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Mittwoch, 14. Oktober 2026

Film der Woche#700: TOXIC AVENGER TRIPLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile SIEBENUNDHUNDERTSTEN "Film der Woche" auf diesem Blog. Wir befinden uns bekanntlich im Horrormonat Shocktober. Darum habe ich mir gedacht, ich könnte dafür ein Franchise hier wieder reinbringen, dass ich unbedingt weiter gucken wollte. Und zwar das über den einen Nerd der in toxische Abfälle gefallen ist und zu einem mutierten Superhelden wurde. Es gibt ja auch einen neuen Film und den würde ich euch gerne vorstellen. Aber zuerst die anderen Sachen: Wir kennen ja den ersten, den zweiten und den dritten Teil. Bevor wir mit dem vierten und den Remake weiter machen geht es allerdings erst los mit:

Toxic Crusaders, S1E1: "The Making Of Toxie" (1991)

So wie gefühlt jede Filmreihe, die eher an Erwachsene gerichtet war - oder zumindest über Erwachsenenhumor verfügt hat, hat auch "The Toxic Avenger" eine Zeichentrickinterpretation bekommen. Ganz in Tradition von Swamp Thing, Rambo, Robocop oder später auch Die Maske, Ace Ventura und Dumb & Dumber. Diese Version von Toxie ist definitiv an Kinder gerichtet, allerdings finden sich hier auch Witze, die Erwachsene lustig finden könnten, die Kinder nicht verstehen. Es bleibt aber sehr sehr harmlos.

Die erste Folge ist im Grunde genommen eine Art Neuerzählung des Films. Der schmächtige jugendliche Melvin, der als Putzhilfe in einem Fitnesszentrum arbeitet wird Opfer von einem Prank und fällt in ein Fass mit toxischen Abfällen. Daraufhin verwandelt er sich in a) eine ältere Frau, b) einen schrecklichen Hollywood-Produzenten und dann c) in Toxie, wie man kennt und liebt. Als er zuhause

ankommt, fällt seine Mutter wegen seines Anblicks in Ohnmacht. So beschließt er auf die Müllhalde umzuziehen, wo er später die kurzsichtige Yvonne kennen lernt. Die beiden verlieben sich ineinander. Sie spricht mit einem Brooklyner Akzent und spielt Akkordeon. Der Bösewicht in der Serie ist nicht der korrupte Bürgermeister sondern eine Art außerirdischer Overlord mit vier Armen namens Czar Zoster, der mithilfe seiner Gehilfen Tromaville zu einer toxischen Müllhalde machen will. Toxie muss schnell den Helden spielen und beschützt auch Waisenkinder. Czar Zoster will nämlich das Heim abreissen und fängt an, die Kinder rauszuschmeißen. Er wird bei der Rettung von den Medien aufgenommen und berühmt. So werden andere Mutanten auf ihn aufmerksam und am Ende der Folge gründen sie gemeinsam eine Gruppe, um das Verbrechen und Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Aus Toxie, Major Disaster und No-Zone werden die Toxic Crusaders.

Was soll ich sagen? Ich habe selten (nach Rambo natürlich) gesehen, wie ein Film für Erwachsene so perfekt kindertauglich gemacht wird. Toxies Stimme ist sehr sanft und freundlich. Es gibt in der ersten Folge bis auf Yvonne keine nennenswerten Nebencharaktere (okay vielleicht Melvins besorgte Mutter). Außer natürlich die Bösewichte und die anderen Crusaders. Sie sehen nämlich fast so aus als hätte sie jemand bei einer ordentlichen Runde Alkohol und anderen Drogen ausgedacht. Ganz vielleicht um sie später zu Action Figuren zu machen. Also, eigentlich sehr sicher. Ich meine, es war so. Im Prinzip ist "Toxic Crusaders" ein ellenlanger Werbespot für Actionfiguren. Und natürlich werden in der Serie noch weitere Verbündete (vielleicht?) und verschiedene Bösewichte vorkommen, die man allesamt als Actionfiguren verwursten kann. Also, so wie bei den Turtles oder G.I.Joe oder Thundercats oder He-Man oder Street Sharks oder Extreme Dinosaurs. 

