Posts mit dem Label Film der Woche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Film der Woche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Film der Woche#701: Simpsons Treehouse of Horror Triple Feature!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche" auf "..,klar". Ich merke grade dass es fast 52 Wochen her ist, dass ich das letzte Simpsons Halloween Triple Feature gemacht habe. Also, fast genau ein Jahr her, seitdem dieses Review hier erschienen ist. Ich habe aufgehört bei Staffel 11. Nun geht's weiter mit den Halloween Specials aus den Staffeln 12, 13 und 14.

S12E01: "Treehouse of Horror XI" (2000)

Okay, zunächst mal haben wir hier eine zynische Eröffnungssequenz in welcher die Simpsons zu Halloween als die Familie Munster verkleidet ist und von Einheimischen totgeprügelt wird. Bis auf Lisa, die sich als Marilyn verkleidet hat und normal aussieht. Vielleicht soll das Ganze ja auch eher eine Hommage und keine Verkleidung sein. Wie auch immer, es ist nur ein Intro.

In "G-G-Ghost D-D-Dad" sagt Homers Horoskop dass er bald sterben wird. Auch Marges Horoskop sagt, dass ihr Ehemann sterben wird. Den ganzen Tag über läuft Homer tödlichen Situationen aus dem Weg, sodass man das Gefühl hat, es handle sich hierbei um eine "Final Destination"-Parodie. Tatsächlich stirbt er erst zuhause. Beim Abendessen erstickt er an einem Brokkoli. Kaum im Himmel angekommen, meint Petrus zu ihm, dass er erst einen vollen Zugang kriegt, wenn er auf die Erde zurückkommt und als Geist eine gute Tat vollbringt. Nach eher misslichen Versuchen gelingt es ihm tatsächlich und er kommt in den Himmel bevor die 24 Stunden Frist verstreicht. Petrus hat aber nicht aufgepasst und die Tat nicht gesehen, also kommt Homer in die Hölle. 

"Scary Tales Can Come True" ist eine Parodie auf Märchen der Gebrüder Grimm. Darin wohnen die Simpsons als äh Familie aus der frühen Neuzeit(?) in einem Haus aus Kürbis in einem Wald. Homer verliert seinen Job als Dorftrottel und so müssen Sparmaßnahmen ergriffen werden. Bart und Lisa werden von ihm kurzerhand im Wald ausgesetzt. Zum Glück hat Lisa ein Buch der Gebrüder Grimm dabei, dass den beiden helfen kann sich im Wald zu orientieren. So weichen sie Moe den Barkeeper in Trollgestalt aus, landen im Haus der drei Bären und im Endeffekt werden sie von der bösen Hexe versklavt. Also, Lisa wird versklavt und darf das Haus fegen während Bart gemästet wird. 


Die mit Abstand beste Episode in dieser Folge ist allerdings: "Night of the Dolphin", eine Parodie auf "Day of the Dolphin" und Alfred Hitchcocks "The Birds". Lisa befreit einen Delfin, der gezwungen ist in "Marine World" für die Zuschauer Tricks vorzuführen. Als er in Freiheit ist, erfahren wir dass dieser Delfin der König aller Delfine ist. Nun kommt die Rache für das, was ihm angetan wurde. Die gesamte Delfinpopulation greift nun Springfield an, Menschen werden verprügelt und getötet und am Ende heißt es: "Wir treiben die Menschen zurück ins Meer, wie sie es damals mit uns getan haben.".

Während "Night of the Dolphin" eine (Sozial)Kritik aufweist und Tierwohl thematisiert sind die anderen beiden Episoden eher von geringeren Gehalt. Doch zunächst mal: "Night of the Dolphin" ist wirklich verdammt gut. Es ist sehr zynisch und hat ein sehr makaberes Ende, wobei man finster auflachen kann. Ich kenne von den Vorlagen nur "The Birds" und habe die Szenen wiedererkannt. "Day of the Dolphin", in welchem ein Delfin trainiert wird um den US-Präsidenten zu töten (lel) kenne ich allerdings nicht und kann nichts zu sagen. Jedenfall ist es eine sehr gute Episode während die beiden anderen ziemlich abstinken. Die erste hat einen witzigen Moment: Als Homer als Geist auf die Erde zurück kommt und noch mal das Brokkoli Stück isst an welchen er erstickt ist - und noch mal erstickt. Die Grimm-Episode hat ein meiner Meinung nach ziemlich witziges Ende. Ansonsten muss ich leider sagen, dass sie weder über großartige Sozialsatire noch über besonders einfallsreiche Hommagen verfügen. Es ist nicht mal "ooga booba"-scary und auch nicht besonders zynisch-makaber. Es ist einfach irgendwie da. Aber wenigstens ist "Night of the Dolphin" so gut. Ein Beweis dass man ein Film über Delfine (Day of the Dolphin), ein Film über einen Hai (Jaws), ein Film über Wale (Free Willy) und ein Film über Vögel (The Birds) in einen Mixer schmeißen kann.

5/10 Pfandflaschen

Intro:



S13E01: "Treehouse of Horror XII" (2001)

Diesmal fackelt die Serie nicht lange und direkt in der ersten Episode gibt es ordentlich Unsinn zu sehen. So gehen die Simpsons in "Hex and the City" nach "Ethnictown", wo sie eine Wahrsagerin aufsuchen. Leider zerstört Homer ihre Filiale in einen Anfall von Dummheit sodass sie ihn und seine Familie verflucht. Nach und nach wachsen Marge immer mehr Haare, Lisa verwandelt sich in eine Zentaurierin, Maggie in einen Marienkäfer und Barts Hals wird immer länger nachdem er mal wieder von Homer gewürgt wurde. Außerdem sterben Lenny und Carl, Homers Freunde und Saufkumpanen nachdem ein Helikopter in Moe's Kneipe einstürzt. Wie Moe Homer vorgeschlagen hat, soll dieser einen irischen Leprechaun finden. Diese sollen angeblich Wahrsagerinnen Angst machen. Gesagt, getan. Nachdem sie den hyperaktiven Leprechaun zuerst nach Hause bringen und dieser völlig frei dreht, bringen sie ihn zur Wahrsagerin. Dort verlieben sich die beiden und feiern kurze Zeit später Hochzeit mit den Simpsons, lauter Wahrsagerinnen und anderen Fabelwesen. Im Review-Teil sage ich mehr dazu. Keine Sorge. 

"House of Whacks", eine Parodie auf "2001: A Space Odyssey" zeigt die Simpsons wie sie sich eine Art Smartphone auf Steroiden besorgen. Die PC/Kombjuder-Stimme ist die von Pierce Brosnan. Es dauert nicht lange bis sich die KI in Marge verknallt und versucht Homer loszuwerden. 

In der letzten Episode namens "Wiz Kids" wird offensichtlich Harry Potter parodiert. So befinden sich Bart und Lisa auf einer Schule für Magie in Springfield. Bart ist sehr neidisch auf Lisas bessere magische Fähigkeiten. So verwandelt sich sein Frosch in ein kotzendes Monstrum während Lisas Frosch sich in einen Prinzen verwandelt. So wird der dunkle Lord Montymort auf den Jungen aufmerksam, kidnappt ihn und weiht ihn ein in einen finsteren Plan. Montymort möchte Lisas magische Intelligenz aufsaugen und will nun mit Barts Hilfe zu ihr gelangen.

Also gut. Die letzte Episode ist eine ziemlich faule Harry Potter Parodie, die kein Bisschen gruselig und ehrlich gesagt nur gelinde witzig ist. Es fehlt jeglicher tiefgründigerer Witz. Man beschränkt sich darauf, eine "Parodie wegen der Parodie" zu sein. Und mehr auch nicht. Ehrlich gesagt finde ich das hier sehr schade, weil die Simpsons hier sehr wahrscheinlich einen Trend beginnen werden: Nämlich das Halloween-Parodieren-von-damals-aktuellen-Franchises. "House of Whacks" ist wirklich super lustig - vor allem wegen Pierce Brosnans charmanter Stimme die so gar nicht zum Rest des Geschehens passt. Sehr witzig vor allem, wie die Episode endet. Aber mehr verrate ich dazu nicht. "Hex and the City" hat ein gewisses Geschmäckle. So habe ich hier zwar von einer "Wahrsagerin" gesprochen, aber in der Folge heißt es "Gypsy" also "Zigeunerin". Nicht nur dass "Zigeuner" eine durchaus als beleidigend wahrgenommene Bezeichnung für Sinti und Roma ist, so wird diese Bezeichnung auch noch für eine Art Zauberwesen übernommen. Das ist vllt. nicht beleidigend gemeint, aber vollkommen absurd und ehrlich gesagt ziemlich dumm.

4,5/10 Pfandflaschen
Intro:



S14E01: "Treehouse of Horror XIII" (2002)

Wir sind nun also im Jahre 2002 angekommen, dem Jahr in dem ich nach Deutschland gekommen bin. Es kann gut sein dass die Staffel 14 eine der ersten neueren Simpsons-Staffeln für mich war, die ich komplett auf Deutsch geguckt habe. Ich bin mir aber nicht komplett sicher.

Wieder mal wird nicht lange gefackelt und es ist tatsächlich die erste Folge in dieser Ausgabe die ich von vorne bis hinten genossen habe. In einer Parodie auf den Michael Keaton Film "Multiplicity" namens "Send In The Clones" trifft Homer auf einen Hängemattenhändler. Seine Hängematte ist nämlich gerissen und er braucht eine neue. Es stellt sich heraus, dass diese neue Matte in der Lage ist, Menschen zu klonen. So klont sich Homer selbst um all die Haushaltsarbeiten die ihn Marge aufträgt auf andere zu übertragen. Seine Klone sind dümmer als er und leicht zu steuern. Als eines der Klone Ned Flanders mit einer Kettensäge umbringt, beschließt Homer dass sie alle samt der Hängematte weg müssen. Allerdings führt das zu einer Katastrophe, denn: Die Klone sind schlau genug um sich selbst mit der über gelassenen Hängematte zu klonen und fluten nun die Stadt. 


"The Fight to Creep and Scare Harms" handelt davon wie Bart und Lisa beim Begräbnis ihres Goldfisches an ein interessanten Grabstein stoßen. William H. Boney, der mit 21 Jahren erschossene Mann, träumte laut der Info darauf von einer Welt ohne Waffen. Beeindruckt davon, setzt Lisa eine Bewegung in Gang. Nach einer Kampagne gegen Waffen ist die Stadt irgendwann komplett frei von Waffen. Bis der oben erwähnte William H. Boney aus seinem Grab aufersteht. Es stellt sich heraus, dass er Billy the Kid war. So übernimmt er die Stadt mit ein paar anderen Revolverhelden als auch Kaiser Wilhelm. 

"The Island of Dr. Hibbert" ist eine sehr freie Parodie auf "The Island of Dr. Moreau". Die Simpsons fliegen in den Urlaub auf eine Insel, auf welcher Dr. Hibbert Experimente auf Menschen durchführt und sie in Tiere verwandelt. Nach und nach werden auch die Simpsons verwandelt: Marge in eine Wildkatze, Lisa in einen Adler, Maggie in einen Ameisenbären und Bart in eine Spinne. Homer ist zuerst schockiert von dem Ganzen, nimmt allerdings irgendwann wahr dass dieser neuer Lifestyle perfekt zu ihm passt - und lässt sich am Ende in einen Walross verwandeln.

