Posts mit dem Label LP Special werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label LP Special werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 30. April 2015

Album der Woche, Folge 195: Post-War Perdition - dto. (2011)

Ich habe leider nicht so viel Zeit, deswegen wird das Review ungewohnt kurz. Außerdem wollte ich diese Woche nichts mehr schreiben, deswegen werden heute zwei Blogeinträge rausgequetscht.

Neulich beim Auftritt von Hatehug.
"Warum habt ihr die Post-War Perdition Platte dabei?"
"Weil Dani dort gesungen hat."
*Dani grinst unglaublich breit und winkt*
"Okay."

Für vier euro kann man nicht wirklich viel falsch machen. Brutaler Death/Thrash Metal. Manchmal ganz schön martialisch und brachial, manchmal ziemlich mitreißend und spaßig. Ich verstehe den Gesang nicht. Dafür muss ich die Texte lesen. Wäre alles verständlich gesungen, würde alles nach einem stumpfen rezitieren von ungereimten Texten klingen. Die reimen sich zwar überhaupt nicht haben es in sich. Es geht um Emanzipation von Hierarchien als auch den Zerstörungstrieb der Menschheit. Soweit ich das verstanden habe. Irgendwie ist es cool, diese Texte erst im nachhinein zu entdecken. So hat man das Gefühl dass die Musiker mit all diesen Growls eine Art versteckte Botschaft übermitteln wollten.

Ich ärgere mich grade sehr, dass ich nichts digitales finde. Gar nichts. Stattdessen gibt es aber zwei Videos, sodass ihr euch zumindest einen kleinen Einblick verschaffen könnt.



Donnerstag, 9. April 2015

Album der Woche, Folge 192: The Offspring - dto. (1989)

Im Februar auf dem Frost Punx Picnic mitgenommen: Das Debüt von Offspring von 1989.

Erschienen auf dem Label Nemesis Records in der Auflage von 5000 Stück und 1995 nochmal releast worden. Allerdings mit einem anderen Cover. Einem ziemlich hässlichen finde ich. Außerdem ist das Stück "Kill The President" von der Tracklist gestrichen worden.

Eines der, bzw. das ungewöhnlichste und untypischste Album von Offspring. Ich kenn leider das
Zweitwerk "Ignition" nicht, deswegen kann ich es wohl nur mit dem Drittling "Smash" und weiteren Alben vergleichen. Man kennt Offspring ja eigentlich als eine ziemlich sarkastische, leicht schwarzhumoristische Band. Hier gehts ähnlich zu, allerdings ist alles viel ernster und politischer. Man merkt die Einflüsse von TSOL oder den Vandals. Es ist übrigens auch nachvollziehbar wieso man dieses Album gerne in die Horrorpunk-Schublade steckt. Bei Texten wie "Beheaded" oder "Jennifer Lost The War" wundert es einen auch nicht.



Spitze Album, auch wenn es an richtigen Krachern fehlt. Würde es eher unter Geheimtipp einsortieren. Sci-Fi-Kenner unter euch werden natürlich den Xenomorph mit der Gitarre auf dem Cover erkennen. Der Schriftzug der Band ist übrigens komplett geklaut - von einem Horrorfilm gleichen Namens.

Ich gebe dem Ganzen 7/10 Pfandflaschen und erkläre: "Tehran", "Baghdad" (ist praktisch dasselbe lied), "Kill the President", "Beheaded" und "Jennifer Lost The War" zu Anspieltipps

Daunlaud

Sonntag, 22. März 2015

Album der Woche, Folge 190: Amen 81 - Le Grand Tour de Passe-Passe (2015)

Lange ist das her, dass Amen81 ein Album veröffentlicht haben .Beinahe 10 Jahre. Es ist ebenfalls lange her, dass dieses Album per Post bei mir gelandet ist. Ergo wird es langsam mal Zeit das gute Stück Vinyl anzutesten.

Da wir Amen 81 ja schon kennen, wissen wir bereits welche Themen das Album beinhalten wird. Nämlich Religion, Nazis, Alltagsnazis, Kritik an der linken Szene usw. Zumindest interpretiere ich die Texte, denn auf "Le Gradn Tour de Passe-Passe" erscheinen sie mir noch mehr kryptisch als je zu vor. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Drummer Sammy Disruptor, dessen markante Stimme für mich schon immer eines der Erkennungszeichen der Band war, nur 1/3 der Songtexte geschrieben und diese auch singt. Die Herren Belette und Chef Gigot stehen diesmal gesangltechnisch im Vordergrund. Um es mal mit meiner sehr skurillen Art zu Vergleichen zu sagen: Die Nürnberger hören sich diesmal viel mehr an wie eine HC-Variante von Jens
Rachut oder die deutschsprachige Variante von Jello Biafra. Ich weiß nicht wessen Stimme das ist, aber derjenige hört sich für mich so an als würde der Ex-Sänger der Dead Kennedys plötzlich auf Deutsch singen.

Man wünscht Nazis den großen Japaner an den Hals, teilt mehrere Absagen an die Religion und setzt sich mit dem Thema "halbnackt auf Konzerten" auseinander. Nun, ich habe letztes Jahr auf dem würzburger Trainspotting Festival mitbekommen was man auf der Bühne dazu gesagt hat - dies war aber nicht besonders einleuchtend, weil argumentativ totaler Müll. Jedoch finde ich dass man aus Rücksichtnahme Frauen und anderen Konzertmibesuchern gegenüber das T-Shirt ruhig anlassen kann. Als Band hat man es aber dreifach so schwer, weil man buchstäblich in der 1000 Grad Hölle sitzt und daher auch das volle Recht sich etwas frei zu machen. Wer dafür kein Verständnis hat, hat kein Verständnis von mir, dass er kein Verständnis hat.

Aber was solls: Amen 81 schaffen es mal wieder. Sie werden damit bestimmt polarisieren, auf den wunden Punkt treffen und die Stirn ob den nicht leicht zu durchschauenden Lyrics zum runzeln bringen. So ists gut!