Fazit: Spaßig, mehr aber auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



Citizen Toxie: Toxic Avenger IV (2000)

Nun sind wir also am Ende der ursprünglichen Reihe angelangt. Falls ihr euch nicht erinnern könnt, was im letzten Teil passiert ist, so klickt hier. 

Wir befinden uns wieder in Tromaville. In letzter Zeit terrorisiert eine Gang namens "Diaper Mafia" die Stadt. Natürlich ist es eine Anspielung auf die "Trenchcoat Mafia" und selbstverständlich wird in den Nachrichten besprochen ob Metal, Rap Musik oder Videospiele Schuld seien. Diesmal überfallen sie eine Schule für "besondere Kinder". Die in Windeln gekleideten Ekelfreds nehmen Kinder und Lehrer als Geiseln. Kurze Zeit später taucht der Toxic Avenger (David Mattey), verkleidet als Frau im Bikini. Zusammen mit seinem Sidekick Lardass (Joe Fleishaker) auf und versucht die Situation zu entschärfen. Naja, eigentlich reißt er Eingeweide aus und vermöbelt die meisten Idioten. Doch einer von den Spinnern (der in Wirklichkeit der Sohn eines neo-nazistischen Polizeibeamten ist und mit ihm zusammenarbeitet) hat eine Bombe, die er droht zu zünden. Lardass isst die Bombe mit Erdnussbutter auf, sie explodiert und alles scheint irgendwie im arsch aber halbwegs okay zu sein. Toxie hat ein Mädchen namens Sweetie Honey (Lisa Terezakis) und einen rebellischen Teenager namens Tito
(Michael Budinger) gerettet. Die Explosion eröffnet allerdings ein Tor in eine andere Dimension, sodass Tromaville mit dessen Zwillingsstadt Amortville verbunden ist. So kommt Toxies Doppelgänger aus der anderen Dimension nach Tromaville. Sein Name ist Noxie und er ist ein Drogendealer der Amortville in Schach hält. Er ist ein Tyrann. Toxie gelangt nach Amortville und versucht dort mit noch mehr illustren Gestalten zu recht zu kommen. Währenddessen verlagert Noxie seine Schreckensherrschaft nach Tromaville und tut sich mit dem Nazi-Polizisten zusammen. Sie arbeiten daran, den hiesigen Bürgermeister (Ron Jeremy, bah) zu stürzen.

Nachdem ich schon so einige Troma Productions gesehen habe, war ich der Meinung, dass das alles zwar schon Bonkers ist, aber es noch mehr Bonkers gehen kann. Toxic Avenger 4 ist definitiv noch mehr bonkers. Man macht sich über alles und jeden lustig. Einerseits erscheint der Film so, als würde er sich über geistig Behinderte lustig machen, doch dem ist nicht so. Er zeigt viel mehr, dass ein Teil der Gesellschaft diese Menschen immer noch verachtet und nach außen so tut als wären sie "besonders". Nazis kriegen aufs Maul, KKK-Männer auch. Man zieht die Berichterstattung über Amokläufe durch den Kakao. Es gibt viel, sehr viel, Kunstblut, Kunstgedärme, Nacktheit, Gewalt und Scheiße zu sehen als auch sehr viele böse Schimpfwörter zu hören. Oh und Lemmy taucht auf. Habe ich das schon gesagt? Lemmy hat zwei kurze Cameo-Auftritte. Jedenfalls übertrumpft der vierte Teil den vierten noch mal in Sachen Absurdität. Aber er ist kaum zu vergleichen mit dem ersten, der noch so was wie eine düstere Komponente hatte. Ich hatte trotzdem unglaublichen Spaß daran.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:



The Toxic Avenger (2023)

Nun sind wir also am Ende des Franchises angenommen. Chronologisch betrachtet ist das also der bis jetzt letzte Film der TA-Reihe. Rausgekommen im Jahre 2023 auf irgendeinem Filmfestival (hab den Namen vergessen) und 2025(?) dann endlich auf DVD. Ich durfte mir das Ganze zuhause reinpfeifen. Geil.