Die letzte Folge ist im Grunde genommen "Good clean fun". Hier passiert nichts besonders krass provokatives oder außergewöhnliches. Im Grunde genommen ist es eine Art Metapher für die größten Träume des Menschen: Faul sein und nichts tun. Episode#2 parodiert einerseits den Umgang mit Waffen: So hat JEDER Bewohner Springfields mindestens eine Waffe (selbst Bart). Und am Ende als keiner mehr Waffen hat, ist man wehrlos und wird angegriffen. Meiner Meinung nach versuchen die Autoren eine Art Position der Mitte einzunehmen indem sie sagen: "Wir sind für einen vernünftigen Umgang mit Waffen weil wenn sie alle weg sind, dann sind wir wehrlos". Die erste Episode war das witzigste seit langem. Ich kann mich noch dunkel an den Original-Film dazu erinnern. Ich fand ihn im jungen Alter ziemlich witzig. Es ist ein simples Szenario, dass allerdings ein ziemlich makaberes Ende hat, was in der Story schulterzuckend aufgenommen wird. Also genau das was manchmal in den älteren Halloween-Episoden gang und gäbe war. Insgesamt immer noch ein "Hit and Miss" aber im Grunde doch eine solide Leistung.

7/10 Pfandflaschen
Intro:


Mittwoch, 14. Oktober 2026

Film der Woche#700: TOXIC AVENGER TRIPLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile SIEBENUNDHUNDERTSTEN "Film der Woche" auf diesem Blog. Wir befinden uns bekanntlich im Horrormonat Shocktober. Darum habe ich mir gedacht, ich könnte dafür ein Franchise hier wieder reinbringen, dass ich unbedingt weiter gucken wollte. Und zwar das über den einen Nerd der in toxische Abfälle gefallen ist und zu einem mutierten Superhelden wurde. Es gibt ja auch einen neuen Film und den würde ich euch gerne vorstellen. Aber zuerst die anderen Sachen: Wir kennen ja den ersten, den zweiten und den dritten Teil. Bevor wir mit dem vierten und den Remake weiter machen geht es allerdings erst los mit:

Toxic Crusaders, S1E1: "The Making Of Toxie" (1991)

So wie gefühlt jede Filmreihe, die eher an Erwachsene gerichtet war - oder zumindest über Erwachsenenhumor verfügt hat, hat auch "The Toxic Avenger" eine Zeichentrickinterpretation bekommen. Ganz in Tradition von Swamp Thing, Rambo, Robocop oder später auch Die Maske, Ace Ventura und Dumb & Dumber. Diese Version von Toxie ist definitiv an Kinder gerichtet, allerdings finden sich hier auch Witze, die Erwachsene lustig finden könnten, die Kinder nicht verstehen. Es bleibt aber sehr sehr harmlos.

Die erste Folge ist im Grunde genommen eine Art Neuerzählung des Films. Der schmächtige jugendliche Melvin, der als Putzhilfe in einem Fitnesszentrum arbeitet wird Opfer von einem Prank und fällt in ein Fass mit toxischen Abfällen. Daraufhin verwandelt er sich in a) eine ältere Frau, b) einen schrecklichen Hollywood-Produzenten und dann c) in Toxie, wie man kennt und liebt. Als er zuhause

ankommt, fällt seine Mutter wegen seines Anblicks in Ohnmacht. So beschließt er auf die Müllhalde umzuziehen, wo er später die kurzsichtige Yvonne kennen lernt. Die beiden verlieben sich ineinander. Sie spricht mit einem Brooklyner Akzent und spielt Akkordeon. Der Bösewicht in der Serie ist nicht der korrupte Bürgermeister sondern eine Art außerirdischer Overlord mit vier Armen namens Czar Zoster, der mithilfe seiner Gehilfen Tromaville zu einer toxischen Müllhalde machen will. Toxie muss schnell den Helden spielen und beschützt auch Waisenkinder. Czar Zoster will nämlich das Heim abreissen und fängt an, die Kinder rauszuschmeißen. Er wird bei der Rettung von den Medien aufgenommen und berühmt. So werden andere Mutanten auf ihn aufmerksam und am Ende der Folge gründen sie gemeinsam eine Gruppe, um das Verbrechen und Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Aus Toxie, Major Disaster und No-Zone werden die Toxic Crusaders.

Was soll ich sagen? Ich habe selten (nach Rambo natürlich) gesehen, wie ein Film für Erwachsene so perfekt kindertauglich gemacht wird. Toxies Stimme ist sehr sanft und freundlich. Es gibt in der ersten Folge bis auf Yvonne keine nennenswerten Nebencharaktere (okay vielleicht Melvins besorgte Mutter). Außer natürlich die Bösewichte und die anderen Crusaders. Sie sehen nämlich fast so aus als hätte sie jemand bei einer ordentlichen Runde Alkohol und anderen Drogen ausgedacht. Ganz vielleicht um sie später zu Action Figuren zu machen. Also, eigentlich sehr sicher. Ich meine, es war so. Im Prinzip ist "Toxic Crusaders" ein ellenlanger Werbespot für Actionfiguren. Und natürlich werden in der Serie noch weitere Verbündete (vielleicht?) und verschiedene Bösewichte vorkommen, die man allesamt als Actionfiguren verwursten kann. Also, so wie bei den Turtles oder G.I.Joe oder Thundercats oder He-Man oder Street Sharks oder Extreme Dinosaurs. 

Fazit: Spaßig, mehr aber auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



Citizen Toxie: Toxic Avenger IV (2000)

Nun sind wir also am Ende der ursprünglichen Reihe angelangt. Falls ihr euch nicht erinnern könnt, was im letzten Teil passiert ist, so klickt hier. 

Wir befinden uns wieder in Tromaville. In letzter Zeit terrorisiert eine Gang namens "Diaper Mafia" die Stadt. Natürlich ist es eine Anspielung auf die "Trenchcoat Mafia" und selbstverständlich wird in den Nachrichten besprochen ob Metal, Rap Musik oder Videospiele Schuld seien. Diesmal überfallen sie eine Schule für "besondere Kinder". Die in Windeln gekleideten Ekelfreds nehmen Kinder und Lehrer als Geiseln. Kurze Zeit später taucht der Toxic Avenger (David Mattey), verkleidet als Frau im Bikini. Zusammen mit seinem Sidekick Lardass (Joe Fleishaker) auf und versucht die Situation zu entschärfen. Naja, eigentlich reißt er Eingeweide aus und vermöbelt die meisten Idioten. Doch einer von den Spinnern (der in Wirklichkeit der Sohn eines neo-nazistischen Polizeibeamten ist und mit ihm zusammenarbeitet) hat eine Bombe, die er droht zu zünden. Lardass isst die Bombe mit Erdnussbutter auf, sie explodiert und alles scheint irgendwie im arsch aber halbwegs okay zu sein. Toxie hat ein Mädchen namens Sweetie Honey (Lisa Terezakis) und einen rebellischen Teenager namens Tito
(Michael Budinger) gerettet. Die Explosion eröffnet allerdings ein Tor in eine andere Dimension, sodass Tromaville mit dessen Zwillingsstadt Amortville verbunden ist. So kommt Toxies Doppelgänger aus der anderen Dimension nach Tromaville. Sein Name ist Noxie und er ist ein Drogendealer der Amortville in Schach hält. Er ist ein Tyrann. Toxie gelangt nach Amortville und versucht dort mit noch mehr illustren Gestalten zu recht zu kommen. Währenddessen verlagert Noxie seine Schreckensherrschaft nach Tromaville und tut sich mit dem Nazi-Polizisten zusammen. Sie arbeiten daran, den hiesigen Bürgermeister (Ron Jeremy, bah) zu stürzen.

Nachdem ich schon so einige Troma Productions gesehen habe, war ich der Meinung, dass das alles zwar schon Bonkers ist, aber es noch mehr Bonkers gehen kann. Toxic Avenger 4 ist definitiv noch mehr bonkers. Man macht sich über alles und jeden lustig. Einerseits erscheint der Film so, als würde er sich über geistig Behinderte lustig machen, doch dem ist nicht so. Er zeigt viel mehr, dass ein Teil der Gesellschaft diese Menschen immer noch verachtet und nach außen so tut als wären sie "besonders". Nazis kriegen aufs Maul, KKK-Männer auch. Man zieht die Berichterstattung über Amokläufe durch den Kakao. Es gibt viel, sehr viel, Kunstblut, Kunstgedärme, Nacktheit, Gewalt und Scheiße zu sehen als auch sehr viele böse Schimpfwörter zu hören. Oh und Lemmy taucht auf. Habe ich das schon gesagt? Lemmy hat zwei kurze Cameo-Auftritte. Jedenfalls übertrumpft der vierte Teil den vierten noch mal in Sachen Absurdität. Aber er ist kaum zu vergleichen mit dem ersten, der noch so was wie eine düstere Komponente hatte. Ich hatte trotzdem unglaublichen Spaß daran.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:



The Toxic Avenger (2023)

Nun sind wir also am Ende des Franchises angenommen. Chronologisch betrachtet ist das also der bis jetzt letzte Film der TA-Reihe. Rausgekommen im Jahre 2023 auf irgendeinem Filmfestival (hab den Namen vergessen) und 2025(?) dann endlich auf DVD. Ich durfte mir das Ganze zuhause reinpfeifen. Geil.

"The Toxic Avenger" ist keine "Fortsetzung nach Jahren" sondern ein Remake des ersten Films. Dieser macht zwar gewisse Anspielungen auf das Original, ist aber stellenweise wesentlich ernster und bietet eine doch etwas andere Origin Story von Toxie. Diesmal geht es um den Hausmeister Winston Gooze (Peter Dinklage), der bei einem Pharmaunternehmen namens BTH arbeitet. Dieses verkauft sich nach außen als ein familienfreundliches, Fitness- und Gesundheitsförderndes Unternehmen. In Wirklichkeit ist BTH verantwortlich für unfassbar viel Umweltverschmutzung und diverse andere Dinge. Eine ehemalige Angestellte des Unternehmens, J.J. Doherty (Taylour Paige) trifft sich mit einem Investigativ-Journalisten um ihm gewisse geheime Informationen zu übermitteln. Dieser wird allerdings von der als Killer engagierten Nu Metal Band "The Killer Nutz" umgebracht. J.J. ist daraufhin flüchtig und wird fieberhaft von BTH gesucht. Winston hingegen lebt alleine mit seinem Stiefsohn Wade (Jacob
Tremblay), nachdem dessen Mutter an Krebs gestorben ist. Bei einer ärztlichen Untersuchung findet man raus, dass Winston eine tödliche Krankheit hat. Er sucht Hilfe beim CEO von BTH, Bob Garbinger (Kevin Bacon), doch diese wird ihm verwehrt. So beschließt er einzubrechen und Geld zu stehlen. Allerdings wird er von den Killer Nutz umgebracht, die eigentlich hinter J.J. her sind und landet in einem Bottich mit giftigen Schlamm. Daraufhin verwandelt er sich in ein Monster, dass ein Mopp mit radioaktiven Schlamm als Wafffe benutzt (Luisa Guerreiro). Der Toxic Avenger ist nun geboren. Kurze Zeit später tun sich Winston/Toxie mit J.J. zusammen um BTH endlich zur Strecke zu bringen.