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Religion ist heilbar, Anzieh'n! Anzieh'n!, Ein Superheld der super ist, Millions of bonds of friendship, Atheistischer Katechismus

Donnerstag, 27. November 2014

Album der Woche, Folge 175: Dackelblut - Fluten und Tauchen(1997)

Vor ungefähr 6 Jahren habe ich mir von einer (legalen) Seite haufenweise Zeug von und mit Jens Rachut am Gesang runtergeladen. Sprich einzelne Songs von Angeschissen, Blumen am Arsch der Hölle, Dackelblut und Oma Hans. Mit dabei war ein Song von Oma Hans, welches leider falsch betitelt war ("Oma_My"). Es enthielt Pferdegeräusche und einen Elektrobeat. Falls irgendeiner meiner Oma-Hans-hörenden Leser weiß welches Lied gemeint ist, der möge sich bitte im Kommentar melden. Danke.

Nun, ich besaß zwar diesen kleinen Haufen Songs allerdings war ich früher nie so ganz in das Rachut-Planschbecken getaucht. Diese ganzen Bands schienen mir zwar alle verdammt gut, aber doch weit entfernt. Die Texte waren mir einfach viel zu kryptisch. Zumindest auf den ersten Blick. Allerdings waren die Namen immer irgendwo präsent, immer hat irgendjemand irgendwann eine dieser Bands erwähnt. Kommando Sonne-Nmilch spielten sogar in den letzten paar Jahren zwei Mal in Würzburg. Leider war ich dann doch nicht so sicher ob ich das überhaupt live sehen will, ob mir das taugt oder ich war anderweitig verhindert. Letztens auf nem Slime-Konzert musste ich irgendwie an "Besserwisserei stinkt" denken als ich am Plastic-Bomb-Plattenstand stand..... Und da griff ich einfach zu.

Großartige, ungewöhnliche und kantige Interpretation des Punkrocks. Es gibt hier Texte die zutiefst persönlich sind und (scheinbar) den Tod eines Freundes verarbeiten als auch die, die sich gegen eine große Scheiße richten. Zum Beispiel "Edwin van der Saar", welcher sich allg. gegen Deutschland richtet. Ich finde es einzigartig wie man hier anstatt alle Bonzen und Politiker erhängen zu wollen, einfach sagt, man wolle eine Naturkatastrophe denn es wird alles "blöder hier". Die Naturkatastrophen wären dann solche Sachen wie die Mauer oder ein 0:8 gegen Holland. Bemerkenswert ist, dass man hier den Finger in die Wunde legt und etwas heraufbeschwören will was garstige Kartoffeldeutschen zur Weißglut bringen würde. Musikalisch erinnert mich das ganze an Sachen wie Boxhamsters, allerdings hört sich Rachuts Stimme dabei an wie jemand der wegen einer lauten Baustelle rumbrüllen muss. Ich mag das!

Anspieltipps: Edwin van der Saar, Klon mich, Schoko Asa-Hara, Serge Bailmann
9/10 Pfandflaschen
Daunlaud

Samstag, 22. November 2014

Album der Woche, Folge 174: Sport - Bon Voyage(2014)

Letztens vom bärtigen Typen von 52Hertz aus Würzburg zugeschickt bekommen(dankeschön :3)

Die Band bezeichnet sich selbst laut bandcamp als "indie punk". So sei es. Das Quartett aus Lyon(Frankreich) hat sich verdammt viel Mühe gegeben und meinen Ohren(und Augen) zufolge eine Art Erinnerungsalbum aufgenommen. So weit ich das verstehe(und gott bewahre es ist falsch) handelt es sich um 10 kleine Geschichten die (bestimmt) irgendwo in kleinen Mikrokosmen der Songnamen stattfinden. Ich sage Songnamen und nicht "Titel" weil die Songs tatsächlich Namen von Menschen tragen die es wirklich gegeben hat(siehe Anspieltipps). André the Giant ist beispielsweise ein Wrestler gewesen dessen Gesicht nach seinem Tod unfreiwillig zum Logo der Marke "Obey"
wurde. Das Lyrics sheet als auch die beiden Cover, welche aus alten Fotos und Songtexten auf Papierschnipseln bestehen, bestärken mich in dieser Ansicht. Korigiert mich wenn ich falsch liege.

Sport machen nichts außergewöhnliches. Man hört ihnen ihre Einflüsse sofort an. Ich muss auch beim Bandnamen sofort an "American Football"(die Band) denken, auch wenn diese sich anders anhören. Sport sich sind dynamisch als auch langsam. Der Gesang ist größtenteils gebrüllt und wenig verständlich. Die Texte sind aber verfickt schön, da kann man drüber hinwegsehen. Finde ich.

Achja, das sagt alles. (Ich hab kein Bock länger drumherum zu reden. Hört euch einfach dads Album an):

"Here's what I've learnt, jsut a fer words: 'When someone loves you, the weather is so fine, I can't say better, the weather is just so fine'. So here we are: Only you and I today outside I can't see no cloud"

(Reggie Lewis)
bandcamp
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: André the Giant, Charles Lindbergh, Charlotte Cooper, Reggie Lewis

Mittwoch, 12. November 2014

Album der Woche, Folge 173: Derbe Lebowski - Broken Glass LP(2014)

Lange lange hab ich darauf gewartet. Erst hab ich aufgrund meiner Verpeiltheit wohl die eigene Postleitzahl falsch angegeben, sodass die Platte ewig auf sich warten ließ. Dann stand sie Ewigkeiten rum, weil ich kaum Zeit gefunden hab um sie ordentlich anzuhören. Jetzt ist endlich ihre Zeit gekommen und sie wird besprochen. Yeah.