"The Toxic Avenger" ist keine "Fortsetzung nach Jahren" sondern ein Remake des ersten Films. Dieser macht zwar gewisse Anspielungen auf das Original, ist aber stellenweise wesentlich ernster und bietet eine doch etwas andere Origin Story von Toxie. Diesmal geht es um den Hausmeister Winston Gooze (Peter Dinklage), der bei einem Pharmaunternehmen namens BTH arbeitet. Dieses verkauft sich nach außen als ein familienfreundliches, Fitness- und Gesundheitsförderndes Unternehmen. In Wirklichkeit ist BTH verantwortlich für unfassbar viel Umweltverschmutzung und diverse andere Dinge. Eine ehemalige Angestellte des Unternehmens, J.J. Doherty (Taylour Paige) trifft sich mit einem Investigativ-Journalisten um ihm gewisse geheime Informationen zu übermitteln. Dieser wird allerdings von der als Killer engagierten Nu Metal Band "The Killer Nutz" umgebracht. J.J. ist daraufhin flüchtig und wird fieberhaft von BTH gesucht. Winston hingegen lebt alleine mit seinem Stiefsohn Wade (Jacob
Tremblay), nachdem dessen Mutter an Krebs gestorben ist. Bei einer ärztlichen Untersuchung findet man raus, dass Winston eine tödliche Krankheit hat. Er sucht Hilfe beim CEO von BTH, Bob Garbinger (Kevin Bacon), doch diese wird ihm verwehrt. So beschließt er einzubrechen und Geld zu stehlen. Allerdings wird er von den Killer Nutz umgebracht, die eigentlich hinter J.J. her sind und landet in einem Bottich mit giftigen Schlamm. Daraufhin verwandelt er sich in ein Monster, dass ein Mopp mit radioaktiven Schlamm als Wafffe benutzt (Luisa Guerreiro). Der Toxic Avenger ist nun geboren. Kurze Zeit später tun sich Winston/Toxie mit J.J. zusammen um BTH endlich zur Strecke zu bringen.

Zu den üblichen Themen Umweltschutz und Korruption kommen noch andere, die damals schon aktuell waren und es heute leider immer noch sind. Armut und die Unfähigkeit sich finanziell abzusichern, auch krankenversicherungstechnisch. Dazu kommt noch eine wesentlich realistische Darstellung eines awkwarden, unsicheren Teenagers der mit der Situation (Tod seiner Mutter und Leben mit Stiefvater) nicht wirklich zu recht zu kommen scheint. Dann natürlich der besagte Stiefvater der irgendwie der Meinung ist, dass alles okay ist, aber tief im Inneren weiß, dass es doch anders ist. Die Panik, als er erfährt dass er todkrank ist. Das ist alles ziemlich ernst. Ziemlich sehr ernst. Die over-the-top-Elemente die hier dazu kommen sind zwar nicht so over-the-top wie beim Original aber doch ziemlich over-the-top. Es ist, meiner Meinung nach, eine Art Dramedy mit Horrorelementen. Diese Nu Metal Band/Killerkommando von Mutanten ist einfach großartig lustig. Ebenso lustig ist es wie hier Arme und Beine abgerissen werden, Gedärme durch die Gegend fliegen oder Köpfe mit dem radioaktiven Mopp zerschlagen werden. Es ist herrlich witzig ohne jedoch zu trashig zu werden. Im Gegensatz zu "Citizen Toxie" gibt es hier keine übermäßige Nacktheit und keine Fäkalien (zumindest nicht in dem Ausmaß). Es ist im Grunde genommen eine "erwachsenere" Version von Toxic Avenger, die jedoch trotzdem zu unartig fürs normale Kino ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert und hoffe doch auf eine vernünftige Fortsetzung.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: 


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