Zu den üblichen Themen Umweltschutz und Korruption kommen noch andere, die damals schon aktuell waren und es heute leider immer noch sind. Armut und die Unfähigkeit sich finanziell abzusichern, auch krankenversicherungstechnisch. Dazu kommt noch eine wesentlich realistische Darstellung eines awkwarden, unsicheren Teenagers der mit der Situation (Tod seiner Mutter und Leben mit Stiefvater) nicht wirklich zu recht zu kommen scheint. Dann natürlich der besagte Stiefvater der irgendwie der Meinung ist, dass alles okay ist, aber tief im Inneren weiß, dass es doch anders ist. Die Panik, als er erfährt dass er todkrank ist. Das ist alles ziemlich ernst. Ziemlich sehr ernst. Die over-the-top-Elemente die hier dazu kommen sind zwar nicht so over-the-top wie beim Original aber doch ziemlich over-the-top. Es ist, meiner Meinung nach, eine Art Dramedy mit Horrorelementen. Diese Nu Metal Band/Killerkommando von Mutanten ist einfach großartig lustig. Ebenso lustig ist es wie hier Arme und Beine abgerissen werden, Gedärme durch die Gegend fliegen oder Köpfe mit dem radioaktiven Mopp zerschlagen werden. Es ist herrlich witzig ohne jedoch zu trashig zu werden. Im Gegensatz zu "Citizen Toxie" gibt es hier keine übermäßige Nacktheit und keine Fäkalien (zumindest nicht in dem Ausmaß). Es ist im Grunde genommen eine "erwachsenere" Version von Toxic Avenger, die jedoch trotzdem zu unartig fürs normale Kino ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert und hoffe doch auf eine vernünftige Fortsetzung.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Mittwoch, 7. Oktober 2026

Film der Woche#699: Scooby Doo Special, Teil 4

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile vierten Scooby Doo Special auf diesem Blog. Ich komme meinem Ziel immer näher und habe bald tatsächlich von jeder Scooby Doo-Serie mindestens eine Folge gesehen. What a life. Achja, hier ist der dritte Teil.

10. What's New, Scooby Doo?, S01E01: "There's No Creature Like Snow Creature" (2002)

"What's New, Scooby Doo?" ist die erste Scooby Doo Serie seit einem Jahrzehnt. Man erinnere sich an das letzte Scooby Doo Special und merke, dass die letzte eine Art "Prequel" war, in welcher die Hauptcharaktere als Kinder zu sehen waren. Nun befinden wir uns im Jahre 2002 und irgendwie doch im Jahre 1969, zumindest was die Art des Humors betrifft. So ein Bisschen. Es ist im Grunde genommen, die gleiche Art Plot wie früher, nur mit modernen Technologien. Und mit einem neuen Titelsong, eingespielt von der kanadischen Pop Punk Band "Simple Plan". Der ist übrigens unfassbar catchy ist. Weitere super interessante Fakten: Es ist die letzte Serie mit Casey Kasem als Synchronstimme von Shaggy, bevor der Schauspieler 2014 gestorben ist. Nun, worum geht's eigentlich?


Scooby, Velma, Shaggy, Fred und Daphne befinden sich in einer verschneiten Region. Sie möchten in der Gegend Ski fahren und snowboarden. Außerdem sind mehrere Snowboard-Sportler dort unterwegs, die bei einem Wettbewerb mitmachen wollen. Darunter einige Legenden, worüber Fred sich insbesondere freut. Sie treffen sie die Sportler als auch den Miliardär-Organisator des Events in einem Hotel. Doch natürlich geht es nicht ohne irgendein Geist/Monster, dass offensichtlich alles kaputt machen will. Es taucht nämlich ein riesiges Eis/Schnee-Monstrum auf, dass zwei Sportler der Reihe nach verletzt sodass sie nicht mehr wettbewerbstauglich sind. Schlimmer noch: Bei einer Verfolgungsjagd mit dem Monster verletzt sich Fred am Bein. Velma wird krank. So müssen Daphne, Shaggy und Scooby sich um die Sache kümmern.

Natürlich steckt ein Mensch hinter dem Eis/Schnee-Monstrum. Natürlich geht es darum, bei irgendeiner Finanz-Schummelei/Wettbewerbsschummelei die Konkurrenten auszuschalten und so irgendwie an Geld ranzukommen. Diesmal ist es allerdings ein wenig gewiefter und man kommt nicht sofort dahinter, wer denn der wahre Bösewicht sein könnte. Was aber definitiv so ist, wie es früher war: Irrwitzige Verfolgungsjagden, Hin-und-Her-Rennerei, "Jeepers", "Zoinks", "Jinkies" und leicht unverständliches Gebrabbel von Scooby Doo selbst. Im Grunde genommen eine Übertragung der alten Serie, beinahe 1:1, ins neue Zeitalter. Diesmal tatsächlich etwas selbstrefentiell, als eine Art Selbst-Parodie. Es ist wesentlich witziger als die alten Folgen. Trotzdem möchte man mal irgendwas anderes sehen. Ich hatte allerdings meinen Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



12. Shaggy & Scooby-Doo Get A Clue!, S01E01: "Shags To Riches" (2006)

Das sieht so neu aus, dabei wird die Folge dieses Jahr ganze zwanzig Jahre alt. Wieder mal geht man auf ein älteres Konzept zurück. Man streicht Daphne, Velma und Fred aus der Haupthandlung (!) der Serie. Sprich, sie kommen vor, allerdings nur am Rande. Zumindest in dieser Episode. Wieder mal klammert man jegliche Mystery-Elemente aus und fokussiert sich auf den Comedy-Aspekt der Reihe. Das heißt also, dass die Folge eigentlich gar nicht wirklich zu Halloween passt. Naja, der Vollständigkeit halber, ist sie nun hier. Worum geht es?

Shaggy (Scott Menville) und Scooby Doo (Frank Welker) leben zusammen in einer WG und sind absolut broke. Da kommt die Nachricht, dass Shaggy eine unfassbar riesige Menge an Geld von seinem Onkel geerbt hat, gerade richtig. Also, der Onkel ist nicht gestorben, sondern einfach nur verschwunden. Er ist außerdem ein großartiger Erfinder und verfügt über ein riesiges Anwesen. Der Slacker und der
Hund begeben sich also direkt dahin um zu sehen, wie es dort aussieht. Im Keller finden sie lauter coole Erfindungen, unter anderem einen äh Verkleinerungsstrahler. Blöd nur, dass der Onkel in den Untergrund gegangen ist, weil ein superkrasser, mit deutschen Akzent sprechender Bösewicht namens Dr. Phineas Phibes (Jeff Bennett) es auf seine Erfindungen (und eine gewisse geheime Formel) abgesehen hat. Der übliche Verdächtige verfügt über einen Haufen Minions und ein U-Boot mit welchen er sich fortbewegt. So schickt er zwei dieser Minions zum Anwesen, die es tatsächlich schaffen, Shaggy und Scooby zu kidnappen. Auf dem U-Bott angekommen versuchen die beiden sich zu befreien als auch sich als Geister auszugeben um den Minions Angst zu machen. Also doch, EIN Mystery-Element. 

Zuerst mal muss ich das super geile punkige Intro von Mark Mothersbaugh (Devo, komponierte unter anderem auch das Intro von "Rugrats" mit) loben. Es ist wirklich sehr cool und irgendwo auch eine Fortführung der neuen punkigen Tradition (man erinnere sich, Simple Plan haben das vorherige Intro gemacht). Der Stil ist eigenartig und anders. Die Charaktere sehen zwar ähnlich aus, wie im Jahre 1969, allerdings mit einem modernen "edgy" touch. Die Gesichter sind wesentlich kantiger, die Umgebung bunter. Es ist sehr simpel und witzig - allerdings ohne sich, zumindest in der ersten Folge, in sinnlose Hin-und-her-renn-Spielchen zu verfangen. Im Grunde genommen eine Abenteuer-Folge über einen Typen und seinen besten Freund, einen Hund, die Bösewichten entkommen. Und absolut verfressen sind. Ich mag's. Aber mehr auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



13. Scooby Doo! Mystery Incorporated, S01E01: "Beware the Beast from Below" (2010)

Vier Jahre später sind wir wieder bei der vollständigen Gang gelandet. Es sind wieder alle dabei: Scooby, Shaggy, Daphne, Velma und Fred. Diesmal allerdings kehren wir zu den High School Tagen der Teenager zurück und somit in ihre Heimatstadt Crystal Cove. Wir werden Zeuge wie Daphnes Eltern von ihr enttäuscht sind, weil sie mit der "Gang" rumhängt anstelle vernünftige Karierrewege einzuschlagen wie ihre vier Schwestern. Wie Velma als Guide fungiert und Touristen die Gegend zeigt - inklusive eines Museums in welchen die vielen mysteriösen Fälle vorgestellt werden, die sich in Crystal Cove ereignet haben. Dabei handelt es sich natürlich um all die Rätsel die die Gang gelöst hat - und
wobei die Monster sich als Menschen rausgestellt haben. Shaggys Eltern sind ebenfalls nicht gerade begeistert von ihm - die von Fred ebenso. Freds Vater ist tatsächlich der Bürgermeister der Stadt. Generell haben die drei Teenager Probleme damit, ihren Eltern zu zeigen, dass das was sie machen doch irgendwie Sinn ergibt. Tatsächlich kommt es zu einem weiteren mysteriösen Vorfall. Bei einer Baustelle kommt zu es zu einem Wanddurchbruch und die Baucrew entdeckt einen Durchgang zu den alten Crystal Cove Katakomben. Ein gefährliches Schleimmonster greift sie an und wickelt sie ein in Cocons. Die Bauarbeiter werden gefunden und die Gang fängt an, den Fall zu untersuchen. Sehr zum Missfallen des ortsansässigen Sheriff. Es stellt sich heraus, dass die Cocons mithilfe von essbaren Desserts entstanden sind. Ein neu in der Stadt angekommener Frozen Yoghurt Unternehmer fällt somit der Gang ins Auge...

Hat hier etwa ein Frozen Yoghurt Café irgendwas mit einem Ridley-Scott-Alien-Szenario zu tun, bei welchem ein Schleimmonster menschen in Cocons einwickelt und sie an die Wand klebt? Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch indirekt. Wer weiß. Jedenfalls hat man sich hier ordentlich Mühe gegeben, eine zusammenhängende Story zu erzählen, die jedoch nicht bei einer Folge bleibt. Tatsächlich gibt es ein weiterführendes Szenario. Mehrere Folgen hängen miteinander zusammen. Es ist keine "Monster of the Week"-Sache. Zumindest zum Teil nicht. Weiterhin begrüße ich, dass man den Charakteren sowas wie Tiefe gegeben hat und ihre inneren Struggles aufzeigt. Außerdem haben Velma und Shaggy definitiv was am laufen und Shaggy hat Probleme damit, es nach außen zu zeigen. Höllisch interessant. Großartiges Design, dass wieder aussieht wie die 1969er Serie in HD. Im Gegensatz zu "What's new Scooby Doo?". Da hat man quasi nur einen kleinen Neuanstrich gegeben. Hier sieht alles einfach nur verdammt gut aus. Alle vier Daumen hoch.