Soweit ich mich entsinnen kann, ist es das erste richtige Album des Dudeviolence-Vierers aus Berlin. Auch wenn ihr vielleicht bei Worten wie „Powerviolence“ an überdimensionalen megalauten Krach denken müsst, so habt ihr zwar recht. Aber ihr habt euch noch gar nicht die Texte durchgelesen(!) Ich finde man ist was das Thema betrifft bei DRBLBWSK echt gut bestellt. Wäre ja auch echt Scheiße
wenn man wie hier 17 Songs hätte und sie alle um mehr oder weniger dasselbe Thema gehen würden. Mir ging es beim anhören(zweimal: morgens und abends :3) nicht schlecht oder so, ich hatte keinen Klumpen Hass oder Aggressionen in mir(was man von Hörern solcher Musik ja klischeebedingt vermutet). Im Gegenteil: Der Titeltrack gab mir ein enorm positives Gefühl a lá "sowas hatte ich auch schon durchgemacht".

Das Booklet ist übelst abstrakt gestaltet. Ich saß nämlich da auf meinem Bett mit nem Schnitzelbrötchen in der einen und diesem Booklet in der Hand, hab versucht es zu lesen ohne den Kopf zu verdrehen(mein tipp: einfach zurücklehnen und das Blatt hin und wieder drehen. Hilft ungemein!) und fand die Texte einfach krass. Man merkt, dass ein Haufen Ideen und Herzblut drinstecken.

Um mal mit einem Beispiel zu dienen - hier ein Ausschnitt aus "Ungraspable Thinking":


"machmal muss man auch erstmal 

an den punkt kommen an dem andere schon waren 
um zu verstehen was sie bewegt 
wir sind verschieden wie wir lieben 
man kann in deinem leben lesen wie in einem offenen buch 
das ich langweilig find' 
mach die augen auf 
entwaffne die angst sie ist nur konstruiert" 


Ihr habt Schlafprobleme, habt einen Hass auf den Großteil dieser Welt(und das womöglich auch noch zurecht), keinen Bock auf gleichgeschaltete Hardcore/Punk-Szene, Homophobie und den ganzen Scheiß?

Ihr habt Bock auf eine alternative Variante von Kafkas „Die Verwandlung“(„Metamorphosis“), Grindgesang(„Forsaken“), und eine Band die sich gegen sämtliche Widerwärtigkeiten dieser Welt stellt? Dann ist es eine Platte für euch.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ungraspable Thinking, Self-Inflicted, Forsaken, Metamorphosis, Broken Glass
bandcamp

Samstag, 8. November 2014

Album der Woche, Folge 172: Autonomads - No Man's Land(2012)

Über die Autonomads hab ich das erste Mal in einem Plastic-Bomb-Special über Dubpunk gelesen und war seitdem neugierig, was deren Musik betrifft. Seitdem holte ich mir ihre Platte und hörte in andere Künstler dieses Subgenres wie "Propaganda And Information Network" oder "Black Star Dub Collective" oder "Inner Terrestrials!".

Die Band aus Manchester besteht aus fünf Personen wovon vier das Mikrofon mitbedienen. Der Drummer ist dabei verantwortlich für gesprochene Passagen. Die Musik ist eine Mischung aus üblichen Anarchopunkigen simplen Melodien und einen erheblichen Dub-Einfluss - sprich langsame Basslinien, Saxophon, Melodica. Quasi die bessere Form von Reggae. Und es funktioniert. "No Man's Land" ist musikalisch abwechslungsreich. Es ist bei punkigen Songs schneller, bei dubsongs wesentlich langsamer und gleicht sich ziemlich aus. Beinahe 60:40. Passt perfekt zum mitwippen, mitsingen als auch einfach entspannen. Auch das Artwork ist ziemlich cool und Crass-esk. Besitzt nämlich über dieselbe Schrift die rings um das morbide Artwork geht. Textlich gesehen geht es dem "System" allgemein an den Kragen, man spricht sich für die Gleichheit von Mensch und Tier aus und für den Support der EZLN.

Allerdings tritt man auch in Fettnäpfchen. "Dubbing up the Downfall" geht zwar gut ins Ohr, handelt aber von unsäglichen "New World Order"-Plänen, die von "den da oben" ausgeheckt werden. Schade eigentlich. Das macht das ganze n Bisschen kaputt. Aber was solls.

Bandcamp
7/10 Pfandflaschen

Montag, 27. Oktober 2014

Album der Woche, Folge 171: Amen81 - xTheHitPitx(2005)

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt war ich Ende September auf dem Trainspotting-Festival in Würzburg, wo auch Amen81 gezockt haben. Das war wie ein Schock. Ich war plötzlich von dem Gedanken besessen mir Musik von der Band zu holen. Und generell mich mal wieder in meinen gemütlichen Sessel zu setzen, "Races High" anzumachen und alle anderen zu hassen.

Das tat ich an dem Abend leider nicht, weil wir noch in der Nacht zurück in den Pott gefahren sind. Allerdings bin ich jetzt stolzer Besitzer von "xTheHitPitx". Ich hab nämlich nach dem Auftritt. ganz dreist jemanden von der Band 10 Ocken in die Hand gedrückt und hab mir ne Platte gekrallt. Allerdings unterscheidet sich dieses Album von den anderen Veröffentlichungen davor(außer die zwei 7" die nach xTheHitPitx erschienen). Es ist nämlich nicht mehr rumpelig, knüppeldick(aber trotzdem aufdiefresse) sondern erinnert leicht an eine punkigere Variante von spät80iger straight edge bands. Größtenteils musikalisch aber auch textlich werden einige Zitate reingehauen - nämlich im Titeltrack:
Nun, ihr wisst ja mittlerweile was für Musik Amen81 machen, so wurden sie doch hier schon vier mal reviewt(nämlich hier, hier, und zweimal hier)

hätt ich selbst nicht gedacht
back into hardcore,
den wir nie verliessen
aber moment mal -
riecht's hier verbrannt -
the flame still burns -
das hast du gut erkannt
kommt mir mir inne zeit als hatecore 
kein nazirock, sondern SFA
aus nyc war
NOFX 'ne vorgruppe,
die vor den biscuits spielte
i was only young once,
so i hope i did it right"

Das Artwork bietet einen eigenwilligen Mix aus 8bit graphiken und typischen youth-crew-kram wie Bandname als College-Schriftzug und "x"e am Anfang und Ende eines Wortes. Das Booklet ist auch ungefähr genauso groß wie bei NES-Spielen. Meine ich zumindest, könnte mich aber auch irren.

