Donnerstag, 2. Juli 2015

Album der Woche#204: Pilz - Beef (2015)

Wie ich rausgefunden habe, kommt Pilz aus irgendeine Online-Battlerap-Runde. Ich glaube VBT oder so. Da mich sowas wirklich nie interessiert hab, weil mich die Menschen dadrin furchtbar genervt haben und ich von diesen ganzen Masken im deutschsprachigen Rap gelangweilt war, hätte sie mich damals bestimmt nicht ein Fünkchen interessiert. Leider hab ich sie irgendwie durch ein Posting eines Freundes entdeckt - da war dann eine Frau mit Schafsmake zu sehen die eine ge-x-te Faust in die Kamera hielt. "Leider" weil seitdem ich angefangen habe das Album zu hören, gibts kein Ende.

Ich habe nämlich gehofft, dass es vllt. endlich mal eine (vegan) straight edge Rapperin ist, die nicht permanent davon vom "Struggle" rappt und vor allem nich so n scheiß antiimp wie Albino ist. Meine Gebete wurden erhört. "Beef" kam Anfang letzten Monats raus, ist mit ca. 40 minuten eigentlich durchschnittlich lang, aber doch viel zu kurz. Die Zeit geht dabei wirklich wie im Flug um. Außer dem etwas ungewohnten und leicht überzogenen Intro als auch King Orgasmus Ones Gastspiel (auf "In Your Ass" - blährk, wer hört heutzutage King Orgasmus One? o.O) habe ich überhaupt nichts zu
meckern. Die Beats sind schön modern und ekstatisch. Oder aber auch so schön düster, skurrill oder minimalistisch, wie bei "In Your Ass". Das hört sich an wie n U-Bahn-Brummen, das ist voll cool. Ernsthaft, ich glaub es gibt nicht viele die darauf stehen, aber ich gehöre dazu. Hinzu kommt noch dass Pilz' Stimme übertrieben hoch ist und einen nahezu hysterisch vorkommt. Zumindest wenn man sie das erste Mal hört. Mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt und habe ziemlichen Respekt davor. Ich weiß ja, dass es - zum Glück - nicht ihre Sprechstimme ist und ich sowas 3 Minuten pro Song niemals durchziehen könnte. Ich würde abkacken.

Textlich gehts um dich, deine Mama, WhackMCs, HipHop oder darüber dass Pilz all ihr Geld bei Tipico verballert hat. Oder dass sie wie Gert Postel den Beruf des Postboten aufgibt und sich als Psychiater aufgibt. Oh und es wurde zwei mal das Wort "verhohnepiepeln" benutzt. Eines meiner ultimativen Lieblingswörter. Jeder muss das in seinen Wortschatz aufnehmen. Ich bin auf jeden Fall jedes mal hellauf begeistert wenn ein "yeah" oder dieses "PILZ MUTTERFICKER!" kommt. So schön. Auf jeden Fall eines der besseren Alben des Jahres.

Snippet
Anspieltipps: Whack MC = X, Nie wieder Tipico, Hustlen und Flowen (zusammen mit Repeat), Gert Postel, Partycrasher
8,5/10 Pfandflaschen




1 Kommentar:

  1. so endlich gelesen, sollte ich dnn wohl kaufen.

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