8/10 Pfandflaschen
Intro:


Donnerstag, 1. Oktober 2026

Film der Woche#698: Stargate (1994)

Kaum zu glauben, aber wahr: Ich habe noch nie "Stargate" gesehen, geschweige denn irgendeine der Serien-Fortsetzungen. Ich wusste, dass irgendwann Richard Dean Anderson (aka McGyver) mitgespielt hat, aber sonst nichts. "Stargate: Atlantis" lief irgendwann auf RTL2(?) oder so und ich habe nichts davon verstanden. Aber egal. Hier ist er nun, der erste Film - und vllt. werden noch weitere Reviews irgendwann folgen. Wahrscheinlich werde ich mir irgendwann in naher Zukunft die restlichen Filme plus jeweils eine Folge von jeder Serie reinziehen. Aber das ist erstmal Zukunftsmusik.

Wir befinden uns in der Gegenwart des Jahres 1994 (oder so). Dr. Daniel Jackson (James Spader) ist Ägyptologe und hat für die damalige Wissenschaftswelt äußerst wirre Thesen über die Pyramiden. Seiner Meinung nach sind sie deutlich älter als bisher angenommen und evtl. von jemand anders erbaut als von den Ägyptern. Seine Thesen werden verlacht, er gilt als Witzfigur. Irgendwann wird ihm auch sein Lehrauftrag entzogen - allerdings hat ihm bereits das Militär im Visier. So kriegt er einen Auftrag

von etwas anderer Art. In einer geheimen militärischen Anlage befindet sich ein 1928 in Ägypten gefundenes Artefakt. Jackson schafft es eine Reihe von Hieroglyphen zu übersetzen, was bis jetzt niemand geschafft hat. Offenbar handelt es sich beim Artefakt um ein "Stargate", ein Portal das von Außerirdischen erbaut wurde und das in der Lage ist jemanden zu einer anderen Galaxie zu transportieren. Und all das ohne Zeitverlust. Lange Rede, kurzer Sinn: Jackson wird Teil einer militärischen Mission. Durch weitere Recherche schafft man es, das Portal zu aktivieren. Der Ägyptologe reist mit einem Haufen Militärs, angeführt von General Jack O'Neill (Kurt Russell) durch das Portal zu einem anderen Planeten. Dieser ist von einer Wüste bedeckt (man erinnere sich an ein gewisses anderes Franchise). Schon bald stellen sie fest, dass die Einheimischen Menschen sind, wie auf der Erde. Allerdings sprechen sie eine unbekannte Sprache die entfernt an Koptisch erinnert. Jackson findet raus, dass sie alle Sklaven des ägyptischen Gottes Ra sind. Dieser brachte den alten Ägyptern einst seine Technologie bei und verschleppte Sklaven zu seinem Planeten. Allerdings gab es irgendwann einen Aufstand, wobei das Tor für immer begraben wurde. Um es noch mal kurz zu halten: Jackson und die Soldaten werden kurzerhand zu Schlüsselfiguren in der Befreiung des Planeten aus der Sklaverei.

Böse Zungen würden behaupten, hier gehe es darum, dass die Amerikaner berechtigerweise Kriege anfangen um "angeblich" die einheimische Bevölkerung zu befreien. Allerdings ist das nicht wahr. Viel eher geht es um eine neu entstandene Freundschaft bzw. ein Bündnis zwischen Völkern und einen gemeinsamen Aufstand gegen einen grausamen Despoten, der nichts anderes im Sinn hat als sein ewiges Leben fortzuführen und noch mehr Unterdrückung zu säen. Aus heutiger Sicht ist "Stargate" vielleicht doch nicht so intellektuell wie gedacht - allerdings gleichzeitig auch nicht so action überladen, dass es einem übel wird. Die Idee ist vielleicht äußerst wirr auf dem ersten Blick: Aliens die Pyramiden mitaufgebaut haben. Ein Sternentor in eine andere Galaxie. Ein außerirdischer Despot, der Menschen versklavt. Später in den Serien wird die Idee von Göttern, die Menschen versklaven noch weiter ausgeschlachtet. Meiner Meinung nach ist der Film eine Art Umsetzung einer wilden Theorie - allerdings in etwas "gesitteter" und "wissenschaftlicher". Jedenfalls, eine willkommene Abwechslung zu all den schnell geschnittenen, wirren Actionfilmen die heutzutage in die Kinos kommen.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Mittwoch, 23. September 2026

Film der Woche#697: AQUA TEEN DOUBLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche". Einige von euch können sich vielleicht erinnern, dass ich die "Mutterserie" schon mal reviewt habe, und zwar hier.

Nun sind die zwei Filme dran. Damit habe ich gefühlt 100 Gehirnzellen verloren, die ich mir seit der Sichtung der Serie wieder erarbeitet habe. Naja, egal. Here we go.

Aqua Teen Hunger Force Colon Movie For Theaters (2007)

Da Staffel 4 und 5 2005 und 2008 rausgekommen sind, könnte man diesen Film zwischen den beiden Staffeln gucken. Aber eigentlich ist es vollkommen egal. Jedenfalls fängt alles an mit einem grandiosen Intro, bei welchem sich die Sludge Metal Band Mastodon beteiligt. Danach führt die Story den Zuschauer in ein gewohnt beklopptes Szenario. So sehen wir wie Master Shake, Frylock und Meatwad irgendwann im alten Ägypten sind und aus dem Arsch der Sphinx rauskommen. Danach müssen sie gegen einen überdimensionalen Pudel kämpfen. Dabei stirbt Frylock, Shake kann den Pudel allerdings besiegen. So reisen sie zum zeitreisenden Abraham Lincoln, der Frylock heilt und danach zurück in ihre

Zeit bringt. Es stellt sich heraus, dass das hier eine Märchengeschichte von Shake ist, die angeblich eine wahre Origin Story sein soll. Es ist aber natürlich gelogen. Weiterhin geht es um einen Fitnesstraining-Gerät, das Insanoflex heißt. Shake hat es vom Nachbarn Carl geklaut. Das Teil ist allerdings gar nicht richtig zusammengebaut. Es fehlt auch ein Teil. Wir erfahren durch den weiteren Verlauf der Handlung, dass dieses Gerät, ganz wie Skynet, zum Untergang der Menschheit führen wird. Als dann tatsächlich das letzte fehlende Teil gefunden und eingesetzt wird, verwandelt es sich in einen riesigen einäugigen Roboter, der durch die Stadt stampft. Carl, der sich zuvor darauf gesetzt hat ist drin gefangen und seine Muskeln werden zwangsweise trainiert. Master Shake, Frylock und Meatwad bilden ein Team mit diesem äh metallenen Roboter-Hahn aus der Zukunft um den riesigen Roboter aufzuhalten.

Es ist absolut genauso wie in der Serie. Allerdings hat man nicht bloß Material für eine zehnminütige Folge auf eine Stunde und 25 Minuten gestreckt, nein. Tatsächlich hat man sich Mühe gegeben noch mehr und noch mehr und noch mehr absolutesten Bullshit zu erzählen, der irgendwie versucht nicht zusammenhangslos zu sein. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, die völlig aus der Handlung gegriffen zu sein scheinen. Man kriegt natürlich auch den Eindruck, dass das Ganze von einem zehnjährigen niedergeschrieben und umgesetzt wurde. Einen zehnjährigen der täglich ordentlich an der Bong zieht. Ein Hahn-Roboter aus der Zukunft, Aliens, ein monströses Fitnessgerät und eine fliegende Wassermelone in welcher ein äh sprechendes Stück Wassermelone namens Walter Melon haust. Sein Komplize ist dabei Neal Peart von Rush, der fantastische Drumsolos spielt. Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist das? Warum ist das? Wie ist das? Hört das irgendwann auf? Und wenn es dann zu Ende ist, dann ist man irgendwie traurig. Es ist auf jeden Fall irre witzig und lässt einen mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht zurück.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer: 



Aqua Teen Forever: Plantasm (2022)

Ich war nicht lange traurig, denn am nächsten Tag habe ich mir die Fortsetzung "Aqua Teen Forever: Plantasm" reingezogen. Dieser Film ist 2022 erschienen, also noch vor der 12. und somit letzten Staffel der Serie.

Wieder mal fängt es an mit einer Märchenstunde von Master Shake, die diesmal ein Alien/The Thing-mäßiges Weltraumszenario ist. Doch tatsächlich stellt es sich heraus, dass die drei antropomorphen Freunde getrennte Wege gegangen sind. Ihr Haus ist zerstört. Master Shake ist obdachlos und verbringt seine Zeit in einer Suppenküche. Meatwad ist es ebenfalls und geht gerne ehrenamtlich mit Hunden aus einem Tierheim spazieren. Er schläft auch dort. Einzig Frylock ist irgendwie erfolgreich. Er hat seinen Namen zu Phoenix geändert und arbeitet jetzt bei einem riesigen Multiversand namens Amazin'. Die Firma wurde von einem narzisstischen kleinen Typen mit Napoleonkomplex namens Neil (Peter
Serafinowicz) gegründet. Neil ist verzweifelt und möchte unbedingt größer werden, wofür er eine Art Fitnesstrainings/Streckungs-gerät bestellt hat, dass prompt von Drohnen geliefert wurde. Frylock kriegt überraschenderweise ein Befehl von "ganz oben" und so kommt es, dass die beiden sich endlich kennen lernen und einander sympathisch werden. Zuerst soll Frylock seine Maschine reparieren, doch die fliegende, sprechende Pommes hat eine ganz andere Idee. So werden Gene von einer Giraffe und den ehemaligen Basketballspieler Shawn Kemp gespliced um eine höhere Version von Neil zu klonen. Diese übernimmt auch prompt das ganze Unternehmen und sperrt seinen kürzeren Vorgänger in eine Box. Nach und nach stellt sich heraus, wie Amazin so groß werden konnte. Neil hat nämlich zwei außerirdische Spezies "rekrutiert" für ihn zu arbeiten: Die Japongaloiden, die aus Schleim bestehen und deren Nasen ständig laufen als auch die Fraptakulaner, die im Grunde lebende Bäume sind. Beide hassen sich, werden aber ausgetrickst um miteinander in Harmonie zu arbeiten. Doch es gibt bei Amazin' jemanden, der alles noch viel schlimmer machen möchte: Ein Wissenschaftler namens Elmer (Paul Walter Hauser) hat einen ultimativen Plan entwickelt um die billigen Mitarbeiter zu ersetzen.

Irgendwo ähnelt der Film seinem Vorgänger. Zumindest so ein Bisschen. Irgendeine Riesenmacht hat was ganz schlimmes vor. Es geht im Prinzip um den Untergang der Menschheit. Und alles wird von antropomorphen Fast Food Gegenständen zusammen mit einem äh Nachbarn von ihnen verteidigt. Grandiose Satire auf das Wirken von Amazon (natürlich) und irgendwie auch auf den Einsatz von KI (auch wenn es zu dem Zeitpunkt noch nicht in aller Munde war). Tatsächlich halte ich die Filmdauer für sehr optimal. Eine Stunde und fünfzehn Minuten, wobei der Film immer wieder von den beiden Mooninites unterbrochen wird, die gewisse Szenen einfach so rausgeschnitten haben. Damit alles wesentlich leichter zu verdauen ist, oder so. Meiner Meinung nach funktioniert der Film sogar noch besser als der erste, weil die Handlung kohärenter ist und es weniger Ausfälle gibt, die den Film wie eine Sketch-Sendung wirken ließen. So ist der Film wesentlich zusammenhängender als jegliche Folge der ursprünglichen Serie. Ich bin der Meinung, dass sowohl South Park als auch Rick and Morty Fans hier ihren Gefallen finden würden. Auch ohne jeglichen Einsatz von irgendeiner Bong oder anderen Kiffgras.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Mittwoch, 16. September 2026

Film der Woche#696: Fortress (1993)

Bin mir wieder mal sehr sicher, dass ich den Film irgendwo auf Instagram entdeckt habe. Es gibt so viele Infoposts (danke, dass ihr auch Infoposts einen like gebt lel) über trashige Filme, dass ich damit ein ganzes Zimmer tapezieren könnte. Jedenfalls, ist das hier glaube ich der erste mit Christopher Lambert auf diesem Blog. Komisch, dass ich den "Highlander" noch niemals hier reviewt habe. Worum geht es?