PS: Wenn ihr die Kartoffeln unter Punx ärgern wollt, spielt ihnen "Races High" und "Das Palituch" vor.

Anspieltipps: Races High, Das Palituch, Disfreak, Kommando Pfefferpistole, The Hit Pit
Das Album ist leicht zu finden im Internetz, cooler wäre es allerdings wenn ihr es euch bei Twisted Chords kaufen würdet.
9/10 pfandflaschen

Dienstag, 21. Oktober 2014

Album der Woche, Folge 170: 52 Hertz - Somnolence(2014)

Vor ein Paar Tagen ist dieses wunderschöne, marmortürkise Stück Vinyl per Post aus Würzburg eingetrudelt. Vielen Dank an der Stelle dafür.

52 Hertz sind ein Trio aus Würzburg, welches eingängigen, textlich meiner Meinung nach rührenden und anspruchsvollen Emo macht. Ich durfte sie schon mal live verpassen. Ganze zwei mal. Aber die Platte macht das wieder wett. Schade, dass es nur fünf Songs sind bzw. die Platte nur einseitig bespielt ist. Es hört sich an wie...naja keine ahnung wie... ich bin nämlich in diesem Genre leider
nicht so gut bewandert. Die einzige Band die man eventuell als Vergleich bringen könnte wären Sunny Day Real Estate. Allerdings nur musiktechnisch, vom Gesang her ist das hier auf deutlich "härteren" Niveau.

Es ist schön, wirklich schön. Einer der Songs heißt "Purr", ich nehme an wegen der Zeile "cause cats don't live as long as desired". Darin gehts u.a. darum, dass man Angst hat beim Zurückkehren nach Hause keine Freunde mehr zu haben. Zumindest verstehe ich das so. Man zieht Worte und Zeilen etwas in die Länge damit die Songs nicht zu kurz kommen. Normaler Move. Was ich auch sehr cool fand, war das "Booklet" in Form eines Herzchens. Das Albumcover verwirrt mich aber komplett. Weiß nämlich nicht, was ich mit dieser Frau in der Hängematte anfangen soll.

Ich mag das. Und ich will mehr davon.

8/10 Pfandflaschen
bandcamp

Mittwoch, 4. Juni 2014

Album der Woche, Folge 150: LP Special: Wølfenstein/Sullen Walk Split Ep(2014)

Yaaaay!

Vor gut einen Monat hab ich das Teil gekauft. Wann? Nachzulesen hier.
Habe nachdem ich diese abenteuerliche Nacht durchlebt hab, mich morgens(bevor ich wieder losfahren musste) am PC hingesetzt und gedacht "hm, du könntest dir mal die Platte angucken". Gesagt, getan. Dass mir der Sabber nicht anfing runterzulaufen, angesichts des Designs des Vinyls, grenzt an ein Wunder. Das Ding ist durchsichtig und hat schwarze Farbspritzer. Anstatt zu sabbern, guckte ich es in meinen desilussionierten Zustand(3 stunden schlaf) an und meinte: "oh mein...gott....die platte ist....durchsichtig...ach du scheiße...."

Aber das ist jetzt egal. Denn, wir haben hier 8 Bretter von zwei grandiosen Bands aus südwestlichen Teil der Bundesrepublik die a)ordentlich auf die kacke hauen, b)ordentlich finster sind und c)ordentlich nicht langweilig wirken. Wølfenstein sind dabei klingen dabei gewohnt brutal und schaffen es mich eben durch ihre Themenauswahl in gute (mosh)Laune zu versetzen, die ich in meinen vier Wänden allerdings nur begrenzt ausleben kann.
Während Wølfenstein für die Menschheit schwarz sehen, Fleischkonsum und die Beschränkung der Menschen auf ein Leben der Marke "eat, work, consume and die" verurteilen sind Sullen Walk etwas persönlicher. Auf ihrem Teil der Split gibt es sogar ein Sample über Brandanschläge auf Asylantenheime. Ein Sample! Sowas hätte ich bei solch düsterer Mucke nicht erwartet. Meiner Meinung nach verdeutlicht ein passendes Sample noch mal genauer worum es im Song geht. Zudem spricht man in allen vier Songs in der Ich-Perspektive, was Sullen Walks Seite noch ein Stück persönlicher macht. Jedoch ist es nicht entscheidend in meinen Befinden der Musik - find beide Bands nämlich ähnlich gut. Allerdings müssen Sullen Walk den live-test bestehen, Wølfenstein haben das schon.

Fazit: Kann man hören, jungö!

Wølfenstein: 8,5/10 Pfandflaschen
Sullen Walk: 8,0/10 Pfandflaschen

Bandcamp(Wølfenstein)
Bandcamp(Sullen Walk)

Sonntag, 1. Juni 2014

Album der Woche, Folge 149: Slayer - South of Heaven(1988)

Mit Slayer hatten wir hier schon mal das Vergnügen. Diesmal ist es das direkte Nachfolgeralbum zum furiosen Thrasher "Reign in Blood".

(oh mein gott, ich hab tatsächlich furioser Thrasher gesagt :D)
Gekauft auf dem "Angeschimmelt Youth Crew"-Festival für gar nicht mal so viel Geld, beim Stand von Twisted Chords.

Von den vier Kalifornier ist man normalerweise schnelles, kompromisloses Gebalelr gewohnt - diesmal ist es allerdings nicht ganz so. "South of Heaven" ist durchgehend langsamer als sein Vorgänger. Auch Tom Arayas Gesang wirkt stellenweise weniger aggressiv. Auf "Behind the Crooked Cross" sogar ziemlich "entspannt" wenn man das so sagen darf. Ab und zu wirkt das ganze ziemlich "groovy" auf mich, jedoch ohne den Thrash-Charakter zu verlieren.

