober 2026

Album der Woche#703: Cocteau Twins - Head over Heels (1983)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Album der Woche" im Halloween-Monat "SHOCKTOBER". Ursprünglich habe ich mir eine andere Band für das dritte Review vorgenommen, nur um dann festzustellen, dass sie nichts mit Goth, Horror oder Post-Punk usw. zu tun hatten. Auch die vierte Band, die eigentlich hätte vorkommen sollen, habe ich ausgeschlossen um eine zu reviewen, die hier noch nie vorkam. Wie auch immer. Ich stelle mir das immer so vor, dass die im "SHOCKTOBER" reviewten Bands irgendwie als Soundtrack zu einem fiktiven Horror/Sci-Fi/Mystery-Film funktionieren. 


So hatten wir hier The Cramps und Cradle Of Filth die wirklich wunderbar dazu passen. So passten erstere zu irgendeinen Roadtrip-Film mit Vampiren, während Cradle Of Filth zu einem Slasher-Film passen würden. Cocteau Twins passen am Besten zu einem Film Marke "Begierde" (The Hunger) mit Catherine Deneuve und David Bowie. Irgendwas über Vampire.

"Head over Heels" ist das zweite Album des Duos, bestehend aus Elizabeth Fraser (Gesang) und Robin Guthrie (alles andere). Gleichzeitig auch eines der Alben, die geholfen habe das Subgenre "Ethereal Wave" zu gestalten. Womit wir es hier zu tun haben ist ein unglaublicher, großartiger, träumerischer Sound der wirklich schwierig zu beschreiben ist. Die Kombination aus Drum Machine, dröhnenden Gitarren, Keyboards und sogar Saxophon (in "Five Ten Fiftyfold") ist wirklich fantastisch und fühlt sich an als würde ich mit Wattebeinen auf einem Feld aus Watte laufen während über einen sich ein Himmel aus Watte auftut. Die Songtitel klingen auch so. "Sugar Hiccup", "In Our Angelhood", "In The Gold Dust Rush". Frasers Gesang klingt beim ersten Hören gar nicht nach richtigen Worten, sondern nach Lautmalerei. Und das obwohl ganz klar Texte zu hören sind. Es ist träumerisch, verträumt, dreamy und jegliches andere Adjektiv für dieses zufällig erfundene Subgenre. Dream Pop. Im Grunde genommen ein Schritt in eine etwas andere Richtung als "Goth" sein sollte. Nicht finster, aber verträumt (da ist das Wort schon wieder) und irgendwie geheimnisvoll. Passt das als Soundtrack zu einem üblen Horrorfilm? Naja, nicht ganz. Aber zu irgendwas mysteriösen, geheimnisvollen auf jeden Fall. Wie schon oben gesagt. Oder vielleicht zu einem nicht existenten Film von David Lynch. Einfach fantastisch.

Anspieltipps: Sugar Hiccup, Glass Candle Grenades, The Tinderbox (Of A Heart)
9/10 Pfandflaschen


Freitag, 16. Oktober 2026

My Favorite TV-Show: Chucky, Staffel 3

Allright. Nun sind wir also am Ende dieser unfassbar fantastischen und witzigen Serie angelangt. Um euch mal die Übersicht zu bieten: Hier geht es zur Staffel 1 (da findet ihr auch die Übersicht über das komplette Franchise) und hier zur Staffel 2. Tatsächlich wurden die beiden Staffeln von mir bei "Film der Woche" und nicht bei "My Favorite TV-Show" reviewt. Aber das ist jetzt halt so. Wenigstens sind all diese Review im SHOCKTOBER erschienen und das passiert hiermit auch. Here we go...


Diesmal sind tatsächlich große, sehr sehr große Dinge am laufen. Der Schauplatz der Serie ist zum Teil das Weiße Haus. Zunächst mal ein Fun Fact: Devon Sawa (genau der Stan aus Eminems "Stan") spielt hier gleich drei Personen: den Präsidenten der USA James Collins, einen gewissen Randall Jenkins und in einer Szene auch Jake Wheelers (Zackary Arthur) Vater Lucas. Die Familie des Präsidenten hat vor kurzem einen sehr tragischen Tod erlebt. Henry Collins der jüngere Sohn, gespielt von Callum Vinson) ist traumatisiert weil sein jüngerer Bruder Joseph vor kurzem an Krebs gestorben ist. Sein älterer Bruder Grant (Jackson Kelly) verarbeitet das auf eigene Weise und stellt sich mit TikTok (oder so) voll ins Rampenlicht. Genau diesen Umstand eines traumatisierten Kindes nutzt Chucky (Brad Dourif) um ins Weiße Haus zu kommen. Unterstützt wird er dabei von Caroline Cross (Carina London Battrick), Lexys (Alyvia Alyn Lind) Schwester die inzwischen mit ihm gemeinsame Sache macht und seine Begleiterin geworden ist. Doch warum musste die Puppe unbedingt ins Weiße Haus kommen? Nun, Chucky wird sichtbar alt. Scheinbar ist die Voodoo Magie, womit der Serienmörder überhaupt als Puppe wiedergeboren wurde irgendwie verseucht worden. Sein Körper altert rapide und er braucht ein richtiges schönes, blutiges Voodoo-Ritual mit mindestens einer Ficktonne an Toten um sich "wiederherzustellen" bzw. den Voodoo-Gott Dambala zu "besänftigen". Als Devon (Björgvin Arnarson), Lexy und Jake im Fernsehen sehen, dass Chucky nun Henrys Spielzeug ist, beschließen sie ihn endlich(!) ein für alle mal (!) zu stoppen. Dafür müssen sie allerdings ins Weiße Haus gelangen.

Das nenne ich mal ein Abschluß. Ein Abschluß, weil die Serie danach nicht fortgesetzt wurde. Das heißt also, dass die Reihe demnächst, irgendwann, wohl als Film fortgesetzt wird. Es endet (wie so oft) mit einem Cliffhanger, sodass man alles fortsetzen kann - oder auch nicht. Ich war ehrlich gesagt etwas vorm Kopf gestoßen weil ich irgendwie, naiverweise, wollte dass es endlich mal ein Ende hat. Doch natürlich kommt es anders und es gibt kein "Happy End", wie man es sich als geistig gesunder Mensch so vorstellt. Keine Ahnung. Ich finde man schafft es hier sehr gut, etwas komplett over the top zu gestalten (eine Puppe die als Körper für die Seele eines Serienmörders dient, die die Macht über den Atomknopf hat) und gleichzeitig sehr "realistisch" (eine Puppe die versucht ein Kind  zu manipulieren und seine Trauer ausnutzt). Sehr witzig finde ich nach wie vor diese Parodie der ganzen Geschichte über "Multiversen" bzw. "Varianten". Das sind meine absoluten Highlights hier. Brad Dourif spielt nicht nur Chucky in seinen verschiedenen Gestalten (unter anderem als sein älteres selbst). Nein, es gibt hier auch verschiedene Varianten von Chucky in menschlicher Form. Und mein allergrößtes Highlight hier ist tatsächlich Jennifer Tilly die Tiffany Valentine spielt die im Körper von Jennifer Tilly lebt. Es ist so absurd und höllisch amüsant. Schauspielerisch eine wirkliche Meisterleistung.