Wir schreiben die Zukunft des Jahres 2017 (jaja). Die USA sind ein totalitäres, faschistisches Land. Frauen dürfen nur ein Kind gebären. Überall sind Kontrollpunkte, Soldaten patrouillieren die Grenzen. Man darf ausreisen, allerdings gibt es Bedingungen. So ist es scheinbar so, dass Frauen die bereits eine Fehlgeburt hatten, nicht ausreisen dürfen. Scheint mir als ob der demographische Wandel derartig eingeschlagen ist, dass...ach es ergibt keinen Sinn. Jedenfalls ist Karen S. Brennick (Loryn Locklin) zum zweiten Mal schwanger. Die erste Schwangerschaft endete in einer Fehlgeburt. Nun versuchen sie und ihr Ehemann John Henry (Christopher Lambert) über die Grenze nach Kanada zu fliehen. Allerdings werden sie beim Grenzübertritt erwischt. Eine bestimmte Markierung an Karens Kragen verrät, dass sie zum zweiten Mal schwanger ist. Karen kann scheinbar zuerst fliehen - John wird jedoch gefangen genommen. In einem fensterlosen Wagen wird er
zur "Fortress" gebracht. Es ist ein Gefängnis, betrieben von der Firma "Men Tel Corporation". Was für ein geiler Name. Der Direktor des Gefängnisses ist ein Mann namens Poe (Kurtwood Smith, bekannt aus "RoboCop" und "That 70s Show"). Er ist skrupellos und sadistisch. Überhaupt ist hier alles skrupellos und sadistisch. Den gefangenen werden gewaltsam Kugeln in den Darm implantiert. Diese können aus der Ferne ausgelöst werden. Das heißt, dass die Kugeln (die übrigens "Intestinatoren" genannt werden) entweder übelste Magenschmerzen verursachen oder explodieren können. Berühren die Gefangenen im Gang eine gelbe Linie, verursacht das Schmerzen. Wird eine rote berührt, bedeutet das den Tod. Die Zellen sind überfüllt. Es herrscht das Recht des Stärkeren. Poe findet durch hochmodernes Traumlesen in Johns Träumen heraus, dass Karen ebenfalls in der "Fortress" einsitzt und äh verknallt sich in sie. Als John auch checkt, dass seine Geliebte da ist, fängt er an mit seinen Mitgefangenen an einem Fluchtplan zu arbeiten. Raus aus dieser Scheiße. Aber schnell.

Hmm. Ein weißer Mann, der vollkommen unschuldig ist landet im Gefängnis. Dort wird er unter anderem von einem älteren schwarzen Mann (Abraham, gespielt von Lincoln Kilpatrick) bemerkt. Dieser denkt sich wiederum "Hmmm, der Typ scheint korrekt zu sein". Erinnert mich an irgendwas. Weiß aber nicht genau was. Naja, egal. Was mich hier erwartet hat: Ein totalitäres System, dass Frauen für Schwangerschaften bestraft und ihnen Kinder wegnimmt, wenn sie "zu viel" sind. Ein Hochsicherheitsgefängnis in welchem mann für ALLES bestraft werden kann. Cyborgs. Explodierende Bäuche. Schießereien. Und natürlich der Gedanke, dass nur ein furchtloser Mensch - der zudem im Team arbeitet - sich Ungerechtigkeit stellen kann. Im Prinzip sowas ähnliches wie "Gesprengte Ketten". Nur in absolut trashig, leicht over the top und mehr als gritty. Oder, um es anders auszudrücken: Der Film ist totally bonkers.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 9. September 2026

Film der Woche#695: Eliminators (1986)

Ich habe mal wieder keinen blassen Schimmer, wie ich auf diesen Film gekommen bin. Wahrscheinlich war es irgendein Instagram-Post der irgendwelche trashigen Filme behandelt hat, oder so. Jedenfalls war das hier eine sehr sehr wilde Fahrt und ich habe jede Minute davon genossen.

"Eliminators" erzählt die Geschichte eines "Mandroiden" (also eines Cyborgs), der später immer nur John (Patrick Reynolds) genannt wird. Dieser war einst ein Flugzeugpilot, der irgendwo in Südamerika eine Bruchlandung erlitten hat - und diese nicht überlebt hat. Ein machthungriger Wissenschaftler namens Abbott Reeves (Roy Dotrice) hat seinen Körper aufgegriffen und aus ihn einen Cyborg gemacht

- der für ihn in einer neuartigen Zeitmaschine durch die Zeit reist und äh Artefakte stiehlt. Zu Beginn des Films ist er im Antiken Rom und kämpft dort gegen römische Soldaten. Nach seiner letzten Mission scheint seine Aufgabe erfüllt zu sein und Reeves befiehlt seinem untergebenen Dr. Takada (Tad Horino) den Mandroid auseinander zu bauen und somit "einzuschläfern". Takada hat ein schlechtes Gewissen und hilft ihm, zu fliehen. Bei der Flucht wird Takada von Reeves Schergen erschossen. Der Mandroid kommt in den USA an um dort Hilfe von Colonel Nora Hunter (Denise Crosby) zu suchen. Hunter erkennt, dass John eigentlich tot ist und dass sich in ihm drin Technik befindet, die sie entwickelt hat und die von Reeves gestohlen wurde. Nach einigem hin und her, beschließen sie gemeinsam zurück nach Südamerika zu reisen um dort Reeves in seiner Festung zu stellen (und vllt. auch zu töten). Kaum angekommen, heißt es dass sie eine Art Reiseführer brauchen. Diesen finden sie in der Gestalt von Harry Fontana (Andrew Prine), einen Abenteurer und Bootsbesitzer. Begleitet werde sie übrigens von Noras intelligenten fliegenden kleinen Roboter und achja sie treffen auch auf Dr. Takadas Sohn Kuji (Conan Lee), der ein Ninja ist.

Um Harry Fontana indirekt zu zitieren: "Was ist das hier? Ein Comic? Wir haben hier Roboter, Neandertaler...Ninjas". Es ist ein Bisschen wie "Fast and Furious". Ein Kind hätte sich das ausdenken können. Bloß, dass eine klitzekleine ernsthafte Note dabei ist. Der gecrashte Pilot, der tot war und sich an seine Frau und Kind erinnern kann und weiß dass er so nicht weiter leben darf und am liebsten sterben würde. Ansonsten ist das eine Mischung aus "Romancing The Stone" (diesem einen Indiana Jones Ripoff) und äh...Terminator. Schließlich geht es um ein Abenteuer mit Hüten und Booten und äh auch um Zeitreisen und Cyborgs. Dabei will ein Bösewicht tatsächlich in der Zeit zurück reisen und den Lauf der Geschichte beeinflussen. Er will sich zum Cäsar machen. Es scheint fast so als hätte man sich die Story am laufenden Band ausgedacht - wäre da nicht irgendein Budget und eine gewisse Vorplanung nötig gewesen. Man ist in Mexico unterwegs, fährt Boot, lernt einen Neandertaler-Stamm kennen der durch eine Zeitreise hier gelandet ist. Es gibt einen piependen fliegenden kleinen Roboter und einen draufgängerischen, schmierigen Typen der das Herz am rechten Fleck hat. Also quasi wie Indiana Jones, Star Wars, Terminator und irgendwelche Kung Fu Filme in einem. Gegen Ende wird die Handlung noch absurder, aber ich spoiler mal lieber nicht. Jedenfalls ist das hier absolut großartige, völlig meschuggene Unterhaltung, die (größtenteils) harmloser nicht sein könnte. Ich will nicht mal sagen, dass der Film so schlecht ist, dass er wieder gut ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Donnerstag, 3. September 2026

Film der Woche#694: Mandy (2018)

Ich weiß gar nicht wie es dazu kam, dass dieser Film auf meiner To-Watch-List gelandet ist. Tatsächlich steht da "Mandy (Panos Cosmatos)", weil es scheinbar mehrere Filme gibt, die "Mandy" heißen. Worauf ich mich da einlasse, wusste ich allerdings überhaupt nicht mehr. Also war es eine ganz schöne Überraschung für mich, als ich mir den Film reingezogen habe.


Wir befinden uns im Jahre 1983. Irgendwo in den Shadow Mountains in der Mojave-Wüste, Kalifornien. Die Tankstellenverkäuferin und Künstlerin Mandy Bloom (Andrea Riseborough) und ihr Freund, der Holzfäller Red Miller (Nicolas Cage) leben gemeinsam in einer Hütte. Ihr Leben ist relativ bescheiden und ruhig. Eines Tages fällt Andrea ins Auge eines "charismatischen" Sektenführers namens Jeremiah Sand (Linus Roache). Er selbst ist ein gescheiterter Musiker, der heftig auf irgendwelchen Opioiden hängengeblieben ist - und Anführer einer Gruppe von Menschen, die ihn anhimmeln. Also, einer Sekte. Der Name ist "Children of the New Dawn". Es geht irgendwie um Jesus aber auch um Jeremiah als Mittelpunkt des Lebens oder so. Jedenfalls sieht Jeremiah Mandy eines Tages als seine ganze Sippe mit ihrem Auto an ihr vorbeifährt. Sie fällt ihm sofort auf und er möchte sie für sich haben. Eines Tages beauftragt die Sekte eine Gruppe von dämonisch(wirkend)en Bikern ins Haus von Bloom und Miller einzudringen. Miller wird gefesselt, Bloom unter Drogen gesetzt. Als Jeremiah versucht Mandy von sich zu überzeugen, klappt das allerdings gar nicht. Sie lacht ihn aus. Aus Rache wird sie von seinen Anhängern verprügelt, in ein Sack gesteckt, mit Benzin übergossen und angezündet. Alles vor den Augen, des gefesselten und aufgehängten Red. Nachdem die Sektenanhänger weggefahren sind, befreit sich Red und sucht sich Hilfe in Gestalt seines Freundes Caruthers (Bill Duke), der ihn Pfeile und eine Armbrust gibt. Red startet daraufhin einen Rachefeldzug. Zunächst erledigt er die Biker und macht sich daraufhin auf dem Weg alle Sektenmitglieder zu töten.