Textlich gesehen sind es die üblichen "unangenehmen" Themen - Hölle(South of Heaven), Abtreibung(Silent Scream), Krieg(Ghosts of War/Mandatory Suicide/Behind the Crooked Cross).... Meine Lieblingssongs hier drauf sind sowohl der geniale Opener("South of Heaven") der dadurch dass er langsam anfängt und immer lauter wird eine immense Spannung aufbaut(jedes mal!), das Schlußlicht "Spill the Blood" für seine (vielleicht ungewollte) Entspanntheit und Ghosts Of War und Read the between the lies für ihre Lyrics. Auch das gute Judas-Priest-Cover von "Dissident Aggressor" fetzt.

Großartiges Album, dessen Songs sogar in das PC-Spiel "Doom" miteingeflossen sind.

9,5/10 Pfandflaschen
Daunlaud

Freitag, 28. März 2014

Album der Woche, Folge 140: LP Special - Top Gun OST(1986)

Ja, ich weiß. Das Hamburger Gefahrengebiet ist vorbei und man kann keine guten Witze mehr über "Dangerzone" machen.

Top Gun. 1986. Männer. Flugzeuge. Eine Romanze. Ein Film den ich nie gesehen hab, und wohl nie sehen werde, weil ich versuche das meiste mit den zutiefst unsympathischen Tom Cruise zu meiden. Allerdings wollte ich auch so cool zu Dangerzone in den Raum reinmarschieren, sodass ich mir dieses Originalrelease für den Wucherpreis von einem Euro auf irgendeinem Flohmartk gekauft hab. Allerdings eiert die Platte so krass, dass die Nadel des Plattenspielers nur am Springen ist und ein vernünftiger Genus von 80er Jahre Pop nicht zustande kommt. Also beschaffte ich mir das Album anderweitig und stellte fest: "Omg, das ist ein Rerelease mit feinsten Bonustracks!"

Ganz ehrlich, das ist nicht so gut wie ich mir das vorgestellt hab. Wir haben hier 10 Songs. 9 Mal 80er Jahre Pop plus eine Kompositon von Harold Faltermeier(das ist übrigens der Typ der auch die Titelmelodie von "Beverly Hills Cop" gemacht hat). Einige Songs sind so knorcke, andere triefen aber so mit Schmalspur dass ich kotzen könnte.

Den Anfang macht "Dangerzone" von Kenny Loggins. Ein Song zum "Mit Sonnenbrille am Lenkrad sitzen und semicool wirken, während dich deine Kinder auslachen". So ein geiles Lied, ohne Scheiß. Danach Cheap Trick mit "Mighty Wings" - was zur Hölle? Das sind Cheap Trick? Hört euch mal das hier an und stellt fest, dass es dieselbe Band ist. "Playing with the Boys"(wieder von Loggins) geht auch gut ins Ohr, auch wenn der Songtitel leicht verwirrend ist. "Lead Me On" von Teena Marie kann ich hingegen gar nicht leiden. Eben wegen der oben erwähnten Schmalspur. "Take My Breath Away" von Berlin ist zwar auch schmalspurig hat aber im Gegensatz zu üblichen Lovesongs eine Spur von Originalität. Danach die Miami Sound Machine mit "Hot Summer Nights" - oh mein Gott, nein. Wieso macht es mir so n Ohrwurm? Argh. Was darauf kommt ist "Heaven in your eyes" von Loverboy. Zum Glück hab ich kein Video dazu gefunden. Das ist so furchtbar. Mega furchtbar. Fürchterlich. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, denn ich stand in SO EINER Schleimpfütze. Wäh. Larry Greens "Through the fire" ist dann auch wieder so n Ding was ich nur auf einer Trash-party hören könnte. Mariettas "Destination Unknown" haut mich auch nicht vom Hocker. Doch es wird alles durch Faltermeyers Top Gun Theme gerettet. So schön. Echt jetzt. Als kleines Sahnehäubchen kommen noch "Sitting on the Docks of the bay" von Otis Redding und "Great Balls Of Fire" von Jerry Lee Lewis. Beides großartige Stücke die so gar nicht zu den ganzen 80er Kram passen. Schade, dass sie auf der Originalpressung nicht drauf waren. Aber was solls, bei mir hat die Platte eh nicht funktioniert wie sie sollte.

Fazit: Gar nicht mal schlechter Soundtrack mit einigen echt beschissenen Songs.
6/10 Pfandflaschen
Daunlaud

Sonntag, 2. März 2014

Album der Woche, Folge 136: LP Special: The Thermals - Fucking A(2004)

2004 waren Hutch Harris(voc,g), Kathy Forster(b) und Jordan Hudson(dr) The Thermals. Sie sind die zweite mir bekannte Band die zwei "The"s im Namen trägt und die einzige bei welcher das auch gut aussieht. Die andere Band heißt "The The". "Fuckin A" ist deren zweites Album und zugleich ein mir unverständlicher us-amerikanischer Schimpfausdruck. Das Trio macht(auch heutzutage) sehr eindringliche (Indie)(Pop)(Punk)Musik. Sehr Lo-Fi und ziemlich simpel gestrickt. Keine überflüssigen Solis, in die Länge gezogenen Songs. Außerdem besitzt Hugh Harris die Fähigkeit mit seiner Stimme sehr eindringlich und penetrant zu klingen. Ich finde er hört sich an als er wäre im waren Leben ein Besserwisser der gerne andere Leute belehrt. Aber das ist gut so, denn auf diese Art schafft er, dass ich ihn bzw. seinen Texten zuhöre. Apropos Texte:

"history will show
our progress is slow
when we win
we win in inches

the future is deaf
so the few left
will need a fist
when no one will listen

know where we stand
know we pay the man
it's my flag
it's my flag"
(aus "God and Country")

Gar nicht so billige Investition beim würzburger Plattenladen "H2O". Hat sich auf jeden gelohnt. Erster Album des legendären "Sub Pop"-Labels in meiner Sammlung und sicher nicht das letzte!
Anspieltipps: "a stare like yours", "every stitch", "god and country" und "let your earth quake, baby".

9/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 23. Januar 2014

Album der Woche, Folge 131: LP Special - Sniffing Glue - I'm Not Allright(2009)

"Sometimes my face hurts - from my fake smiles
and I'm not alright
I wanna have it back - my life
I'm gonna get it back - my life
I wanna have it back - my life
I'm gonna get it back - before I die
I wanna get a life - before I die
I wanna live my life - until I die

THIS IS MY LIFE - MY WAR!!

I wanna stay alive - tonight
I'm gonna stay alive - just right
I wanna stay alive - tonight
I'm gonna stay alive - just for you"
(aus "I'm not allright")

Wer "Happenings des Monats"(bzw. die alten Ausgaben von "Happenings der Woche) gelesen hat, der weiß dass ich Sniffing Glue schon mehrfach gesehen hab und dass sie mich jedes mal umgehauen haben. Der Kauf der "I'm Not Allright"-Platte war eher spontan. Da gabs irgendwann ein e-bay-angebot des "Spastic Fantastic"-Shops und ich hab rein intuitiv zugegriffen. Ich habe SG zu dem Zeitpunkt nur live gekannt und wusste nicht ob sie wohnzimmertauglich sind. Es hat sich rausgestellt, dass sowohl ich den Studiosound mag, als auch dass mein Plattenspieler die Platte mag. Der ist nämlich ganz schön scheiße und zickt sehr oft mit 7inches rum.

"I'm not allright" ist ziemlich kurz. 10 Songs insgesamt. 10 mal (hardcore)punkt alter Schule. Wer allerdings nur schnelle aufdiefressesongs erwartet, der wird enttäuscht. Es wird nämlich nicht mittendrin losgelegt sondern mit einen spannenden, düsteren Intro. Außerdem sind die Songs "Bad Guests" und "...And You?" solche Ohrwurmgaranten, dass sie auf einem Konzert (zumindest bei mir) beinahe für feuchte Höschen sorgen. Was ich auch noch super finde: Obwohl Sänger Marcel auch bei Abfukk zum Mikro greift, würde man(wenn man es vorher nicht weißt) nicht auf die Idee kommen, dass bei beiden Bands derselbe Typ singt. So kommt alles ein ganzes Stück authentischer als bei den vielen Bands die sich Bandmitglieder teilen. Ahja, sehr schöner Hidden Track!

9/10 Pfandflaschen

Freitag, 20. Dezember 2013

Album der Woche, Folge 127; LP Special: SFA - The New Morality(1990)

SFA müsstet ihr mittlerweile kennen. Urväter des Begriffes "Hatecore". Urgestein. Stands For Anything. Hier könnt ihr übrigens das Review zu "Solace" nachlesen, dass fünf Jahre nach "The New Morality" erschienen ist.

Wir haben die Durchschnittslänge von 1,5 Minuten pro Song. Es geht also ziemlich schnell zu. Allerdings ist es nicht so, wie bei kurzen schnellen Hardcore Punk üblich. Jeder Song hat nämlich ein schon längeres Intro bevor der raue Gesang von Brendan Rafferty einsetzt. Es gibt auch sowas wie Refrains, jedoch hält man sich in großen und ganzen an keine feste Songstruktur. Nebenbei, was Texte betrifft - da haben die New Yorker einiges drauf. Denn es geht, wie auch auf "Solace" später auch, nicht nur darum sich richtig auszukotzen, sondern auch die Sachen wogegen man eintritt vernünftig zu hinterfragen. Das klappt soweit auch ganz gut bloß gehen die Texte etwas unter wenn man mit dem
Gesang das erste Mal konfrontiert wird. Jedoch kann man sie nach einmaligen Einstudieren auch ganz gut mitgröhlen. Ein Beispiel wäre "Shame":

"Shame is what I feel for being a man
Our society abuses women every subtle way it can
We can make her feel inadequate for wanting to have a job
We can justify her rape for being too scared to yell "Stop!"
Why?
She can't have a career, she has to stay home and cook
Fashion magazines tell her how she must look
She's a second class citizen in our "equal society"
Until things change we can never all be free
They say the clothes she wears justified their rude stares
And that seemed to make it alright
They say she asked for it, so they choose to ignore it
Because she didn't put up a good fight
They tell her she's to blame, I feel nothing but shame
And nobody seems to care
It's just another sexist crime, it happens all the time
Because nothing about this world is fair"
Doch das wäre nicht der einzige kluge Text. SFA waren sozusagen der gegensatz zu dem ganzen Posikram und nahmen sich auch das recht heraus die sXe-Szene zu kritisieren:
" When will you realize you can't change anything
With just an "X" on your hand
When will you realize that unity is just another word
If you don't follow through"
("Just Another Word")
Sehr gut fand ich auch dem Song "Spite" der mit einen Anruf eines Neonazis bei Brendan Reffarty beginnt, welcher einen "Abschiedsgruß" beinhaltet der "88 White Power Sieg Heil you fucking jew lover!" lautet. Ich weiß nicht worauf man da hinauswill. Entweder war Brendan früher selber faschistisch veranlagt("once upon a time, I was a man ruled by hate") oder geht es nur darum ein hassgeladener Mensch zu sein?

Sonst heißt es:
"It's time to make a change and it's up to you
No! We?
Can't bring back the days of '82

It's time to move on and make something new
Work for the future, not for the past

Hardcore is dead! It was never meant to last"
("No More 84")
Ich habe das Re-Release was in Deutschland auf Halb 7 Records rausgebracht wurde. Erstanden für gar nicht so viel Geld in einem würzburger Plattenladen, den es glaub ich nicht mehr gibt.

9/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 28. November 2013

Album der Woche, Folge 124: LP Special - Septic Death - Now That I Have The Attention, What Do I Do With It?(1987)

Septic Death aus Idaho, also. Sagt niemanden von euch was? Sagt euch Pushead was? Wie, auch nicht? Das ist übrigens der Künstler der hinter verschiedenen Artworks von Metallica und den alten Misfits steckt. Aber nicht nur: Auch Exploited, SS Decontrol und sogar Inferno(einer der Vorgänger von Terrorgruppe) haben Grafiken von ihm benutzt. Und Septic Death ist die Band in welcher er gesungen hat.