Der Film ist in drei Segmente unterteilt, die die Handlung zwar miteinander verbinden, jedoch ganz klar stilistisch unterschiedlich sind. So kriegen wir zuerst den Eindruck, dass Mandy wahrscheinlich von einer Sekte entführt wird und evtl. wird Red kämpfen, um ihr Leben zu retten usw. Dass der Film zu einem barbarischen Vergnügen wird, das hat man so gar nicht im Sinn. Dass dann irgendwann eine Axt geschmiedet wird, die auf dem Buchstaben "F" aus dem Logo von Celtic Frost basiert und ordentlich auf die Kacke gehauen wird. Köpfe abgehackt werden. Die Umgebung zu einem wilden LSD-Traum wird, der an diese Wüsten-Landschaft im Anime "Fist of the Northstar" erinnert. "Mandy" lässt sich Zeit, um eine zuerst ruhige und angenehme Geschichte zu erzählen - die dann langsam zu einer sogenannten "Tour de Force" wird. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die dargestellte Gewalt nicht voyeuristisch rüberkommt sondern einfach "hart und brutal". Es ist kein Folterporno - viel eher krieg ich bei den dargestellten Bildern eine Wut und das Bedürfnis Cage anzufeuern, er solle die Wichser alle kriegen. Und genau dafür ist der Mann auch gut. Er ist vor der Kamera einfach nur googoogaga und er kann das gut. Verzweifelte, wütende und "durchgeknallte" Menschen darstellen. Dazu kommt noch der Soundtrack von Johann Johannsson als auch Gitarristen Stephen O'Malley (Sunn O)))) und Produzenten Randall Dunn. Zu Beginn des Films hören wir den Song "Starless" von King Crimson. Es ist alles super stimmig - die Handlung, die Musik, das "Bühnenbild", die Farben, die Kostüme der Biker (die mich an die Cenobites aus "Hellraiser" erinnern). Es stimmt alles. Großartiger Film, ehrlich.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Mittwoch, 26. August 2026

Film der Woche#693: Sanatorium pod klepsydrą (1973)

"Sanatorium pod klepsydrą" bedeutet wortwörtlich "Sanatorium unter der Sanduhr" und würde wohl stilistisch richtig betrachtet "Sanatorium zur Sanduhr" heißen. Allerdings lautet der offizielle deutsche Titel "Sanatorium zur Todesanzeige". Der Film stammt aus dem Jahre 1973 und wurde zuerst bei den Filmfestspielen in Cannes ausgestrahlt nachdem die Regierung der Volksrepublik Polen die Veröffentlichung im eigenen Land zuerst zurückgehalten hat. Regisseur war Wojciech Has. Eine der Hauptrollen spielt Tadeusz Kondrat - der Vater des inzwischen mehr als nur bekannten Marek Kondrat. In einer weiteren Rolle ist Szymon Szurmiej zu sehen, der unter anderem auch mehrere Stücke im Jüdischen Thater in Warschau inszeniert hat. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Buch von Bruno Schulz, eines jüdisch-polnischen Autors, Malers und Literaturkritikers.


Wann genau sich die Handlung abspielt, kann man so sicher gar nicht sagen. Fest steht allerdings folgendes. Józef (Jan Nowicki) ist mit dem Zug unterwegs zu einem Sanatorium. Im Zug selbst befinden sich sowohl unter anderem schlafende halbnackte Frauen als auch ein blinder Schaffner. Angekommen, findet er den Weg zum Sanatorium. Dort möchte er nämlich seinen schwerkranken Vater (Tadeusz Kondrat) besuchen. Józef befürchtet nämlich, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Es stellt sich heraus, dass er faktisch betrachtet tatsächlich schon gestorben ist - in seiner Heimat. Hier in diesem Sanatorium ist allerdings alles etwas anders. Es scheint nämlich so, dass alle Patienten hier am Schlafen sind. Józefs Vater ist irgendwie in einem Dauerdämmerzustand und nicht ansprechbar - und das obwohl er eigentlich schon gestorben ist. Die Zeit hier ist tatsächlich "stehengeblieben" bzw. befindet sich auf einer Art anderen Ebene. So kriegen hier Menschen die Chance noch mal in ihr Leben zurückzukehren. So gelangt Józef zurück in seine Kindheit. Er trifft auf seine Mutter und lernt einen Jungen kennen der von Briefmarken und Geographie begeistert ist. Józef selbst spricht und verhält sich so als er wäre ein Kind und wird von anderen Menschen auch so behandelt. Es folgen mehrere Episoden aus seiner Kindheit die surrealer nicht sein könnten. 

Die Geschichte ist voll mit Anspielungen auf die Ereignisse nach dem ersten Weltkrieg, die Shoah und die polnische Gesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg. Alles ist durch eine Art surrealen Filter erzählt. So kriegt man nicht alles erklärt, sondern muss sich alles zusammenreimen. Spätestens als lauter orthodoxe Juden ihre Koffer packen und fliehen, weiß man allerdings was Sache ist. Auch das Józefs Gedanken/Träume nicht gerne gesehen werden und er dafür "verhaftet" werden kann ist meiner Meinung nach durchaus eine Anspielung auf das realsozialistische Zeitalter. Die ursprüngliche Geschichte ist auf jeden Fall autobiographisch gefärbt - allerdings wurde der Autor Bruno Schulz 1942 im Drohobyczer Ghetto erschossen und erlebte den polnischen Realsozialismus nicht. Allerdings jedoch 1939 die Besatzung durch die Rote Armee. So denke ich, dass man im Film versucht hat seine Erinnerungen irgendwie als unterschwellige Kritik des damaligen Realsozialismus umzudeuten, was auch zum Versuch der Zensur führte. Allerdings erschien das ursprüngliche Buch 1936, also vor den deutschen als auch sowjetischen Einmarsch in Polen. Ich würde das so interpretieren, dass der Film eine erweiterte Version des Buches ist. Der Film ist wirklich sehr surreal und voll mit merkwürdig klingenden Sätzen. Er wirkt wie ein Traum, der einfach nicht aufhören will. So kann es durchaus sein, dass er verstörend auf die Zuschauer wirkt. Nichtsdestotrotz ein surrealistisches Meisterwerk, dass etwas mehr Konzentration erfordert.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:

 


Mittwoch, 19. August 2026

Film der Woche#692: Justice League Double Feature#8

Justice League: Crisis on Infinite Earths – Part Two (2024)

Um nachzulesen, was im ersten Teil geschehen ist, klickt hier. Der zweite Teil beschäftigt sich wesentlich mehr mit den Hintergrundgeschichten einzelner Charaktere, vergisst aber nicht die eigentliche Handlung ebenfalls voranzutreiben. So erfahren wir, dass der von Harbinger (die sich am Ende des ersten Teils als Supergirl herausgestellt) rekrutierte Bösewicht Psycho Pirate in der Vergangenheit versucht hat, mehrere Erden zu "übernehmen". Seine Fähigkeit, Menschen psychisch zu manipulieren wird von der Gruppe der Superhelden, die hier versuchen das Multiversum zu retten, benutzt um die Bevölkerung nicht in Panik geraten zu lassen. Wir erfahren auch, wie es dazu kam, dass Supergirl Harbinger wurde. Einst, als ihre Rettungskapsel das brennende Krypton verlassen hat, entdeckte sie der Monitor und nahm sie, zunächst widerwillig, auf. Supergirl aka Kara Zor-El verlor ihr Gedächtnis und hat erst später durch die gespeicherten Informationen in der Rettungskapsel

rausgefunden, dass ihr Heimatplanet zerstört wurde. Der Monitor, der ein beobachtendes Wesen ist, hat dies geschehen lassen. Außerdem kriegen wir mit, wie die Justice League in drei Teams auf drei verschiedenen Erden versucht gegen die Anti-Materie-Wellen anzukämpfen. Es hat sich nämlich rausgestellt, dass es mehrere Wellen sind und die erste nicht die letzte war. Auf verschiedenen Erden installieren sie eine Art antennenartige Türme, die die Wellen neutralisieren sollen. Es kommt zu einer Teambildung mit Batman (Erde-1), Dick Grayson aka Robin und Huntress (beide Erde-2), Batman aus der Zukunft und Batwing die gemeinsam gegen Joker, Solomon Grundy und Killer Croc kämpfen - diese versuchen wiederum eins der Türme zu zerstören. Wonder Woman ist in einem anderen Team auf der Insel Themyscira (wiederum auf einer anderen Erde) und lernt dort eine Alternativversion ihrer Adoptivmutter kennen. Der Psycho Pirate wurde von einem Wesen namens Anti-Monitor korrumpiert, der ihn die ultimative Macht verspricht - wenn er den Monitor verrät.

Ein weiterer Film aus der Reihe, der sich sowohl ziemlich genau an die Comicvorlage hält, allerdings auch einige neuen Sachen miteinbringt. Künstlerische Freiheiten, quasi. Harbinger war nämlich niemals Supergirl und einige Superhelden und Superheldinnen die hier vorkommen, haben in der Comicvorlage noch gar nicht existiert. Es wäre aber eine Schande, sie nicht einzubringen. Ich meine so jemanden wie Batman Beyond, Huntress oder John Constantine. Natürlich kommen hier auch noch einige vor, die keine Sprechauftritte haben. Soll heißen, dass sie irgendwie im Hintergrund zu sehen sind, aber kein Wort sagen. Da muss ich sagen, dass man vllt. etwas mehr in den Film hätte investieren oder diese Filler-Charaktere einfach weg lassen können. Andererseits wirkt die Kulisse sonst wahrscheinlich ziemlich leer. Ansonsten kann ich nicht meckern. Großartige Story, die im dreiteiligen Filmformat sich ordentlich Zeit lässt und nicht zu hastig erzählt wirkt. Dieser Teil fokussiert sich, wie schon gesagt, auf zwei Hintergrundstories ohne allerdings die Haupthandlung zu vergessen. So schafft man es, dass eine große Story nicht bloß in 1,5 Stunden gequetscht wird. Mal gucken, wie es weiter geht.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Justice League: Crisis on Infinite Earths – Part Three (2024)

Nun sind wir also am Ende angekommen und es kann nicht mehr Meta werden als es schon ist.

Im dritten Teil der Reihe kriegen wir die Folgen des (versehentlichen) Mordes am Monitor mit. Richtig gelesen. Supergirl hat ihn umgebracht - wurde aber währenddessen vom Psycho Pirate manipuliert (ähnlich wie andere Superhelden die plötzlich gegeneinander gekämpft haben). Während er starb transportierte sich seine gesamte Energie in den Satelliten (der immer noch als Stützpunkt für die verschiedenen Teams dient). So konnte die zusammengewürfelte Justice League mehrere Welten (und ihre Sonnen) in eine Art Zwischendimension transportieren. Diese wird "The Bleed" genannt. Hier existieren nun mehrere überlebende Welten weiter und die Menschen werden mit allem nötigen versorgt. Oder zumindest versucht man es. Der Anti-Monitor hat es bis jetzt nicht geschafft in diese Dimension vorzudringen. Es gibt aber auch einen Nachteil. Dadurch dass alles gleichzeitig in einer

Dimension existiert, überlappen sich die Welten. Und so kommt es dazu dass US-Soldaten aus dem 2. Weltkrieg und Dinosaurier auf einer Erde landen während anderswo Batman und seine Sidekicks gegen Nazis kämpfen die allerlei Sachen aus dem Arkham Asylum stibitzt haben. Als Batman unter Scarecrows Angsttoxin leiden muss, erinnert er sich plötzlich an ein Ereignis aus dem Film "Justice League: Warworld". Er realisiert, dass der alte Mann welchen er auf einer der drei Welten traf niemand war als eine ältere Version von Flash, die ihm sagte dass er "zurück an den Anfang" muss. So stellt Batman fest, dass die Lösung für das "Problem" mit dem Multiversum ist, alles zu "resetten". 