Aber jetzt gucken wir uns dieses Album mal genauer unter der Lupe an:
Wir haben hier einen äußerst langen Albumtitel, der sich auf die erste EP der Band namens "Need so much attention...Acceptance of Whom"(1984). Das Artwork ist phänomenal, nekrotisch, verfault, septisch eben. Pushead hat auf diesen Cover geschafft das schöne häßlich zu machen und umgekehrt. Wir haben einen für damaligen Zeite außergewöhnlich superschnellen hardcore punk. So schnell, dass einige Leute es tatsächlich gewagt haben das ganze pardon "Speedcore" zu nennen. Was für ein beschissener Begriff. Gibts doch genauso für irgendwelche gabba-sachen aus Rotterdam. Versteh ich nicht. Andere benutzen einen weitläufigeren Begriff namens "Thrashcore", aber das ist ehrlich gesagt ziemlich egal.

Die Texte...huiuiuiuiui die Texte...ich präsentier einfach mal mein Lieblingslied des Septischen Todes - "Never Trust":

"Never trust your neighbor, never trust yourself, question the purpose, the problem of doubt, swim a circle of burden, climb a ladder to treason, it's a war that's created, what is the reason....? never trust the politician, and the promises they make, they are only in the battle, for the profit they will rake, they use your trust for power they will gain, and you fall victim, to the lies of their game. never trust never trust me, never trust never trust never trust you."

Und so geht es immer weiter. Die Songs tragen Titel wie "Burial", "Terrorain", "Poison Mask", "Sweat Of A Nightmare", "Fear"...usw.
Alles ziemlich finster gehalten. Wobei "ziemlich" dabei ne üble Untertreibung ist. Sehr rare neupressung, lohnt sich auf jeden Fall auf Vinyl zu haben.

9/10 Pfandflaschen
Ich verlink einfach mal auf die komplette Disco, weil ich nichts anderes finde:


Sonntag, 27. Oktober 2013

Album der Woche, Folge 119: LP Special - Rudimentary Peni - Death Church(1983)

Ich höre Rudimentary Peni schon ganz schön lange, allerdings habe ich mich nur oberflächlich mit der Band auseinandergesetzt. Auf diesjährigen Fluff Fest wurde es auch Zeit - der Klassiker "Death Church" wurde erworben und ich bin ein Bisschen mehr in das Peni Universum eingetaucht.

"Rudimentary Peni" steht eigentlich für "rudimentary penis". Der Bassist Grant Matthews kam auf die Idee zum Bandnamen als er Biologie studiert hat:

"When I was at school studying biology, we were told that in the fetal stage the clitoris is a rudimentary penis."

Musikalisch bewegen sich RP irgendwo zwischen britischen Anarchopunk und Deathrock. Textlich tatsächlich auch. Grant Matthews Texte sind größtenteils sozialkritischer Natur, die vom Sänger/Gitarrist Nick Blinko beschäftigen mit allerlei persönlichen Themen, die sich allesamt in seiner eigenen abstrakten Welt abspielen. Ähnlich geht es dem Artwork, dass ebenfalls Blinko erschaffen hat. Seine mit Tinte gezeichneten Bilder gehören zu den verstörendsten in meiner persönlichen Top 3000.

Zu meinen persönlichen Favoriten gehört der Song "Rotten To The Core"- ein Diss gegen Joe Strummer und John "Johnny Rotten" Lydon, die sich in Augen der Band Heuchler sind. Interessanterweise war es gang und gebe als Anarchopunkband sogenannte Punkgrößen zu kritisieren. Man schaue sich mal Crass oder Active Minds an. Zu den weiteren Favs gehört auch "Pig in a blanket":

"i tell you about the animals- how they suffer how they die, you try to hide guilty doubt- from me with an appeasing smile, you never want responsibility- for this murderous cruelty, the wasteful piles of blood-soaked bodies - you won't let your conscience see."

Da es, wie der Albumtitel schon verrät, oft um Kirche bzw. Religion geht bieten RP auch hinsichtlich dieser Themen mehrere Kracher wie "Army Of Jesus" oder das geniale "Blasphemy Squad" welches von religiösen Sittenwächtern handelt und schon verdammt gut von Police Bastard gecovert wurde.

In meinen Augen eine geniale, ungewöhnliche Band die es schafft gute Texte mit speziellen Klang als auch außergewöhnlichen Artwork zu vereinen. Top Sache!

10/10 Pfandflaschen
Daunlaud


Freitag, 20. September 2013

Album der Woche, Folge 114, LP Special: MDC/The Restarts - Mobocracy Split(2010)/The Restarts - Actively Seeking Work(2004)

Die Reihe "Ich reviewe meine Plattensammlung" läuft also weiter. Da ich kein Bock hatte nächsten Monat wieder dieselbe Band(The Restarts) zu reviewen, dachte ich mir dass es wieder mal an der Zeit für ein Doppelreview wäre.
mit im Bild: Füße.

1. Millions Of Dead Cops/The Restarts - Mobocracy Split(2010)
FETT. Ja, das kann man sagen. Die (fast)nicht tot zu kriegenden MDC können nach ca. 30 Jahren immernoch begeistern. Und sie bleiben eine sehr sympathische Band, auch aufgrund solch Songs wie "Nazis shouldn't drive". Auch auf ihren Teil der Split-LP mit den britischen Restarts bleiben sie sich treu. Alleine die Titel der Songs sprechen Bände: "Patriot Asshole"(verfickter Ohrwurm), "Mary Jane for president" oder "Quentin" welches an Jugendliche gerichtet ist die ein Gefängnisaufenthalt als eine Art traditionelle Prüfung sehen. Man bezieht sich damit auf den Knastnamen "St. Quentin". Was auch positiv auffällt ist, dass obwohl MDC geilen chaotischen HC-Punk machen, Dave Dictors Gesang erstaunlich klar und verständlich bleibt. Sehr gut!

Über die Restarts kann man viel sagen oder einach nur ein Video posten, denn ein Song sagt mehr aus ein Review. Jedoch verliere ich dazu trotzdem einige Worte: Ich glaub sie gehören zu den geilsten Live-Bands die ich je gesehen habe und zu solchen Bands die so krasse Ohrwürmer schaffen, denen man sich nicht entziehen kann. Ernsthaft. Jesus fucking Christ, die Restarts-Seite der Platte ist einfach voll mit solchen Songs. "Backwards", "Walking On Thin Ice"(ÜBER-Ohrwurm), das skaige "Square One" oder "Pied Piper of Punk Rock". Bemerkenswert sind auch die Textinhalte. "Backwards" handelt von sexueller Kastration, "Thin Ice" von Jugendkriminalität, "Never" von sozialen Leitern und der Art und Weise wie Menschen in dieser Gesellschaft einander nach dem Geldbeutel beurteilen. "Pied Piper Of Punk Rock" ist ein Tribute-Lied an den verstorbenen Freund der Band Warren "Spider" Hastings. Ich finds ziemlich cool, dass man anstatt zu trauern eine lustige Abschiedsparty für den Toten feiert.


Empfehlenswerter für gemütliche Abende vorm PC mit (oder ohne) Alkohol als auch für ausschweifende Partys. Oi.

10/10 Pfandflaschen(Bonus für das geniale Artwork)
Daunlaud


"He was the Pied Piper of punk rock from the heart of Spiderland - He's a one man party he was louder than any band"

2. The Restarts - Actively Seeking Work(2004)
Interessanterweise ist auch dieses Album einen verstorbenen Freund gewidmet. Und zwar Lee Kaufman, der 2004 gestorben ist.

Doch eigentlich ist es gar kein Album sondern eine Compilation von ersten EPs und Split-Eps die von 1996-1998 rausgebracht worden sind. Das wären dann "Frustration", "...just gets worse", "Jobclub" und "State Rape". Leider überzeugt es mich nicht ganz. Ich finde den Sound den sie später entwickelt haben viel besser. Hier sind meiner Meinung nach viel zu viel eintönigere Sachen dabei. Allerdings gibt es einige Sachen die nur so rausstechen. Wie das göttliche "Frustration", das ebenso zum mitgröhlen geeignete "Mind Your Own Business" oder das legendäre The Pioneers-Cover "Times Hard". Was noch dazu kommt: Die schicken Comiczeichnungen als auch die mich zum schmunzeln bringende Werbung für die "Imperial Leather"-Seife("For better looking and longer lasting spikes!"). Achja und das "The Young Ones"-Zitat nicht vergessen. Ist ne gute Scheibe. Allerdings find ich das in gesünderer Dosis viel angenehmer. 23 von so krachersongs sind mir doch Bisschen zu viel.

Deshalb: 7/10 Pfandflaschen
Daunlaud(von Pankerijada)

Freitag, 9. August 2013

Album der Woche, Folge 109: LP Special - Lard - The Power Of Lard(1989)

Kaum zu glauben aber wahr: Ich habe diese Platte in einem Media-Markt gekauft. Und zwar für 2,99 oder so. Denn ich hatte noch was übrig auf einer Gutschein-Karte. Und eigentlich müsste ich für diesen Fall die Rubrik umbenennen, denn es ist keine LP, sondern nur eine EP.

Lard - das waren: Al Jourgensen(Ministry, Revolting Cocks etc.), Jello Biafra(Dead Kennedys), Jeff Ward(u.a. Nine Inch Nails) und Paul Barker(Ministry, Revolting Cocks etc.).

Auch wenn es sich aufgrund der Bandmitgliederauflistung ziemlich banal anhört ABER stellt euch vor Ministry und Dead Kennedys hätten ein Baby zusammen gemacht. Herausgekommen wäre ein Fettklumpen namens Lard. Es hört sich tatsächlich an als würde Jello Biafra mit einer Industrial-Rock-Band auftreten. Oder als würden Ministry mit einem Punkrocksänger auftreten. Die Industrial-Elemente als auch die schnellen Punkelemente sind hier ungefähr im Gleichgewicht. Während der Titelsong sich schon Bisschen nach Baustelle anhört könnte der nachfolgende Titel "Hellfudge" auch einer Dead-Kennedys-Platte entstammen. Textlich bleibt man bissig:

"Can you imagine what it's like to have to flash and pose
while a fat TV preacher sits and beats off in front of YOU?!"

Das abschließende "Time To Melt" ist sage und schreibe 32 Minuten lang und ist garantiert n potentioneller Bong-Session-Soundtrack so spacig wie er ist.

Viel zu Schade, dass unter dem Namen nichts mehr rauskommt.

9/10 Pfandflaschen
Kein Daunlaud weil man sich alle Songs auf youtube anhören kann.

Dienstag, 16. Juli 2013

Album der Woche, Folge 106: LP Special - Joy Division - Sessions 1978-1980(2010)

Gekauft auf dem ersten Angeschimmelt Youth Crew Festival.

Die Platte ist sehr wohl hörbar, wenn auch qualitativ ein Bisschen schlechter als sonstige Studioaufnahmen von der Freudendivision. Dennoch eine echt tolle Zusammenstellung. Es sind Studioaufnahmen von 1978 bis 1980 zu hören.... wie man auch den Titel entnehmen kann.

Zu Joy Divisions Musik bzw. Ian Curtis' muss ich eigentlich nicht viel sagen. Viele leute nenne das Post-Punk oder so ich nenne das "Musik, die mich mit Wärme füllt." Ja, so viel Pathos bring ich manchmal. JD sind einfach so. Ihr Musik bringt mich zum durchdiewohnungtanzen, wenns mir schlecht geht oder wenns mir richtig super geht und ich Bock auf gute Musik hab.

Mein Favorit darauf ist und bleibt "Walked In Line". Weil es meiner Meinung nach perfekt das Dasein als Soldat beschreibt.

Ich weiß nicht ob man dieses Album leicht im Netz finden kann, versuchts doch mal.
8/10 Pfandflaschen
hier kaufen