Ich glaube, ich habe alles gut genug umschrieben, ohne irgendwie zu spoilern. Nun gut, jedenfalls ist die Saga zu Ende als auch eine Reihe an DC-Filmen (das "Tomorrowverse"). Ich habe keine Ahnung, inwiefern es noch weitere Justice-League-Animationsfilme geben wird - aber ich denke schon. The ride never ends und so. Im Grunde genommen ist das hier nicht nur eine Umsetzung einer großartigen Comicreihe, die dafür da war alles für neue Leser zugänglicher zu machen. Nein, es ist gleichzeitig der Versuch das gleiche umzusetzen, nämlich ein Reset. Und natürlich auch ein Move um ewige Nostalgiker zu befriedigen, damit die mit dem Finger auf dem Fernseher zeigen können und "OH!" rufen können. Wir begegnen hier mehreren Universen, die dem gemeinen DC-Fan definitiv nicht fremd sind. Das DCAU (das mit dem kantigen Gesichtern) bspw., das "Super Friends"-Universum oder die Welt von "Teen Titans Go!". Natürlich in den ursprünglichen Zeichenstilen. Das Ende hat für mich was von "Joa wir sehen uns alle irgendwann wieder". Wie bei diesem Cartoon-Film gegen Drogen aus den 1990ern als Disney und Warner Bros. und hastenichtgesehenwersonstnoch aufeinander getroffen sind um Kindern beizubringen dass Drogen scheiße sind. Aber gut, es ist wie es ist. Ein großartiges Stück Nostalgie ohne zu viel Nostalgie zu sein. In erster Linie einfach eine echt gute Comicverfilmung.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Mittwoch, 12. August 2026

Film der Woche#691: Justice League Double Feature#7

Justice League x RWBY: Super Heroes & Huntsmen, Part Two (2023)

Ach....Okay, also im letzten "Justice League Double Feature" gab es eine Kritik zum ersten Teil zu lesen. Diese könnt ihr hier nachlesen. Und äh naja, im Grunde genommen habe ich zum zweiten Teil nicht besonders viel zu sagen, ehrlich gesagt. Es ist im Prinzip eine sehr ähnliche Handlung, nur dass alles auf der Erde stattfindet. Sprich: Die RWBY-Jägerinnen gelangen auf die Erde und kämpfen gemeinsam mit der Justice League (die nun wieder erwachsen ist) gegen die Grimm-Monster. Es stellt sich heraus, dass hier hinter, wie im ersten Teil, eines der Gegner der JL steckt, eine äh KI namens Kilgore

- ihr Partner dabei ist Doctor Arthur Watts, der tatsächlich aus der Welt der RWBY stammt und irgendwie sein äh Bewusstsein digital in die andere Welt übertragen hat. Also, RWBY und Justice League kämpfen gemeinsam mit den Batman/The Flash-Schurken Killer Croc, Mirror Master und Weather Wizard gegen die Grimm Monster usw. usf.

Ich habe dazu nichts mehr zu sagen. Es ist scheiße, sieht aus wie eine Fortnite-Live-Übertragung, der Plot ist austauschbar. Es ist in meinen Augen absoluter Müll. Selbst wenn der Film an jüngere Zuschauer gerichtet ist, warum nicht trotzdem etwas anspruchsvolleres kreieren? Meine Fresse ey. Ich wollte eigentlich ein Bild von einem eingeschlafenen alten Mann in seinem Sofa hier drunter posten - sinnbildlich für mich während der Sichtung des Films, aber so gemein bin ich nun doch nicht. Anyway:

0/10 Pfandflaschen
Trailer:




Justice League: Crisis on Infinite Earths, Part One (2024)

Es gab ja vor einiger Zeit ein Comic Book Review zum gleichnamigen Comic. Und wie es der (nicht)Zufall will, kommt jetzt das Review zum darauf basierenden Animationsfilm.

Barry Allan (Matt Bomer) aka Flash durchlebt immer wieder Zeitsprünge in verschiedene Phasen seines Lebens, als würde er alles noch mal durchleben. Eines dieser großen Momente ist der Kampf von ihm, Batman, Superman, Wonder Woman und Martian Manhunter gegen den Androiden Amazo. Das ist schon der zweite Kampf, nach dem ersten wurde Superman verwundet und man suchte Hilfe bei Bruce Wayne aka Batman. Der erste Kampf war auch die quasi Inspiration für die Gründung eines Teams, der Justice League. Amazo hingegen wurde von einem Wissenschaftler namens Professor Ivo erschaffen - und von Lex Luthor missbraucht. Dieser beeinflusste den Androiden so, dass er anfing Superhelden ihre Kräfte zu rauben. Während der scheinbar unkontrollierbaren Zeitsprünge wird Barry aber auch zwei mal auf die Erde-3 geschickt, wo das skrupellose Crime Syndicate herrscht. Dieses besteht aus "bösen" Versionen der Justice League: Ultraman, Superwoman, Johnny Quick, Owlman und Power Ring.

Nachdem das CS Flash foltert finden sie durch sein Geständnis heraus, dass Multiversen existieren und beschließen andere Welten ebenfalls zu unterwerfen. Jedoch besteht eine multiverselle Gefahr. Eine Welle von Anti-Materie droht verschiedene Welten zu zerstören. Erde-3 ist als nächstes dran. Während eines anderen Zeitsprungs zu Barrys Hochzeit taucht ein Wesen namens Harbinger (Meg Donnelly) auf und fordert Flash und seine anwesenden Superhelden/Trauzeugen mitzukommen. Sie sammelt nämlich die besten Kämpfer/Schlaumeier/Taktiker von den verschiedensten Erden - im Auftrag eines die Welten beobachtenden Wesens namens Monitor (Jonathan Adams). Gemeinsam sollen nun die verschiedensten Superhelden einen Weg finden die Anti-Materie Wellen zu stoppen und somit auch die Zerstörung des Multiversums. Dabei sind nun zwei verschiedene Supermen, Huntress (die Tochter von Bruce Wayne von Erde-2), Robin (ebenfalls von Erde-2, zu dem Zeitpunkt hat der Erde-1 Batman noch keinen Robin), Green Arrow, Hawkman, Vixen, Mister Terrific - nur um ein paar zu nennen.

In erster Linie ist das eine interessante Story. Ich stehe drauf, wenn jemand wortwörtlich durch sein Leben springt und immer wieder alte Erinnerungen auffrischt. Was mir auch gefällt ist, wenn ein riesiges Team aus Helden von verschiedenen Welten gebildet wird. Tatsache ist aber, dass sowas mittlerweile eher eingesetzt wird um Nostalgie-Punkte bei alten Fans zu kassieren. Denn, es gab bis auf das Arrowverse-Serienevent keine vernünftige Verfilmung von "Crisis On Infinite Earths". Ich vermute mal, dass in diesem DC-Animated/wieauchimmersichdasjetztnennt-Universum dieser Film zu einem Reboot führen wird. So wie die Comic Reihe damals zu einem Reboot geführt hat. Einfach weil alles für neue Fans unübersichtlich wurde. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es vor einigen Jahren auch einen Reboot gegeben hat, aus dem gleichen Grund. Überhaupt gibt es eine Reihe von Standalone-Filmen, zusammenhängenden Filmen und wenn man keine Ahnung von hat, muss man sich ganz schön einlesen. Anyway: Der Zeichenstil erinnert mich ein klein wenig an die DCAU-Serien aus den 90ern nur dass die Gesichter nicht ganz so kantig sind. Mir gefällt dieser Ausflug in unterschiedliche DC-Welten. Allerdings wirkt der erste Film wie eine Art Teaser. Nicht weil wenig passiert sondern weil noch viel mehr passieren wird. Es ist im Grunde nur ein Vorgeschmack für ganz schön viel Zeug. Ich hoffe es wird nicht komplett verhunzt indem man einfach nur einen Haufen Superhelden in eine Suppe schmeißt in der Hoffnung, es würde schon irgendwie funktionieren. 

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:




Mittwoch, 5. August 2026

Film der Woche#690: Justice League Double Feature#6

Hallo und herzlich willkommen zum nächsten Teil der "Justice League Double Feature"-Reviewreihe. Hier ist Teil 5. Tatsächlich sind in der Zwischenzeit einige neue Filme rausgekommen und naja, ich kann wohl nicht anders. Here we go again.

14. Justice League x RWBY: Super Heroes & Huntsmen, Part One (2023)

Der nächste JL-Film ist tatsächlich eine Comicverfilmung (wer hätte das gedacht?). Allerdings von einem Crossover mit RWBY, einer Animeserie. Es ist ein Zweiteiler, den es auch als Gesamtausgabe zu sehen gibt. Ich hätte allerdings die Gesamtausgabe nicht ausgehalten, deswegen habe ich mir erstmal den ersten Teil reingezogen. Holy moly.

Die RWBY, das sind Ruby Rose (Lindsay Jones), Weiss Schnee (Kara Eberle), Blake Belladona (Arryn Zech) und Yang Xiao Long (Barbara Dunkelman). Es handelt sich dabei um vier Jugendliche, die auf der fiktiven Welt von Remnant leben und dort trainieren um "Jäger" bzw. "Jägerinnen" zu werden um ihre Welt vor sogenannten "Grimm" (so großen Monstern) zu beschützen. Auf dieser Welt gibt es lauter Furries  Menschen mit Tiereigenschaften, eine große Schule die eben diese Jäger und Jägerinnen ausbildet und noch viel viel mehr. Jedenfalls landet durch puren Zufall Superman (Chandler Riggs) dort - allerdings in Gestalt eines Teenagers. Mitten im Kampf, einfach so. Nach und nach stellt man fest,

dass auch andere Helden der JL ebenfalls dort gelandet sind. Bruce Wayne aka Batman (Nat Wolff) verfügt nun über Flügel, Green Lantern Jessica Cruz (Jeannie Tirado) hat ihren Ring verloren, Mari McCabe aka Vixen (Ozioma Akagha) hat nun einen tierischen Schwanz und äh Diana/Wonder Woman (Natalie Alyn Lind), Cyborg Victor Stone (Tru Valentino) und Flash aka Barry Allen (David Errigo Jr.) sind auch da. Gemeinsam gähn schmieden sie ein Team-Up mit RWBY um äh dann festzustellen, dass diese Welt scheinbar nur eine Illusion ist. Es ist eine digitale Simulation vom Remnant und irgendjemand hat beide Teams zusammengebracht, mit welchem Zweck auch immer.

Aufgrund des Posters habe ich irgendwas anderes erwartet. Dachte mir, dass die RWBY-Charaktere im Anime-Style gezeichnet sind, der Rest aber nicht. Doch weit gefehlt. Es ist ein CGI-Anime, die Bewegungen sind höllisch unnatürlich, die Charaktere einfach potthässlich. Alles fühlt sich an wie ein Videogame mit typischen Gitarrensoundtrack für die Boss-Fights zwischendrin. Und ich meine nicht ein Videospiel für die PS5 oder so, nein nein. Eher für ein Handyspiel, die Werbung wofür man bei seiner Sprachlern-App einfach nicht wegwischen kann. Das wollte ich auch die ganze Zeit tun, als ich den Film gesehen habe. Alles einfach wegwischen. Ich fand das höllisch anspruchslos und darum anstrengend. DC-Superhelden, die zufällig auf einer anderen Welt landen, plötzlich Teenager sind und sich mit einem anderen ungewöhnlichen Team zusammen tun müssen. Dabei ist alles alles andere als ungewöhnlich und einfach nur höllisch generic. Generic plot, generic voice acting, generic animation. Ich verstehe nicht, was man daran irgendwie besonders finden soll. Bruce Wayne als jugendlicher Batman ist dabei mit das allerschlimmste glaube ich. Naja, was soll's. Nächste Woche ist der zweite Film dran. Mal gucken, was dabei für mich rauskommt. Wahrscheinlich nichts gutes.

1/10 Pfandflaschen
Trailer:



15. Justice League: Warworld (2023)

Wieder einmal greift man auf das Szenario "DC-Helden landen in einer merkwürdigen Parallelwelt" zurück. Diesmal ist es jedoch nicht ganz so einfach. 

Wonder Woman Diana Prince (Stana Katic), Batman Bruce Wayne (Jensen Ackles) und Superman Clark Kent (Darren Criss) finden sich auf drei verschiedenen Welten wieder. Den Anfang macht Wonder Woman die urplötzlich in einer Art Wilder Westen Simulation ist und dort gegen Jonah Hex kämpft. Der Revolverheld ist dort tatsächlich ein Bösewicht (im Gegensatz zu sonst) und unterdrückt die hiesige Bevölkerung die sich geweigert hat irgendwelches Schutzgeld zu bezahlen. WW stellt sich selbstverständlich auf die Seite der Menschen, die sich in einem zerstörten Gebäude verschanzt haben. Die nächste Episode handelt von Batman der in der Fantasy-Welt von Skartaris als Söldner tätig war, um den Herrscher Warlord auszuschalten. Dieser nimmt Batman jedoch gefangen, damit er ihn als Sklave dient. Batsy überzeugt ihn allerdings, dass er noch von Nutzen sein kann und so reisen sie gemeinsam zu der Festung des Zauberers Deimos (der in dem Szenario Batman beauftragt hat) um ihn das Handwerk zu legen. Batman soll dafür jede Menge Goldmünzen bekommen. In der letzten Episode finden wir uns in einer 1950er Sci-Fi-Noir-Welt wieder. Clark Kent ist ein Agent der zusammen mit
seinem Kollegen Faraday einen geheimnisvollen Fall einer UFO-Landung untersucht. Es stellt sich heraus, dass weiße Marsianer auf der Erde gelandet sind und der letzte grüne Marsianer (J'Onn J'Onnz) von ihnen gefangen genommen wurde - dieser ist auch für die Erschaffung der fiktiven Welten verantwortlich. Er wurde von einem Bösewicht namens Mongul dazu gezwungen - folglich wanderten Batman, Superman und Wonder Woman in den fiktiven Wild West/Fantasy/Sci-Fi-Noir Welten umher und kämpften, ohne zu wissen dass das alles Fiktion ist. Alles findet auf einem künstlich erzeugten Planeten namens Warworld statt.

Warworld funktioniert als Episodenfilm doch ganz gut. Allerdings hat man hinterher das Gefühl dass die besagten Episoden doch ein wenig kurz sind und man durchaus mehr draus hätte machen können. Insbesondere Batmans Ausflug nach Skartaris ist richtig cool und ich hätte Bock gehabt zu sehen wie es weiter geht. Es ist alles eine skurrille Mischung aus Italo-Western, Conan like Fantasy und schwarz/weiß Sci-Fi Filmen. Nur um am Ende zu zeigen, dass alles gar nicht echt ist. Tatsächlich wären drei einzelne Filme doch ganz geil gewesen. Mal wieder zeigt sich allerdings, dass wenn die Drehbuchautoren fähig sind, dann funktioniert das. Man kann einen beliebigen Helden in ein beliebiges Szenario packen. Bis es irgendwann zu blöd wird. Jedenfalls ist der Zeichungsstil sehr geil. Ich mag die Rückkehr der kantigen Gesichter. Und im Vergleich zu vorherigen Film ist das hier wirklich große Klasse. Trotzdem hätte man noch mehr draus machen können. Aber ich wiederhole mich.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 29. Juli 2026

Film der Woche#689: STEPHEN KING SPECIAL, Teil 10

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Film der Woche". Ursprünglich wollte ich ja monatlich ein Stephen-King-Special rausbringen. Leider habe ich, was die Sache betrifft, mich auf andere Themen konzentriert. Schade eigentlich, denn es wäre ein großartiger monatlicher Beitrag gewesen. Jedenfalls, hier ist Teil 9, jetzt kommt Teil 10. Nächstes Jahr wird es dann denke ich mal weiter gehen.

27. The Green Mile (1999)

Ich hätte schwören können, dass ich den Film irgendwann mal im Rahmen von "101 Sci-Fi Filme die Sie sehen müssen bevor Sie sterben" reviewt habe. Allerdings habe ich mich geirrt und so war es gestern (30.12.2025) tatsächlich so weit und ich habe ihn wieder geguckt. Es war großartig.

Zuerst befinden wir uns in einer Wohnanlage für Senioren in Louisiana im Jahre 1998. Der Rentner Paul Edgecomb (Dabbs Greer) erzählt seiner guten Freundin Elaine (Eve Brent) wieso er bei der Aufführung von "Ich tanz mich in dein Herz hinein" bzw. dem Gesang von Fred Astaire darin in Tränen ausbrach. Wir erfahren wieso genau und ab da beginnt ein Rückblick. 1935 ist Paul (Tom Hanks) 44 Jahre alt und


Leiter des Todestraktes des Gefängnisses Cold Mountain. Der Boden hat die "Farbe alter Limonen", also grün. Man nennt den Weg zum elektrischen Stuhl "die grüne Meile". Im Todestrakt sitzen unterschiedlichste Insassen, weswegen genau erfährt man nicht. Darunter "Toot-Toot" (Harry Dean Stanton), Del (Michael Jeter) und Arlen (Graham Greene). Eines Tages kommt ein neuer Häftling an. John Coffey (Michael Clarke Duncan) ist ein muskulöser, zwei Meter großer schwarzer Mann der mit zwei toten, blutüberströmten Mädchen in den Armen aufgefunden wurde, die zuvor als vermisst gemeldet wurden. Die rassistische, bürgerliche Lynchjustiz hat ihn natürlich des Mordes bezichtigt und zum Tode verurteilt. Doch irgendwas ist an ihm anders. Er hat Angst davor, im dunkeln zu schlafen und wirkt leicht geistig zurück geblieben. Paul leidet zu dem Zeitpunkt unter einer sehr schweren Harnleiterentzündung. John kann diese heilen, indem er mithilfe seiner übernatürlichen Kräfte die ganze "schlechte Energie" aussaugt und in Form von einem Schwarm von Insekten aushustet. Es ist ein Wunder Gottes, dass im Todestrakt einsitzt. So jemand kann niemals ein Mörder sein. 

Ich habe vor über zehn Jahren den Fortsetzungsroman, der hierfür als Vorlage gilt, gelesen und war schon ziemlich betroffen. Das Ganze noch mal (weil ich den Film garantiert schon mal gesehen habe) in realistisch und Farbe zusehen war durchaus...eine Erfahrung. Das ist eine gute Nachricht, weil es zeigt dass man Gefühle hat und das was im Film geschieht, einen mitnimmt. John Coffey ist die Mensch gewordene Darstellung von "die Last der Welt auf den Schultern tragen". Er ist fast jemand wie die (mythische Figur) Jesus Christus, die nur Gutes für gute Menschen um ihn herum möchte und unter all dem Leid in der Welt leidet - weil dieses Leid für immer in seinem Kopf wohnt. "Wie Scherben in meinem Kopf" (sinngemäß zitiert). "The Green Mile" verursacht Tränenfontänen nicht nur weil er traurig ist, sondern weil er dieses Maß an Ungerechtigkeit zeigt. Das gute Menschen unschuldig auf den elektrischen Stuhl kommen. Wärter, die sich mit den Gefangenen quasi anfreunden und sie hinterher trotzdem zum Stuhl führen müssen, weil es ihre Pflicht ist. Es ist einer der berührendesten SK-Verfilmungen überhaupt, neben "Stand By Me" und "The Shawshank Redemption". Nach "Forrest Gump" schon der zweite Film mit Tom Hanks und Gary Sinise (der hier nur kurz zu sehen ist). Es ist wahrhaftig ein großartiger Film und das sage ich viel zu selten.

10/10 Pfandflaschen

Trailer:



28. Hearts in Atlantis (2001)

Wie es immer wieder der Zufall wollte, war es in den Specials immer wieder so: Ein filmisches Meisterwerk und eine absolute Schrottverfilmung. Dieses Mal ist es nicht so und es sind beides keine Horrorfilme.

"Hearts in Atlantis" basiert auf der Novelle "Low Men in Yellow Coats", die im Roman "Hearts in Atlantis" erschienen ist. Es ist ein Wiedersehen mit David Morse (der in "The Green Mile" den Wärter Brutus gespielt hat). Diesmal spielt er in der Rahmenhandlung den bereits erwachsenen Bobby Garfield, der in seine Heimatstadt zurück gekehrt ist um auf die Beerdigung seines Freundes und Kriegsveteranen Sully (Will Rothhaar) zu gehen. Dabei erfährt er auch, dass ihre gemeinsame Freundin Carol Gerber (Mika Boorem) gestorben ist. Als er seine alte Gegend besucht fängt er an sich an ihre gemeinsame Jugend zu erinnern. Dabei war eine Bekanntschaft besonders einprägsam und wichtig. Irgendwann ist in das Haus von Bobby (Anton Yelchin, RIP) und seiner Mutter Liz (Hope Davis) ein Untermieter


eingezogen: Ted Brautigan (Anthony Hopkins), ein älterer Herr der durchaus lieb ist, allerdings etwas exzentrisch rüberkommt. Er verfügt über äußerst detailliertes Wissen über Baseball und hat eine große Menschenkenntnis. Bobby und er freunden sich an, es entsteht eine Art Großvater-Enkel-Beziehung, die der Junge auch dringend nötig hat. Sein Vater ist nämlich gestorben und seine Mutter interessiert sich größtenteils für ihre Karrieren. Es stellt sich heraus, dass Ted telekinetisch und telepathisch begabt ist. Und dass gewisse Menschen in gewissen Autos und in gewissen Klamotten ihn verfolgen und entführen wollen. Bobby hat Angst, dass sein großväterlicher Freund bald verschwindet.

Tränenfontänen. Na gut, vielleicht nicht ganz Fontänen aber durchaus Tränen. Denn es war schwer zu verdauen. Böse Zungen würden behaupten, das wäre eine Art "Mood Piece", dass nur dazu da ist einen zum Weinen zu bringen. Meiner Meinung nach ist der Film mehr als das. Es ist eine Metapher: Entweder für Demenz oder für Tod oder für beides. Der von Hopkins gespielte Ted Brautigan ist merkwürdig, leicht exzentrisch aber doch ein lieber alter Mann. Die Männer, die ihn abholen wollen sind etweder die Demenz oder der Tod, der ihn bald holen kommt und ihm aus seinem Leben als auch aus dem Leben Bobbys entreißt. Vielleicht ist es weit hergeholt, vielleicht liege ich aber richtig. I don't know. Ich habe vor knapp sechs Jahren jemanden an die Folgen von Demenz (bzw. weiteres) verloren und kann deswegen relatieren. Bzw. ich fühle mich sehr daran erinnert. Verdammt guter und durchaus auch trauriger Film.

9/10 Pfandflaschen

Trailer: